Dieser Praktikumsbericht schildert die Erfahrungen und Ereignisse in einem 6-wöchigen Praktikum im psychosozialen Bereich. Dieses fand in einer sozialen Einrichtung bzw. WGs für unbegleitete minderjährige männliche Geflüchtete statt. Es werden Kennenlernprozesse, neue Mitglieder und auch Teamsitzungen thematisiert. Außerdem wird näher auf einen Fall mit Psychose eingegangen und den Umgang damit.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorabüberlegungen zu meinen Zielsetzungen und Erwartungen an das Praktikum
2. Zusammenfassung, Theorietransfer und Reflexion zu meinen wichtigsten Tätigkeiten und Lerninhalten
2.1 Praktikumswoche 1
2.2 Praktikumswoche 2
2.3 Praktikumswoche 3
2.4 Praktikumswoche 4
2.5 Praktikumswoche 5
2.6 Praktikumswoche 6
3. Meine Ansicht/Stellungnahme zur Praxisrelevanz und zum Berufstransfer
Zielsetzung & Themen
Das Lerntagebuch dokumentiert die Erfahrungen, Lernprozesse und die berufliche Orientierung eines Praktikanten in einer Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Geflüchtete. Das primäre Ziel ist der Erwerb berufspraktischer Kompetenzen im psychosozialen Arbeitsfeld sowie die Reflexion über die eigene Eignung und Zukunftsplanung im Hinblick auf sozialpädagogische oder sozialpsychiatrische Tätigkeiten.
- Alltagsbewältigung und organisatorische Abläufe in stationären Jugendhilfeeinrichtungen
- Umgang mit Konfliktsituationen und Krisenintervention im pädagogischen Alltag
- Entwicklung professioneller Empathie und emotionaler Distanz
- Theoretische Auseinandersetzung mit Traumafolgestörungen und Suchtprävention
- Reflexion der Vorbildfunktion und beratender Rollen im Betreuungskontext
Auszug aus dem Buch
Praktikumswoche 3
Die dritte Praktikumswoche fing sehr chaotisch an. Man hat mir am ersten Tag der dritten Woche gesagt, dass wir die nächsten Tage drei neue Bewohner bekommen werden. Die Zivildiener waren angespannt und das leitende Personal war mit organisatorischer Arbeit beschäftigt. Wir mussten dann die Aufnahmedokumente vorbereiten, entscheiden wer in welches Zimmer einziehen soll und deren Betten und Schränke vorbereiten. Wir hatten drei Einzelzimmer, zwei Doppelzimmer, vier Zimmer wo drei Bewohner leben konnten und drei Zimmer wo vier Bewohner leben konnten. Die Entscheidung, wer in welchem Zimmer einziehen sollte war für mich die schwierigste Herausforderung, obwohl der Leiter die endgültige Entscheidung treffen musste. Ich hatte die Aufgabe den Jugendlichen mitzuteilen, dass neue Bewohner einziehen werden.
Gleich nach der Übermittlung der Information wollten sie wissen, wo die Bewohner einziehen werden. Ich habe daraufhin übermittelt, dass die endgültige Entscheidung noch nicht getroffen worden ist, doch gleich danach wurden die Bewohner unruhig. Kurz darauf hat der Leiter entschieden welche Zimmer die Bewohner bekommen werden. Doch, bevor ich diese Informationen weitergeben konnte, gab es bereits großen Krach und Scherereien. Durch die Kameras konnte man sehen, dass im Gemeinschaftsraum eine Versammlung stattgefunden hat und sich zwei der Bewohner gegenseitig schlagen wollten. Das leitende Personal ist daraufhin sofort in die Wohngemeinschaft gegangen und ich hinterher. Wir sahen den Zivildiener zwischen den Jugendlichen stehen, die sich schlagen wollten, um die Schlägerei zu verhindern. Nachdem die Bewohner das leitende Personal vor sich hatten, waren sie wieder ruhig. Er hat dann sofort einen von den Jugendlichen ins Büro mitgenommen und hat mir gesagt, ich soll mit dem anderen reden.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorabüberlegungen zu meinen Zielsetzungen und Erwartungen an das Praktikum: Der Autor beschreibt seine Ausgangslage, seine Motivation sowie seine persönlichen Lernziele für das Praktikum in einer Wohngemeinschaft.
