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Migration. Ungleichheiten im deutschen Hochschulsystem, Benachteiligungen von ProfessorInnen mit Migrationshintergrund

Title: Migration. Ungleichheiten im deutschen Hochschulsystem, Benachteiligungen von ProfessorInnen mit Migrationshintergrund

Term Paper , 2022 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Rita Favata (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Wie ist erklärbar, dass es an deutschen Hochschulen und Universitäten so gut wie keine ProfessorInnen mit Migrationshintergrund gibt? Mithilfe folgender Hypothesen soll die Forschungsfrage beantwortet werden: Es wird vermutet, dass latente Mechanismen dazu führen, dass WissenschaftlerInnen mit Migrationshintergrund benachteiligt werden. Es wird vermutet, dass WissenschaftlerInnen mit Migrationshintergrund ausgebremst werden. Ziel dieser Arbeit ist, aufzuzeigen, inwiefern MigrantInnen in ihrem Bildungs-Lebenslauf benachteiligt werden.

Bildung und Migration sind die meist diskutierten Themen, seit die ersten Arbeits-Migranten nach Deutschland einwanderten. Alljährliche nationale (BMBF 2021) und internationale (PISA, OECD etc.) Studien belegen, dass in Deutschland die Herkunft beim Bildungserfolg eine beachtliche Rolle spielt. Wenn für alle Mitglieder einer Gesellschaft die Disposition zu gleichen Bildungschancen nicht garantiert ist, wird gegen eines der „zentralen bildungspolitischen Ziel[e] sozialstaatlich verfasster demokratischer Gesellschaften“ (Loeber und Scholz 2003) verstoßen. Die Bildungssoziologie beschäftigt sich schon seit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts mit der Forderung nach sozial gerechten Bildungschancen. Hierzu soll der Soziologe Pierre Bourdieu erwähnt werden, der mit seinem Konzept „Die Illusion der Chancengleichheit“ einen Wendepunkt in der kritischen Diskussion des gerechteren Zugangs zu Bildung markierte. Es ging ihm nicht nur um die Illusion der Chancengleichheit, sondern um die Reproduktion sozialer Ungleichheit durch das Bildungswesen selbst (Bourdieu und Passeron 1971). Mit der Chancen(un) gleichheit im deutschen Hochschulsystem befasst sich das vorliegende Projekt. Es wird untersucht, ob es an den höchsten deutschen Bildungsstätten, bei der höchsten Akademiker-Würde des Professors, der Professorin, an Vielfalt mangelt, denn Vielfalt führt zu mehr Qualität (vgl. BMAS 2022). Nicht nur die Industrie Deutschlands befindet sich im internationalen Wettbewerb, sondern gleichermaßen „[...] die klügsten und fleißigsten Forscher der Welt“ (Meyer 2009: 50) d.h. die WissenschaftlerInnen, die DoktorInnen und ProfessorInnen einer Hochschule oder Universität.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Bezugsrahmen

2.1 Soziale Ungleichheit nach Bourdieu

2.2 Soziale Ungleichheit und Bildung

2.3 Bildung

2.3.1 Definition Bildung

2.3.2 Bildung-Historie in Deutschland

2.3.3 Aktueller Stand

2.4 Migration

2.4.1 Definition Migration

2.4.2 Migration-Historie in Deutschland

2.4.3 Aktueller Stand

3. ProfessorInnen mit Migrationshintergrund an deutschen Hochschulen

4. Empirische Ergebnisse über die Ursachen der Benachteiligung

5. Diskussion und Perspektive

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, die Benachteiligungen von ProfessorInnen mit Migrationshintergrund im deutschen Hochschulsystem zu untersuchen und aufzuzeigen, inwiefern MigrantInnen in ihrem Bildungs-Lebenslauf sowie ihrer beruflichen Karriere im akademischen Kontext eingeschränkt werden. Dabei wird analysiert, ob latente Mechanismen oder strukturelle Hürden den Aufstieg in Professuren erschweren.

  • Soziale Ungleichheit und Bildungstheorien nach Bourdieu
  • Bildungshistorie und aktuelle Migrationsverläufe in Deutschland
  • Empirische Analyse der Situation von ProfessorInnen mit Migrationshintergrund
  • Rolle der Internationalisierung an deutschen Hochschulen
  • Diskussion über strukturelle vs. individuelle Diskriminierung

Auszug aus dem Buch

2.1 Soziale Ungleichheit nach Bourdieu

Einer der wirkungsreichsten Soziologen des vorigen Jahrhunderts war der französische Soziologe und Sozialphilosoph Pierre Bourdieu. 1930 in Denguin nahe den Pyrenäen in Südwestfrankreich geboren, wuchs er in einfachen Verhältnissen auf. Insofern ist sein sozialer Aufstieg zum gut dotierten Professor der Soziologie für jene Zeit recht unkonventionell. Mit seiner Berufung an das Collège de France und seinen Leistungen an der Pariser Elite-Hochschule École des hautes études en sciences sociales, stieg er bis in den Kern der Intellektuellenelite Frankreichs auf.

