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Von "free speech" zu "free switch"

Die Einführung des kommerziellen Fernsehens in Großbritannien

Title: Von "free speech" zu "free switch"

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jan Kampmann (Author)

Communications - Movies and Television
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Am 3. Juni 1953 scheint die British Broadcasting Corporation am Zenit ihres Ansehens rund um den Globus. Einen Tag vorher hatte die britische Rundfunkinstitution bewegte Bilder der Krönung von Queen Elizabeth II. in weite Teile Europas und einige Commonwealth-Staaten gesendet - und konnte sich darauf vor Presselob für die inhaltliche und technische Umsetzung der Übertragung kaum retten. Es schien, als hätte die Krönung der Queen zugleich das Fernsehen mitsamt der BBC auf den Thron der modernen Medien gehievt. „Broadcasting at Its Best“, jubelte die „Times“, während der der „Daily Telegraph“ meinte: „The BBC has never served the nation better“ und auch im Ausland herrschte ausufernde Begeisterung.
Nur zwei Tage später war in einem Leserbrief an die „Times“ dagegen von Vorbehalten gegenüber der BBC zu lesen, die zu dieser Zeit gleichsam zur publizistischen Tagesordnung gehörten: „[…] any monopoly of so powerful an influence over the minds of men as broadcasting can no longer be defended […] a measure of competition should be permitted […]“ Was hatte einen beachtlichen Teil der britischen Politik und Öffentlichkeit dazu bewegt, der im In- und Ausland prestigeträchtigen und respektierten BBC mit Skepsis gegenüberzustehen? Warum wurden Stimmen für ein kommerzielles Privatfernsehen laut, wo das öffentlich-rechtliche doch scheinbar exzellente Dienste erwies? Um dieser Frage nachzugehen, muss man die Spurensuche weitaus früher beginnen – und ein Netz aus um machtpolitischen, wirtschaftlichen, sozialen und moralischen Faktoren entwirren. Was Professor Hugh Wilson als „one of the most interesting and significant political actions of the post-war period“ bezeichnet, soll in der vorliegenden Arbeit auf seine näheren Ursachen untersucht werden. Es soll ein Beitrag zur Klärung der Frage geleistet werden, warum bereits zehn Jahre nachdem die als genuin britisch und öffentlich-rechtliches Vorbild angesehene BBC die ersten Fernsehbilder nach dem Krieg ausstrahlte bereits ein kommerzieller Konkurrent um Quoten buhlen durfte. Da die Rundfunkordnung einer Gesellschaft immer auch in engem Zusammenhang mit der Herrschaftsstruktur zu sehen ist, beeinflussen sich politische Implikationen und Rundfunkreformen wechselseitig. Die Organisationsform der Massenkommunikation wirkt sich auf die Inhalte, ihre Entstehung und die Zielgruppe aus. Welche Entwicklungen die Indepedent Television Association aus der Taufe hoben, soll im Folgenden erörtert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Before Beveridge“ – Reifung des Reformgedankens

2.1 Rundfunk vor dem zweiten Weltkrieg

2.2 Entwicklungen im Krieg

2.3 Die BBC und die Monopolfrage in den Nachkriegsjahren

3. Der Beveridge-Report

4. Politische Prozesse

4.1 Das Verhalten der Regierung

4.2 Politisch-sozialer Wandel

4.3 Die Reorganisation der konservativen Partei

4.4 Die „Young Conservatives“

5. Die Debatte im Parlament und in der Presse

5.1 Die Debatte im House of Commons / House of Lords

5.2 Die Debatte in der Presse

6. Organisierte Kontroverse – die “Pressure Groups”

6.1 Die Broadcasting Study Group

6.2 „National Television Council“ und „Popular Television Association“

7. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Ursachen für die Einführung des kommerziellen Fernsehens in Großbritannien. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, warum bereits zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg das als öffentlich-rechtliches Vorbild geltende Monopol der BBC aufgebrochen wurde und ein kommerzieller Konkurrent entstand.

  • Die historische Entwicklung des Rundfunkmonopols der BBC.
  • Die Rolle politischer Entscheidungsprozesse und des Beveridge-Reports.
  • Der Einfluss von Interessengruppen („Pressure Groups“) auf die Gesetzgebung.
  • Die Wechselwirkung zwischen wirtschaftlichen Interessen, politischem Wandel und Rundfunkreform.
  • Die Analyse des medialen und parlamentarischen Diskurses zwischen 1945 und 1955.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Am 3. Juni 1953 scheint die British Broadcasting Corporation am Zenit ihres Ansehens rund um den Globus. Einen Tag vorher hatte die britische Rundfunkinstitution bewegte Bilder der Krönung von Queen Elizabeth II. in weite Teile Europas und einige Commonwealth-Staaten gesendet - und konnte sich darauf vor Presselob für die inhaltliche und technische Umsetzung der Übertragung kaum retten. Es schien, als hätte die Krönung der Queen zugleich das Fernsehen mitsamt der BBC auf den Thron der modernen Medien gehievt. „Broadcasting at Its Best“, jubelte die „Times“, während der der „Daily Telegraph“ meinte: „The BBC has never served the nation better“ und auch im Ausland herrschte ausufernde Begeisterung.

