Bei dieser Arbeit wird eine Lehrprobe in einer 12. Klasse im Fach Spanisch in einem Gymnasium durchgeführt. Das Thema der Stunde lautet "La cultura española: Resolver problemas interculturales – Schulung der interkulturellen Kompetenz". Die Schüler*innen sind gerade aus den Sommerferien zurück. Aus diesem Grund wird in der ersten Doppelstunde eine langsame Progression vorgenommen und ein Austausch über die Ferien angeregt, welche einige Schüler*innen eventuell in Spanien verbracht haben. Um eine Überleitung vom Urlaub zur Schule zu finden, wird als Thema der ersten Unterrichtsreihe des Schuljahres "La cultura española" gewählt, welche anschließend in die Unterrichtsreihe "eine Reise nach Spanien - Galicie" mündet.
Anhand der Unterrichtsreihe, welche sich über 12 Stunden erstreckt, erlernen die Schüler*innen die Wichtigkeit von interkulturellen Fähigkeiten vor einer Reise in ein spanischsprachiges Land. Dies hat gerade im Zuge der Corona-Lockerungen wieder an Bedeutung gewonnen: Viele Familien und Schüler*innen sind gerade aus einem Urlaub zurück oder planen bereits eine neue Reise. Auch Schüleraustausche werden demnächst wieder möglich sein. Dadurch wird ein Gegenwartsbezug für die Schüler*innen deutlich.
Viele kulturelle Gegebenheiten sind in Lateinamerika sehr ähnlich und können von den Schüler*innen eins zu eins angewandt werden, wodurch die Reichweite der Nutzung ihres Lernzuwachses höher ist. Dies ist besonders für die Lateinamerika-Interessierten der Klasse von Bedeutung. Die Greifbarkeit und Zugänglichkeit der Thematik wird durch den Einsatz von Comics erreicht, da die Comicfiguren durch Mimik, Gestik und Sprache Emotionen abbilden und somit die Problematik von interkulturellen Missverständnissen leichter verständlich macht. Bei der Lehrprobenstunde handelt es sich um eine Anwendungsstunde.
Die Unterrichtsinhalte der vorherigen Stunden werden in einen situativen Kontext eingebettet und es wird überprüft, ob das interkulturelle Wissen der vorherigen Stunden verankert wurde. Die Lehrprobenstunde weist somit eine deutliche Progression im Vergleich zu den vorherigen Stunden auf. Auf dem Weg dahin werden alle fünf Kompetenzen (Schreiben, Sprechen, Hör-Sehverstehen, Hörverstehen, Leseverstehen, Sprachmittlung) geschult.
Inhaltsverzeichnis
1 Bedingungsanalyse
1.1 Lerngruppenspezifische und individuelle Lernvoraussetzungen
1.2 Fachspezifische und stundenrelevante Lernvoraussetzungen
1.3 Organisatorische Voraussetzungen
2 Didaktische methodische Überlegungen und Begründungen
2.1 Stellung der Stunde in der Stoffeinheit
2.2 Kompetenzorientierte Lernziele
2.3 Begründung der methodisch-didaktischen Entscheidungen
3 Anhang
3.1 Unterrichtsreihe
3.2 Tabellarische Stundenplanung
3.3 Kommentierter Sitzplan*
3.4 Unterrichtsmaterialien
3.5 Erwartungshorizont
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Prüfungslehrprobe ist die Schulung der interkulturellen Kompetenz von Schüler*innen der 12. Klasse durch die Analyse und Bearbeitung interkultureller Problemsituationen. Die Lernenden sollen befähigt werden, kulturelle Missverständnisse in einem situativen Kontext zu erkennen, zu analysieren und eigenständig Lösungsansätze zu entwickeln.
