In dieser Arbeit wird spezifisch untersucht, wie und in welchem Umfang sich die Menschen gegen Terrorismus mit einer Versicherung absichern können und ob Terrorismusrisiken überhaupt versicherbar sind.
Der nachfolgende Text gliedert sich neben der Einführung in Kapitel 1 und die Zusammenfassung in Kapitel 5, in drei Hauptkapitel. In Kapitel 2 wird der Versuch einer Definition von dem Begriff Terrorismus nachgegangen und zusätzlich von dem Begriff Terror abgegrenzt. Anschließend wird die Versicherbarkeit von Terrorismusrisiken anhand eines Kriterienkatalogs analysiert und untersucht. Das Angebot für eine Absicherung gegen den Terrorismus wird in Kapitel 3 beleuchtet. Hierbei werden mehrere Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt und jeweils am Ende des Kapitels auf ihre Sinnhaftigkeit und Durchführbarkeit geprüft. Den letzten Teil dieser Arbeit bildet das Kapitel 5. Zusammenfassend werden hier alle Erkenntnisse kurz aufgezeigt und die vorgestellten Lösungsmöglichkeiten kritisch betrachtet.
Vor fast genau 20 Jahren ereignete sich eins der schlimmsten Terrorakte der Geschichte. Am 11. September 2001 kam es zu einem Angriff auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington, mit vielen Toten und Verletzten. Ab diesem Tag an wurde das Thema terroristische Anschläge immer mehr thematisiert. Darauf fanden in den vergangenen Jahren häufiger derartige Terrorakte statt, wie beispielsweise die Bombenexplosionen in den Londoner U-Bahnen im Jahre 2005 und die Terroranschläge 2015 in Paris. Dies soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es solche Angriffe schon vor 2001 gegeben hat und die Menschen viel Leid und Angst erlitten haben. Diese Ereignisse machten jedoch klar, dass im Bereich der Versicherung gegen solche Terrorismusrisiken noch Handlungsbedarf besteht, denn auch die Menschen wollen sich nun gegen solche Angriffe absichern.
Solche terroristischen Akte gab es in der Vergangenheit auch hier in Deutschland. Zum Beispiel ein LKW der 2016 auf einen Berliner Weihnachtsmarkt fuhr und mehrere Menschen tötete. Nun stellt sich für die Menschen die Frage, gibt es eine Versicherung mit der Personen sich und ihre materiellen Sachen gegen Terrorismus absichern können ? Die Angst um die materiellen und finanziellen Folgen nach solch einem Anschlag, könnte durch einen Versicherungsschutz gemindert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Versicherbarkeit von Terrorismus
2.1 Definition und Abgrenzung des Begriffs Terrorismus
2.2 Kriterien der Versicherbarkeit
2.3 Analyse der Kriterien am Beispiel von Terrorismus
3. Marktangebot in Deutschland
3.1 Terrorismusdeckung als Teil der Feuerpolice
3.2 Extremus Versicherungs AG
4. Möglichkeiten einer Versicherungspflicht für Terrorismus
4.1 Möglichkeiten
4.2 Vor- und Nachteile einer Versicherungspflicht
5 Erkenntnisse und Zusammenfassung
Zielsetzung & Forschungsthemen
Diese Arbeit untersucht die grundsätzliche Versicherbarkeit von Terrorismusrisiken in Deutschland und analysiert das bestehende Marktangebot sowie die theoretischen und praktischen Möglichkeiten einer obligatorischen Versicherungspflicht als Reaktion auf die durch Terrorakte verursachten, immensen wirtschaftlichen Schäden.
- Analyse der theoretischen Versicherbarkeit von Terrorismus anhand definierter Kriterien (z. B. Zufälligkeit, Schätzbarkeit).
- Untersuchung des Status quo, insbesondere der Terrorismusdeckung innerhalb der bestehenden Feuerversicherung.
- Bewertung der Rolle der Extremus Versicherungs AG als spezialisierter Anbieter für Terrorrisiken.
- Vergleich verschiedener Modelle einer Versicherungspflicht unter Berücksichtigung ökonomischer Effekte.
- Diskussion zur Notwendigkeit einer global gültigen Definition terroristischer Akte für die Versicherungswirtschaft.
Auszug aus dem Buch
2.2 Kriterien der Versicherbarkeit
Ob ein bestimmtes Risiko versicherbar ist, wird durch einen Kriterienkatalog geprüft. Dabei wird dies auf unterschiedliche Merkmale untersucht. In dieser Arbeit wird der Kriterienkatalog nach Karten für die Untersuchung und Analyse verwendet. Dieser bietet einen entscheidungstheoretischen Ansatz und wird auch häufig in der Literatur bei der Versicherbarkeit eines Risikos angewendet.
Folgende 5 Merkmale muss ein Risiko umfassen, um nach Karten als versicherbar in der Versicherungswirtschaft zu sein: Zufälligkeit, Schätzbarkeit, Unabhängigkeit, Größe, Eindeutigkeit.
