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Deradikalisieren und Resozialisieren. Perspektiven für IS-RückkehrerInnen

Titel: Deradikalisieren und Resozialisieren. Perspektiven für IS-RückkehrerInnen

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2022 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Samet Er (Autor:in)

Pädagogik - Integration
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie IS-RückkehrerInnen bestmöglich wieder in Deutschland resozialisiert und integriert werden können. Dabei wird besonders auf die Problematik für zurückgekehrte Frauen und ihre Kinder eingegangen, da diese den Großteil der IS-RückkehrerInnen ausmachen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Welche Personen sind gemeint, wenn wir über Rückkehrer*innen sprechen?

2. Ausreisemotivation und Gefahrenpotenzial

3. Differenzierte Bewertung der Rolle von Frauen: Nicht nur Opfer, nicht nur Täterin

4. Rückholung als gesetzliche Pflicht?

5. Kinder im IS: Krieg als Normalität - neue Heimat in Deutschland

6. Deradikalisierung und Resozialisierung von Frauen: Perspektiven nach der Haft

7. Deradikalisierung durch Begleitung auf neuen gemeinsamen Wegen

8. Die Rückkehrerkoordinator*innen – ein deutsches Pilotprojekt

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Strategien im Umgang mit Rückkehrerinnen aus den ehemaligen IS-Gebieten und ihren Kindern sowie die Prozesse ihrer Deradikalisierung und Reintegration in die deutsche Gesellschaft.

  • Analyse der Ausreisemotivation und spezifischer Gefahrenpotenziale
  • Differenzierte Betrachtung der weiblichen Rollenbilder und der Situation von Kindern
  • Diskussion rechtlicher Rahmenbedingungen und ethischer Verpflichtungen zur Rückholung
  • Vorstellung und Evaluation innovativer Unterstützungsstrukturen wie der Rückkehrerkoordination
  • Empfehlungen für eine ganzheitliche sowie sozialpädagogische Reintegrationsbegleitung

Auszug aus dem Buch

Ausreisemotivation und Gefahrenpotenzial

Es habe sich gezeigt, dass es „oft schwierig ist, im Konfliktgebiet begangene Straftaten in einer Qualität nachzuweisen, die den Standards der Strafprozessordnung genügen“ (vgl. Merz 2017, S. 1). In der Tat ist es aber so, dass eine starke Tendenz vorhanden ist, Rückkehrer*innen aus Kriegsgebieten pauschal zu beschuldigen. Ihnen wird vorgeworfen, sich an Kampfhandlungen beteiligt oder ein Ausbildungslager besucht zu haben, auch wenn weder bei der Ausreise noch zum Zeitpunkt der Rückkehr eine bestimmte Motivation nachzuweisen ist. Peter Neumann sah bereits 2015 von den Rückkehrer*innen eine große Gefahr ausgehen (vgl. Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport, Abteilung Verfassungsschutz 2015, S. 188). Er schätzte zum damaligen Zeitpunkt bereits, dass „einer von neun Rückkehrern terroristisch aktiv wird“.

Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen bezeichnete noch während seiner Amtszeit in einem Interview die Kinder von IS-Rückkehrer*innen als „lebende Zeitbomben“ (Die Presse 31.01.2018). Alt-Innenminister Thomas de Maizière merkte nach einem Anschlag an, dass die Gefahr von Attentaten durch Rückkehrer*innen eine „tödliche Realität“ darstelle (vgl. Drucksache 18/2383). Diese teils provokativen Aussagen suggerieren, dass von allen Zurückkehrenden und sogar deren Kindern ein potenzielles Risiko für Deutschland ausgehe.

Zusammenfassung der Kapitel

Welche Personen sind gemeint, wenn wir über Rückkehrer*innen sprechen?: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über das Ausmaß der Ausreisen von in Deutschland sozialisierten Personen in IS-Kriegsgebiete sowie die verschiedenen Kategorien der Rückkehrbewegungen.

Ausreisemotivation und Gefahrenpotenzial: Das Kapitel diskutiert die pauschale Stigmatisierung der Rückkehrerinnen und ihrer Kinder als Sicherheitsrisiko vor dem Hintergrund der Schwierigkeit, strafrechtliche Beweise zu erbringen.

