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Nietzsches Motive in Thomas Manns Novelle "Der Tod in Venedig"

Titel: Nietzsches Motive in Thomas Manns Novelle "Der Tod in Venedig"

Hausarbeit , 2023 , 12 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anna Vorrad (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie manifestiert sich das Konzept des Apollinischen und Dionysischen nach Nietzsche in "Der Tod in Venedig" und wie wirkt es auf den Protagonisten? Um diese Frage zu beantworten, wird die Arbeit in sechs Teile gegliedert. Zunächst wird Nietzsches Sicht auf das Apollinische und das Dionysische erläutert. Anschließend werden im dritten Teil die apollinischen Elemente in der Novelle betrachtet. Im vierten Teil wird die Rolle des Dionysischen genauer analysiert und im fünften Teil wird die Verführung Achenbachs durch Dionysos untersucht.

Das Ziel dieser Arbeit ist es zu zeigen, dass Nietzsches Konzept des Apollinischen und Dionysischen eine zentrale Rolle im Buch "Der Tod in Venedig" spielt. Dabei wird deutlich gemacht, dass Aschenbachs Konfrontation mit Dionysos den Protagonisten zu für ihn untypischen Veränderungen zwingt, die zu seinem Tod führen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nietzsches Sicht auf das Apollinische und Dionysische

3. Apollinische in der Novelle

4. Dionysische in der Novelle

4.1 Dionysische Biografie von Aschenbach

4.2 Die unauffälligen Erscheinungen von Dionysos im Text

4.2.1 Der Wanderer am Friedhof

4.2.2 Der Kartenverkäufer, der falsche Jüngling und der Gondoliere

4.2.3 Tadzio und Straßensänger

4.2.4 Aschenbachs Visionen und Träume

5. Aschenbachs Verführung durch Dionysos

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich das von Friedrich Nietzsche in "Die Geburt der Tragödie" konzipierte Spannungsfeld zwischen dem Apollinischen und dem Dionysischen in Thomas Manns Novelle "Der Tod in Venedig" manifestiert und welche zerstörerische Wirkung dieses auf den Protagonisten Gustav von Aschenbach ausübt.

  • Analyse des Nietzscheschen Konzepts des Apollinischen und Dionysischen
  • Darstellung der apollinischen Charakterzüge des Protagonisten Gustav von Aschenbach
  • Identifikation dionysischer Symbole und Figuren in der Erzählung
  • Untersuchung des psychologischen Verführungsprozesses durch Dionysos
  • Verbindung zwischen Aschenbachs schicksalhafter Entwicklung und den dionysischen Kräften

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Der Wanderer am Friedhof

Die erste Verkörperung von Dionysos ist der fremde Mann auf dem Friedhof, der auch den Beginn des dionysischen Weges bei Aschenbach symbolisiert.

Im Kontext der Erzählung wird im zweiten Abschnitt darauf hingewiesen, dass das Äußere eines Wanderers auf dem Friedhof (vgl. TIV, 10) dem Schriftsteller ungewöhnlich erscheint. Der Mann ist von blasser Hautfarbe, trägt keinen Bart und ist rothaarig. Auffällig sind insbesondere sein Basthut und das Sporthemd, sowie sein Adamsapfel und seine kurzen Lippen, die ungewöhnlich weit zurückgezogen sind (vgl. TIV, 7f). Diese äußerlichen Merkmale des Wanderers werden als ‚fremdländisch‘ und weitherkommend (vgl. TIV, 7) beschrieben, was eine Referenz auf Dionysos darstellt, der von den Griechen als Fremder betrachtet wurde. Zudem führt der Mann einen Stock mit eiserner Spitze bei sich, der in der griechischen Mythologie als Symbol des Weingottes gilt.

