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Die Stellung des Todes in Martin Heideggers "Sein und Zeit"

Titel: Die Stellung des Todes in Martin Heideggers "Sein und Zeit"

Examensarbeit , 2010 , 72 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die traditionelle abendländische Philosophie betrachtete den Tod primär in einer abstrakten Weise als eine allgemeine Wesensaussage über den Menschen. Dies verdeutlicht schon der für die Logik typische Obersatz des klassischen Syllogismus, welcher bis in die Antike zurückreicht und wie folgt lautet: ‚Alle Menschen sind sterblich’. Es wird nicht gesagt, dass jeder Einzelne sterblich ist, sondern nur die Gesamtheit. So spricht auch Parmenides häufig vom Menschen als dem Sterblichen wie auch Thales und Anaximander in ihren Äußerungen zum Werden und Vergehen aller Dinge den Tod als abstraktes Phänomen betrachten. Mit der Philosophie des 20. Jahrhunderts bekommt dieses allgemeine Denken über den Tod vor allem bei Heidegger eine neue Richtung . Hier wird der Tod individuell betrachtet. Er gehört zum konkreten Lebensvollzug jedes Individuums. Der Einzelne ist konkret dieses Sterblich-sein in der Weise, dass der Tod jeden Menschen als Einzelnen beansprucht. Diese neue Einsicht beziehungsweise Zugangsweise zum Phänomen des Todes gilt es in der vorliegenden Arbeit nun im Hinblick auf seine Bedeutung für den Menschen und die Frage nach dem Sein- überhaupt zu untersuchen. Dabei soll der Schwerpunkt auf Heideggers Hauptwerk Sein und Zeit liegen. Damit sich die Arbeit hier nicht- wie unzählige andere Arbeiten über das Todesphänomen bei Heidegger- in einer guten Nacherzählung des heideggerschen Todesdenkens erschöpft, sollen auch Aspekte thematisiert werden, die dem Leser unter anderem neue Einblicke in die Todesthematik bieten, welche in Sein und Zeit nicht so ausdrücklich zur Sprache kommen. Vor allem werden hier auch methodische und kritische Überlegungen zu den Äußerungen Heideggers thematisiert. Ferner wird die vorliegende Arbeit zur Erleichterung des Verständnisses die zahlreichen theoretischen Äußerungen Heideggers mit vielen konkreten Beispielen unterlegen. Dabei werden auch Überlegungen zur Stellung des Todes über Sein und Zeit hinaus durch einen Verweis auf spätere Schriften thematisiert werden. Dabei gilt es vor allem zu prüfen, in wieweit das heideggersche Todesdenken über die Kehre hinaus noch als eine einheitliche Linie seines Denkens interpretiert werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Intension des Werkes von „Sein und Zeit“

3 Daseinsanalytik

3.1 Das „In-der-Welt-sein“ als Seinsverfassung des Daseins

3.2 Die Existenzialien des Daseins

3.3 Dasein als Sorge

4 Die Todesthematik

4.1 Die existenziell- ontische Erfassung des Todes

4.2 Vorontologische Überlegungen für eine existenzial-ontologische Analyse des Todes

4.3 Die existenzial-ontologische Bestimmung des Todes

4.3.1 Der Tod als ein Modus der Sorge

4.3.2 Der alltägliche Begriff des Todes

4.3.3 Die Analyse der Gewissheit und der volle existenziale Begriff

4.3.4 Kritische Anmerkungen zum vollen existenzialen Todesbegriff

4.4 Der Tod und das ganze Dasein

4.4.1 Das Eigentliche Sein zum Tode

4.4.2 Die Bedeutung der Freiheit für ein ganzes Dasein

4.4.3 Die Rolle des Gewissens für ein ganzes Dasein

4.4.3.1 Der existenziale Schuldbegriff

4.4.3.2 Das richtige Anrufverstehen

4.4.3.3 Die Entschlossenheit

5 Die Bedeutung der Zeitlichkeit für das ganze Dasein

5.1 Der Vorrang der Zeitlichkeit für die Beantwortung der Seinsfrage

5.2 Die Zeitlichkeit als ontologischer Sinn des Seins zum Ende

6 Die Stellung des Todes in Heideggers gesamten Denken

6.1 Die Interpretation der Kehre

6.2 Die Todesauffassung nach der Kehre

7 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Todes in Heideggers Hauptwerk „Sein und Zeit“, um das Verständnis des Menschen und die grundsätzliche Frage nach dem Sein zu erhellen. Dabei wird analysiert, wie die existenziale Erfassung des Todes als Schlüssel zur Ganzheit des Daseins dient und inwiefern sich dieses Denken durch die sogenannte „Kehre“ in Heideggers späterem Werk weiterentwickelt.

  • Heideggers Hauptwerk „Sein und Zeit“
  • Existenzial-ontologische Bestimmung des Todes
  • Die Konzeption des „Vorlaufens in den Tod“
  • Der Wandel des Todesdenkens im Lichte der „Kehre“
  • Verhältnis von Zeitlichkeit, Dasein und Sein

