Ziel der Arbeit ist darzustellen, wie ein positives und gelungenes Stellungsausschreiben aussehen und welche gesetzliche Aspekte aus dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzt berücksichtigt werden müssen.
Im Modul Arbeits- und Personalrecht für soziale Einrichtungen wurde als Arbeitsnachweis von der Verfasserin eine Hausarbeit geschrieben. Dieses Thema ist in der Arbeitswelt von wichtiger Bedeutung, da es zeitlich stets relevant ist, egal ob heute oder in zehn Jahren. Betriebe, Unternehmen und Einrichtungen müssen für ihre Produktentwicklung oder Dienstleitungen kompetente, qualifiziertes und erfahrene Mitarbeiter:innen angestellt haben. Doch um diese Mitarbeiter:innen anzuwerben und für die Firma zu begeistern, muss sich der Arbeitgeber zunächst aktiv auf die Suche machen und offene Stellen öffentlich ausschreiben. Doch wie soll solch eine Ausschreibung aussehen? Was sollte unbedingt in die Anzeige hinein, was sollte lieber im persönlichen Austausch geklärt werden?
Der Aufbau der Hausarbeit gestaltet sich in 5 großen Kapiteln. Nach der Einleitung in das Thema der Hausarbeit erfolgt zuallererst der Punkt des Prozesses einer Stellenbesetzung. Hierbei wird der ungefähre Ablauf einer Stellenbesetzung beschrieben. Im Anschluss darauf wird spezifischer auf die Stellungsausschreibung und den Vorstellungsgespräch eingegangen. Anschließend geht es um das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetzt. Hier werden Einblicke in verschiedenen Paragrafen und theoretische Hintergründe, sowie dessen praktischen Bezug auf Stellenausschreibungen wiedergegeben. Daraufhin folgt ein exemplarischer Vergleich von zwei frei ausgewählten Stellenausschreibungen. Diese werden mit den aktuellen Paragrafen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und weiteren Aspekten verglichen, analysiert und von der Verfasserin der Arbeit interpretiert. Die Arbeit wird durch ein abschließendes Fazit beendet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Prozess einer Stellenbesetzung
2.1. Stellenausschreibungen
2.2. Vorstellungsgespräche
3. Allgemeines Gleichhandlungsgesetz
3.1. Theoretischer Hintergrund
3.2. Bezug auf Stellenausschreibungen
4. Beispielhafte Stellenausschreibungen aus dem Frühjahr 2023
4.1. Stellenausschreibung 1: staatliche Anerkannte Heilpädagog*in (w/m/d) in Teilzeit für die Stütz- und Förderklassen an der Rupert-Egenberg-Schule in Unterschleißheim gesucht
4.2. Stellungsausschreibung 2: Erzieher/in / Päd. Fachkraft w/m/d (40%-60%)
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Gestaltung rechtssicherer und ansprechender Stellenausschreibungen im sozialen Bereich unter besonderer Berücksichtigung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). Ziel ist es, den Einstellungsrelevanten Prozess zu durchleuchten und aufzuzeigen, wie Arbeitgeber durch eine gesetzeskonforme Ausschreibung Diskriminierungen vermeiden und qualifiziertes Personal für ihre Einrichtung gewinnen können.
- Prozessablauf einer professionellen Stellenbesetzung
- Rechtliche Rahmenbedingungen durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
- Analyse und Interpretation beispielhafter Stellenausschreibungen
- Vermeidung von Diskriminierungspotenzialen in Stellenanzeigen
- Bedeutung von Vorstellungsgesprächen im Personalwahlprozess
Auszug aus dem Buch
3.2. Bezug auf Stellenausschreibungen
Bei einer Stellenausschreibung muss der Arbeitgeber gesetzliche Vorgaben berücksichtigen. Diese beinhaltet nach § 11 AGG, dass alle Ausschreibungen und dessen Arbeitsplätze, unabhängig davon, ob öffentlich oder innerbetrieblich, geschlechtsneutral ausgeschrieben werden. (Wisskirchen, 2021, S.93). Gleichzeitig nach § 11 AGG darf ein Arbeitsplatz nicht unter Verstoß von Personen nach § 7 Abs. 1 AGG ausgeschrieben werden und verpflichtet somit, ein benachteiligungsfreies Stellenausschreiben zu veröffentlichen (Wolters Kulwer Deutschland GmbH, n.D.b).
