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Psychologie des Gehorsams. Faktoren und Konsequenzen menschlicher Befolgung am Beispiel des Milgram-Experiments

Title: Psychologie des Gehorsams. Faktoren und Konsequenzen menschlicher Befolgung am Beispiel des Milgram-Experiments

Term Paper , 2020 , 21 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Xenia Rosewood (Author)

Psychology - Social Psychology
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Das Ziel dieser Arbeit ist es, das Phänomen des Gehorsams aus sozialpsychologischer Perspektive zu untersuchen und die Faktoren zu ergründen, die die Bereitschaft zum Gehorsam beeinflussen. Es werden Fragen aufgeworfen, wie weit Menschen bereit sind, einer Autorität zu gehorchen, welche Rolle Geschlecht dabei spielt und warum Gehorsam eine starke Anlage im Menschen ist. Des Weiteren wird untersucht, warum Menschen gegen ihre moralischen Prinzipien verstoßen können, wenn es ihnen von einer Autorität befohlen wird, und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.

Gehorsam spielt eine bedeutende Rolle in der Sozialpsychologie und betrifft unser alltägliches Verhalten und den Umgang mit anderen Menschen. Wir sind gewohnt, Autoritäten wie Polizei, Eltern oder Lehrkräften zu gehorchen. Doch Gehorsam kann auch dramatische Folgen haben, wie Kriege und Völkermorde verdeutlichen. Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Phänomen des Gehorsams gegenüber Autoritäten von Forschern untersucht. Wie weit würde ein Mensch gehen, um einer Autorität zu gehorchen? Welche Faktoren beeinflussen die Bereitschaft zum Gehorsam? Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede? Warum ist Gehorsam eine so starke Anlage im Menschen? Wie kann es sein, dass Menschen ihre moralischen Prinzipien verletzen und einer hilflosen Person Schmerzen zufügen, nur weil es ihnen von einer Autorität befohlen wird?

Der Psychologe Stanley Milgram führte in den 1960er Jahren ein Experiment durch, das erschreckenderweise zeigte, dass etwa drei Viertel der Durchschnittsbevölkerung unter dem Einfluss einer pseudowissenschaftlichen Autorität bereit waren, einem ihnen unbekannten Menschen bedingungslosen Schaden zuzufügen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Milgram-Experiment

1.1 Stanley Milgram

1.2 Geschichte und Überblick des Experiments

1.3 Ablauf des Original-Experiments

1.4 Variationen des Experiments

Nähe des Opfers

Autorität des Versuchsleiters

Präsenz des Versuchsleiters

Differenzierung nach Geschlecht

Eingeschränkte Verpflichtung des Opfers

1.5 Reaktion der Versuchspersonen

1.6 Psychologische und soziologische Erklärungsversuche

1.6.1 Gehorsam und der Agens-Zustand

1.6.2 Persönlichkeitsmerkmale und Gehorsam

1.6.3 Gehorsam und soziale Intelligenz

2. Kritik

2.1 Methodische Kritik

2.2 Generalisierbarkeit der Ergebnisse

2.2.1 Labor vs. Alltagssituation

2.2.2 Simulation von Verhalten in Gesellschaften oder Organisationen

2.2.3 Übertragbarkeit auf den Nationalsozialismus

3. Das ethische Problem des Milgram-Experiments

3.1 Ethische Legitimität

4. Autorität und Gehorsam in Unternehmen

5. Maßnahmen, mit denen man Fehlentwicklungen vorbeugen könnte

5.1 Coachender Führungsstil

5.2 Situativer Führungsstil

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Milgram-Experiment hinsichtlich der Gehorsamsbereitschaft von Versuchspersonen gegenüber Autoritäten und analysiert, inwiefern dieses psychologische Phänomen auch auf die moderne Unternehmensführung übertragbar ist, um Fehlentwicklungen durch alternative Führungsstile zu vermeiden.

  • Stanley Milgram und die historischen Grundlagen des Experiments
  • Psychologische Erklärungsmodelle wie der Agens-Zustand
  • Methodische und ethische Kritik an der sozialpsychologischen Forschung
  • Übertragbarkeit von Gehorsamsstrukturen auf die Arbeitswelt
  • Förderung einer offenen Führungskultur durch coachende und situative Ansätze

Auszug aus dem Buch

1.3 Ablauf des Original-Experiments

Der ganze Ablauf des Experiments wurde wie ein Theaterstück inszeniert, bei dem alle außer dem Probanden eingeweiht waren. Die Probanden wurden aus den 300 000 Personen der Gemeinde aus New Haven rekrutiert. Obwohl das Experiment in einem Labor der Yale-Universität durchgeführt wurde, hätte ausschließlich Yale-Studenten zu wählen, eine zu homogene Gruppe ergeben und es hätte eine zu große Gefahr des Austausches über das Experiment, innerhalb der Studenten, bestanden.

