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Paulus Orosius "Historiae adversum paganos". Konstruktion eines universalen Geschichtswerkes mit christlich-apologetischer Intention

Título: Paulus Orosius "Historiae adversum paganos". Konstruktion eines universalen Geschichtswerkes mit christlich-apologetischer Intention

Trabajo , 2019 , 23 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Klaus Altenbach (Autor)

Filosofía - Filosofía de la Edad Antigua
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Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist es, am Text dieses einzigartigen Werkes zu ergründen, wie der Autor aus den ihm vorliegenden Quellen seine spezielle Art der Geschichtsschreibung konstruiert. Von besonderem Interesse ist dabei, wie er zur Umsetzung der auftragsgemäßen Absicht, das Christentum zu verteidigen, die historischen Fakten mit geschichtstheologischen Ansätzen neu interpretiert. Nach einer kurzen Einführung in die Vita des Autors und die Entstehungsgeschichte seines Werkes beschäftigt sich der Hauptteil dieser Arbeit mit der genannten Fragestellung und vergleicht anschließend Orosius' Schlussfolgerungen mit denen seines Meisters Augustinus. Der letzte Teil widmet sich der enormen Wirkungsgeschichte, welche die orosianischen Historiae insbesondere im Mittelalter entfaltet haben, wo das Werk in keiner angesehenen Bibliothek fehlen durfte.

Der große Philosoph und Kirchenvater der Spätantike Augustinus von Hippo verteidigte im frühen 5. Jahrhundert das Christentum gegen immer lauter werdende Vorwürfe aus der römischen Gesellschaft, die Abkehr von den traditionellen Opferriten seit der konstantinischen Wende habe das Römische Reich gegenüber den Barbaren verwundbar gemacht. Besonders die Plünderung der Stadt Rom durch die Goten unter Alarich im Jahr 410 wurde als Fanal angesehen.

In dieser Zeit begegnete Augustinus dem jungen, talentierten Presbyter Paulus Orosius aus Galicien, der in Nordafrika Asyl gesucht hatte. Er beauftragte ihn, in Ergänzung seines begonnen Werkes De civitate Dei eine Weltgeschichte "wider die Heiden" zu verfassen, die seine apologetischen Bemühungen für das Christentum wirksam unterstützen sollte. Orosius erfüllte diesen Auftrag, indem er nach kurzer Zeit sein universales siebenbändiges Geschichtswerk Historiae adversum paganos vorlegte, das in der Tradition der großen antiken Historiografen stand, aber mit sehr eigenständiger Rhetorik und geschichtstheologischer Raffinesse aufwartete.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Autor und Werk

2.1 Vita des Orosius

2.2 Entstehung der Historiae adversum paganos

3. Geschichtskonstruktion und -theologie

3.1 Orosius' Intention - Apologetische Geschichtsschreibung

3.2 Providentialismus - Gottes Wirken in der Geschichte

3.3 Raum und Zeit - Weltreiche und Epochen

3.4 Rom und Christentum - eine providentielle Verbindung

3.5 Orosius und Augustinus - zwei ungleiche Autoren

4. Rezeption und Wirkungsgeschichte

4.1 Unmittelbare Auswirkungen im 5. Jahrhundert

4.2 Rezeption im Mittelalter

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Paulus Orosius in seinem Werk "Historiae adversum paganos" eine spezifische Form der Geschichtsschreibung konstruiert, um das Christentum gegen zeitgenössische Vorwürfe zu verteidigen. Aufbauend auf einer Analyse der Quellen und der geschichtstheologischen Ansätze des Autors wird aufgezeigt, wie historische Fakten durch ein christlich-apologetisches Narrativ neu interpretiert werden, wobei ein besonderer Fokus auf dem kritischen Vergleich mit den Ansichten seines Meisters Augustinus von Hippo liegt.

  • Konstruktion eines universalen christlichen Geschichtswerks
  • Analyse der geschichtstheologischen Grundlagen und des Providentialismus
  • Untersuchung der "Rom-Theologie" und der Verbindung von Christentum und Staat
  • Vergleich der Wirkungsintentionen von Orosius und Augustinus
  • Wirkungsgeschichte und Rezeption des Werkes im Mittelalter

Auszug aus dem Buch

3.1 Orosius' Intention - Apologetische Geschichtsschreibung

Es ist viel spekuliert worden, an welche Adressaten Orosius sein Werk richtet, da dies die Konstruktion seiner Geschichtsschreibung beeinflusst. Der Titel Historiae adversum paganos lässt vordergründig vermuten, dass es sich hier ohne nähere Spezifikation um „die Heiden" handelt und er sich aufgrund seiner nicht allzu komplexen Sprache eher an ein zumindest lesekundiges Massenpublikum wendet. Dafür sprechen eine Reihe von Indizien:

