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Antike „Ideen“ der Musik im Kanon

Seminararbeit aus Repertoirebildung und Kanon in der europäischen Musikgeschichte

Titel: Antike „Ideen“ der Musik im Kanon

Seminararbeit , 2006 , 16 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Mag. Art; Mag. Phil Heike Sauer (Autor:in)

Musik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In wellenartigen Strömungen erreichten antike Ideen – natürlich auch im Platon´schen Sinn zu verstehen – Europa und erfreuten oder erfreuen sich großer Beliebtheit. Schon von den Römern wurde die griechische Kultur zum Ideal erklärt, in der Renaissance wurde das Altertum sprichwörtlich wiederbelebt. Humanismus gilt heute als epochaler Weltanschauungsentwurf, und die Bezeichnungen Klassik und Klassizismus sprechen ebenfalls für in der Antike verwurzelte Ideen. Antike ist omnipräsent und in vielfältiger Weise in den (Bildungs)Kanon unserer Zeit eingeflossen.
In dieser Seminararbeit soll anhand von Beispielen gezeigt werden, dass antikes Erbe in unserer Tradition weiterlebt und zum Kanon geworden ist. Opernstoffe sind längst nicht alles, was geblieben ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Allgemein

2. Mythologie

2.1. Orpheus

2.2. Dionysos – Apollon

3. Musiktheorie

3.1. Pythagoras

3.2. Aristoxenos

4. Septem artes liberales

5. Ode, Pastorale und Oper

6. Schlussgedanke

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht den Einfluss antiker Ideen auf die europäische Musikgeschichte und deren Entwicklung zu einem festen kulturellen Kanon. Dabei wird analysiert, wie antike Konzepte in der Musiktheorie, Mythologie und den Künsten über Jahrhunderte rezipiert, transformiert und für ästhetische sowie philosophische Diskurse instrumentalisiert wurden.

  • Wirkungsgeschichte antiker Mythen und Gottheiten (Orpheus, Apollon, Dionysos)
  • Transformation musiktheoretischer Konzepte von Pythagoras bis zur Moderne
  • Bedeutung der Septem artes liberales für das mittelalterliche Bildungsideal
  • Verbindung von antiken Stoffen und musikalischen Gattungen wie Oper, Ode und Pastorale
  • Die Rolle der Antike als ideeller Bezugspunkt in der Musikästhetik

Auszug aus dem Buch

3.1. Pythagoras

Pythagoras (570 – 497) und seine Schule stehen für die Idee der Sphärenmusik. Diese vereinigt auf besondere Weise die Ideen der Musik, des Himmels und der Zahl. Irdische Musik wäre demnach eine Imitation der himmlischen Sphärenharmonie, die durch die Bewegung der Sterne entstehe. Die Sterne wiederum bewegten sich nach dem Prinzip der Zahlen. Die Einheit von Himmel, Harmonie und Zahl wäre somit gegeben.

Konkreter befassten sich die Pythagoreer mit der Intervalllehre, den Verhältnissen von Quarte, Quinte und Oktave: 4:3, 3:2, 2:1 (später auch mit dem Ganzton 9:8). Zusätzlich zu diesen symphonen (reinen) Klängen wurden emmelische (gut zusammenklingende) und ekmelische (nicht gut zusammenklingende) definiert. Dies soll durch zahlreiche physikalische Versuche erkannt und bewiesen worden sein. Die Frage nach dem Zeitpunkt, zu welchem das Monochord tatsächlich erfunden wurde, oder die Frage nach den Klangexperimenten mit Metallkörpern und gewichteten Saiten, die sich als physikalisch falsch herausgestellt haben und zum Teile erst rund 2000 Jahre später aufgeklärt und bewiesen wurden, muss weiterhin offen bleiben.

