In Folge der Globalisierung gewinnt die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Regionen an Bedeutung. Die Förderung des wirtschaftlichen Wachstums wird mehr und mehr zu einer Kernaufgabe der Raumentwicklungspolitik (BMVBS 2007b: 1).
Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Metropolregionen zu. In unserem Siedlungssystem nehmen Metropolregionen die Spitzenstellung ein, denn sie zeichnen sich durch ihre Größe, ihre enge Integration in das globale Städtesystem und ihre herausragenden Funktionen aus (ADAM & GÖDDECKE-STELLMANN 2002: 513). Die Ministerkonferenz für Raumordnung definiert
Metropolregionen als „räumliche und funktionale Standorte, deren herausragende Funktionen im internationalen Maßstab über die nationalen Grenzen hinweg ausstrahlen“ (BICK 2008: o.S.).
Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die Metropolregion Halle/Leipzig-Sachsendreieck.
Infolge der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung haben die Städte Dresden und Leipzig wichtige Industriestandorte und Dienstleistungsfunktionen verloren (BAUER 2007: 95). Da weder Dresden noch Leipzig die Funktionen einer Metropolregion alleine erfüllen konnten, wurden die Regionen Dresden, Leipzig-Halle und Chemnitz-Zwickau als europäische Metropolregion ausgewiesen.
Im Mittelpunkt der Arbeit steht einerseits die Frage: Welche Möglichkeiten der räumlichen
Weiterentwicklung der Metropolregion Halle/Leipzig-Sachsendreieck gibt es, die zu einer
Stärkung einer möglichen Metropolregion Mitteldeutschland beitragen können? Andererseits
die These: Der Name Metropolregion Halle/Leipzig-Sachsendreieck definiert die Region zu
eng. Ein greifbarer Name wie Metropolregion Mitteldeutschland ist notwendig.
Entsprechend der Fragestellung und der These ist die Arbeit in drei Teile gegliedert. Im ersten
Teil wird anhand von Daten und Fakten die IST-Situation der Metropolregion Halle/Leipzig-
Sachsendreieck dargestellt. Der zweite Teil analysiert die Entwicklungsperspektiven der
Metropolregion. Es werden mögliche Weiterentwicklungen der Kooperation innerhalb der
Metropolregion anhand von vier Szenarien beschrieben. Im letzten Teil werden die
Kernfunktionen der Metropolregion betrachtet. Es wird untersucht, welche
Entwicklungsperspektiven bei einer Erweiterung um die Thüringer Städtereihe und den
Oberzentren Sachsen-Anhalts bestehen. Eine Zusammenfassung schließt die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 IST-Situation: Metropolregion Halle/Leipzig-Sachsendreieck
3 Szenarien zur Kooperation
3.1 Szenario „MetroStatus quo - Metropolregion Sachsendreieck“
3.2 Szenario „MetroFlex - Variable Geometrie“
3.3 Szenario „MetroDuo - Mitteldeutschland und Dresden“
3.4 Szenario „MetroPlus - Erweiterte Metropolregion“
3.5 Scheitern durch Erweiterung? – Diskussion der Szenarien
4 Die Kernfunktionen der Metropolregion Halle/Leipzig-Sachsendreieck
4.1 Entscheidungs- und Kontrollfunktion
4.2 Innovations- und Wettbewerbsfunktion
4.3 Gateway-Funktion
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die räumlichen Entwicklungsmöglichkeiten und die Kooperationsstrukturen der Metropolregion Halle/Leipzig-Sachsendreieck. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie durch eine Erweiterung der Region – etwa um die Thüringer Städtereihe und die Oberzentren Sachsen-Anhalts – eine Stärkung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit erreicht werden kann und ob die bisherige Namensgebung die Region zu eng definiert.
- Analyse der IST-Situation der Metropolregion
- Entwicklung und Diskussion von vier Kooperationsszenarien
- Untersuchung der Kernfunktionen: Entscheidungs-, Innovations- und Gateway-Funktion
- Diskussion über die Notwendigkeit einer Umbenennung in "Metropolregion Mitteldeutschland"
Auszug aus dem Buch
3.2 Szenario „MetroFlex - Variable Geometrie“
Nach dem Szenario „MetroFlex - Variable Geometrie“ stellen die fünf Städte Chemnitz, Dresden, Halle, Leipzig und Zwickau den Kernraum der Metropolregion dar (Abb. 3). Die Städte in diesem „engeren Metropolraum“ sind gleichberechtigte Partner und haben gleiches Stimmrecht in allen Gremien (BMVBS 2007b: 52). Die umliegenden zehn Städte Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens stellen den „erweiterten Metropolraum“ dar (Abb. 3) (ebd.:52).