Formulierungen wie z.B. „Wir bieten ein junges Team“ oder „Sie sind flexibel und belastbar?“ sollten ebenfalls vermieden werden, da sie ein Hinweis zur Diskriminierung des Alters oder wegen Behinderung der Mitarbeiter:innen darstellen können (Wisskirchen, 2021, S. 94). Der Gesetzgeber hat unter § 8 Abs. 1 AGG sachliche Gründe genannt, die einige Diskriminierungstatbestände und unterschiedliche Behandlungen nur durch berufliche Anforderungen rechtfertigen. Dies muss in der Formulierung der Stellenausschreibung berücksichtigt werden, beispielsweise „Für den Lieferdienst unserer Speisen wird ein Führerschein benötigt“.
In Stellenanzeigen sollte nicht nach Bewerbungsfotos gefragt werden. Durch das Bewerbungsfoto könnten verschiedene Diskriminierungsmerkmale sichtbar werden (Wisskirchen, 2021, S.93-98). Hat der Betrieb i.d.R. mehr als zwanzig Angestellte, muss der gewählte Betriebsrat nach § 99, Abs. 1 BetrVG vor jeder Einstellung, Eingruppierung, Umgruppierung oder Versetzung in Kenntnis gesetzt werden (Wisskirchen, 2021, S.102). Besteht der Betriebsrat allerdings darauf, dass die besagte Stelle zunächst intern ausgeschrieben und möglicherweise von bereits angestelltem Personal besetzt wird, z.B. durch eine Umgruppierung eines Mitarbeiter:in, muss der Arbeitsgeber verpflichtet dieser Bitte nachgehen.
Weitere Paragrafen und Aspekte, die für eine Stellenausschreibung aus dem AGG berücksichtigt werden müssen, sind im obigen Kapitel 3.1 niedergeschrieben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Verfasserin erläutert die Relevanz der Hausarbeit im Rahmen des Moduls Arbeits- und Personalrecht und definiert das Ziel, gelungene Stellenausschreibungen unter AGG-Konformität darzustellen.
2. Prozess einer Stellenbesetzung: Dieses Kapitel beschreibt systematisch die sieben Phasen der Personalauswahl, von der Stellenausschreibung bis hin zur finalen Entscheidung für einen Bewerber.
3. Allgemeines Gleichhandlungsgesetz: Hier erfolgt eine theoretische Einführung in das AGG sowie die detaillierte Darstellung dessen praktischen Bezugs auf die Erstellung von Stellenausschreibungen.
4. Beispielhafte Stellenausschreibungen aus dem Frühjahr 2023: Zwei reale Stellenausschreibungen aus dem sozialen Bereich werden kritisch analysiert und hinsichtlich ihrer rechtlichen Umsetzung bewertet.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass ein systematischer Einstellungsprozess unter Einhaltung des AGG essenziell für Arbeitgeber ist, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden und erfolgreich Personal zu gewinnen.
Schlüsselwörter
Stellenausschreibung, Arbeitsrecht, Personalrecht, Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz, AGG, Personalauswahl, Diskriminierungsverbot, Vorstellungsgespräch, soziale Einrichtungen, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Bewerbungsprozess, Rechtsgrundlagen, Integration, Fachpersonal
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den rechtlichen und formalen Anforderungen an eine Stellenausschreibung, insbesondere im Kontext sozialer Einrichtungen und unter strikter Einhaltung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind der strukturierte Prozess einer Stellenbesetzung, die verschiedenen Paragrafen des AGG und deren Anwendung in der Praxis sowie der Vergleich beispielhafter Stellenausschreibungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie ein positives, gelungenes Stellenausschreiben gestaltet sein muss und welche gesetzlichen Aspekte zwingend zu berücksichtigen sind, um Diskriminierung zu vermeiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung sowie eine exemplarische Inhaltsanalyse von zwei ausgewählten Stellenausschreibungen zur praktischen Veranschaulichung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Ablauf einer Stellenbesetzung dargelegt, die rechtlichen Rahmenbedingungen des AGG expliziert und zwei konkrete Fallbeispiele auf ihre Rechtskonformität hin analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Stellenausschreibung, Personalrecht, AGG, Diskriminierungsverbot, Personalauswahl und soziale Einrichtungen sind die prägenden Begriffe.
Warum spielt das AGG eine so tragende Rolle bei der Analyse?
Das AGG ist essenziell, da Arbeitgeber bei Verstößen gegen Benachteiligungsverbote mit rechtlichen Konsequenzen, wie etwa Entschädigungszahlungen, rechnen müssen.
Welche Empfehlung spricht die Verfasserin für die Gestaltung von Stellenanzeigen aus?
Es wird empfohlen, eine geschlechtsneutrale Sprache zu wählen, keine diskriminierenden Anforderungen (wie Bewerbungsfotos oder altersbezogene Formulierungen) zu stellen und den Prozess transparent zu gestalten.
- Quote paper
- Lisa Schwär (Author), 2023, Arbeits- und Personalrecht. Begründung von Arbeitsverhältnissen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1365240