- Entwicklung interkultureller kommunikativer Kompetenz
- Förderung der Schreib- und Sprechkompetenz in der Fremdsprache
- Einsatz von Comics zur handlungsorientierten Problemanalyse
- Anwendung des Prinzips "Lernen durch Lehren" (profe por 5 minutos)
- Vorbereitung auf reale Begegnungssituationen und das mündliche Abitur
Auszug aus dem Buch
2.2 Kompetenzorientierte Lernziele
Am Ende der 12. Klasse, sollen die Schüler*innen am Goethegymnasium das Sprachniveau B2, sowie Kenntnisse über die Kultur, Normen / Werte und das soziokulturelle Umfeld Spaniens und anderer spanischsprachiger Länder erlangt haben (Vgl. TMBWK 2011: 70, 81). Insbesondere durch die Globalisierung und die vermehrten Migrationswellen, stellt dies ein unerlässliches Ziel für die Schüler*innen dar. In der Ausbildung, im Studium und auch im Arbeitsfeld ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass man auf interkulturelle Begegnungen trifft. Umso wichtiger ist es für die Schüler*innen interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln. Auch Reimann bezeichnet die interkulturelle kommunikative Kompetenz als den vielleicht wichtigsten Beitrag des Fremdsprachenunterrichts zum übergeordneten Erziehungs- und Bildungsauftrags der Schulen (Vgl. Reimann 2017: 7). Teilkompetenzen der interkulturellen Kompetenz sind die affektive, kognitive, sowie pragmatische Kompetenz. Gemeint sind hiermit Empathie / Toleranz, Landeskundewissen, sowie Problemlösefähigkeiten. Auch das Goethegymnasium Weimar listet in den Grundsätzen des Leitbildes den Aspekt Toleranz als einen der zu erreichenden Fähigkeiten der Schüler*innen auf.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel beschreibt die soziokulturelle Ausgangslage der 12er Lerngruppe, inklusive individueller Lernvoraussetzungen, organisatorischer Gegebenheiten und fachspezifischer Kompetenzstände.
2 Didaktische methodische Überlegungen und Begründungen: Hier werden die Einbettung der Stunde in die Stoffeinheit, die Lernziele sowie die methodischen Entscheidungen, wie der Einsatz von Comics und die Lernform "profe por 5 minutos", theoretisch fundiert begründet.
3 Anhang: Dieser Teil enthält ergänzende Dokumente, darunter die tabellarische Stundenplanung, den Sitzplan, die verwendeten Unterrichtsmaterialien sowie den Erwartungshorizont für die Lehrprobe.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kompetenz, Spanischunterricht, Lernprozess, Schülerorientierung, Sprechkompetenz, Schreibkompetenz, Comics, Problemlösen, Handlungsfähigkeit, Fremdsprachenerwerb, Differenzierung, Abiturvorbereitung, Interkulturelle Kommunikation, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein Entwurf für eine praktische Prüfungslehrprobe im Fach Spanisch, der den Aufbau, die methodische Begründung und die Durchführung einer Unterrichtsstunde zum Thema interkulturelle Kompetenz dokumentiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Förderung interkultureller Sensibilität, der Umgang mit interkulturellen Missverständnissen und die Schulung kommunikativer Fertigkeiten in der spanischen Sprache.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Das Hauptlernziel ist, dass die Schüler*innen Probleme interkultureller Kommunikationssituationen anhand von Comics analysieren und schriftlich sowie mündlich Lösungsvorschläge formulieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es kommt primär die Methode "Lernen durch Lehren", hier als "profe por 5 minutos" bezeichnet, in Kombination mit kooperativen Lernformen wie der Partnerarbeit zum Einsatz.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse interkultureller Konflikte durch die Bearbeitung von Comics, der anschließenden Präsentation der Lösungen durch die Schüler*innen in Lehrerrolle sowie einer abschließenden Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind interkulturelle Kompetenz, Handlungsorientierung, Schülerorientierung, Sprechkompetenz, Comics, Differenzierung und kommunikative Wende.
Wie werden die Schüler*innen in der Stunde differenziert?
Die Differenzierung erfolgt durch die gezielte Paarbildung (Mischung leistungsstarker und leistungsschwächerer Schüler*innen), die Bereitstellung von Redemitteln und Hilfestellungen sowie das Angebot von Zusatzaufgaben für leistungsstärkere Lernende.
Warum wurden Comics als Arbeitsmaterial gewählt?
Comics bieten ein anspruchsvolles Thema in überschaubarer Textmenge, visualisieren Emotionen durch Mimik und Gestik und dienen so als Anlass für sowohl schriftliche als auch mündliche Sprachproduktion.
- Arbeit zitieren
- Sarah Antonia Gallegos García (Autor:in), 2021, Lehrprobe im Fach Spanisch für eine 12. Klasse zum Thema "La cultura española: Resolver problemas interculturales – Schulung der interkulturellen Kompetenz", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1363195