Die Fragestellung, die dieser Arbeit zugrunde liegt, beschäftigt sich zunächst mit den Möglichkeiten und Herausforderungen des Einsatzes Neuer Medien im Fremdsprachenunterricht. Dabei soll auf die Vorteile der Neuen Medien im Unterricht eingegangen werden, gleichsam sollen jedoch auch mögliche Schwierigkeiten und Probleme aufgezeigt werden.
Der Englischunterricht bildet im Rahmen dieser Problematik die Grundlage, das heißt, dass insbesondere auf solche digitalen Medien eingegangen wird, deren Einsatz im Englischunterricht sinnvoll ist. Jedoch soll die Fachdidaktik anderer Bereiche dabei nicht gänzlich außer acht gelassen werden, sondern für weitere Möglichkeiten inspirierend sein.
Die Einsatzmöglichkeiten Neuer Medien im Englischunterricht sollen genauer untersucht werden, wobei der Computer nicht nur als Werkzeug, sondern auch als Kommunikations- und Informationsmedium hervorgehoben werden soll. Anhand eines praktischen Beispiels soll abschließend verdeutlicht werden, welche Auswirkungen die Arbeit mit Neuen Medien auf den Fremdsprachenunterricht haben können, etwa auf die Verschiebung der Rolle des Lehrers und der Schüler im Vergleich zu der Arbeit mit herkömmlichen Unterrichtsmedien.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Perspektiven Neuer Medien im Englischunterricht
1.1 Neue Medien und konstruktivistisches Lernen
1.2 Vorteile des Computereinsatzes im Fremdsprachenunterricht
1.3 Herausforderungen beim Einsatz Neuer Medien im Englischunterricht
2. Einsatzmöglichkeiten Neuer Medien im Englischunterricht
2.1 Computer als Werkzeug
2.2 Computer als Kommunikationsmedium
2.3 Computer als Informationsmedium
3. Computereinsatz am Beispiel eines Internet-Projekts
3.1 Vorbereitung und Zeitplan eines WWW-Projekts
3.2 Lehrerrolle bei Internetprojekten im Unterricht
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz Neuer Medien im Englischunterricht unter Berücksichtigung konstruktivistischer Lernkonzepte. Ziel ist es, die Möglichkeiten und Herausforderungen moderner computergestützter Technologien kritisch zu beleuchten, ihre didaktische Einbettung zu analysieren und den Wandel der Rollen von Lehrern und Schülern in einer zunehmend digitalen Lernumgebung zu bewerten.
- Konstruktivistische Ansätze und offene Lernformen
- Einsatzmöglichkeiten des Computers als Werkzeug, Kommunikations- und Informationsmedium
- Strukturierung und Planung von Internet-Projekten (Webquests)
- Rollenveränderung von Lehrkräften hin zu Moderatoren und Coaches
- Förderung von Lernerautonomie und interkultureller Kompetenz
Auszug aus dem Buch
Computer als Werkzeug
Lernsoftwareprodukte, die Vokabel- und Grammatikprogramme integrieren, nutzen den Werkzeugcharakter des Computers. Diese Form des CALL (Computer Assisted Language Learning) bietet fertig aufbereitete Lerninhalte auf mittlerweile qualitativ hochwertigem Niveau, so dass von einem interaktiven Charakter zwischen Lerner und Computerprogramm gesprochen werden kann. Lernsoftwareprodukte werden oft in Verbindung mit einem Lehrwerk angeboten, d.h. es handelt sich um Lehrwerk-basierte Software, die den zu behandelnden Sprachstoff nach dem Muster computergestützter Interaktionen (zum Beispiel Lückentexte oder Multiple-Choice-Aufgaben) aufbereitet. Ein Programm wird als anspruchsvoll und konstruktivistisch bezeichnet, wenn es sich auf unterschiedlichen Ebenen verzweigt und keine starre Linearität aufkommen lässt. So müssen sich die Lerner selber fragen, welche Bereiche sie bearbeiten wollen (vgl. Kallenbach, Ritter 28). Außerdem sollte die Software an jeder Stelle Hilfen anbieten, so dass dem Nutzer jederzeit die Orientierung im Lernprogramm gewährleistet ist. Unterschiedliche Lösungswege sollten dabei nicht nur zugelassen, sondern explizit propagiert und bewertet werden.
