Kreativität und Intelligenz


Hausarbeit, 2009

23 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorbemerkung

2 Einleitung

3 Kreativität
3.1 Begriffsbestimmung
3.2 Erfassung von Kreativität

4 Intelligenz
4.1 Begriffsbestimmung
4.2 Erfassung von Intelligenz

5 Kreativität und Intelligenz
5.1 Kreativität und Intelligenz als zwei eigene Konstrukte
5.2 Kreativität als Korrelat der Intelligenz

6 Diskussion und Fazit

Literatur

1 Vorbemerkung

Die vorliegende Arbeit „Kreativität und Intelligenz“ befasst sich mit den Gemeinsamkeiten und Eigenheiten der Konstrukte Kreativität und Intelligenz.

Verfasst wurde diese Arbeit im Rahmen des Seminars „Neurobiologische Grundlagen der differenziellen Psychologie“ an der Universität zu Köln im Sommersemester 2009.

Gewählt habe ich dieses Thema, da meiner Meinung nach kein einheitlicher Konsens darüber besteht, inwieweit beide Konstrukte miteinander zusammenhängen und die Meinungen in diesem Bereich weit auseinander gehen.

2 Einleitung

Amelang, Bartussek, Stemmler und Hagemann (2006) weisen darauf hin, dass Kreativität wie kaum eine andere psychologische Teildisziplin eine enorme Zunahme der publizierten Forschungsarbeiten seit Anfang des letzten Jahrhunderts zu verzeichnen hat.

Hierbei trat oft die Frage auf, inwieweit Kreativität mit Intelligenz korreliert.

Bis zum heutigen Zeitpunkt scheiden sich die Geister über die Gemeinsamkeiten und Eigenheiten beider Konstrukte.

Im Laufe der vorliegenden Arbeit soll ein Überblick über den aktuellen Stand der akademischen Debatte gegeben werden.

3 Kreativität

Neben dem akademischen Beitrag zur Kreativitätsforschung lässt sich häufig ein alltagspsychologisches Konzept finden. Unklar ist, inwiefern Kreativität als psychologisches Konstrukt geeignet ist, oder ob es nicht eher ein Eigenschaftsbereich ist, der viele unabhängige Eigenschaften beinhaltet (Asendorpf, 1996). In diesem Zusammenhang sollte darauf hingewiesen werden, dass in vielen gängigen Intelligenzmodellen Kreativität als Teilfähigkeit intelligenten Verhaltens angesehen wird. Nicht zuletzt deswegen, wird eine leidenschaftliche Debatte über die Abgrenzbarkeit beider Konstrukte geführt (Bröcher, 1989).

3.1 Begriffsbestimmung

Die wohl prägnanteste Begriffsbestimmung der Kreativität stammt von Baron (1965, zitiert nach Amelang et al., 2006), der sie als Fähigkeit, etwas Neues zu schaffen definiert.

Laut Guilford (1950, zitiert nach Asendorpf, 1996) zählen neben dieser Fähigkeit außerdem Sensitivität gegenüber Problemen, Flüssigkeit des Denkens, Originalität der Ideen und Flexibilität im Denken dazu.

Hinzukommend wird in diesem Zusammenhang auch oft die Nützlichkeit eines Produktes als charakteristisch angesehen (Amelang et al., 2006).

Dennoch sollte beachtet werden, dass über 60 verschiedene Definitionen von Kreativität existieren und bis zum heutigen Zeitpunkt keine einheitliche Begriffsbestimmung verwendet wird. Allen gemeinsam ist dabei jedoch der Aspekt der Neuigkeit und Nützlichkeit eines Produkts (Furnham & Bachtiar, 2008).

Im nächsten Abschnitt wird erläutert, wie kreative Leistung erfasst werden kann.

