Ziel dieser Arbeit ist es, Theatermarketing Konzepte und Ideen vorzustellen und kritisch zu beurteilen. Dem ist ein Theorieteil vorangestellt, der darauf eingeht, wie Marketing definiert ist und was dieser Begriff umfasst. Im Anschluss daran werden die Instrumente des Theatermarketings vorgestellt. Außerdem wird darauf eingegangen, welche Besonderheiten beim Marketing für ein Theater vorliegen. Dabei wird von öffentlich getragenen Theatern ausgegangen. Die Besonderheiten für Privattheater werden nur am Rande erwähnt. Eine wichtige Quelle für den Theorieteil stellt das Werk "Theatermarketing. Grundlagen, Methoden, Praxisbeispiele" von Andrea Hausmann dar, das 2005 veröffentlicht wurde.
Da das Badische Staatstheater Karlsruhe in dieser Arbeit als Beispiel dient, wird in Kapitel 3 das aktuelle Marketingkonzept des Badischen Staatstheaters skizziert. Dieses Kapitel stützt sich auf einen Vortrag, im Rahmen der Ringvorlesung Kulturinstitutionen. In diesem Kapitel werden die wichtigsten Maßnahmen vorgestellt und kategorisiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Angebot für junge Leute. Diese Zielgruppe ist für Theater besonders wichtig, da das Durchschnittsalter des Publikums häufig sehr hoch ist und somit die Angst im Raum steht, dass es in Zukunft keine Besucher haben wird.
Im daran anschließenden Kapitel sollen Schwachstellen im Marketing des Badischen Staatstheaters aufgezeigt werden und mögliche Lösungsvorschläge dafür erarbeitet werden. Ebenso sollen Ideen für das Marketing vorgeschlagen werden, die so bisher noch keine Beachtung finden. Am Ende der Arbeit wird in einem abschließenden Kapitel ein Résumé über die vorgeschlagenen Ideen gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Theatermarketing?
2.1 Definition
2.2 Instrumente des Theatermarketings
2.2.1 Leistungspolitik
2.2.2 Kommunikationspolitik
2.2.3 Preispolitik
2.2.4 Distributionspolitik
2.3 Besonderheiten bei Marketing für Theater
3. Das Marketing des Badischen Staatstheaters Karlsruhe
4. Konzepte und Ideen
4.1 Soziale Medien
4.2 Vereinfachter Ticketverkauf
4.3 Verbesserung der Trailer
4.4 Merchandising
4.5 Veranstaltungen im Sommer
5. Résumé
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit aktuellen Marketingkonzepten am Beispiel des Badischen Staatstheaters Karlsruhe auseinander, um Potenziale für ein modernes Theatermarketing zu identifizieren und Lösungsansätze für bestehende Defizite aufzuzeigen.
- Grundlagen des Theatermarketings und seine spezifischen Instrumente
- Analyse des bestehenden Marketingkonzepts am Badischen Staatstheater Karlsruhe
- Evaluierung von Schwachstellen in der aktuellen Ansprache von Zielgruppen
- Entwicklung innovativer Ideen zur Optimierung von Kommunikation und Service
Auszug aus dem Buch
Besonderheiten des Theatermarketings
Ein Kulturbetrieb verkauft in den seltensten Fällen ein materielles Produkt. Meist bietet ein Kulturbetrieb eine Art von Dienstleistung. Ein Unterschied zwischen einem Theater und beispielsweise einem Museum besteht darin, dass es am Theater nicht nur um Kunstvermittlung geht, sondern dass das Kunstwerk erst im Rahmen einer Aufführung entsteht. Auch ist eine Theateraufführung zeitlich und örtlich stärker beschränkt als ein Museum oder eine Galerie und mehr noch als andere Gattungen der Kunst ist das Theater auf seine Rezipienten angewiesen. Ein Gemälde kann auch ohne Betrachter vollständig sein, aber für eine Theateraufführung ist das Publikum ein essentieller Bestandteil, denn erst „die Zuschauer konkretisieren durch ihre Anwesenheit die Aufführung zur Kunst.“ Daher kann es „kein Theater ohne Publikum“ geben. Schon allein aus diesem Grund kann ein Theater die Bedürfnisse des Publikums nicht völlig ausblenden. Aber die Meinung der Besucher kann auch keine „Entscheidung auf der Basis fachspezifischer Sachkompetenz [...] ersetzen“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Konkurrenzsituation von Theatern dar und verdeutlicht die Notwendigkeit von zielgruppenorientiertem Marketing zur Finanzierung und Kundenbindung.
