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Wilde und domestizierte große Pflanzenfresser in der Landschaft

Ein auf die Megaherbivorentheorie fußendes modernes Konzept der Landschaftspflege und Entwicklung als Überlebenschance für bedrohte Megaherbivoren am Beispiel des europäischen Wisents (bison bonasus)

Title: Wilde und domestizierte große Pflanzenfresser in der Landschaft

Examination Thesis , 2006 , 92 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marion Plog (Author)

Biology - Botany
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Summary Excerpt Details

Diese Examensarbeit beschäftigt sich mit den wilden und domestizierten großen Pflanzenfressern, die zu Landschaftspflegezwecken eingesetzt werden. Zu Beginn werde ich auf die natürliche Vegetation Mitteleuropas verweisen und aufzeigen, wie eine solche Landschaft ohne anthropogenen Einfluss ausgesehen hätte. Dabei soll die Mosaik-Zyklus-Theorie näher erläutert werden. Im Anschluss daran werde ich auf den Einfluss der großen Herbivoren auf die Landschaft eingehen. Hier werden die Tiere vorgestellt, die während der letzten Eiszeit und des davor liegenden Interglazials vorgekommen sind.

Im weiteren Verlauf der Arbeit werden die Ausrottung und das Aussterben der Megaherbivoren thematisiert. Neben der umstrittenen Klimahypothese soll auch auf den Einfluss des jagenden Menschen auf die Tierwelt Mitteleuropas hingewiesen und die damit zusammenhängende Overkillhypothese vorgestellt werden. Danach gehe ich auf die Megaherbivoren im Quartär ein. Hier werden die Tiere genannt, die ohne den Menschen heute noch in unserer Gegend, in Mitteleuropa, leben würden und welche ökologischen Nischen diese besetzten würden. Die Megaherbivorentheorie soll hierbei ebenfalls Erwähnung finden. Des Weiteren wird die Huteweidung vorgestellt. Auf die Aufgaben der Landschaftspflege wird hier ebenfalls verwiesen.

Um einige ausgewählte Beispiele für den Einsatz von großen domestizierten und wilden Pflanzenfressern in der Landschaftspflege aufzuzeigen, werde ich im weiteren Verlauf der Examensarbeit einige ausgewählte Pferde- und Rinderrassen vorstellen, ihre Abstammung und ihren Lebensraum definieren und ihre Eignung für die Pflege diskutieren. Einige bereits umgesetzte landschaftspflegerische Projekte mit diesen Tieren sollen ebenfalls erwähnt werden. Als Beispiel für einen wilden Megaherbivoren dient der Wisent im dann folgenden Kapitel. Neben der Biologie des Tieres, werden die ehemalige Verbreitung, die Ausrottung und die Rückkehr von Bison bonasus beschrieben. Auch mit Wisenten geplante Projekte werden näher vorgestellt. Ein Experteninterview mit dem Leiter eines dieser Projekte folgt anschließend. Den Abschluss dieser wissenschaftlichen Examensarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt für die Sekundarstufe I stellt eine Schlussbetrachtung zum Thema dar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung und Gang der Untersuchung

2 Landschaftsgestaltung durch Herbivoren

2.1 Die natürliche Vegetation Mitteleuropas

2.1.1 Bisheriges Bild

2.1.2 Die Mosaik-Zyklus-Theorie

2.2 Einfluss der großen Herbivoren auf die Landschaftsstruktur

2.2.1 Tiere der letzten Eiszeit und des davor liegenden Interglazials

2.2.2 Ausrottung/Aussterben der Megaherbivoren

2.2.2.1 Die Klimahypothese

2.2.2.2 Der Einfluss des jagenden Menschen auf die Tierwelt Mitteleuropas – die Overkillhypothese

2.3 Megaherbivoren und Landschaft im Quartär - die Megaherbivorentheorie

2.3.1 Die natürlich vorkommenden Herbivoren Mitteleuropas im Quartär ohne Einfluss des Menschen

2.3.2 Ökologische Nischen der Herbivoren des Interglazials

3 Huteweidung

3.1 Begriffsdefinition und Bedeutung

3.2 Aufgabe der Landschaftspflege

4 Landschaftspflege durch große Pflanzenfresser

4.1 Pferde in der Landschaftspflege und ihre Eignung

4.1.1 Abstammung und Lebensraum

4.1.2 Vorstellung einiger typischer Pferderassen und ihr Einsatz in der Landschaftspflege

4.1.2.1 Das Exmoor-Pony

4.1.2.2 Das Przewalski-Pferd

4.1.2.3 Konik

4.1.2.4 Tarpan

4.1.2.5 Weitere Pferderassen

4.2 Rinder in der Landschaftspflege und ihre Eignung

4.2.1 Abstammung und Lebensraum

4.2.2 Vorstellung ausgewählter Rinderrassen und ihr Einsatz in der Landschaftspflege

4.2.2.1 Heckrind

4.2.2.2 Highland

4.2.2.3 Galloway

5 Große wilde Pflanzenfresser – Landschaftspflege als Überlebenschance für bedrohte und einheimische Megaherbivoren am Beispiel des Wisents

5.1 Biologie des Wisents

5.2 Ehemalige Verbreitung und Ausrottung

5.3 Rückkehr

5.4 Bedrohung in heutiger Zeit

5.5 Einsatz in der Landschaftspflege als Überlebenschance

5.6 Experteninterview mit dem Diplom-Biologen Uwe Lindner

6 Resümee und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz großer wilder und domestizierter Pflanzenfresser (Megaherbivoren) als innovatives Konzept für die Landschaftspflege. Ziel ist es, die ökologische Bedeutung dieser Tiere aufzuzeigen, um den Erhalt bedrohter Lebensräume und Arten sicherzustellen und eine kostengünstige Alternative zur mechanischen Mahd zu bieten.