Zusammenfassung, Theorietransfer und Reflexion zu meinen wichtigsten Tätigkeiten und Lerninhalten: Dieser Abschnitt beschreibt chronologisch in sechs Unterkapiteln die wöchentlichen Arbeitsabläufe, Herausforderungen und Lernfortschritte des Praktikanten.
Meine Ansicht/Stellungnahme zur Praxisrelevanz und zum Berufstransfer: Hier zieht der Praktikant ein Resümee über den Erkenntnisgewinn, bewertet seine berufliche Zukunft und reflektiert die erworbenen Soft Skills.
Schlüsselwörter
Lerntagebuch, Praktikum, Geflüchtete, Wohngemeinschaft, Sozialarbeit, Psychosozial, Konfliktmanagement, Traumafolgestörung, Suchtprävention, Reflexion, Pädagogik, Jugendhilfe, Betreuung, Integration, Krisenintervention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Lerntagebuch grundsätzlich?
Das Dokument schildert die persönlichen Erfahrungen und Lernprozesse eines Praktikanten, der über einen Zeitraum von sechs Wochen in einer Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Geflüchtete tätig war.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Organisation des WG-Alltags, den Umgang mit traumatisierten Jugendlichen, Konfliktlösung, Suchtprävention sowie die persönliche Weiterentwicklung im sozialpädagogischen Bereich.
Was ist das primäre Ziel des Praktikums?
Die Zielsetzung lag darin, berufspraktische Kompetenzen zu erwerben, ein tieferes Verständnis für soziale Dynamiken im psychosozialen Feld zu entwickeln und Klarheit für die eigene berufliche Zukunft zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine qualitative Dokumentation in Form eines reflexiven Tagebuchs, das durch situative Beobachtung, den Austausch mit Fachkräften und die Anwendung theoretischer Grundlagen aus der Suchtprävention und Psychologie ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Aufgaben und Erlebnisse jeder der sechs Praktikumswochen detailliert geschildert, inklusive der organisatorischen Tätigkeiten, Vorfällen mit Bewohnern und den dazugehörigen Reflexionsprozessen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Prägende Begriffe sind unter anderem Wohngemeinschaft, Geflüchtete, Sozialarbeit, Trauma, Suchtprävention, Reflexion und professionelle Distanz.
Wie geht der Autor mit der Sprachbarriere im Arbeitsalltag um?
Der Autor berichtet davon, Sprachkenntnisse der Jugendlichen selbst zu nutzen oder im Bedarfsfall auf andere Bewohner als Dolmetscher zurückzugreifen, um Interviews und Dokumentationen zu vervollständigen.
Welche Rolle spielt die Supervision für den Praktikanten?
Die Supervision dient als wichtiges Instrument, um belastende Vorfälle (wie Aggressionen durch Bewohner) professionell zu reflektieren, eigene Fehler zu identifizieren und kollegiale Unterstützung bei der Stressbewältigung zu erhalten.
Wie bewertet der Autor die Bedeutung von Humor im Betreuungsalltag?
Der Autor lernt durch das Team, dass Humor ein effektives Mittel sein kann, um Krisen zu entschärfen oder gar präventiv zu wirken, indem man Spannungen als Teil des Zusammenlebens humorvoll und gelassen moderiert.
Warum ist das Thema Suchtprävention für den Autor relevant?
Durch die Fortbildung und die Skript-Recherche wurde dem Praktikanten die hohe Korrelation zwischen posttraumatischen Belastungsstörungen (PTSD) und Suchtmittelkonsum bewusst, was sein Verständnis für das Suchtpotenzial unter den von ihm betreuten Jugendlichen schärfte.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, Bericht eines Praktikums in einer sozialen Einrichtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1355427