Problematik der Übertragung von Informationen und der Manipulierbarkeit von Verhalten anhand unterschiedlicher kommunikationtheoretischer Ansätze


Hausarbeit, 2003
19 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Auswahl von kommunikationstheoretischen Ansätzen
2.1. Biologischer Ansatz I Humberto R. Maturana, Francisco J. Varela: „Der Baum der Erkenntnis. Die biologischen Wurzeln des menschlichen Erkennens“
2.2. Systemtheoretischer Ansatz Niklas Luhmann: „Soziale Systeme, Kommunikation und Handlung“
2.3. Anthropologischer Ansatz Paul Watzlawick: „Menschliche Kommunikation“

3. Problematik bei der Übertragung von Informationen

4. Manipulationspotential des Kommunikationsphänomens

5. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Kommunikation ist doch ein merkwürdiges Phänomen. Wir haben Tag für Tag mit ihr zu tun, dennoch ist sie für uns eher etwas belangloses, etwas Alltägliches eben. Sehen wir uns beispielsweise zwei Definitionen des Begriffes „Kommunikation“ an, so wird diese Aussage untermauert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Wesen der Kommunikation dürfen wir jedoch nicht unterschätzen. Ohne sie wäre der Mensch als solches ein nichts. Kommunikation findet zu jeder Zeit, an jedem Ort und in jeder Situation statt, z.B. beim Autofahren, beim Schlafen, beim Essen, beim sexuellen Akt, etc. Kommunikation ist allgegenwärtig und einer der wesentlichen Bestandteile des Lebens. Wenn wir uns nochmals die genannten lapidaren Begriffsdefinitionen ansehen, so kommt es jemandem als Betrachter nicht in den Sinn, dass beispielsweise der Austausch von Informationen zwischen Herz und Gehirn oder Sehnerv und Sehzentrum bzw. das Lesen eines Richtungsanzeigers auf der Autobahn in irgendeiner Weise etwas mit Kommunikation zu tun haben könnte. Allerdings muss man sagen, dass genau dies das Wesen der Kommunikation ist. Es ist nicht nur das Übertragen von zusammengesetzten Buchstaben, sondern es ist die Verbindung zwischen Sender und Empfänger, die Codierung und das Senden einer Nachricht, der Empfang und die Entschlüsselung jener und vor allen Dingen ist es das Erkennen, das Verstehen der Botschaft als solche und die Reaktion darauf.

So banal es klingen mag, Kommunikation wird heutzutage wichtiger denn je, dennoch wird sie für den einzelnen in der Masse immer unbedeutender.

Kommunikation wird selbstverständlicher, zum einen durch die Medienvielfalt, zum anderen durch die Möglichkeit möglichst viele Personen in allen Teilen der Erde erreichen zu können. Durch diese Selbstverständlichkeit, durch die anhaltende Explosion der Medienauswahl und den Kommunikationsüberfluss entstehen Probleme unterschiedlichster Art. Diese Problematik bei der Übertragung von Informationen werde ich im späteren Verlauf meiner Arbeit nochmals genauer ansprechen.

Auch wird im Verlauf der letzten 100 Jahre immer wieder davon gesprochen, dass Kommunikation gezielt als Instrument eingesetzt wird, um Verhalten von Kommunikationsteilnehmer gezielt zu manipulieren, sei es nun durch Werbung, durch Propaganda, durch Verlockungen oder durch bewusste Falschaussagen. Ob diese Manipulation wirklich möglich ist bzw. ob sie wirklich passiert, werde ich ebenfalls im Verlauf meiner kleinen Arbeit klären.

Kommunikation ist ein vielschichtiges Phänomen. Es existiert eine Reihe von unterschiedlichsten Ansätzen, dieses Phänomen begreifbar bzw. erklärbar zu machen.