Für Aschenbach ist es überraschend, dass er nach der Begegnung mit dem Wanderer nicht in Unruhe verfällt, sondern im Gegenteil sogar das Bedürfnis hat, abzufahren, obwohl er Reisen üblicherweise als "eine hygienische Maßregel" (TIV, 10) betrachtet. Dies weist darauf hin, dass sich im weiteren Verlauf des Textes eine engere Verbindung zwischen dem Leben von Achenbach und Dionysos herausbilden wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Novelle ein und definiert die Fragestellung bezüglich Nietzsches Konzept des Apollinischen und Dionysischen in Bezug auf Aschenbachs Schicksal.

2. Nietzsches Sicht auf das Apollinische und Dionysische: Das Kapitel erläutert Nietzsches philosophische Grundbegriffe des Apollinischen als Ordnung und Individuation sowie des Dionysischen als Rausch und Chaos.

3. Apollinische in der Novelle: Hier wird Aschenbachs disziplinierte Persönlichkeit als Verkörperung des Apollinischen analysiert, bevor er dem dionysischen Einfluss begegnet.

4. Dionysische in der Novelle: Dieses umfangreiche Kapitel untersucht das Eindringen dionysischer Elemente durch biografische Prägungen, geheimnisvolle Figuren und Aschenbachs Träume.

5. Aschenbachs Verführung durch Dionysos: Das Kapitel beschreibt den Prozess, in dem Aschenbach durch die Faszination für Tadzio seine apollinische Selbstkontrolle verliert und der zerstörerischen Macht von Dionysos erliegt.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Aschenbachs Untergang die Folge einer fatalen Vernachlässigung des apollinischen Maßhaltens zugunsten der dionysischen Ekstase ist.

Schlüsselwörter

Thomas Mann, Der Tod in Venedig, Friedrich Nietzsche, Apollinisches, Dionysisches, Gustav von Aschenbach, Tadzio, Die Geburt der Tragödie, Literaturanalyse, Mythologie, Dionysos, Literarische Motive, Verführung, Wahnsinn, Ästhetik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Thomas Manns Novelle "Der Tod in Venedig" unter der theoretischen Perspektive der Nietzscheschen Philosophie, speziell im Hinblick auf das Spannungsverhältnis zwischen apollinischen und dionysischen Kräften.

Welche Themenfelder stehen dabei im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Charakterisierung der Hauptfigur Aschenbach, die Symbolik der im Text auftauchenden Figuren sowie Nietzsches Erkenntnisse über die menschliche Natur und Kunst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich Nietzsches Konzept in der Handlung der Novelle manifestiert und warum die Konfrontation mit dionysischen Elementen für den Protagonisten tödlich endet.

Welche Methode wird für die Analyse verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die auf dem Vergleich zwischen Nietzsches philosophischen Hauptwerk und primärtextlichen Belegen aus der Novelle basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung des Nietzsche-Konzepts, die Analyse der apollinischen Prägung Aschenbachs und eine detaillierte Untersuchung der verschiedenen dionysischen Erscheinungsformen im Text.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Termini sind das Apollinische und Dionysische, die Verführung, der Aspekt der Fremdheit, Tadzio als Symbolfigur und die Entwicklung von Ordnung hin zum Verfall.

Inwiefern ist der Name "Aschenbach" für die These der Arbeit von Bedeutung?

Die Autorin hebt hervor, dass der Name „Aschenbach“ durch die Silbe „-bach“ eine etymologische Verbindung zum lateinischen „Bacchus“, einem anderen Namen für Dionysos, aufweist, was den Protagonisten symbolisch vorbestimmt.

Welche besondere Rolle spielen die Träume des Protagonisten?

Die Träume dienen als psychologische Indikatoren, in denen Aschenbach das „dionysische Fest“ und die Ankunft des Gottes antizipiert, was seinen inneren Zusammenbruch einleitet.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Nietzsches Motive in Thomas Manns Novelle "Der Tod in Venedig"
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,3
Autor
Anna Vorrad (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
12
Katalognummer
V1356106
ISBN (eBook)
9783346867346
ISBN (Buch)
9783346867353
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nietzsches motive thomas manns novelle venedig
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Vorrad (Autor:in), 2023, Nietzsches Motive in Thomas Manns Novelle "Der Tod in Venedig", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1356106
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Leseprobe aus  12  Seiten
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