Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Thema der qualitativen Erhebung sozialpsychologischer Phänomene im Alltag in Form von Interviews. Hierfür wurde das Phänomen der „Sich-selbst-erfüllenden-Prophezeiung” (self-fulfilling prophecy) in Bezugnahme auf Horoskope gewählt.
Nach einer umfassenden Literaturrecherche zum Thema Interviews als qualitative Erhebungsmethode, als auch zum Thema „Sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung”, wurden die Daten anhand eines semistrukturierten Interviews (Leitfadeninterviews) erhoben. Es gab demnach einen einheitlichen Interviewleitfaden in Form eines Fragenkatalogs zum Thema “Horoskope”.
Bei jedem Proband wurden die Antworten auf unterschiedliche Weise protokolliert, zum Beispiel in Form von Audioaufzeichnungen oder handschriftlichen Mitschriften. Dies diente der eigentlichen Beantwortung der Frage, inwiefern mithilfe von Interviews, sozialpsychologische Phänomene im Alltag qualitativ und bestmöglich untersucht werden können.
Die Ergebnisse der Erhebung haben gezeigt, dass Horoskope (für diejenigen, die daran glauben), durchaus eine Beeinflussung auf das Verhalten verursachen können, wodurch sich die Prognose aus dem Horoskop (möglicherweise) selbst erfüllt.
Viel wichtiger, und bezogen auf das eigentliche Thema dieser Arbeit konnte zusätzlich aufgezeigt werden, dass nicht nur die Wahl der Interviewform, sondern vor allem auch die Art der Antwort-Protokollierung eine bedeutende Rolle dabei spielt, wie ein sozialpsychologisches Phänomen (hier das der „Sich-selbst-erfüllenden-Prophezeiung”) erhoben werden kann.
Die Wahl der jeweils geeigneten Art der Antwort-Protokollierung ist damit unverzichtbar für eine qualitative Erhebung von sozialpsychologischen Phänomenen, nicht zuletzt um die Prinzipien der Vollständigkeit, Genauigkeit, Objektivität und Verständlichkeit sicherzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorie
3 Methodik
4 Ergebnisse
5 Diskussion
6 Anhang
6.1 Anhang A - Fragenkatalog
6.2 Anhang B - Antwortprotokoll
6.3 Anhang C - Audiotranskription
6.4 Anhang D - Handschriftliche Notizen
6.5 Anhang E - Antwortprotokoll L.
6.6 Anhang F - Antwortprotokoll H.
6.7 Anhang G - Datenschutzerklärungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht qualitativ, inwiefern Interviews als Erhebungsmethode geeignet sind, um sozialpsychologische Phänomene im Alltag – speziell die „Sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung“ anhand von Horoskopen – zu erfassen und welche Rolle die Wahl der Antwortprotokollierung dabei spielt.
- Qualitative Erhebungsmethodik und Leitfadeninterviews
- Die „Sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung“ als sozialpsychologisches Phänomen
- Einfluss von Horoskopen auf das Verhalten im Alltag
- Vergleich verschiedener Antwort-Protokollierungstechniken
- Methodenreflexion der qualitativen Forschung
Auszug aus dem Buch
Methodik
Um das sozialpsychologische Phänomen der „Sich-selbst-erfüllenden-Prophezeiung” im Zusammenhang mit Horoskopen zu untersuchen, wurden semistrukturierte Interviews (Leitfadeninterviews) durchgeführt. Die Interviews sind hierbei auf drei verschiedene Arten protokolliert worden: Entweder wurden die zentralen Aussagen der gegebenen Antworten durch den Interviewer auf einem leeren Blatt handschriftlich mitgeschrieben oder durch ein vorgefertigtes Antwortprotokoll erfasst. Die dritte Variante der Protokollierung stellte eine Audio-Aufzeichnung dar, welche im Anschluss transkribiert wurde.
Da es von Bedeutung war, dass die Probanden zu dem gewählten Thema (Horoskop) etwas beitragen können, wurde bei der Stichprobenauswahl darauf geachtet, dass die Befragten auch an Horoskope glauben und diese (für sich) nutzen.
In Anbetracht der Tatsache, dass sich das Hauptmerkmal dieser Arbeit auf die Frage richtet, inwiefern mithilfe von Interviews sozialpsychologische Phänomene im Alltag qualitativ untersucht werden können und dadurch, dass für die Untersuchung lediglich 5 Versuchspersonen benötigt wurden, fand die Stichprobenauswahl ausschließlich im Freundeskreis statt. Für die Erhebung wurden demnach Freunde angefragt, die an Horoskope glauben. Die Probanden waren im Alter zwischen 20 und 30 Jahren.
