Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, inwieweit die Nutzung von Assistenzsystemen in Wohnungen dazu beiträgt, Senior*innen langfristig Selbstständigkeit in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Hierbei soll der Schwerpunkt auf dem breitgefächerten Feld des Ambient Assisted Living, kurz AAL, gelegt werden. Die Fragestellung ist für Wohnungsunternehmen bedeutend, da die Gruppe der Menschen über 65 Jahre einen immer größer werdenden Anteil der Mieter*innen darstellt und immer mehr zu einer Hauptzielgruppe wird. An dieser Stelle ist es Aufgabe der Wohnungswirtschaft, altersgerecht zu modernisieren und zu bauen sowie dem Mangel an Pflegekräften durch den Einsatz von innovativen Systemen in Kooperation mit Pflegedienstleistern zu begegnen.
Die Arbeit beschäftigt sich zunächst mit der Begriffserläuterung und -unterscheidung von Smart Home und Ambient Assisted Living. Nachfolgend werden bisherige Aktivitäten der Wohnungswirtschaft näher untersucht sowie ein Einblick in die Forschung gegeben, welche Grundlage für den Einsatz in der Wohnungswirtschaft ist. Abschließend erfolgt eine Auswertung von Einschätzungen der Nutzer*innen, welche AAL getestet haben sowie ein Ausblick auf die Zukunft.
Inhaltsverzeichnis der Arbeit
1. Einleitung
2. Begriffserklärung Assistenzsysteme
2.1 Smart Home
2.2 Ambient Assisted Living (AAL)
3. Wohnungswirtschaftliche Aktivitäten
3.1 Einsatz von AAL in Musterwohnungen
3.2 Forschung und Projekte
4. Einschätzung von AAL-Einsatz aus Nutzersicht
4.1 Erwartungen und Anforderungen
4.2 Technikakzeptanz, Technikkompetenz und Nutzungsbereitschaft
5. Zusammenfassung und Ausblick
5.1 Zusammenfassung
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von technischen Assistenzsystemen, insbesondere Ambient Assisted Living (AAL), um die Selbstständigkeit älterer Menschen in ihrem gewohnten Wohnumfeld langfristig zu sichern und auf die Herausforderungen des demografischen Wandels sowie den Fachkräftemangel in der Pflege zu reagieren.
- Grundlagen und Abgrenzung von Smart Home und AAL
- Einsatzmöglichkeiten von Assistenzsystemen in der Wohnungswirtschaft
- Bedeutung aktueller Forschungsprojekte und Laborumgebungen
- Anforderungen, Akzeptanzfaktoren und Ängste der Zielgruppe bei der Nutzung
Auszug aus dem Buch
3.2 Forschung und Projekte
Einen wesentlichen Beitrag zur Forschung leistet in Deutschland die sogenannte Laborwohnung BAALL, welche 2009 geschaffen wurde. BAALL steht für Bremen Ambient Assisted Living Lab. Hier wird in einer realistischen Umgebung die Umsetzung der technischen Assistenzsysteme geprüft und die Tauglichkeit näher untersucht. Der Forschungsprozess richtet sich hierbei an vier Säulen aus: So soll eine intuitive Bedienung der Technik möglich sein, die Assistenzprozesse sollen personalisierbar sein, die Gewährleistung von Sicherheit und Datensicherheit sowie die Schaffung von intelligenten Umgebungen (vgl. Etezadzadeh 2020: 672).
So kommt in der Laborwohnung bspw. Mobilitätsassistenz zum Einsatz, welche insbesondere Rollstuhlfahrern zugutekommt. Der mit Sensoren präparierte Rollstuhl erkennt Hindernisse und kann ungewollte Kollisionen verhindern (vgl. Etezadzadeh 2020: 675). Somit findet die 3. Generation des AAL Anwendung, da Prävention von Gefahrensituationen ermöglicht wird (vgl. Blackman et al. 2016).