Entsprechend der Lerneingaben müssen differenzierte Rückmeldungen gegeben werden können, d.h. ein Feedback sollte sowohl für falsche als auch für richtige Antworten möglich sein. Ebenso hilfreich ist die Einbindung multimedialer Elemente zur Anregung des spielerisch-entdeckenden Lernens. Die audio-visuelle Integration von Lernhilfen und Rückmeldungen kann Assoziationen aktivieren, die mehrkanalige Vernetzung von Strukturen im mentalen Lexikon bewirken und das Hör- und Sehverstehen schulen (vgl. Rüschoff 228). Die Softwareprodukte sollten lerntheoretischen, psycholinguistischen Erkenntnissen Rechnung tragen und den Lernprozess als Interaktion begreifen: „Bei der Gestaltung computergestützter Materialien ist zu bedenken, dass Lernen ein interaktiver, dynamischer Prozess ist, in dem neues Wissen und Bewusstheit, also systemische Kompetenz und Verständnis für Zusammenhänge erwerbbar gemacht werden müssen.“ (Rüschoff 427)
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Bedeutung Neuer Medien im Bildungskontext und definiert das Ziel der Arbeit, Möglichkeiten und Herausforderungen ihres Einsatzes im Englischunterricht aufzuzeigen.
1. Perspektiven Neuer Medien im Englischunterricht: Es wird die Verbindung zwischen konstruktivistischen Lerntheorien und dem Medieneinsatz hergestellt sowie die Vorteile und Herausforderungen einer digitalen Lernumgebung diskutiert.
2. Einsatzmöglichkeiten Neuer Medien im Englischunterricht: Dieses Kapitel differenziert die Rollen des Computers als vielseitiges Werkzeug, Kommunikationsmedium und Informationsquelle im Unterrichtsalltag.
3. Computereinsatz am Beispiel eines Internet-Projekts: Hier werden die praktische Planung von Webquests und die sich verändernden Anforderungen an die Lehrkräfte bei der Begleitung autonomer Lernprozesse detailliert beschrieben.
4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Notwendigkeit einer didaktisch reflektierten Integration Neuer Medien, die traditionelle Unterrichtsformen ergänzt, statt sie vollständig zu ersetzen.
Schlüsselwörter
Neue Medien, Englischunterricht, Konstruktivismus, Computergestütztes Lernen, CALL, Internet-Projekt, Webquest, Lernerautonomie, Lehrerrolle, Multimedialität, Informationsgesellschaft, Interkulturelles Lernen, Lernstrategien, Fachdidaktik, digitale Bildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration und didaktischen Einordnung von digitalen Medien im Fremdsprachenunterricht, insbesondere Englisch, um Lernprozesse zu modernisieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf konstruktivistischen Lernkonzepten, dem Einsatz von Hard- und Software im Unterricht, der Gestaltung von Internet-Projekten sowie der veränderten pädagogischen Lehrerrolle.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Neue Medien den Englischunterricht bereichern können, ohne dabei die notwendige fachdidaktische Führung durch die Lehrkraft und die grundlegende Spracharbeit zu vernachlässigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse aktueller medienpädagogischer Fachliteratur und der Auswertung praxisorientierter Konzepte für den Fremdsprachenunterricht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen, die vielfältigen Einsatzszenarien für Computer und Internet sowie konkrete Anleitungen und Zeitpläne für webbasierte Unterrichtsprojekte erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Neue Medien, Lernerautonomie, Webquest, konstruktivistisches Lernen, CALL, interkulturelle Kompetenz und mediengestützte Unterrichtsplanung.
Wie verändert sich durch den Medieneinsatz die Rolle des Lehrers?
Die Lehrkraft wandelt sich von einer instruktiven Instanz zunehmend zu einem Coach oder Moderator, der Lernprozesse begleitet, Strukturen vorgibt und bei der Qualitätssicherung von Informationen unterstützt.
Warum ist die „Vorstrukturierung“ trotz des autonomen Lernens so wichtig?
Ohne klare Leitlinien und fachliche Vorbereitung drohen Schüler durch Informationsüberlastung oder den Zugriff auf unseriöse Quellen ineffektive Lernpfade zu wählen, was zu Zeitverlust und Demotivation führen kann.
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- Silvia Hennig (Author), 2002, Neue Medien im Englischunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137102