  • Historische Rolle von Großtieren bei der Landschaftsgestaltung (Megaherbivorentheorie)
  • Ursachen für das Aussterben der eiszeitlichen Megafauna
  • Eignung verschiedener Pferde- und Rinderrassen für Beweidungsprojekte
  • Fallbeispiel Wisent: Biologie, Schutzbemühungen und Wiederansiedlung
  • Bedeutung der Huteweidung für die Biodiversität

Auszug aus dem Buch

4.1.2.1 Das Exmoor-Pony

Das Exmoor-Pony gilt als letzter reiner Nachfahre des eiszeitlichen Urponys, als unverfälschteste und ursprünglichste Pferderasse Nordwest- und Mitteleuropas.

Typisch für dieses Tier sind die hell umrandeten Augen (Krötenaugen), das kleiefarbene „Mehlmaul“ und die heller gefärbten Innenseiten der Schenkel und des Bauches. Der Körperbau ist eher stämmig. Das Exmoor-Pony besitzt eine breite Stirn und kurze, dicke, spitze Ohren und eine tiefe, breite Brust. Der Rücken ist mittellang und die Lende kräftig ausgebildet. Es handelt sich bei dieser Pferderasse um ein Pony mit trockenem Fundament, kräftigen Gelenken und harten Hufen, die einen sicheren Tritt gewährleisten. Generell lässt sich sagen, dass Exmoor-Ponys einen guten Charakter besitzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung und Gang der Untersuchung: Einführung in die Problematik der Landschaftsgestaltung durch Megaherbivoren und Erläuterung des methodischen Vorgehens der Arbeit.

2 Landschaftsgestaltung durch Herbivoren: Analyse der natürlichen Vegetationsdynamik und des historischen Einflusses großer Pflanzenfresser auf das Landschaftsbild.

3 Huteweidung: Untersuchung der historischen Waldweide-Tradition und ihrer Bedeutung für die Offenhaltung von Landschaften.

4 Landschaftspflege durch große Pflanzenfresser: Praktische Anwendung und Eignung verschiedener Rinder- und Pferderassen in modernen Beweidungsprojekten.

5 Große wilde Pflanzenfresser – Landschaftspflege als Überlebenschance für bedrohte und einheimische Megaherbivoren am Beispiel des Wisents: Detaillierte Darstellung des Wisents als Modellorganismus für Artenschutz und ökologische Landschaftspflege.

6 Resümee und Ausblick: Kritische Würdigung der Megaherbivorentheorie und Bewertung der Chancen für zukünftige Naturschutzkonzepte.

Schlüsselwörter

Megaherbivoren, Landschaftspflege, Beweidung, Naturschutz, Biodiversität, Wisent, Exmoor-Pony, Heckrind, Highland-Rind, Galloway, Huteweidung, Artenvielfalt, Mosaik-Zyklus-Theorie, Overkillhypothese, Wiederansiedlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ökologischen Funktion großer Pflanzenfresser bei der Gestaltung von Kultur- und Naturlandschaften sowie ihrem Potenzial zur Förderung der Biodiversität.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Fokus stehen die Megaherbivorentheorie, die Rolle der Huteweidung, die Eignung domestizierter Rassen für den Naturschutz sowie die spezifische Schutzsituation des Wisents.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der gezielte Einsatz großer Pflanzenfresser eine ökologisch sinnvolle und ökonomisch tragfähige Alternative zu herkömmlichen Pflegemaßnahmen wie der Mahd darstellt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Examensarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse wissenschaftlicher Fachquellen und Projektdokumentationen basiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der mitteleuropäischen Landschaft, stellt verschiedene für die Beweidung geeignete Rinder- und Pferderassen vor und erörtert die Biologie und Wiederansiedlung des Wisents.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Megaherbivoren, Landschaftspflege, Artenvielfalt, Beweidung, Wisent, Naturschutz sowie spezifische Rinderrassen wie Galloway und Highland.

Warum spielt das Exmoor-Pony eine besondere Rolle in der Landschaftspflege?

Es gilt als sehr robuste, ursprüngliche Rasse, die hervorragend an raue Witterung angepasst ist und in Naturschutzgebieten wie dem Solling effizient zur Offenhaltung von Flächen beiträgt.

Welche Bedrohungen verhindern aktuell den Erfolg des Wisent-Schutzes?

Neben der starken genetischen Verarmung (Genetischer Flaschenhals) und Anfälligkeit für Krankheiten sind es vor allem die Zersiedelung der Landschaft, Wilderei und mangelnde Akzeptanz in der Landwirtschaft.

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Details

Title
Wilde und domestizierte große Pflanzenfresser in der Landschaft
Subtitle
Ein auf die Megaherbivorentheorie fußendes modernes Konzept der Landschaftspflege und Entwicklung als Überlebenschance für bedrohte Megaherbivoren am Beispiel des europäischen Wisents (bison bonasus)
College
University of Cologne
Grade
1,0
Author
Marion Plog (Author)
Publication Year
2006
Pages
92
Catalog Number
V137653
ISBN (eBook)
9783668687424
ISBN (Book)
9783668687431
Language
German
Tags
wilde pflanzenfresser landschaft megaherbivorentheorie konzept landschaftspflege entwicklung überlebenschance megaherbivoren beispiel wisents
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marion Plog (Author), 2006, Wilde und domestizierte große Pflanzenfresser in der Landschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137653
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