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Adoleszente Männlichkeit im Roman. Männlichkeitskonstruktion in Wolfgang Herrndorfs Roman "Tschick"

Titel: Adoleszente Männlichkeit im Roman. Männlichkeitskonstruktion in Wolfgang Herrndorfs Roman "Tschick"

Akademische Arbeit , 2021 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn Literatur als Spiegelbild des Geisteslebens einer Gesellschaft gesehen werden kann, dann müssten sich in den Charakteren der Literatur realgesellschaftliche Formen von Männlichkeiten wiederfinden, dort produziert und reproduziert werden. Daraus ergibt die die folgende Forschungsfrage: "Wie wird in Wolfgang Herrndorfs Roman `Tschick´ Männlichkeit konstruiert?"

Die Beantwortung dieser Forschungsfrage wird in drei Teilen geschehen. In einem ersten Teil werden geschlechtersoziologische Konzepte und Theorien von Männlichkeiten vorgestellt. Hierfür nimmt Pierre Bourdieus "Die männliche Herrschaft" eine zentrale Rolle ein. Außerdem werden Texte von Michael Meuser zur Konstruktion von Männlichkeit im Wettbewerb, von Sylka Scholz zur Männlichen Herrschaft und Männlichkeit am gymnasialen Alltag und von Toni Tholen zu Männlichkeit als Kategorie der Literaturinterpretation betrachtet. Diese Texte sollen eine Interpretationsgrundlage schaffen, auf Basis derer im dritten Teil die tatsächlichen Interpretationen von Szenen aus Wolfgang Herrndorfs "Tschick" geschehen wird.

Dies geschieht gemäß dem Prinzip der maximalen Fallkontrastierung an zwei Szenen: eine, in der klassische Männlichkeitstheorien stark reproduziert werden und eine andere, in der sich eventuell neue oder andere Arten von Männlichkeiten zeigen. Vor diesem dritten Teil wird allerdings ein zweiter Teil stehen, in dem die theoretische Ableitung der Forschungsfrage dargestellt und die zur Literaturinterpretation verwendete Methodik der Tiefenhermeneutik und des szenischen Interpretierens erklärt wird. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einem Fazit, in dem die Ergebnisse noch einmal zusammengefasst werden und die Forschungsfrage abschließend beantwortet werden soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschlechtersoziologische Konzepte und Theorien

2.1 Pierre Bourdieus „die männliche Herrschaft“

2.2 Adoleszente Männlichkeit: am Gymnasium, Peergroups und Freundschaft

2.3 Männlichkeiten in der Literatur

3. Methodisches Vorgehen

3.1 Ableitung der Forschungsfrage

3.2 Die tiefenhermeneutische Methode

4. Interpretation der Textstellen

4.1 Kapitel 29

4.2 Kapitel 41

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Konstruktion von Männlichkeit im Roman „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf, um zu analysieren, ob und wie darin traditionelle hegemoniale Männlichkeitsbilder reproduziert oder durch neue, offene Formen von Männlichkeit und Freundschaft abgelöst werden.

  • Soziologische Konzepte von Männlichkeit (Bourdieu, Meuser)
  • Adoleszente Männlichkeitskonstruktionen und Peergroups
  • Tiefenhermeneutik als Methode der Textanalyse
  • Analyse von Männlichkeit im gymnasialen Alltag und literarischen Figuren
  • Entwicklung von Freundschaft als Ausbruch aus der Wettbewerbslogik

Auszug aus dem Buch

Kapitel 41

Die Szene beginnt damit, dass Tschick seine Krücken verliert und an Mikes Schulter weiter humpelt. Dies ist bereits ein Indiz dafür, dass sich eine wahre Freundschaft gebildet hat, die die beiden aus der männlichen Wettbewerbslogik ausbrechen lässt. Denn ein Rennen zum Auto der beiden kann durchaus als spielerischer Wettbewerb verstanden werden. Mike bricht aus diesem Wettbewerb aus, indem er Tschick seine Schulter anbietet, um an dieser weiter zu humpeln. Außerdem schafft die aufgehende Sonne das Gefühl eines Anfangs, der Anfang eines neuen Tages aber auch den Anfang einer Freundschaft. Am Lada angekommen, herrscht reines Chaos im Auto, was zur Situation passt. Auch die Arbeitsteilung beim Autofahren wirkt freundschaftlich, es wird verständnisvoll mit den Sorgen des jeweils anderen umgegangen, keiner wird für das Artikulieren seiner Sorgen angegriffen oder untergeordnet.