3.2 Erfassung von Kreativität

Kreativität wird meist anhand biographischer Methoden, Selbstbeurteilungsverfahren, Fremdbeurteilungsverfahren und psychometrischer Tests erfasst. Meist umfassen Kreativitätstests offene Formen der Beantwortung, da sich von diesem Vorgehen erhofft wird, Kreativität nicht nur in der Untersuchungssituation zu messen, sondern auch außerhalb dessen nachzuvollziehen (Amelang et al., 2006).

Da eine Vielzahl von Kreativitätstests existiert, kann hier nur auf einzelne eingegangen werden.

Im Mittelpunkt steht die Erfassung durch psychometrische Tests.

Einer der bekanntesten Ansätze geht auf Guilford (1967, zitiert nach Sarris, 1995) zurück. Er klassifiziert Kreativität als zeitstabiles Merkmal und differenziert dabei zwischen konvergentem und divergentem Denken. Konvergentes Denken dient zum Problemlösen und tritt häufig als Aufgabentyp in Intelligenztests auf.

Zur Erfassung der Kreativität steht das divergente Denken im Mittelpunkt. Divergentes Denken ist erforderlich um Aufgaben zu lösen, die nicht nur eine richtige Lösung haben, sondern mehrere Möglichkeiten zulassen. Determinanten des divergenten Denkens sind Ideenflüssigkeit, spontane Flexibilität und Originalität. Ausgewertet werden solche Tests durch geschulte Beurteiler und das Ausmaß der statistischen Seltenheit einer Antwort, dabei kommt es auf die Anzahl und Qualität der Lösungen an (Asendorpf, 1996).

Ein ebenso bekannter Kreativitätstest stammt von Wallach und Kogan (1965, zitiert nach Amelang et al., 2006). Sie griffen einen Kreativitätstest von Mednick (1962, zitiert nach Amelang et al., 2006) auf in dessen Mittelpunkt Assoziationen stehen. Die Probandinnen und Probanden haben die Aufgabe, zu drei vorgegeben Wörtern, die untereinander keine Verbindung haben, aber alle in assoziativer Beziehung zu einem Begriff stehen, diese vermittelnde Assoziation aufzudecken. Laut Wallach und Kogan unterscheiden sich die weniger Kreativen von den Hochkreativen durch eingangs große Geschwindigkeit beim Produzieren von Assoziationen aber einer schnellen Abnahme. Hochkreative dagegen benötigen anfangs mehr Zeit, kreieren dafür jedoch länger Assoziationen und originellere Ideen.

Laut Amelang et al. (2006) bleibt dabei die Frage unklar, ob ein Mensch als kreativ gilt, wenn er hin und wieder überragende kreative Leistungen erbringt oder eher wenn er sein Leben lang passable aber dafür häufig kreative Leistungen erbringt.

Aufgrund solcher Unklarheiten kritisiert Nicholls (1972, zitiert nach Amelang et al., 2006) den Trait-Ansatz im Bereich Kreativität. Er fordert stattdessen die Beschäftigung mit kreativen Produkten und den Bedingungen für kreatives Verhalten.

An dieser Stelle sollte darauf hingewiesen werden, dass nicht in jedem Fall davon ausgegangen werden kann, dass hohe Werte in einem Kreativitätstest auch zwangsläufig überdurchschnittlich schöpferische Leistung determinieren. Hierzu sind weitere Persönlichkeitsmerkmale und situative Bedingungen erforderlich (Amelang et al.,2006).

4 Intelligenz

Um einen Überblick über die akademische Debatte der Gemeinsamkeiten und Eigenheiten der Konstrukte Kreativität und Intelligenz zu geben wird im nächsten Abschnitt das Konstrukt der Intelligenz näher erläutert. Vorab sollte angemerkt werden, dass sich keine übereinstimmende Begriffsbestimmung des Intelligenzkonstrukts wiedergeben lässt, da die Wissenschaft sich bis heute nicht auf eine einheitliche Definition einigen konnte. In Folge dessen wird Intelligenz oft als das charakterisiert, was ein Intelligenztest misst (Asendorpf, 1996).