Differenzierte Bewertung der Rolle von Frauen: Nicht nur Opfer, nicht nur Täterin: Hier werden die komplexen Rollen der Frauen im IS von der Mitwirkung an totalitären Zwangsstrukturen bis hin zur tatkräftigen Unterstützung des Systems analysiert.

Rückholung als gesetzliche Pflicht?: Es werden die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Rückholung deutscher Staatsbürger sowie die menschenrechtliche Situation in den Gefangenenlagern beleuchtet.

Kinder im IS: Krieg als Normalität - neue Heimat in Deutschland: Dieses Kapitel fokussiert auf die Situation der schutzbedürftigen Kinder, ihre Traumatisierung und die notwendigen Schritte für eine langfristige Integration.

Deradikalisierung und Resozialisierung von Frauen: Perspektiven nach der Haft: Der Text erörtert die Grenzen repressiver Maßnahmen und plädiert für einen arbeitsmarkt- und sozialorientierten Integrationsansatz zur Distanzierung von der IS-Ideologie.

Deradikalisierung durch Begleitung auf neuen gemeinsamen Wegen: Es wird die Wichtigkeit eines ganzheitlichen, niedrigschwelligen Ansatzes hervorgehoben, der Vertrauen aufbaut und nicht primär auf staatliche Überwachung setzt.

Die Rückkehrerkoordinator*innen – ein deutsches Pilotprojekt: Das Kapitel stellt das Modellprojekt der Rückkehrerkoordination als wichtige Schnittstelle zwischen Behörden und sozialen Akteuren zur Unterstützung des Reintegrationsprozesses vor.

Schlüsselwörter

IS-Rückkehrerinnen, Deradikalisierung, Resozialisierung, Rückkehrerkoordination, Islamischer Staat, Reintegration, Kinderschutz, Radikalisierungsprävention, Soziale Arbeit, staatliche Sicherheitsbehörden, Traumatisierung, Ausreisemotivation, Sicherheitsüberwachung, Konfliktgebiet, Identitätsfindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Publikation beleuchtet die komplexen Herausforderungen bei der Rückkehr von Personen aus den ehemaligen Gebieten des "Islamischen Staates" nach Deutschland, wobei der Fokus insbesondere auf Frauen und Kindern liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Rückholung, die Analyse von Täter- und Opferrollen, notwendige soziale Betreuungsansätze sowie die praktische Umsetzung von Deradikalisierungsprogrammen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis für die Reintegrationsprozesse zu schaffen und evidenzbasierte Strategien für eine erfolgreiche Begleitung der Rückkehrerinnen und ihrer Kinder in die deutsche Gesellschaft aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer Kurzanalyse bestehender Studien, Berichte von Sicherheitsbehörden, Berichten aus der Zivilgesellschaft sowie einer Auseinandersetzung mit Ansätzen der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Rollenbilder, die Debatte zur Rückholung als gesetzliche Pflicht, die besonderen Anforderungen bei Kindern sowie die Vorstellung der Rückkehrerkoordination als Pilotprojekt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Deradikalisierung, Resozialisierung, Reintegration, Fallmanagement durch Rückkehrerkoordinatoren und der komplexen Rolle von IS-Rückkehrerinnen geprägt.

Welche Rolle spielt die Rückkehrerkoordination?

Sie fungiert als Schnittstelle zwischen Sicherheitsbehörden und kommunalen Trägern, um eine koordinierte, multiprofessionelle Unterstützung zu gewährleisten, ohne das Vertrauensverhältnis zum Klientel zu gefährden.

Wie sollte mit den traumatisierten Kindern der Rückkehrerinnen umgegangen werden?

Die Kinder sollten im Alltag möglichst unspektakulär integriert werden, wobei höchste Priorität auf den Kinder- und Jugendschutz sowie eine langfristige psychosoziale Betreuung gelegt werden muss.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Deradikalisieren und Resozialisieren. Perspektiven für IS-RückkehrerInnen
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,0
Autor
Samet Er (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
18
Katalognummer
V1367783
ISBN (PDF)
9783346897862
ISBN (Buch)
9783346897879
Sprache
Deutsch
Schlagworte
deradikalisieren resozialisieren perspektiven is-rückkehrerinnen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Samet Er (Autor:in), 2022, Deradikalisieren und Resozialisieren. Perspektiven für IS-RückkehrerInnen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1367783
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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