Vorteile: Die bestehende Kooperation zwischen Chemnitz, Dresden, Halle, Leipzig und Zwickau ist als Grundlage für eine Vertrauensbasis vorhanden (BMVBS 2007b: 53). Es besteht im „engeren Metropolraum“ ein geringerer Abstimmungsbedarf, da weniger Partner beteiligt sind (ebd.: 53).
Nachteile: Die Städte des „erweiterten Metropolraumes“ werden nicht bei allen Maßnahmen der Metropolregion einbezogen. Diese Städte könnten sich als Partner „zweiter Klasse“ verstehen (BMVBS 2007b: 53). Die Entwicklung von gemeinsamen Zielen und Projekten für den „engeren“ und „erweiterten“ Metropolraum kann sich aufgrund der vielen Partner schwierig gestalten (ebd.: 53).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die wachsende Bedeutung von Metropolregionen im Kontext der Globalisierung und stellt das Untersuchungsgebiet sowie die Forschungsfrage zur räumlichen Weiterentwicklung vor.
2 IST-Situation: Metropolregion Halle/Leipzig-Sachsendreieck: Dieses Kapitel beschreibt die Entstehungsgeschichte, die räumliche Verflechtung und die aktuelle Einbindung der beteiligten Oberzentren in die Metropolregion.
3 Szenarien zur Kooperation: Es werden vier verschiedene Modelle für die künftige Zusammenarbeit der Akteure dargestellt, deren Vor- und Nachteile diskutiert und hinsichtlich einer möglichen Erweiterung bewertet.
4 Die Kernfunktionen der Metropolregion Halle/Leipzig-Sachsendreieck: Eine Untersuchung der funktionalen Stärken und Schwächen der Region in den Bereichen Entscheidung, Innovation und Gateway-Funktion unter Berücksichtigung potenzieller Erweiterungsvorteile.
5 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer aktiven, ressourcenorientierten politischen Entscheidung für die zukünftige institutionelle Ausrichtung.
Schlüsselwörter
Metropolregion, Sachsendreieck, Halle, Leipzig, Dresden, Kooperation, Raumentwicklung, Szenario, Mitteldeutschland, Wettbewerbsfähigkeit, Kernfunktionen, Entscheidungsfunktion, Innovationsfunktion, Gateway-Funktion, Governance
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die gegenwärtige Situation und die künftigen Entwicklungsmöglichkeiten der Metropolregion Halle/Leipzig-Sachsendreieck im Kontext ihrer räumlichen Erweiterung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Zentrum stehen die Kooperationsmodelle zwischen den Städten der Region, die Analyse ihrer funktionalen Bedeutung sowie die Diskussion über eine strategische Neuausrichtung und Namensgebung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten der räumlichen Weiterentwicklung aufzuzeigen, die zur Stärkung der regionalen Zusammenarbeit und Wettbewerbsfähigkeit beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Szenario-Analyse, um verschiedene Organisationsformen der Kooperation kritisch gegenüberzustellen, ergänzt durch die Auswertung von Daten und vorhandenen Handlungsbeschreibungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme, eine detaillierte Szenario-Diskussion zur Kooperation sowie eine Analyse der drei Kernfunktionen: Entscheidung, Innovation und Gateway-Funktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Neben dem zentralen Begriff der Metropolregion sind Begriffe wie Kooperation, Wettbewerbsfähigkeit, Governance und die spezifischen regionalen Bezeichnungen wie Sachsendreieck und Mitteldeutschland maßgeblich.
Warum wird im Dokument eine Umbenennung in "Metropolregion Mitteldeutschland" diskutiert?
Die Autorin argumentiert, dass der aktuelle Name die Region zu eng definiert, die Kernstädte überbetont und die Bezeichnung für die internationale Vermarktung sowie die Einbindung neuer Partner ungeeignet ist.
Welche Risiken ergeben sich bei der im Dokument diskutierten räumlichen Erweiterung?
Die größte Gefahr besteht in einer Überdehnung der Koordinationskapazitäten, die zu einer Komplexitätsfalle führen kann, bei der gemeinsame Ziele aufgrund der Vielzahl an Akteuren kaum noch realisierbar sind.
- Quote paper
- Anja Wilde (Author), 2008, Metropolregion Halle/Leipzig-Sachsendreieck, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138362