Diese Arbeit setzt sich mit aufklärerischen Motiven bei Goethe auseinander. Genauer soll das Werk "Iphigenie auf Tauris" in Hinblick auf die Wahrheit und Humanität betrachtet werden. Doch entspricht das Werk den aufklärerischen Motiven? Und wie werden diese Motive im Werk umgesetzt? Um sich diese Fragen zu erschließen, wird zuerst eruiert, welche Motive unter Philosophen und Dichtern der Aufklärung zuzuschreiben sind. Daraufhin wird im folgenden Kapitel Iphigenie auf Tauris von Goethe betrachtet. Im Anschluss werden verschiedene Konzepte, wie das Humanitätsideal und die Wahrheit im Werk analysiert, um schließlich im letzten Kapitel einen Bezug zwischen der Aufklärung und Iphigenie auf Tauris untersuchen zu können.
Bereits seit Jahrhunderten wurden philosophische Fragen nach der Vernunft und Wahrheit eruiert. Die Bedeutung dieser Motive in der Literatur als auch im Leben der Menschen ist somit ein zeitloses Thema, welches die Aufmerksamkeit von Dichtern und Philosophen auf sich zieht. Auch Goethe setzte sich mit Schlüsselbegriffen wie Aufrichtigkeit, Wahrheit und Wahrscheinlichkeit in Werken auseinander. So lassen sich bei ihm allgemein zwei verschiedene Richtungen ausmachen. Zum einen gibt es das Modell, bei dem das lyrische Sprechen oder auch die Hauptfigur transparent ihre Gefühle nach außen transportiert und auf der anderen Seite die Probleme und Grenzen, die die Aufrichtigkeit mit sich zieht. Daher wird deutlich, dass sich Goethe über die Zeit hinweg mit unterschiedlichen Motiven beschäftigt und sich diesen auch auf verschiedene Weisen genähert hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Aufklärung
2.1. Die Ethik der Aufklärung
2.2. Das Humanitätsideal der Aufklärung
2.3. Wahrheit und Vernunft in der Aufklärung
3. Goethes „Iphigenie auf Tauris“
3.1. Goethes Iphigenie auf Tauris im Vergleich zu Euripedes
3.2. Die tugendhafte Ethik in Iphigenie auf Tauris
3.3. Das Humanitätsideal in Iphigenie auf Tauris
4. Die Wahrheit in Iphigenie auf Tauris
5. Die Konfrontation des Ideals mit der Wahrheit in Iphigenie auf Tauris
6. Iphigenie auf Tauris und die Ethik der Aufklärung
7. Fazit
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Drama „Iphigenie auf Tauris“ von Johann Wolfgang von Goethe im Kontext aufklärerischer Motive. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie die Ideale der Humanität und der Wahrheit im Werk verarbeitet werden und inwieweit die Hauptfigur Iphigenie diesen ethischen Ansprüchen gerecht wird.
- Die theoretischen Grundlagen der Aufklärung (Ethik, Humanität, Wahrheit)
- Der Vergleich von Goethes Werk mit der antiken Vorlage des Euripedes
- Die Analyse der tugendhaften Ethik der Protagonistin
- Das Spannungsfeld zwischen idealistischem Anspruch und der Realität
- Die Bedeutung von Wahrheit und Aufrichtigkeit im aufklärerischen Kontext
Auszug aus dem Buch
3.1. Goethes Iphigenie auf Tauris im Vergleich zu Euripedes
Goethe beschäftigt sich von seiner Jugend an mit einem der größten Vertreter der griechischen Tragödie, Euripedes (um 480-406 v. Chr.). Dabei bestreitet er beispielsweise mehrfach die Behauptung über den Zerfall des griechischen Dramas bei ihm und die Herabsetzung Euripedes.
Bezogen auf den inhaltlichen Aufbau hat sich Goethe an Euripedes Iphigenie im Taurerland orientiert. Dieses wurde 412 v. Chr. in Athen inszeniert und befasst sich mit der Schlussisode der griechischen Tantalidensage. In dieser Sage findet man mehrfach Betrug, falsche Spiele und Gewalttaten innerhalb der Familie, welche ebenfalls bei Goethe in den Auftritten I, 3, II, 2 und III, 1 behandelt werden. Goethes Iphigenie auf Tauris basiert auf demselben Mythos wie Iphigenie auf Taurerland von Euripedes. Beide Werken stützen sich auf die gleiche Fabel und geben „denselben Archetypen menschlicher Haltung und Erfahrung Gestalt“ wieder. Darüber hinaus bezog Goethe jedoch auch neuere Traditionen beim Verfassen seines Werkes mit ein und vervollständigte es mit eigenen Impulsen. So findet man in seiner Version des Stoffes um den Sagenkreis um Iphigenie die „grundlegende Entwicklung der ethischen Seite des Problems, worin jeder seiner Charaktere eingeschlossen ist“.