4.1 Begriffsbestimmung

Intelligenz ist die innerhalb der Psychologie am besten untersuchte Persönlichkeitseigenschaft. Schon im neunzehnten Jahrhundert versuchte Galton diese anhand psychologischer Tests zu erfassen. Seit diesem Zeitpunkt beschäftigten sich zahlreiche Wissenschaftler mit dem Konstrukt der Intelligenz, so auch Spearman (1904), der eines der bis heute am meist verwendeten und bekannten Intelligenzstrukturmodelle entwickelte, die sogenannte Zwei-Faktoren-Theorie. Diese postuliert einen gemeinsamen Faktor (g-Faktor) und einen speziellen Faktor (s-Faktor). Es wird davon ausgegangen, dass allen Einzelleistungen, dem s-Faktor, eine gemeinsame Intelligenzbedingung, der g-Faktor, zugrundeliegt. Noch heute bestehen Intelligenztests aus mäßig korrelierten Subtests und können somit neben den speziellen Intelligenzfaktoren auch einen gemeinsamen Faktor erfassen. Heutige Wissenschaftler betrachten Intelligenz als eine zeitstabile, normalverteilte Eigenschaft (Asendorpf, 1996).

Um etwas genauer auf eine mögliche inhaltliche Begriffsbestimmung einzugehen, soll an dieser Stelle auf Sternberg (1997, zitiert nach Oerter & Montada, 2002) hingewiesen werden, der Intelligenz als die Fähigkeit, sich neuen Umweltgegebenheiten anzupassen und diese zu verändern definiert. Zimbardo & Gerrig (2004) gehen in Ihrer Definition noch einen Schritt weiter und bezeichnen Intelligenz als die globale Fähigkeit, von Erfahrungen zu profitieren und über die in der Umwelt vorliegenden Informationen hinauszugehen. Während früher davon ausgegangen wurde, dass Intelligenz ein Bündel konkreter Leistungen ist, die ein Test misst, sieht man Intelligenz heute eher als Ergebnis mentaler Prozesse, die sich in verschiedenen Situationen verschieden manifestieren (Oerter & Montada, 2002).

Wie bereits oben geschildert, lässt sich nicht eindeutig festlegen, was Intelligenz umfasst. Übertrieben formuliert hieße das, es existieren so viele Intelligenzarten wie Intelligenztests (Amelang et al., 2006).

4.2 Erfassung von Intelligenz

Die heutige wissenschaftliche Intelligenzmessung erfolgt durch Intelligenztests, die aus verschiedenen Subtests bestehen. Die einzelnen Subtests erfassen unterschiedliche Merkmale der Intelligenz und werden später verrechnet, so dass eine Gesamtsumme gewonnen wird. Diese Summe wird dann entsprechend transformiert und ein Intelligenzquotient Wert (IQ-Wert) kommt zustande. IQ-Werte sind normalverteilt mit einem Mittelwert von hundert und einer Standardabweichung von fünfzehn. Praktisch gesehen bedeutet das, dass sich 68 Prozent der Population im mittleren Bereich der Intelligenzwerte ansiedeln. Etwa 32 Prozent aller Menschen sind somit über- oder unterdurchschnittlich intelligent (Oerter & Montada, 2002).

Der im deutschen Sprachraum wohl am häufigsten verwendete Intelligenztest ist der Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Erwachsene (HAWIE), den es auch für Kinder gibt (HAWIK). Er erfasst kristalline und fluide Intelligenz. Fluide Intelligenz umfasst die Fähigkeit komplexe Zusammenhänge und Probleme zu erkennen und zu lösen. Dazu zählen Denken, Wahrnehmung und Gedächtnis. Die fluide Intelligenz nimmt im Alter ab.

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Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Kreativität und Intelligenz
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1.3
Autor
Jahr
2009
Seiten
23
Katalognummer
V137612
ISBN (eBook)
9783640455355
ISBN (Buch)
9783640455492
Dateigröße
545 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kreativität, Intelligenz
Arbeit zitieren
Maria Christ (Autor), 2009, Kreativität und Intelligenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137612

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