In Platons Schaffen spielt der Weltklang im Gegensatz zur Weltseele keine besonders relevante Rolle. Er beschreibt diesen als einen „Wohllaut“, gesungen von Sirenen, die auf Sternenkreisen platziert sind. Dennoch zählen für ihn Astronomie und Musik zu den verschwisterten Wissenschaften mathemata, die für die Wächter in seinen (Platons) Staatstheorien wichtig sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Allgemein: Einführung in die omnipräsente Wirkung antiker Ideen auf die europäische Kulturgeschichte, Religion und Philosophie.

2. Mythologie: Untersuchung der Bedeutung mythologischer Figuren wie Orpheus, Apollon und Dionysos für die musikalische Rezeption.

3. Musiktheorie: Analyse der einflussreichen mathematischen Theorien des Pythagoras sowie des Gegenentwurfs von Aristoxenos.

4. Septem artes liberales: Erläuterung der Systematisierung des antiken Wissens in das Trivium und Quadrivium als Grundlage des Bildungswesens.

5. Ode, Pastorale und Oper: Darstellung der historisch-ästhetischen Entwicklung von antiken Gattungen bis hin zum Musiktheater der Neuzeit.

6. Schlussgedanke: Resümee über das fortwährende Wirken antiker Formprinzipien und die Bedeutung des antiken Erbes in der zeitgenössischen Musikpraxis.

Schlüsselwörter

Antike, Musikgeschichte, Kanon, Pythagoreismus, Aristoxenos, Sphärenmusik, Mythologie, Oper, Orpheus, Septem artes liberales, Musiktheorie, Humanismus, Musikästhetik, Kulturgeschichte, Formprinzipien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die langanhaltende und tiefgreifende Wirkung antiker philosophischer, mythologischer und musiktheoretischer Ideen auf die europäische Musikgeschichte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die griechische Mythologie, antike Musiktheorie, das Bildungswesen der artes liberales sowie die Entwicklung spezifischer Gattungen wie Oper und Pastorale.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie antike Konzepte als Fundament für die europäische Repertoirebildung dienten und bis heute als kultureller Kanon fortwirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Arbeit, die historische Quellen und musikwissenschaftliche Literatur analysiert, um Zusammenhänge zwischen Antike und späterer Musiktradition darzulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung mythischer Figuren, einen Vergleich mathematischer vs. phänomenologischer Musiktheorie sowie die Analyse von Bildungsidealen und Gattungsentwicklungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Antike, Kanon, Musiktheorie, Pythagoreismus, Musikgeschichte und Mythologie sind die zentralen Begriffe der Arbeit.

Wie unterscheidet sich die Musikauffassung des Pythagoras von der des Aristoxenos?

Pythagoras vertrat die mathematische Proportionstheorie und die Idee der Sphärenharmonie, während Aristoxenos Musik primär als ein durch das Gehör wahrnehmbares, phänomenologisches Ereignis betrachtete.

Welche Rolle spielt die Oper in der Rezeption antiker Stoffe?

Die Oper griff bereits in ihren Anfängen auf antike Mythen zurück, wobei antike Ideale wie das Primat des Textes oder die Einheit der Künste die Entwicklung und Reformen des Musiktheaters nachhaltig beeinflussten.

Warum ist das "Y" im Wort "Bayern" ein Beispiel für die Wirkung der Antike?

Es illustriert die bewusste, oft idealisierende Rückbesinnung auf die griechische Antike (Philhellenismus) im 19. Jahrhundert, die sich sogar in der Sprache niederschlug.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Antike „Ideen“ der Musik im Kanon
Untertitel
Seminararbeit aus Repertoirebildung und Kanon in der europäischen Musikgeschichte
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Musikwissenschaft)
Veranstaltung
Repertoirebildung und Kanon in der europäischen Musikgeschichte
Note
sehr gut
Autor
Mag. Art; Mag. Phil Heike Sauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V138476
ISBN (eBook)
9783640468461
ISBN (Buch)
9783640468225
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antike Kanon Bildung Humanismus Orpheus Pythagoras
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mag. Art; Mag. Phil Heike Sauer (Autor:in), 2006, Antike „Ideen“ der Musik im Kanon, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138476
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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