„Essstörungen stellen ein ernst zu nehmendes gesundheitliches Problem dar. Obwohl sich Betroffene der unterschiedlichen Krankheitsbilder u. a. in ihrem Erscheinungsbild beträchtlich unterscheiden, ist es doch allen Essgestörten gemeinsam, dass das lebensnotwendige „Essen“ ein erhebliches psychosomatisches Problem, oft mit körperlichen, psychischen und sozialen Konsequenzen geworden ist.“ Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Anhand dieser Hausarbeit möchte ich versuchen zu erläutern, von welcher Bedeutung Essen und Nahrungsaufnahme für bestimmte Personen sein kann. Hierbei beschreibe ich zunächst Definitionen und Elemente der verschiedenen Essstörungen. Nach der Betrachtung der Krankheiten, diskutiere ich besonders den Faktor Schönheitsideal als Element der Entstehung von Essstörungen.
Besonders in unserer modernen, westlichen Gesellschaft ist dieses Thema von großer Relevanz. In der Arbeit mit jungen und heranwachsenden Mädchen treffe ich oft auf bedenkliches Verhalten und auch Unkenntnis. Ich möchte versuchen, zu einer kritischen Betrachtung von Schönheitsideal und -wahn anzuregen, indem ich einerseits dessen Bedeutung für die Entstehung von Essstörungen erläutere und andererseits versuche, Aufklärung über die Störungen als solche zu bieten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Wort
2. Essstörungen
2.1. Adipositas und Obesitas
2.2. Anorexia nervosa
2.2.1. Exkurs: Geschlechterrolle der Frau
2.3. Bulimia nervosa
2.4. Binge-Eating-Störung
3. Bedeutung von Schönheitsidealen in unserer Gesellschaft
4. Schönheit im Kontext der globalisierten und medialen Welt
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die psychosomatische Bedeutung von Essen und Nahrungsaufnahme sowie die Rolle soziokultureller Faktoren bei der Entstehung von Essstörungen. Dabei wird analysiert, inwieweit moderne Schönheitsideale und medial vermittelte Normen als Auslöser für gestörtes Essverhalten wirken, insbesondere bei jungen Frauen.
- Definition und klinische Einordnung verschiedener Essstörungen (ICD-10/DSM-IV)
- Analyse der Rolle des Schönheitsideals als Entstehungsfaktor
- Einfluss der Geschlechterrolle auf Körperbild und Identität
- Wirkung von Medien und globalisierten Schönheitsnormen
- Sozialarbeiterische Ansätze zur Prävention und Aufklärung
Auszug aus dem Buch
2.1. Adipositas und Obesitas
Adipositas bezeichnet einen Fettreichtum, Obesitas eine Fettleibigkeit, beides resultiert aus einem unbalancierten Energiehaushalt. Die Ursachen dafür sind in drei Bereichen anzusiedeln. Zum einen kann eine Störung des Hunger-Appetit-Sättigungs-Mechanismus das Ernährungsverhalten beeinflussen, zum anderen genetische, biologische Voraussetzungen des Körperbaus und der -funktionen (in Wechselwirkung mit psychologischen und sozialen Faktoren), ebenso wie auch Fehlfunktionen der Stoffwechselorgane und -prozesse. Durch die Kombination mehrerer Aspekte sind Kausalitätsbeziehungen nicht immer eindeutig zu benennen. Daher gibt es auch keine einheitliche Therapieform und -ablauf (Gniech, 2002, S. 206).
Unterschieden wird die Adipositas, wie einführend oben erläutert, in verschiedene Schweregrade. Schweregrad I beginnt bei einem BMI von 30,0. Ab einem BMI von 35,0 handelt es sich um einen Schweregrad II und von einer extremen Adipositas, Schweregrad III spricht man ab einem BMI größer als 40 (Vgl. Tabelle S. 4).