Nur zwei Tage später war in einem Leserbrief an die „Times“ dagegen von Vorbehalten gegenüber der BBC zu lesen, die zu dieser Zeit gleichsam zur publizistischen Tagesordnung gehörten: „[…] any monopoly of so powerful an influence over the minds of men as broadcasting can no longer be defended […] a measure of competition should be permitted […]“ Was hatte einen beachtlichen Teil der britischen Politik und Öffentlichkeit dazu bewegt, der im In- und Ausland prestigeträchtigen und respektierten BBC mit Skepsis gegenüberzustehen? Warum wurden Stimmen für ein kommerzielles Privatfernsehen laut, wo das öffentlich-rechtliche doch scheinbar exzellente Dienste erwies? Um dieser Frage nachzugehen, muss man die Spurensuche weitaus früher beginnen – und ein Netz aus um machtpolitischen, wirtschaftlichen, sozialen und moralischen Faktoren entwirren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext des BBC-Monopols und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Ursachen für die Öffnung zum kommerziellen Rundfunk.

2. „Before Beveridge“ – Reifung des Reformgedankens: Dieses Kapitel analysiert die frühen Kritikpunkte am Rundfunkmonopol von der Gründung der BBC bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

3. Der Beveridge-Report: Hier wird die Rolle der Beveridge-Kommission als erste ernsthafte politische Auseinandersetzung mit der Monopolfrage untersucht.

4. Politische Prozesse: Das Kapitel erläutert den Einfluss des Regierungshandelns, den politisch-sozialen Wandel und die strategische Neuausrichtung der konservativen Partei.

5. Die Debatte im Parlament und in der Presse: Diese Sektion analysiert die parlamentarischen Debatten sowie das Presseecho als zentrale Kommunikationsplattformen der Reformbefürworter und -gegner.

6. Organisierte Kontroverse – die “Pressure Groups”: Das Kapitel beschreibt das gezielte Lobbying durch Gruppen wie die „Broadcasting Study Group“ und ihre Gegenparts.

7. Fazit: Das Fazit fasst die notwendigen Begleitumstände zusammen, die das Ende des Monopols ermöglichten, darunter politische Führungswechsel und wirtschaftliche Interessen.

Schlüsselwörter

Großbritannien, BBC, Rundfunkmonopol, Kommerzielles Fernsehen, Beveridge-Report, Konservative Partei, Interessengruppen, Television Bill, Rundfunkreform, Medienpolitik, Nachkriegszeit, Wirtschaftsinteressen, Politische Prozesse, Public Service, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den historischen Prozess, der in den 1950er Jahren zur Aufbrechung des öffentlich-rechtlichen Rundfunkmonopols der BBC und zur Einführung kommerziellen Fernsehens in Großbritannien führte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der konservativen Partei, der Druck durch Interessengruppen, die Bedeutung des Beveridge-Reports sowie die Wechselwirkungen zwischen Politik, Wirtschaft und Rundfunkordnung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, warum das britische Modell des öffentlich-rechtlichen Rundfunks trotz seiner hohen Anerkennung nach 1945 unter den Druck geriet, kommerziellen Wettbewerb zuzulassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine historische Analyse von Primärquellen wie Kabinettspapieren, Parlamentsprotokollen und Presseartikeln sowie auf die Auswertung einschlägiger Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Vorläuferdebatten, die Bedeutung von Kommissionsberichten, die Reorganisation konservativer Parteistrukturen und den direkten politischen Kampf um die Gesetzgebung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Rundfunkmonopol, BBC, kommerzielles Fernsehen, Pressure Groups und die politische Transformation der Nachkriegszeit.

Welche Rolle spielte der „Beveridge-Report“ in diesem Prozess?

Er fungierte als erste offizielle Kommission, die die Monopolfrage auf eine breite Basis stellte und den öffentlichen Diskurs sowie politische Forderungen nach Reformen maßgeblich beeinflusste.

Warum war die Reorganisation der konservativen Partei entscheidend für die Reform?

Unter Lord Woolton professionalisierte die konservative Partei ihre Strukturen und PR-Arbeit, was eine effektive politische Lobbyarbeit für das kommerzielle Fernsehen als Teil einer wirtschaftsfreundlichen Agenda ermöglichte.

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Details

Title
Von "free speech" zu "free switch"
Subtitle
Die Einführung des kommerziellen Fernsehens in Großbritannien
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Historisches Institut)
Course
Mediensysteme und -kulturen im internationalen Vergleich
Grade
1,0
Author
Jan Kampmann (Author)
Publication Year
2009
Pages
34
Catalog Number
V136840
ISBN (eBook)
9783640453146
ISBN (Book)
9783640453290
Language
German
Tags
Medien Großbritannien England kommerzielles Fernsehen Privatfernsehen Broadcasting ITV Independent Television Independent Television Association ITA Rundfunk Pressure Group Interessengruppen Woolton BBC Monopol
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Kampmann (Author), 2009, Von "free speech" zu "free switch" , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136840
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