Das Original-Experiment lief wie folgt ab: Eine Versuchsperson und ein Schauspieler (welcher sich ebenfalls als Versuchsperson ausgab) wurden gebeten an einem vermeintlichen Experiment zur Untersuchung des Zusammenhangs von Bestrafung und Lernerfolg teilzunehmen. Der Versuchsleiter (als „V“ in Abbildung 4 gekennzeichnet) bestimmte, den Schauspieler als „Schüler“ und die tatsächliche Versuchsperson als „Lehrer“ („L“ in Abbildung 4) per vermeintlicher Auslosung. Der Schauspieler (der Schüler) wurde an einen angeblichen elektrischen Stuhl befestigt. Unter den 30 Schaltern des Schockgenerators befinden sich Aufschriften, die von „leichtem Schock“ bis zu „bedrohlichem Schock“ reichen.

Der Versuch bestand darin, dass der „Lehrer“ dem „Schüler“ bei Fehlern in der Zusammensetzung von Wortpaaren (dies diente nur als Vorwand) einen elektrischen Schlag versetzen sollte. Bei jedem Fehler wurde die Spannung um 15 Volt erhöht. Was die Versuchsperson allerdings nichts wusste ist, dass der Schauspieler in Wirklichkeit keine elektrischen Schläge erhielt, sondern nach einem vorher besprochenen Schema handelte. Bei 150 Volt beispielsweise verlangte er, von dem Stuhl losgemacht zu werden, von dem Schüler, da die Schmerzen zu intensiv wären. Der Versuchsleiter hingegen forderte, dass das Experiment zum Nutzen der Wissenschaft weitergeführt werden müsse.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema Gehorsam sowie Erläuterung der Motivation zur Untersuchung des Milgram-Experiments.

1. Das Milgram-Experiment: Detaillierte Beschreibung der Entstehungsgeschichte, des Versuchsaufbaus und verschiedener experimenteller Variationen.

2. Kritik: Auseinandersetzung mit methodischen Schwächen des Versuchsaufbaus sowie der wissenschaftlichen Generalisierbarkeit der daraus resultierenden Ergebnisse.

3. Das ethische Problem des Milgram-Experiments: Kritische Reflexion über die psychische Belastung der Probanden und die daraus resultierenden ethischen Richtlinien für die Forschung.

4. Autorität und Gehorsam in Unternehmen: Analyse von hierarchischen Strukturen in der heutigen Arbeitswelt und deren Auswirkung auf die Mitarbeitermotivation.

5. Maßnahmen, mit denen man Fehlentwicklungen vorbeugen könnte: Vorstellung zeitgemäßer Führungsmodelle wie Coaching und situative Führung als Alternative zu autoritärem Gehorsam.

Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Erkenntnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit einer moralisch differenzierten Führungskultur in Unternehmen.

Schlüsselwörter

Gehorsam, Stanley Milgram, Sozialpsychologie, Autorität, Agens-Zustand, Unternehmenskultur, Führung, Coachender Führungsstil, Situative Führung, Ethik, Experimente, Hierarchie, Konformität, Psychische Belastung, Fehlentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die grundlegenden sozialpsychologischen Experimente von Stanley Milgram zum Thema Gehorsam gegenüber Autoritäten und hinterfragt deren Bedeutung sowie Übertragbarkeit in den modernen beruflichen Kontext.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Arbeit?

Im Zentrum stehen die Durchführung und Ergebnisse der Milgram-Experimente, die methodische und ethische Kritik daran sowie die Anwendung dieser Erkenntnisse auf Führungsstrukturen in Unternehmen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, unter welchen Bedingungen sich Gehorsam einstellt, und zu klären, ob autoritäre Führungsstile in Unternehmen gegenüber moderneren, coachenden Ansätzen obsolet geworden sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Studien, Replikationen der Milgram-Experimente und Untersuchungen zum Führungsverhalten in der Unternehmenspraxis.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Milgram-Experiments, die kritische Auseinandersetzung mit der Methodik und Ethik, sowie eine Analyse von Gehorsam in Unternehmenshierarchien und konkrete alternative Maßnahmen für Führungskräfte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die Kernbegriffe sind Gehorsam, Milgram-Experiment, Agens-Zustand, autoritäre Führung, coachender Führungsstil und ethische Verantwortung.

Wie erklärt Milgram den Gehorsam der Versuchspersonen?

Er führt den Gehorsam auf den sogenannten „Agens-Zustand“ zurück, in dem der Einzelne sich nicht mehr als eigenverantwortlich handelt, sondern als ausführendes Instrument einer übergeordneten Autorität definiert.

Warum wird der autoritäre Führungsstil heute kritisiert?

Nach Ansicht der Autorin hemmt blindes Gehorchen das Mitdenken des Personals, wirkt demotivierend und steht im Widerspruch zu einer modernen, leistungsorientierten und individualistischen Gesellschaft.

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Details

Title
Psychologie des Gehorsams. Faktoren und Konsequenzen menschlicher Befolgung am Beispiel des Milgram-Experiments
College
SRH - Mobile University
Grade
2,3
Author
Xenia Rosewood (Author)
Publication Year
2020
Pages
21
Catalog Number
V1363846
ISBN (eBook)
9783346888914
ISBN (Book)
9783346888921
Language
German
Tags
psychologie gehorsams faktoren konsequenzen befolgung beispiel milgram-experiments
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Xenia Rosewood (Author), 2020, Psychologie des Gehorsams. Faktoren und Konsequenzen menschlicher Befolgung am Beispiel des Milgram-Experiments, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1363846
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