Auszug aus dem Buch

4.3.1 Der Tod als ein Modus der Sorge

1. Existenzialität: Das Strukturmoment der Existenzialität als ein Sich-vorweg-sein ist im Tode als ein äußerstes Sich-vorweg enthalten. Der Tod ist ein ausgezeichneter Bevorstand und damit die eigenste, unbezügliche, unüberholbare Möglichkeit auf die sich das Dasein entwerfen kann. In seinem eigensten Sein „geht es dem Dasein um sein In- der- Welt- sein schlechthin“, welches in einem ontologischen Sinne nicht durch Andere vertretbar ist (siehe Kap. 4.1). Ferner ist der Tod unbezüglich, da mit ihm dem Dasein die Möglichkeit bevorsteht, nicht mehr zu sein und damit alle Bezüge zu einem anderen möglichen Dasein gelöscht sind. Diese ausgezeichnete Möglichkeit vermag das Dasein nicht zu überholen, denn mit dem Tod wird den Möglichkeiten des Daseins ein Ende gesetzt und damit ist der Tod selbst „ die Möglichkeit der schlechthinnigen Daseinsunmöglichkeit“. Dasein kann nur existieren, solange es den Tod als äußersten Bevorstand (Sich-vorweg) gibt, denn mit dem Tod verliert das Dasein die Bestimmung des Sich-vorweg und damit auch seine Sorgestruktur.

Im Zusammenhang mit der Charakterisierung des Todes als unüberholbar unterstreicht Heidegger, dass seine Darstellung die Frage der Unsterblichkeit beziehungsweise eines Lebens nach dem Tode offen lasse.

„Wenn der Tod als ‚Ende’ des Daseins, das heißt des In- der- Welt-seins bestimmt wird, dann fällt damit keine ontische Entscheidung darüber, ob ‚nach dem Tode’ noch ein anderes, höheres und niedrigeres Sein möglich ist, ob das Dasein ‚fortlebt’ oder gar, sich ‚überdauernd’ ‚unsterblich’ ist“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die traditionelle abendländische Auffassung des Todes ein und setzt sie in Kontrast zu Heideggers Ansatz, der den Tod als individuellen Lebensvollzug betrachtet.

2 Die Intension des Werkes von „Sein und Zeit“: Hier wird thematisiert, wie Heidegger das Dasein als Ausgangspunkt für die Seinsfrage einführt und sich von der traditionellen Ontologie abgrenzt.

3 Daseinsanalytik: Dieses Kapitel arbeitet die grundlegenden Strukturen des menschlichen Seins heraus, insbesondere „In-der-Welt-sein“ und „Sorge“.

4 Die Todesthematik: Zentrum dieser Arbeit ist die existenziale Analyse des Todes, um die Ganzheit des Daseins zu erfassen, wobei Methoden der Erfassung kritisch geprüft werden.

5 Die Bedeutung der Zeitlichkeit für das ganze Dasein: Die Zeitlichkeit wird hier als der ermöglichende Sinn und Grund für die Ganzheit des Daseins und dessen Sein zum Tode identifiziert.

6 Die Stellung des Todes in Heideggers gesamten Denken: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel des Todesverständnisses durch die „Kehre“ und wie der Tod nachfolgend als Lichtungsstätte des Seins fungiert.

7 Resümee: Hier werden die zentralen Thesen zusammengefasst, wobei der Tod als unerlässliches Verbindungsglied zwischen Dasein und Sein bestätigt wird.

Schlüsselwörter

Heidegger, Sein und Zeit, Dasein, Tod, Sorge, Existenzialität, Vorlaufen, Zeitlichkeit, Ganzheit, Eigentlichkeit, Uneigentlichkeit, Gewissen, Schuld, Kehre, Transzendenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit prinzipiell?

Die Arbeit untersucht die philosophische Bedeutung des Todes bei Martin Heidegger, fokussiert auf sein Hauptwerk „Sein und Zeit“.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Themen umfassen die Daseinsanalytik, die existenziale Bestimmung des Todes, die Rolle der Zeitlichkeit und die Entwicklung des Denkens durch die sogenannte „Kehre“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu zeigen, dass die existenzielle Erfassung des Todes notwendig ist, um die Ganzheit des Daseins zu begreifen und letztlich die Frage nach dem Sein überhaupt zu stellen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine phänomenologische Analyse angewandt, die Heideggers Begriffe und Strukturzusammenhänge kontrastierend und kritisch aufbereitet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Daseinsanalytik, der detaillierten Todesthematik (ontisch vs. ontologisch), den Modus des „Vorlaufens in den Tod“ sowie der Bedeutung von Gewissen und Schuld.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?

Dasein, Sorge, Eigentlichkeit, Vorlaufen in den Tod und Zeitlichkeit sind die tragenden Begriffe der Analyse.

Wie unterscheidet Heidegger zwischen „Eigentlichkeit“ und „Uneigentlichkeit“?

Das eigentliche Dasein wählt seine Seinsweise bewusst und eigenständig, während das uneigentliche Dasein in den Gewohnheiten und dem „Man“ der Öffentlichkeit verharrt.

Was hat es mit dem „Vorlaufen in den Tod“ bei Heidegger auf sich?

Es bezeichnet ein verstehendes Aushalten der eigenen Endlichkeit und Unmöglichkeit jeglicher Existenz, ohne den Tod durch eine Verwirklichung (z.B. Selbstmord) zu flüchten oder zu verharmlosen.

Was bedeutet die „Kehre“ für das Todesverständnis des Autors?

Durch die Kehre verschiebt sich die Perspektive: Der Tod wird nicht mehr nur vom Dasein her, sondern primär als eine Stelle betrachtet, an der das Sein in das Seiende einbricht.

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Details

Titel
Die Stellung des Todes in Martin Heideggers "Sein und Zeit"
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
1,5
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
72
Katalognummer
V1357447
ISBN (PDF)
9783346872166
ISBN (Buch)
9783346872173
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stellung todes martin heideggers sein zeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2010, Die Stellung des Todes in Martin Heideggers "Sein und Zeit", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1357447
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  72  Seiten
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