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Problematik der Übertragung von Informationen und der Manipulierbarkeit von Verhalten anhand unterschiedlicher kommunikationtheoretischer Ansätze

Title: Problematik der Übertragung von Informationen und der Manipulierbarkeit von Verhalten anhand unterschiedlicher kommunikationtheoretischer Ansätze

Term Paper , 2003 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Thomas Willms (Author)

Communications - Mass Media
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Kommunikation ist doch ein merkwürdiges Phänomen. Wir haben Tag für Tag mit ihr zu tun, dennoch ist sie für uns eher etwas belangloses, etwas Alltägliches eben. Sehen wir uns beispielsweise zwei Definitionen des Begriffes „Kommunikation“ an, so wird diese Aussage untermauert.
Kommunikation, [lat.] die; -, -en: 1. (ohne Plural) Verständigung untereinander, Umgang, Verkehr; Verbindung, Zusammenhang
Kommunikation, die; -,-en, Informationsaustausch zwischen Sender und Empfänger; Gespräch, Verständigung, Umgang miteinander; Verbindung, Zusammenhang
Das Wesen der Kommunikation dürfen wir jedoch nicht unterschätzen. Ohne sie wäre der Mensch als solches ein nichts. Kommunikation findet zu jeder Zeit, an jedem Ort und in jeder Situation statt, z.B. beim Autofahren, beim Schlafen, beim Essen, beim sexuellen Akt, etc. Kommunikation ist allgegenwärtig und einer der wesentlichen Bestandteile des Lebens. Wenn wir uns nochmals die genannten lapidaren Begriffsdefinitionen ansehen, so kommt es jemandem als Betrachter nicht in den Sinn, dass beispielsweise der Austausch von Informationen zwischen Herz und Gehirn oder Sehnerv und Sehzentrum bzw. das Lesen eines Richtungsanzeigers auf der Autobahn in irgendeiner Weise etwas mit Kommunikation zu tun haben könnte. Allerdings muss man sagen, dass genau dies das Wesen der Kommunikation ist. Es ist nicht nur das Übertragen von zusammengesetzten Buchstaben, sondern es ist die Verbindung zwischen Sender und Empfänger, die Codierung und das Senden einer Nachricht, der Empfang und die Entschlüsselung jener und vor allen Dingen ist es das Erkennen, das Verstehen der Botschaft als solche und die Reaktion darauf.
So banal es klingen mag, Kommunikation wird heutzutage wichtiger denn je, dennoch wird sie für den einzelnen in der Masse immer unbedeutender.


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Auswahl von kommunikationstheoretischen Ansätzen

2.1. Biologischer Ansatz I

Humberto R. Maturana, Francisco J. Varela: „Der Baum der Erkenntnis. Die biologischen Wurzeln des menschlichen Erkennens“

2.2. Systemtheoretischer Ansatz

Niklas Luhmann: „Soziale Systeme, Kommunikation und Handlung“

2.3. Anthropologischer Ansatz

Paul Watzlawick: „Menschliche Kommunikation“

3. Problematik bei der Übertragung von Informationen

4. Manipulationspotential des Kommunikationsphänomens

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Problematik der Informationsübertragung sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Verhaltensmanipulation durch verschiedene kommunikationstheoretische Ansätze. Dabei wird analysiert, inwieweit Kommunikation als gezieltes Instrument zur Steuerung von Kommunikationspartnern eingesetzt werden kann oder ob systemtheoretische und biologische Schranken eine direkte Manipulation verhindern.

  • Biologische Grundlagen der Erkenntnis und Kommunikation nach Maturana und Varela
  • Systemtheoretische Betrachtung von Kommunikation als selektiver Prozess nach Luhmann
  • Pragmatische Axiome der menschlichen Kommunikation nach Watzlawick
  • Herausforderungen und Missverständnisse bei der Informationsübertragung
  • Analyse des Manipulationspotentials in der Kommunikation

Auszug aus dem Buch

2.2. Systemtheoretischer Ansatz: Niklas Luhmann

Für den Soziologen Niklas Luhmann bedeutet Kommunikation, dass es immer ein selektives Geschehen eines selbstreferentiellen Systems ist und dass es keine andere Wahl als das Wählen zulässt. Kommunikation und Handeln sind eines. Sie lassen sich nicht trennen, sondern lediglich unterscheiden. Kommunikation ist ein völlig eigenständiger, autonomer, operativ geschlossener Vorgang, welcher den Prozess der Selektion beinhaltet. Kommunikation wird durch sprachgesteuerte Handlungsprogramme, so genannte Themen, gesteuert.