2. Was ist Theatermarketing?: Hier werden die theoretischen Grundlagen und die vier zentralen Instrumentenbereiche (Leistung, Kommunikation, Preis, Distribution) des Theatermarketings erläutert.
3. Das Marketing des Badischen Staatstheaters Karlsruhe: Dieses Kapitel skizziert das aktuelle Marketingkonzept des Hauses, welches darauf abzielt, das Theater für die Stadtbevölkerung zugänglich und relevant zu machen.
4. Konzepte und Ideen: In diesem Hauptteil werden konkrete Optimierungsmöglichkeiten in den Bereichen Soziale Medien, Ticketverkauf, Trailer-Produktion, Merchandising sowie Sommerveranstaltungen praxisnah entwickelt.
5. Résumé: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass Theatermarketing vielfältige, noch wenig ausgeschöpfte Möglichkeiten bietet, die jedoch finanzielle Investitionen und eine strategische Priorisierung erfordern.
Schlüsselwörter
Theatermarketing, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Kulturmanagement, Zielgruppenorientierung, Kommunikationspolitik, Leistungspolitik, Preispolitik, Distributionspolitik, Soziale Medien, Ticketverkauf, Merchandising, Kulturvermittlung, Theaterpublikum, Kundenbindung, Veranstaltungsmarketing
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Optimierung der Marketingstrategien von Theatern am Beispiel des Badischen Staatstheaters Karlsruhe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Grundlagen des Theatermarketings, der Analyse aktueller Konzepte und der Ausarbeitung praktischer Ideen für eine modernere Zielgruppenansprache.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel besteht darin, Schwachstellen im bestehenden Marketing des Badischen Staatstheaters aufzuzeigen und konkrete Lösungsansätze zu entwickeln, um das Theater als Institution für verschiedene Zielgruppen attraktiver zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoriegestützte Analyse unter Verwendung der Fachliteratur (vornehmlich von Andrea Hausmann) sowie eine exemplarische Fallstudie des Badischen Staatstheaters.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Ausarbeitung von Verbesserungsvorschlägen in fünf Kernbereichen: digitale Kommunikation (Social Media), technischer Service (Ticketverkauf), visuelle Werbung (Trailer), Merchandising und saisonale Events.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die zentralen Schlagworte sind Theatermarketing, Kundenorientierung, Zielgruppen, Kulturmanagement sowie spezifische operative Instrumente wie Preis- und Kommunikationspolitik.
Warum ist die Ansprache jüngerer Zielgruppen für das Theater so schwierig?
Laut Arbeit wird Theater von jüngeren Zielgruppen oft als „anstrengend“ oder zu teuer wahrgenommen, da die Verbindung zum Alltag und die Relevanz für ihre Lebenswelt häufig fehlen.
Wie könnte die Social-Media-Arbeit des Badischen Staatstheaters verbessert werden?
Die Autorin schlägt vor, Facebook und Twitter aktiver zu nutzen, um Nutzer aktiv an Veranstaltungen teilhaben zu lassen, beispielsweise durch Gewinnspiele oder die Verlosung von Premierenkarten.
Warum ist die Verbesserung der Trailer-Qualität ein zentraler Punkt?
Die aktuellen Trailer werden als zu lang und inhaltlich wenig aussagekräftig kritisiert; eine professionellere Konzeption soll einen echten Anreiz zum Theaterbesuch schaffen.
Wie kann ein "vereinfachter Ticketverkauf" zur Besucherbindung beitragen?
Die Einführung einer mobilen App könnte den Prozess für Studierende und andere Zielgruppen massiv vereinfachen, da der aktuelle Kauf über den PC als unzeitgemäße Hürde betrachtet wird.
- Arbeit zitieren
- Juliane Baier (Autor:in), 2015, Modernes Theatermarketing. Herausforderungen und Ideen am Beispiel des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1367488