Mit dem Buch „Baum der Erkenntnis“ haben die Neurobiologen Humberto J. Maturana und Francisco J. Varela beispielsweise versucht, dem Leser die Entstehung des Bedarfs zur Kommunikation, die verschiedenen Kommunikationsarten verschiedener Lebewesen und das Entstehen der Kommunikationsfähigkeit beim Organismen näher zu bringen und verständlich zu machen.

Der Soziologe Niklas Luhmann hat Kommunikation als soziales Phänomen untersucht und dabei verschiedene Prozesse von Kommunikationsverläufen festgelegt.

Probleme innerhalb von Kommunikationsprozessen bzw. der eigentlichen Kommunikation werden von dem Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawik deutlich formuliert.

Die drei erwähnten Ansätze sind lediglich eine Auswahl. Allerdings sind es meiner Meinung nach die Wichtigsten, um das Wesen der Kommunikation einleuchtender zu machen.

2. Auswahl von kommunikationstheoretischen Ansätzen

2.1. Biologischer Ansatz I: Humberto R. Maturana, Francisco J. Varela

Die Kernaphorismen dieses Ansatzes sind folgende:

„Jedes Tun ist Erkennen, und jedes Erkennen ist Tun“[3]

„Alles Gesagt ist von jemandem gesagt“[4]

An diesen beiden Aussagen müssen wir uns orientieren, wenn es darum geht, den biologischen Ansatz I verstehen zu wollen. Die beiden Autoren fangen in ihrer Theorie bei der Entstehung des Lebens an, um so deutlich zu machen, wie der Bedarf zur Kommunikation entstanden ist und wie Organismen begonnen haben, kommunizieren zu lernen.

Wichtig für das Thema dieser Hausarbeit sind allerdings die Erklärungen zum Verhalten, zum Lernen, zur Erkenntnis, zu den sozialen Phänomenen und zur Sprache.

Verhalten

Damit wir Verhalten verstehen können, müssen wir eine kleine Exkursion in die Arbeitsweise des Nervensystems wagen.

Es gibt zwei Theorien, die versuchen, das Nervensystem in seiner Arbeit zu beschreiben. Die Repräsentationstheorie sagt, dass das äußere Umfeld bzw. das Milieu als Abbild im Inneren von Lebewesen dargestellt wird, um so ein überlebenswichtiges Verhalten als Grundlage zu berechnen. Auf der anderen Seite steht die Theorie des Solipsismus, welche besagt, dass nur das eigene ICH wirklich ist, die Welt um das Lebewesen herum jedoch nur in dessen Wahrnehmung existiert.

Maturanas und Varelas Lösung ist die Kombination aus beiden Theorien. Aus Sicht eines Betrachters, welcher das Operieren der inneren Bestandteile eines Lebewesens beobachtet, erscheint das Geschehen losgelöst von der Umwelt zu sein. Beobachtet man allerdings einen Organismus, der mit der

[...]


[1] www.langenscheidt.aol.de, 05. Februar 2003

[2] Duden-Das Fremdwörterbuch, 5. neu bearb. u. erw. Aufl., Mannheim 1990

[3] Humberto J, Maturana, Francisco J. Varela: Baum der Erkenntnis - Die biologischen Wurzel des menschlichen Erkennens, S. 32

[4] Humberto J, Maturana, Francisco J. Varela: Baum der Erkenntnis - Die biologischen Wurzel des menschlichen Erkennens, S. 32

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Problematik der Übertragung von Informationen und der Manipulierbarkeit von Verhalten anhand unterschiedlicher kommunikationtheoretischer Ansätze
Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin  (Wirtschaftswissenschaften II)
Veranstaltung
Kommunikationstheorie
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
19
Katalognummer
V13674
ISBN (eBook)
9783638192620
ISBN (Buch)
9783638758024
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Problematik, Informationen, Manipulierbarkeit, Verhalten, Ansätze, Kommunikationstheorie
Arbeit zitieren
Thomas Willms (Autor), 2003, Problematik der Übertragung von Informationen und der Manipulierbarkeit von Verhalten anhand unterschiedlicher kommunikationtheoretischer Ansätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13674

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