Mikes „ich muss dir ein Geheimnis verraten“ bringt in die chaotische Szene eine gewisse Intimität. Er reißt die letzten männlich-hierarchischen Wände ein und die beiden sprechen zueinander auf einer emotionalen, freundschaftlichen und ebenwürdigen Ebene. Es findet weiblich konnotierter Austausch über Gefühle statt, beide machen sich Komplimente und gehen auf die Ängste des jeweils anderen ein. Die Szene wirkt sehr harmonisch und diese Harmonie und Freundschaft, die gerade konstruiert wird, gipfelt darin, dass Tschick Mike von seiner Homosexualität erzählt. Besonders interessant daran ist, dass Tschick Mike von seiner Homosexualität nicht positiv erzählt, wie zum Beispiel „ich bin homosexuell“, sondern negativ, also durch eine Abwesenheit. Er definiert seine Sexualität Mike gegenüber als „nicht interessiert an Mädchen“, also die Abwesenheit von Interesse an Mädchen und nicht wie üblicherweise durch ein Interesse an Jungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, wie in Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“ Männlichkeit konstruiert wird, und skizziert das methodische Vorgehen.

2. Geschlechtersoziologische Konzepte und Theorien: Dieser Abschnitt erläutert die theoretischen Grundlagen, insbesondere Pierre Bourdieus Theorie der männlichen Herrschaft sowie Konzepte zu adoleszenter Männlichkeit im gymnasialen Kontext.

3. Methodisches Vorgehen: Es wird die Anwendung der tiefenhermeneutischen Methode zur Analyse literarischer Texte unter Berücksichtigung des aktuellen Geschlechterdiskurses beschrieben.

4. Interpretation der Textstellen: In diesem Hauptteil werden ausgewählte Szenen aus Kapitel 29 und Kapitel 41 tiefenhermeneutisch interpretiert, um Männlichkeitskonstruktionen und deren Veränderung aufzuzeigen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Interpretation zusammen und beantwortet die Forschungsfrage hinsichtlich der Wandlung von Männlichkeitsbildern im Roman.

Schlüsselwörter

Tschick, Männlichkeit, Geschlechtersoziologie, Pierre Bourdieu, adolescende Männlichkeit, Tiefenhermeneutik, hegemoniale Männlichkeit, Literaturinterpretation, Freundschaft, Peergroup, Identitätskonstruktion, symbolische Gewalt, Wolfgang Herrndorf, Geschlechterdiskurs, Homosexualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Der Fokus der Arbeit liegt auf der geschlechtersoziologischen Untersuchung literarischer Charaktere, konkret auf der Frage, wie Männlichkeit in Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“ konstruiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die theoretischen Modelle von Männlichkeit nach Pierre Bourdieu und Michael Meuser, die Dynamik in Peergroups sowie die Entwicklung von Freundschaftsbeziehungen als Gegenentwurf zur Wettbewerbslogik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob sich in den Handlungen der Protagonisten Mike und Tschick traditionelle, hegemoniale Männlichkeitsideale zeigen oder ob neue, offene und emotionale Männlichkeitskonzepte sichtbar werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet die tiefenhermeneutische Methode, ergänzt durch das „szenische Blitzlicht“, um eine subjektorientierte und emotionale Interpretation der literarischen Szenen zu ermöglichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Interpretation spezifischer Szenen aus Kapitel 29 und 41, indem diese an Männlichkeitstheorien gespiegelt und durch eine Vergleichsperspektive eines Kommilitonen angereichert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Hauptbegriffe sind Männlichkeitskonstruktion, Adoleszenz, Hegemonie, tiefenhermeneutische Analyse sowie die soziologische Dynamik von Freundschaft und Wettbewerb.

Wie bewertet der Autor Tschicks Verhalten gegenüber Isa in Kapitel 29?

Der Autor interpretiert Tschicks Verhalten als typisch hegemoniale Abgrenzung, bei der Tschick versucht, seine eigene Männlichkeit durch die Herabwürdigung von Weiblichkeit zu stabilisieren, um seine eigene Unsicherheit zu verdecken.

Was zeigt die Szene in Kapitel 41 laut Interpretation des Autors?

Diese Szene markiert einen Wendepunkt, da sie zeigt, wie Mike und Tschick die Zwänge des männlichen Wettbewerbs hinter sich lassen, eine intime Freundschaft aufbauen und offen über Emotionen sowie Sexualität kommunizieren.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Adoleszente Männlichkeit im Roman. Männlichkeitskonstruktion in Wolfgang Herrndorfs Roman "Tschick"
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
19
Katalognummer
V1355344
ISBN (PDF)
9783346868589
ISBN (Buch)
9783346868596
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Männlichkeit Roman Tschick Adoleszenz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Adoleszente Männlichkeit im Roman. Männlichkeitskonstruktion in Wolfgang Herrndorfs Roman "Tschick", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1355344
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Leseprobe aus  19  Seiten
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