Natürlich ist die Forschung auch international tätig. Das Projekt CapFloor entwickelte mithilfe von Sensoren im Fußboden ein Sturzerkennungssystem, welches gleichzeitig den genauen Standort der Person auf dem Boden lokalisiert (vgl. Braun et al. 2016: 205). Beispiel für ein weiteres Projekt ist SmartSenior, welches eine große Bandbreite an verschiedenen technischen Assistenzsystemen in Kombination mit entsprechenden Dienstleistungen, zur Verfügung stellen möchte. So sollen komplexe Systeme eingesetzt werden, welche Notfälle automatisch erkennen und weiterleiten. Auch sollen Vitaldaten automatisch durch diese Systeme gemessen werden. Dazu soll eine Kooperation mit Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen eingegangen werden (vgl. Braun et al. 2016: 205f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel und das steigende Bedürfnis nach altersgerechtem Wohnen, um Pflegebedürftigkeit bei gleichzeitigem Personalmangel zu überbrücken.
2. Begriffserklärung Assistenzsysteme: Dieses Kapitel definiert und differenziert technische Assistenzsysteme, wobei der Fokus auf der Vernetzung von Einzeltechniken in Smart Homes sowie spezifisch im Bereich Ambient Assisted Living (AAL) liegt.
3. Wohnungswirtschaftliche Aktivitäten: Hier wird die Rolle der Wohnungswirtschaft bei der Implementierung von AAL-Systemen beschrieben und der Stand von Praxisprojekten sowie Forschungslaboren analysiert.
4. Einschätzung von AAL-Einsatz aus Nutzersicht: Dieser Abschnitt wertet Studien zu Erwartungen, Anforderungen und der Technikakzeptanz bei Senioren aus und beleuchtet die Herausforderungen beim Abbau von Ängsten.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit bestätigt das hohe Potenzial von AAL für die Zukunft und betont die Notwendigkeit, Wohnbestände technisch anzupassen, um die Selbstständigkeit im Alter zu fördern.
Schlüsselwörter
Ambient Assisted Living, AAL, Smart Home, demografischer Wandel, Wohnungswirtschaft, Selbstständigkeit im Alter, Technikakzeptanz, Assistenzsysteme, Sturzerkennung, Monitoringsysteme, Pflegemangel, altersgerechtes Wohnen, Technikkompetenz, Digitalisierung, Prävention
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie technische Unterstützungssysteme in Wohnungen älteren Menschen dabei helfen können, länger selbstständig zu bleiben.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Begriffserläuterung von AAL, der Rolle der Wohnungswirtschaft, dem Stand der Forschung sowie der psychologischen Akzeptanz und den Bedürfnissen der Senior*innen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu klären, inwieweit der Einsatz von Assistenzsystemen in Wohnungen dazu beiträgt, Senior*innen eine langfristige Selbstständigkeit in ihrem eigenen Zuhause zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die auf aktuellen Studien, Forschungsprojekten der Wohnungswirtschaft und demografischen Daten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, eine Untersuchung wohnungswirtschaftlicher Aktivitäten, die Vorstellung von Forschungslaboren sowie eine detaillierte Analyse der Anforderungen und Akzeptanzfaktoren aus Nutzersicht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Kernsachverhalte sind AAL, Wohnungswirtschaft, demografischer Wandel, Technikakzeptanz und die Förderung der Selbstständigkeit im Alter.
Inwiefern unterscheiden sich Smart Home und AAL nach Auffassung der Autorin?
Smart Home wird primär als Feld der Gebäudeautomation für Komfort und Energieeffizienz gesehen, während AAL zielgerichteter auf gesundheitliche und pflegerische Unterstützung durch Vernetzung mit externen Dienstleistern abzielt.
Welche Rolle spielen Ängste bei der Akzeptanz neuer Technologien bei Senioren?
Ängste bezüglich Überwachung, Privatsphäre und technischer Überforderung sind signifikante Akzeptanzhemmer, die jedoch durch empathische Aufklärungsarbeit und intensive Beratung maßgeblich reduziert werden können.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Nutzung von Assistenzsystemen in Wohnungen zur Förderung der Selbstständigkeit im Alter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1356728