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Korruption. Von korruptionshemmenden Institutionen und ihrem Ursprung

Titel: Korruption. Von korruptionshemmenden Institutionen und ihrem Ursprung

Essay , 2009 , 9 Seiten , Note: 2

Autor:in: Stefanie Ender (Autor:in)

Soziologie - Recht und Kriminalität
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Korruption gibt es in vielen Staaten der Welt. Im Jahr 2008 hatten sich Menschen auf einem zentralen Platz in Nookat in Kirgistan versammelt. Sie wollten mit Zustimmung der Behörden das Ende des Fastenmonats Ramadan feiern, und zwar so wie sie es die Jahre zuvor schon getan hatten. Die Zusammenkunft wurde ohne Begründung verboten und als Nachfragen kamen, rückten Spezialeinheiten aus Osch, der Gebietshauptstadt, ein. Es kam zu Ausschreitungen und Jugendliche wurden zu Haftstrafen bis zu 20 Jahren verurteilt. Viele Menschen der Region glauben, die Behörden hätten die Krawalle selbst herbei geführt, um einen Grund zur Auflösung des Zusammentreffens zu haben. Dieses Beispiel ist ein Indiz der korrupten Machenschaften des kirgisischen Staats. In Spanien, zum Beispiel, gibt liegt auch einiges im Argen. In den Regierungsjahren von José María Aznar hatte der Unternehmer Francisco Correa, laut Vorwürfen, einigen hohen Funktionären Sach- und Geldgeschenke gemacht, um Millionenverträge abschließen zu können. Bewiesen sind die Vorwürfe nicht, denn Correa hat bisher nicht gestanden. Allerdings zeigt dieser Vorwurf, dass es durchaus denkbar ist, dass in Spanien noch viele Korruptionsaffären unter verdeckter Hand laufen. Diese Beispiele stehen für viele Korruptionsfälle, bekannt gewordene wie auch unentdeckte, die es in den Staaten der Welt gibt. Im Folgenden werde ich zweigen, warum es in einigen Ländern mehr Korruption als in anderen gibt und welche Institutionen korruptionshemmend sind.[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung

3. Institutionen als Ursache von Korruption

3.1 Politische Institutionen

3.2 Wirtschaftliche Institutionen

4. Gesetzgebungstraditionen als Ursache von Institutionen

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der institutionellen Ausgestaltung eines Staates und seinem Korruptionsniveau. Dabei wird analysiert, wie spezifische politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie unterschiedliche Rechtstraditionen die Entstehung von korruptionshemmenden Strukturen beeinflussen und warum bestimmte Länder anfälliger für Korruption sind als andere.

  • Analyse der Rolle politischer Institutionen wie Gewaltenteilung und unabhängige Medien bei der Korruptionsprävention.
  • Untersuchung des Einflusses wirtschaftlicher Institutionen auf die Markttransparenz und die Verhinderung unrechtmäßiger Monopolstellungen.
  • Erläuterung der "Legal Origins"-Theorie zur Erklärung unterschiedlicher Gesetzgebungstraditionen ("common law" vs. "civil law").
  • Diskussion des Einflusses von Rechtstraditionen auf die Wirksamkeit von Kontrollmechanismen.

Auszug aus dem Buch

Gesetzgebungstraditionen als Ursache von Institutionen

Wenn es deutliche Unterschiede in den Korruptionsniveaus von verschiedenen Ländern gibt, bedeutet das auch, dass einige Länder korruptionshemmende Institutionen haben und andere wenige oder gar keine. Wie kommt es, dass sich in manchen Ländern diese Institutionen entwickelt haben? Die Antwort liegt meiner Meinung nach im Aufsatz "Economic Consequences of Legal Origins" von La Porta, Lopez-de-Silanes und Shleifer. Sie untersuchen die verschiedenen Gesetzgebungstraditionen und die dadurch entstandenen Institutionen. Mit Gesetzgebungstradition meinen sie den historischen Ursprung der Gesetzgebung eines Landes. Sie erklären, welche Folgen sich aus den Gesetzgebungstraditionen für die Institutionen der jeweiligen Länder ergeben und zeigen, unter anderen genannten Auswirkungen, die Korruption als eine Folge auf.