Das Kriterium der Zufälligkeit verlangt, dass das auslösende Ereignis des Versicherungsfalls ungewiss ist und zusätzlich nicht von dem Versicherten und anderen Beteiligten beeinflusst werden kann. Das Schadensausmaß und der Zeitpunkt müssen unvorhersehbar sein. Um das moralische Risiko zu senken, muss die Unsicherheit bei beiden Vertragspartnern (Versicherter und Versicherungsgesellschaft) vorhanden, beziehungsweise sehr hoch sein.
Bei der Schätzbarkeit geht es vorallem um die Kenntnis der Eintrittswahrscheinlichkeit, der Versicherungsfälle, der Wahrscheinlichkeitsverteilung und der Versicherungsleistungen. Hierbei wird meist auf ein großes Kollektiv zurück gegriffen um Erfahrungswerte zu ermitteln, die den wahren Wahrscheinlichkeiten so nah kommen wie möglich. Die Schätzbarkeit des Risikos wird in vielen Versicherungsdefinitionen als die Existenz einer Versicherung gesehen.
Das nächste Merkmal ist die Unabhängigkeit. Mit diesem Kriterium soll vermieden werden, dass durch ein Schadenereignis gleich mehrere Versicherungsnehmer oder mehrere versicherte Objekte zum gleichen Zeitpunkt oder nacheinander betroffen sind. Aufgrund dessen müssen die verschiedenen Risiken unabhängig voneinander sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung terroristischer Anschläge und begründet die Relevanz der Untersuchung des Versicherungsbedarfs sowie der Versicherbarkeit solcher Risiken.
2 Versicherbarkeit von Terrorismus: Dieses Kapitel definiert Terrorismus für versicherungstechnische Zwecke und prüft anhand eines Kriterienkatalogs, inwieweit Terrorismusrisiken die notwendigen Voraussetzungen für eine Versicherbarkeit erfüllen.
3. Marktangebot in Deutschland: Es wird analysiert, wie das derzeitige Marktangebot in Deutschland aussieht, wobei der Fokus auf der Deckung durch Feuerpolicen sowie der speziellen Rolle der Extremus Versicherungs AG liegt.
4. Möglichkeiten einer Versicherungspflicht für Terrorismus: Dieser Abschnitt erörtert die verschiedenen Ansätze und Formen einer möglichen Versicherungspflicht sowie deren ökonomische Vor- und Nachteile.
5 Erkenntnisse und Zusammenfassung: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt und die Notwendigkeit einer standardisierten Definition zur Verbesserung zukünftiger Deckungskonzepte betont.
Schlüsselwörter
Terrorismus, Versicherung, Versicherbarkeit, Risiko, Schadenversicherung, Feuerpolice, Extremus, Versicherungspflicht, Terrorismusdeckung, Risikokalkulation, Betriebsunterbrechungsversicherung, Schadenmanagement, Rückversicherung, Katastrophenrisiken, Prämienkalkulation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob Terrorismusrisiken nach versicherungswirtschaftlichen Kriterien versicherbar sind und welche Möglichkeiten bestehen, diese Risiken am deutschen Markt abzusichern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Terrorismus, den Kriterien der Versicherbarkeit, den aktuellen Deckungsmöglichkeiten in Deutschland und der Analyse einer staatlichen oder privaten Versicherungspflicht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu eruieren, in welchem Umfang sich Menschen gegen Terrorismus versichern können und ob das Risiko Terrorismus theoretisch und praktisch als versicherbar eingestuft werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein entscheidungs- und risikotheoretischer Ansatz verfolgt, insbesondere durch die Anwendung eines Kriterienkatalogs nach Karten zur Prüfung der Versicherbarkeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Versicherbarkeit von Terrorismus, beleuchtet das existierende Angebot in Deutschland wie die Feuerversicherung und die Extremus AG sowie die Optionen einer Versicherungspflicht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Terrorismus, Versicherbarkeit, Extremus AG, Feuerversicherung, Versicherungspflicht und Risikokalkulation.
Wie wirkt sich die Einstufung als "unabhängiges Risiko" auf die Terrorismusversicherung aus?
Da Terrorakte meist Kumulrisiken darstellen und somit das Kriterium der Unabhängigkeit verletzen, ist eine klassische Absicherung durch private Versicherer extrem schwierig oder ohne Rückversicherung kaum möglich.
Welche Rolle spielt die Extremus Versicherungs AG?
Die Extremus AG fungiert als spezialisierte Lösung, die in Kooperation mit der Bundesregierung Terrorrisiken abdeckt, die über die Standarddeckung hinausgehen oder das Kapazitätslimit der Erstversicherer übersteigen.
Warum erschwert die fehlende Einheitsdefinition die Versicherung?
Da verschiedene Akteure Terrorismus unterschiedlich definieren, fehlen einheitliche vertragliche Grundlagen, was die Entwicklung von standardisierten und global gültigen Versicherungslösungen derzeit behindert.
Welche Nachteile hat eine Versicherungspflicht?
Zu den genannten Nachteilen gehören mögliche Kosten für die Systemkontrolle, Lobbyismus der Erstversicherer sowie die Herausforderungen bei der Akzeptanz durch die Versicherten.
- Arbeit zitieren
- Paula Jabs (Autor:in), 2021, Versicherung gegen Terrorismus. Eine Untersuchung des Marktangebots in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1357612