Die Interviews wurden innerhalb von zwei Wochen, meistens am frühen Abend (gegen 19 Uhr) durchgeführt, da zu diesem Zeitpunkt die meisten Befragten Zeit hatten. Vier der fünf Interviews fanden am gleichen Ort statt. Hier standen jedes Mal Tee und Kekse bereit und Interviewer und Befragter saßen sich am Tisch gegenüber. Der Erhebungsort war allgemein sehr ruhig und weitestgehend frei von (möglicherweise) ablenkenden Reizen. Lediglich ein Interview wurde aufgrund geografischer Distanz per Video-Call durchgeführt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der „Sich-selbst-erfüllenden-Prophezeiung“ ein und definiert das Forschungsziel, mittels qualitativer Interviews den Einfluss von Horoskopen auf das Alltagsverhalten zu prüfen.
2 Theorie: Hier werden die wissenschaftlichen Grundlagen, insbesondere das Thomas-Theorem sowie bekannte Studien wie der Pygmalion-Effekt, als theoretisches Gerüst für die Untersuchung dargelegt.
3 Methodik: Dieses Kapitel erläutert das Forschungsdesign, inklusive der Stichprobenauswahl, der Durchführung der Leitfadeninterviews und der verschiedenen angewandten Protokollierungstechniken.
4 Ergebnisse: Hier wird der Prozess der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring beschrieben, anhand dessen die Interviewdaten kategorisiert und ausgewertet wurden.
5 Diskussion: Dieses Kapitel reflektiert kritisch die Vor- und Nachteile der gewählten Erhebungsmethode, bewertet die Auswirkungen der Protokollierung auf den Gesprächsverlauf und gibt Ausblicke auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
6 Anhang: Dieser Teil enthält die ergänzenden Dokumente der Untersuchung, wie etwa den Fragenkatalog, Protokollvorlagen und Transkripte.
Schlüsselwörter
Qualitative Forschung, Sozialpsychologie, Sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung, Horoskope, Leitfadeninterviews, Methodenreflexion, Antwortprotokollierung, Grounded Theory, Inhaltsanalyse, Pygmalion-Effekt, Alltagsverhalten, Explorative Untersuchung, Validität, Reliabilität, Datenerhebung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der qualitativen Analyse sozialpsychologischer Phänomene, indem sie untersucht, wie Interviews zur Erhebung von Einstellungen und Verhaltensweisen – konkret im Kontext von Horoskop-Glauben – eingesetzt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die „Sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung“, die methodische Gestaltung von Leitfadeninterviews sowie die kritische Reflexion qualitativer Protokollierungsarten.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es herauszufinden, ob und inwieweit Vorhersagen aus Horoskopen das Verhalten derer, die daran glauben, tatsächlich beeinflussen und wie diese Prozesse qualitativ am besten untersucht werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurden semistrukturierte Leitfadeninterviews durchgeführt. Die Auswertung der Daten folgte methodisch der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung des methodischen Vorgehens bei der Erhebung, eine Ergebnisanalyse mittels Kategorisierung sowie eine abschließende Diskussion der methodischen Stärken und Schwächen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Qualitative Forschung, Sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung, Leitfadeninterviews und Methodenreflexion geprägt.
Welchen Einfluss hatte die Wahl der Protokollierungsmethode auf die Ergebnisse?
Die Art der Protokollierung (Audio versus handschriftliche Notizen) beeinflusste maßgeblich den Gesprächsfluss und die Detailtiefe der Antworten; Audio-Aufzeichnungen ermöglichten eine flüssigere Interaktion, während handschriftliche Notizen den Dialog stärker strukturierten oder unterbrachen.
Warum wurde der Freundeskreis als Stichprobe gewählt?
Die Wahl fiel auf den Freundeskreis, um eine entspannte Atmosphäre zu gewährleisten und den Zugang zu Probanden zu erleichtern, die eine gewisse Offenheit gegenüber dem Thema Horoskope mitbrachten, wobei jedoch auch die Gefahr des Versuchsleitereffekts diskutiert wurde.
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- Anonym (Author), 2021, Interviews zur qualitativen Erhebung sozialpsychologischer Phänomene im Alltag, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1382118