Sie sehen die Gesetzgebungstradition eines Landes als Ursache der spezifischen Gesetze und Regulierungen eines Landes. Sie weisen darauf hin, dass sich der Einfluss der Gesetzgebungstradition dabei nicht auf das Finanzwesen beschränkt. In den Ländern verschiedener Gesetzgebungstraditionen variieren Regierungsseigentum an Banken, die Belastung von Zugangsbeschränkungen zum Markt, Arbeitsmarktregulierungen, das Auftreten von militärischer Wehrpflicht und Regierungsbesitz an Medien. Die zwei am meisten verbreiteten Gesetzgebungstraditionen nennen die Autoren "common law" und "civil law". Das zivile Recht verbinden sie mit einem stärkeren Eingreifen der Regierung in die Wirtschaft. Das heißt der Staatsbesitz an Produktionsmitteln und die Regulierung des Marktes durch die Regierung sind bei "civil law"-Ländern mehr ausgeprägt als bei "common law"-Ländern. Diese Eigenschaften der "civil law"-Länder haben wiederum einen Einfluss auf den Markt. Sie begünstigen nämlich einen größeren Inoffiziellen Sektor, ein höheres Korruptionsniveau und eine höhere Arbeitslosigkeit. Das liegt daran, dass durch ein Eingreifen der Regierung in die Wirtschaft eine Demokratisierung der Marktchancen nicht oder eingeschränkt möglich ist. Wirtschaftsvorgänge werden nicht vorrangig am Preis-Leistungs-Verhältnis orientiert, sondern durch zentrale Anweisungen der Regierung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt anhand aktueller Beispiele die Relevanz des Korruptionsphänomens dar und formuliert die Fragestellung nach der Rolle korruptionshemmender Institutionen.

2. Begriffserklärung: In diesem Kapitel wird der Korruptionsbegriff definiert, wobei der Fokus auf dem Missbrauch von Macht innerhalb gesellschaftlicher und institutioneller Zusammenhänge liegt.

3. Institutionen als Ursache von Korruption: Dieser Abschnitt analysiert, wie politische Institutionen wie Wahlen und Medien sowie wirtschaftliche Rahmenbedingungen direkt zur Eindämmung von Korruptionspraktiken beitragen.

4. Gesetzgebungstraditionen als Ursache von Institutionen: Das Kapitel erläutert, wie historische Gesetzgebungstraditionen wie "common law" und "civil law" die heutige institutionelle Struktur und damit die Anfälligkeit für Korruption maßgeblich prägen.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass bestimmte Rechtstraditionen institutionelle Entwicklungen begünstigen, die Korruption erschweren oder fördern, wobei unabhängige Institutionen für die Kontrolle der Macht unerlässlich bleiben.

Schlüsselwörter

Korruption, Institutionenökonomie, Politische Institutionen, Wirtschaftliche Institutionen, Gesetzgebungstradition, Common Law, Civil Law, Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit, Markttransparenz, Machtmissbrauch, Korruptionsprävention, Demokratisierung, Medienkontrolle, Institutionenqualität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Ursachen von Korruption und untersucht, welche Rolle institutionelle Rahmenbedingungen innerhalb eines Staates spielen, um Korruption wirksam zu hemmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen politische Institutionen (wie Gewaltenteilung und freie Medien), wirtschaftliche Rahmenbedingungen und den Einfluss historischer Rechtstraditionen auf die institutionelle Qualität eines Landes.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, wie formale und effektive Unterschiede in politischen und wirtschaftlichen Institutionen zu verschiedenen Korruptionsniveaus führen und woher diese institutionellen Unterschiede stammen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und dem Vergleich existierender wissenschaftlicher Ansätze, insbesondere der institutionenökonomischen Forschung, wie sie von Jan Delhey sowie La Porta, Lopez-de-Silanes und Shleifer beschrieben wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Funktionen politischer Institutionen wie Wahlen, unabhängige Gerichte und Medien erörtert, gefolgt von einer Untersuchung wirtschaftlicher Faktoren und einem Vergleich von "common law" und "civil law" Rechtstraditionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Korruption, Institutionenökonomie, Gesetzgebungstraditionen, Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit und Markttransparenz.

Warum spielt die Gewaltenteilung eine so wichtige Rolle bei der Korruptionsbekämpfung?

Die Gewaltenteilung verhindert, dass Macht bei einer zentralen Instanz konzentriert bleibt. Durch die gegenseitige Kontrolle von Legislative, Judikative und Exekutive wird es für einzelne Akteure schwieriger, ihre Position für persönliche Vorteile zu korrumpieren.

Wie unterscheiden sich "common law" und "civil law" Länder in Bezug auf Korruption?

Die Arbeit führt aus, dass "civil law"-Traditionen tendenziell mit einem stärkeren staatlichen Eingreifen in die Wirtschaft korrelieren, was in manchen Fällen anfälliger für Korruption macht, während "common law"-Länder oft unabhängigere Justizsysteme und eine bessere Vertragssicherheit aufweisen.

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Details

Titel
Korruption. Von korruptionshemmenden Institutionen und ihrem Ursprung
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Seminare: Korruption und illegale Aktivitäten
Note
2
Autor
Stefanie Ender (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
9
Katalognummer
V139151
ISBN (eBook)
9783640491032
ISBN (Buch)
9783640490912
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Korruption Institutionen Ursprung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefanie Ender (Autor:in), 2009, Korruption. Von korruptionshemmenden Institutionen und ihrem Ursprung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139151
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Leseprobe aus  9  Seiten
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