Am Kommunikationsprozess nehmen die elementaren Einheiten ALTER = Mitteilender und EGO = Adressat teil. Die Information, die gesendet werde soll, wird aus einem Pool von Möglichkeiten ausgewählt, wobei selektiert wird, nachdem was schon gewusst und was benötigt wird, um weiter zu kommen, sozusagen zum Lernen (vgl. 2.1). Nach dieser Selektion erfolgt die Wahl des Mitteilungsverhaltens, entweder aktives Tun oder die Unterlassung. Es wird gezielt ausgewählt, welches Verhalten am ehesten die Zielvorstellung erreicht. Kommunikation erfolg nur dann, wenn die Differenz zwischen Information und Mitteilung beobachtet, zugemutet, verstanden und mit der Wahl eines Anschlussverhaltens endet bzw. weitergeführt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Komplexität des Phänomens Kommunikation ein und umreißt die Relevanz der Untersuchung sowie die theoretische Auswahl der Ansätze.

2. Auswahl von kommunikationstheoretischen Ansätzen: Dieses Kapitel expliziert drei zentrale theoretische Perspektiven (Biologie, Systemtheorie, Anthropologie) zur Erklärung menschlicher Kommunikationsprozesse.

3. Problematik bei der Übertragung von Informationen: Hier werden Hindernisse wie unterschiedliche Wertehorizonte, Codierungsfehler und kulturelle Einflüsse thematisiert, die einen reibungslosen Informationsfluss stören können.

4. Manipulationspotential des Kommunikationsphänomens: Der abschließende Hauptteil untersucht kritisch, ob und wie Kommunikation zur Manipulation eingesetzt werden kann, wobei die Grenzen der Beeinflussung des Kommunikationspartners beleuchtet werden.

Schlüsselwörter

Kommunikation, Systemtheorie, Informationsübertragung, Verhaltensmanipulation, Niklas Luhmann, Paul Watzlawick, Maturana, Varela, Selektion, Sprachsteuerung, Soziale Systeme, Axiome, Erkenntnis, Handlungssteuerung, Interaktion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der Kommunikation und untersucht die Herausforderungen sowie die Möglichkeiten der Einflussnahme im Kommunikationsprozess.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Felder sind die biologische Perspektive (Maturana/Varela), die systemtheoretische Sichtweise (Luhmann) und der anthropologische Ansatz (Watzlawick).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Problematik der Informationsübertragung zu verstehen und zu klären, ob eine gezielte Manipulation des Verhaltens von Kommunikationspartnern möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der existierende kommunikationswissenschaftliche Ansätze zusammengeführt und auf ihre Anwendbarkeit bezüglich Manipulationsszenarien geprüft werden.

Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der drei genannten Kommunikationstheorien, die Analyse von Kommunikationsstörungen und die Diskussion des Manipulationspotentials.

Welche Keywords beschreiben den Kern der Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Kommunikation, Systemtheorie, Informationsübertragung, Verhaltensmanipulation sowie die zentralen Theoretiker Luhmann, Watzlawick und Maturana.

Wie unterscheidet sich laut Luhmann Information von Mitteilung?

Luhmann betrachtet Kommunikation als einen dreistufigen Selektionsprozess, wobei die Information den Inhalt aus einem Pool von Möglichkeiten darstellt, während die Mitteilung das Verhalten (Tun oder Unterlassen) zur Übermittlung dieser Information umfasst.

Warum ist laut Watzlawick „Nicht-Kommunikation“ unmöglich?

Aufgrund seines ersten Axioms „Man kann nicht nicht kommunizieren“ postuliert Watzlawick, dass jede Interaktion – auch das Schweigen oder die Körpersprache – eine kommunikative Bedeutung trägt, der man sich nicht entziehen kann.

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Details

Title
Problematik der Übertragung von Informationen und der Manipulierbarkeit von Verhalten anhand unterschiedlicher kommunikationtheoretischer Ansätze
College
University of Applied Sciences Berlin  (Wirtschaftswissenschaften II)
Course
Kommunikationstheorie
Grade
1,0
Author
Thomas Willms (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V13674
ISBN (eBook)
9783638192620
ISBN (Book)
9783638758024
Language
German
Tags
Problematik Informationen Manipulierbarkeit Verhalten Ansätze Kommunikationstheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Willms (Author), 2003, Problematik der Übertragung von Informationen und der Manipulierbarkeit von Verhalten anhand unterschiedlicher kommunikationtheoretischer Ansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13674
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