Untersuchungen des Essverhaltens ergaben Unterschiede zwischen normal- und übergewichtigen Personen. So sei bei übergewichtigen Menschen die Außenreizabhängigkeit wesentlich stärker ausgeprägt, als bei schlanken. Dies bedeutet, die Wahrnehmung von Nahrung durch verschiedene Sinne führe zu einem großen Verlangen nach Essen, dem auch – unabhängig von Appetits-, Hunger- oder Sattheitsgefühl - nachgegangen wird. Frau Prof. Dr. Gniech stellt eine These zur Entstehung dessen auf, es sei durch Sozialisierungsprozesse ausgebildet, als eine Art Ersatzbefriedigung für einen Mangel an Liebe und Zuwendung (Vgl. Gniech, 2002, S. 207).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitende Wort: Einführung in die Thematik der Essstörungen und Darlegung der Zielsetzung der Hausarbeit.
2. Essstörungen: Darstellung der medizinischen Definitionen und Klassifikationen von Essstörungen sowie Adipositas.
2.1. Adipositas und Obesitas: Erläuterung der Ursachen, Schweregrade und psychologischen Hintergründe von Fettleibigkeit.
2.2. Anorexia nervosa: Beschreibung der Symptomatik, Diagnosekriterien und psychodynamischen Erklärungsmodelle der Magersucht.
2.2.1. Exkurs: Geschlechterrolle der Frau: Diskussion des Einflusses gesellschaftlicher Rollenzuschreibungen auf Identität und Körperbild.
2.3. Bulimia nervosa: Untersuchung des Krankheitsbildes der Bulimie, inklusive der verschiedenen Ausprägungen und Kompensationsmechanismen.
2.4. Binge-Eating-Störung: Definition der Binge-Eating-Störung und Abgrenzung zu anderen Essstörungen.
3. Bedeutung von Schönheitsidealen in unserer Gesellschaft: Analyse der historischen und kulturellen Wandlungsfähigkeit von Schönheitsidealen.
4. Schönheit im Kontext der globalisierten und medialen Welt: Untersuchung des Einflusses moderner Medien und des Schlankheitswahns auf das Essverhalten.
5. Schlussbetrachtung: Fazit und Ausblick auf die Relevanz sozialarbeiterischer Interventionen in der Präventionsarbeit.
Schlüsselwörter
Essstörungen, Adipositas, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Binge-Eating-Störung, Schönheitsideal, Körperbild, Medien, Sozialarbeit, Prävention, ICD-10, Essverhalten, Geschlechterrolle, Selbstwertgefühl, Diätdruck
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die psychosomatischen und sozialen Hintergründe von Essstörungen und deren Verflechtung mit gesellschaftlichen Normen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind klinische Essstörungen, der Einfluss von Schönheitsidealen, geschlechtsspezifische Sozialisationsprozesse und die mediale Wirkung auf das Körperbewusstsein.
Welches Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Ursachen von Essstörungen zu schaffen und aufzuzeigen, wie wichtig kritische Aufklärungsarbeit in der sozialen Arbeit ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um bestehende Definitionen und psychologische Erklärungsmodelle zusammenzuführen und kritisch zu hinterfragen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung klinischer Krankheitsbilder wie Adipositas, Anorexia und Bulimie sowie die Diskussion soziokultureller Einflussfaktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Essstörungen, Schönheitsideal, Medien, Körperbild, Prävention und soziale Faktoren.
Warum wird Adipositas in der Arbeit besonders betrachtet?
Adipositas dient als Fallbeispiel für eine Form der Gewichtsproblematik, die oft durch gesellschaftliche Stigmatisierung und psychische Belastungen verschärft wird.
Welche Rolle spielt die Geschlechterrolle bei Essstörungen?
Die Arbeit betont, dass insbesondere das moderne Frauenbild und der damit verbundene Erwartungsdruck wesentliche Katalysatoren für die Entstehung von Essstörungen sein können.
Was unterscheidet den Purging-Typ vom Non-Purging-Typ bei Bulimie?
Der Purging-Typ nutzt Erbrechen oder Laxantien zur Kompensation, während der Non-Purging-Typ auf Diäten, Fasten oder exzessiven Sport setzt.
Welchen Ansatz empfiehlt die Autorin für die Soziale Arbeit?
Sie empfiehlt eine interdisziplinäre Herangehensweise, die neben gesundheitlicher Aufklärung vor allem die Reflexion medialer Ideale und die Stärkung des Selbstwertgefühls fokussiert.
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- Dana Süß (Author), 2009, Essstörungen im Kontext von Schönheitsidealen und der medialen Welt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137443