Das Hauptthema der vorliegenden Arbeit soll Männlichkeit und deren gesundheitliche Auswirkungen sein – Männlichkeit als gesellschaftliches Konstrukt und als sozial realer Faktor mit seinen realen Folgen für den Mann und die Gesellschaft. Der Fokus soll auf dem Gebiet Deutschlands liegen, wobei amerikanische Studien kontrastierend zurate gezogen werden.
Im ersten Teil werden die in der Arbeit zu berücksichtigenden Begriffe definiert. Im Anschluss daran wird der Begriff Männlichkeit eingegrenzt. Der Hauptteil der Arbeit besteht aus der ausschnittartigen Betrachtung einiger gesundheitlichen Folgen von Männlichkeit und männlichem Verhalten für den Mann. Hier soll die Frage geklärt werden, ob das männliche Geschlecht wirklich aufgrund des männlichen Rollenverhaltens zum schwächeren Geschlecht geworden ist.
Der abschließende Teil gibt einen kurzen Ausblick auf die Veränderungen im Verhalten der Geschlechter, wie sie sich in neuester Zeit herausbilden. Hier soll kurz auf bemerkenswerte Tendenzen hingewiesen werden.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Verwendete Begriffe
2. Rolle des Mannes gestern und heute
3. Konsequenzen für die Gesundheit
3.1. Psychische Erkrankungen
3.2. Physische Erkrankungen
4. Zusammenfassung
5. Quellenverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das gesellschaftliche Konstrukt der Männlichkeit und analysiert, inwiefern das damit verbundene männliche Rollenverhalten direkte negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Männern hat. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob das männliche Geschlecht aufgrund spezifischer Verhaltensweisen zunehmend gesundheitliche Defizite aufweist.
- Soziale Konstruktion von Männlichkeit und deren historische Entwicklung
- Einfluss von Rollenbildern auf das Gesundheitsverhalten von Männern
- Zusammenhang zwischen männlicher Leistungsbesessenheit und psychischen Störungen
- Körperliche Folgen und die spezifische Mortalität im männlichen Geschlecht
- Vergleich der medizinischen Versorgung und Präventionsnutzung zwischen den Geschlechtern
Auszug aus dem Buch
Die Radikalisierung des männlichen Verhaltens offenbart sich am deutlichsten an den Verhaltensimperativen, die sich die Männer setzen, wobei sie davon ausgehen, dass diese sie besonders männlich machen.
1. Je weniger Schlaf ich benötige, 2. je mehr Schmerzen ich ertragen kann, 3. je mehr Alkohol ich vertrage, 4. je weniger ich mich darum kümmere, was ich esse, 5. je weniger ich jemanden um Hilfe bitte und von jemandem abhängig bin, 6. je mehr ich meine Gefühle kontrolliere und unterdrücke, 7. je weniger ich auf meinen Körper achte -, desto männlicher bin ich.
Dass diese Imperative ein fatales Männlichkeitsideal fördern, welches teilweise über jegliche Grenzen der Normalität hinausgeht und dass dieser Fatalismus meist zu spät erkannt wird, sollen die folgenden Abschnitte zeigen.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der sozialen Konstruktion von Männlichkeit ein und definiert den Fokus auf die gesundheitlichen Folgen des männlichen Rollenverhaltens in Deutschland.
1. Verwendete Begriffe: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen zur geschlechterspezifischen Sozialisation und zum Verständnis des männlichen Rollenbildes, insbesondere nach Talcott Parsons, erläutert.
2. Rolle des Mannes gestern und heute: Dieses Kapitel betrachtet die historische Genese der männlichen Rolle anhand dreier Entwicklungsphasen, von der Vormoderne bis zum modernen patriarchalen Männlichkeitsideal.
3. Konsequenzen für die Gesundheit: Hier werden die negativen Auswirkungen des männlichen Rollenverständnisses auf das Gesundheitsbewusstsein und die Inanspruchnahme medizinischer Hilfe untersucht.
3.1. Psychische Erkrankungen: Dieses Kapitel thematisiert die psychischen Belastungen, die aus Leistungsdruck, Arbeitssucht und der Unterdrückung von Emotionen im Rahmen der männlichen Identität resultieren.
3.2. Physische Erkrankungen: Der Fokus dieses Kapitels liegt auf der statistisch belegten höheren krankheitsanfälligkeit und Mortalität von Männern im Vergleich zu Frauen, bedingt durch körperliches Fehlverhalten.
4. Zusammenfassung: Das Fazit resümiert, dass das männliche Rollenbild wesentlich zur Verschlechterung der Männergesundheit beiträgt und betont die Notwendigkeit weiterer medizinischer Aufklärung und Forschung.
5. Quellenverzeichnis: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Monographien, Aufsätze, Printmedien und elektronischen Quellen auf.
Schlüsselwörter
Männlichkeit, Rollenverhalten, Männergesundheit, Sozialisation, Geschlechterrollen, Leistungsgesellschaft, Psychische Gesundheit, Mortalität, Männlichkeitsideal, Prävention, Geschlechtervergleich, Macht-Stress-Spirale, Männerkrankheiten, Körperbild, Sozialwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der sozialen Konstruktion von Männlichkeit und deren realen Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit des Mannes in der modernen Gesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die historische Entwicklung des Männlichkeitsideals, den Prozess der Sozialisation in Geschlechterrollen sowie die daraus resultierenden negativen Gesundheitsfolgen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob und inwieweit das männliche Rollenverhalten ursächlich für eine erhöhte gesundheitliche Vulnerabilität und kürzere Lebenserwartung bei Männern ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer und psychologischer Konzepte sowie der Auswertung aktueller statistischer Daten zur Gesundheitsversorgung und Mortalität.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden das männliche Selbstverständnis, spezifische psychische Belastungen wie Burn-out und Arbeitssucht sowie physische Krankheitsrisiken durch riskantes Verhalten detailliert analysiert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Männlichkeit, Rollenverhalten, Männergesundheit, soziale Konstruktion, Leistungsdruck und Geschlechterrollen.
Wie beeinflusst das männliche Ideal den Arztbesuch?
Das Idealbild verlangt Stärke und Unabhängigkeit; der Besuch beim Arzt wird oft als Eingeständnis von Schwäche wahrgenommen, was Männer davon abhält, rechtzeitig medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Warum wird von einer "Macht-Stress-Spirale" gesprochen?
Der Begriff beschreibt den Zusammenhang zwischen dem Streben nach Macht und beruflichem Status und der daraus resultierenden Zunahme psychischer Störungen, da die hart erkämpften Positionen unter hohem Druck verteidigt werden müssen.
- Arbeit zitieren
- Anton Roos (Autor:in), 2005, Die Gesundheit der Männer – Direkte Folge des Rollenverhaltens?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137063