Obwohl Orosius mit biblischen Texten und ihrer Exegese sehr vertraut war, verzichtet er, für einen christlichen Autor in auffallender Weise, weitgehend auf Bibelzitate, die für ein paganes Publikum kaum überzeugend wirken würden. Seine Strategie ist eher, den göttlichen Plan im Lauf der säkularen Geschichte nachzuweisen. Nennenswerte Anteile alttestamentlicher Geschichten, wie z.B. die Sintflut oder den Exodus, findet man nur sehr kurz in wenigen Kapiteln des ersten Buchs dargestellt. Orosius weist auf diese Zurückhaltung auch selbst hin:

Nur dann, wenn heidnische Historiker etwas von unseren grundsätzlichen Aussagen an irgendeiner Stelle berührt haben, wird dies an der Stelle, an der es begegnet, ausführlicher dargestellt. (Hist. I, 3, 6)

Neuere Forschungen vermuten dagegen aufgrund der ausgefeilten Rhetorik vielmehr die Absicht einer „Dreieckskommunikation“, die sich an diejenigen Christen oder dem Christentum nahestehenden Personen richtet, die in der Lage sind, die öffentliche Debatte zu beeinflussen. Ihnen will er damit die rhetorischen Mittel an die Hand geben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert den historischen Kontext der Entstehung der "Historiae" als Reaktion auf die Plünderung Roms und definiert das Ziel der Arbeit, die apologetische Geschichtskonstruktion des Orosius zu ergründen.

2. Autor und Werk: Das Kapitel behandelt die Vita des Orosius und die Entstehungsumstände seines Werkes unter Berücksichtigung der von ihm genutzten historischen Quellen.

3. Geschichtskonstruktion und -theologie: Dieser Hauptteil analysiert die apologetische Intention, das Gottesbild des Providentialismus, die Reiche-Theorie sowie das besondere Verhältnis von Rom und Christentum und den Vergleich zwischen Orosius und Augustinus.

4. Rezeption und Wirkungsgeschichte: Hier wird die Wirkung des Werkes sowohl unmittelbar im 5. Jahrhundert als auch seine langanhaltende Bedeutung als mittelalterliches Standardwerk untersucht.

5. Fazit: Das Kapitel resümiert die Ergebnisse und beurteilt die Leistung des Autors, trotz faktischer Ambivalenzen ein hochwirksames, sorgfältig konstruiertes Geschichtswerk geschaffen zu haben.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Paulus Orosius, Historiae adversum paganos, Apologetik, Geschichtstheologie, Augustinus von Hippo, Providentialismus, Weltreiche, Romtheologie, Spätantike, Geschichtsschreibung, Christentum, Heiden, Pax Romana, Rezeption, Mittelalter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Werk "Historiae adversum paganos" des Kirchenschriftstellers Paulus Orosius im Kontext der christlichen Apologetik des 5. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die christliche Geschichtsdeutung, das Konzept der göttlichen Vorsehung (Providentialismus), die Bedeutung des Römischen Reiches für den Heilsplan und die apologetische Motivation gegen pagane Kritik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Orosius historische Fakten narrativ umgestaltet, um nachzuweisen, dass das Christentum und der römische Staat in einer providentiellen Verbindung stehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textanalytische Untersuchung, die das Orosius-Werk in seinen historischen Quellenkontext einbettet und mit den theologischen Positionen des Augustinus vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der apologetischen Rhetorik, der "Regna-Theorie", der Rolle von Augustus im Heilsplan und dem Verhältnis zwischen Orosius und seinem Lehrmeister Augustinus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Apologetik, Geschichtstheologie, Romtheologie, Providentialismus und das Spannungsfeld zwischen paganer Tradition und christlicher Transformation.

Gibt es Unterschiede in der Geschichtsauffassung zwischen Orosius und Augustinus?

Ja, während Augustinus die irdische Welt als defizitär betrachtet, erkennt Orosius eine sukzessive Verbesserung der Verhältnisse im Römischen Reich als Vorbereitung auf das Christentum.

Wie bewerten aktuelle Historiker Orosius?

Neben seiner Bedeutung als Geschichtsschreiber wird heute verstärkt seine Rolle bei der Förderung religiöser Intoleranz diskutiert, was eine ambivalente Beurteilung ermöglicht.

Warum blieb das Werk im Mittelalter so bedeutsam?

Die Kombination aus gewissenhafter Chronistenarbeit und einem schlüssigen, teleologischen Geschichtsbild machte es für Jahrhunderte zum Standardwerk der lateinischen Gelehrtenwelt.

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Detalles

Título
Paulus Orosius "Historiae adversum paganos". Konstruktion eines universalen Geschichtswerkes mit christlich-apologetischer Intention
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz  (Philosophisches Seminar)
Curso
Religion und Philosophie der gemeinsamen Geschichte
Calificación
1,0
Autor
Klaus Altenbach (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
23
No. de catálogo
V1371043
ISBN (PDF)
9783346905468
ISBN (Libro)
9783346905475
Idioma
Alemán
Etiqueta
Orosius Spätantike Augustinus Römisches Reich Geschichtstheologie Apologetik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Klaus Altenbach (Autor), 2019, Paulus Orosius "Historiae adversum paganos". Konstruktion eines universalen Geschichtswerkes mit christlich-apologetischer Intention, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1371043
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