Trotz Motivanreicherungen, welche er unter anderem aus dem französischen Drama bezieht, gibt es nur wenige Abweichungen gegenüber der Vorlage von Euripedes. Dabei entdeckt man in der Version von Goethe keinen Chor und somit wird auch die Öffentlichkeit ausgeschlossen, was eine intimere Stimmung erzeugt. Bei Euripedes wird eine Humanisierung des Gottesbildes angedeutet, welche bis zur Emanzipation der Menschen aus religiösen Gründen reicht. So wird eine blinde Unterwerfung durch die Willkür der Götter hier abgelöst durch die Motive der Wahrheit und Humanität.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die philosophischen Fragestellungen der Aufklärung zu Vernunft und Wahrheit ein und stellt Goethe sowie seine Auseinandersetzung mit diesen Themen vor.
2. Die Aufklärung: Es erfolgt eine historische Einordnung der Epoche sowie eine Erläuterung der zugehörigen ethischen Grundlagen und des Humanitätsideals.
3. Goethes „Iphigenie auf Tauris“: Dieser Abschnitt beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Dramas, vergleicht sie mit der Vorlage des Euripedes und analysiert das Humanitätsmodell sowie das ethische Verhalten im Werk.
4. Die Wahrheit in Iphigenie auf Tauris: Hier wird untersucht, wie Wahrheit im Drama als Motiv verwendet wird, sowohl als Mittel der Täuschung als auch als ethischer Anspruch.
5. Die Konfrontation des Ideals mit der Wahrheit in Iphigenie auf Tauris: Das Kapitel analysiert den Konflikt zwischen den aufgestellten Idealen und den faktischen Handlungen der Charaktere, insbesondere Iphigenies.
6. Iphigenie auf Tauris und die Ethik der Aufklärung: Es wird die Verbindung zwischen der Protagonistin und den aufklärerischen Vorstellungen zur Mündigkeit sowie der Ablehnung religiöser Fremdbestimmung hergestellt.
7. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Goethe mit seiner Iphigenie erfolgreich ein Idealbild der Humanität und Wahrheit konturiert hat, das dialektisch zwischen Utopie und Realität vermittelt.
8. Literaturverzeichnis: Hier werden alle verwendeten Primär- und Sekundärquellen der Hausarbeit aufgeführt.
Schlüsselwörter
Aufklärung, Humanitätsideal, Wahrheit, Iphigenie auf Tauris, Johann Wolfgang von Goethe, Ethik, Vernunft, Euripedes, Mündigkeit, Aufrichtigkeit, Tantalidensage, Autonomie, Tugend, Moral, Literaturanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Drama „Iphigenie auf Tauris“ von Goethe unter dem besonderen Aspekt aufklärerischer Ideale wie Wahrheit und Humanität.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?
Im Zentrum stehen die aufklärerische Ethik, das Ideal der Humanität, die Bedeutung der Wahrheit im zwischenmenschlichen Handeln sowie die literarische Adaption antiker Sagenstoffe durch Goethe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Goethe aufklärerische Motive in seinem Werk umsetzt und ob die Figuren des Dramas diesen Idealen entsprechen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse und Interpretation des Textes unter Einbeziehung philosophischer Konzepte der Aufklärung sowie einen historischen Vergleich mit der antiken Vorlage des Euripedes.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Epoche, eine tiefgehende Untersuchung der Protagonistin Iphigenie, den Vergleich mit der Euripedes-Vorlage sowie die Auseinandersetzung mit der Rolle der Wahrheit und der Konfrontation von Ideal und Realität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Aufklärung, Humanitätsideal, Wahrheit, Ethik, Vernunft und autonomes Handeln.
Inwieweit spielt der antike Tantaliden-Mythos für die Argumentation eine Rolle?
Der Mythos dient als Grundlage für den Vergleich zwischen Euripedes und Goethe; während das antike Drama von Gewalt und Betrug geprägt ist, transformiert Goethe den Stoff im Sinne aufklärerischer Humanität und ethischer Reife.
Wie bewertet der Autor das Verhältnis von Iphigenie und Pylades?
Der Autor stellt beide als gegensätzliche Charaktere dar: Während Iphigenie für Wahrheit und Integrität steht, nutzt Pylades die Wahrheit instrumentell und taktisch, was ihn zum Antagonisten des reinen Humanitätsideals macht.
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- Anonym (Autor), 2022, Aufklärerische Motive bei Goethe. Die Wahrheit und Humanität bei "Iphigenie auf Tauris", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1366408