Die Médaille d’or des Centre National de Recherche Scientifique, die höchste akademische Auszeichnung Frankreichs, mit der er 1993 ausgezeichnet wurde, war eine seiner zahlreichen Ehrungen zeitlebens (vgl. Suhrkamp/Insel 2022). Als Akteur dieser Bildungselite entfaltete sich bei ihm desgleichen eine reflektierende Distanz, demzufolge er die inneren Machtmechanismen dieser Kreise belegen wollte und zu kritisieren beabsichtigte.

Mit seiner Habitus- und Kapitaltheorie untersuchte Bourdieu die sozialen Unterschiede in der Sozialstruktur der Gesellschaft. Seine Forschungsergebnisse ergaben, dass durch Kapital und Habitus soziale Ungleichheiten reproduziert werden (vgl. Bourdieu und Passeron 1971). In dem Werk, „Die Illusion der Chancengleichheit“, das er mit Jean-Claude Passeron verfasst hatte, überprüften beide Autoren ihre These >der Resistenz des Hochschulsystems<, das bedeutet, dass die Universitäten, trotz formalen Reformen, ihre Strukturen der Chancenungleichheiten aufrechterhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Verbindung von Bildung und Migration in Deutschland und stellt die Forschungsfrage nach den Ursachen für die geringe Präsenz von ProfessorInnen mit Migrationshintergrund.

2. Theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel erläutert die soziologischen Grundlagen sozialer Ungleichheit nach Bourdieu sowie die Bedeutung von Bildungs- und Migrationshintergründen für den Lebenslauf.

3. ProfessorInnen mit Migrationshintergrund an deutschen Hochschulen: Es wird die aktuelle Situation von AkademikerInnen mit Migrationsgeschichte im deutschen Hochschulbetrieb anhand relevanter Studien wie der MOBIL-Studie analysiert.

4. Empirische Ergebnisse über die Ursachen der Benachteiligung: Hier werden die Ergebnisse der MOBIL-Studie ausgewertet, um zu prüfen, ob und wie Herkunft und Diskriminierung die berufliche Laufbahn von ProfessorInnen beeinflussen.

5. Diskussion und Perspektive: Die Arbeit diskutiert die Falsifizierung der Hypothesen und reflektiert die Repräsentativität der Daten sowie mögliche Ansätze für zukünftige Forschung zur strukturellen Diskriminierung.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass trotz individueller Erfolge erhebliche Forschungslücken hinsichtlich institutioneller Hürden und spezifischer Migrantengruppen bestehen.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Bildungschancen, Migration, Migrationshintergrund, Bourdieu, Professur, Bildungssoziologie, Diskriminierung, Hochschulsystem, MOBIL-Studie, Chancengleichheit, Karriereverläufe, Internationalisierung, Meritokratie, Status.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Benachteiligungen von ProfessorInnen mit Migrationshintergrund im deutschen Hochschulsystem und hinterfragt die Gründe für deren scheinbare Unterrepräsentation.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Werk?

Zentrale Felder sind die soziologische Ungleichheitsforschung, die Entwicklung des deutschen Bildungssystems, Migrationsgeschichte sowie die spezifische Situation von WissenschaftlerInnen mit Migrationshintergrund.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, wie es erklärbar ist, dass an deutschen Hochschulen so gut wie keine ProfessorInnen mit Migrationshintergrund existieren, und ob latente Mechanismen oder Diskriminierung dabei eine Rolle spielen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Grundlage ist eine Literatur- und Sekundärdatenanalyse, insbesondere der bereits existierenden MOBIL-Studie, ergänzt durch soziologische Theorien von Pierre Bourdieu.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, einen Überblick über Bildung und Migration in Deutschland sowie eine detaillierte empirische Auswertung zur Lage von ProfessorInnen mit Migrationshintergrund.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Analyse?

Wesentliche Begriffe sind Migrationshintergrund, soziale Ungleichheit, Habitus, institutionelle Diskriminierung, Exzellenz und der akademische Karriereverlauf.

Wie unterscheidet die Studie verschiedene Migrationstypen unter Professoren?

Es werden Typen wie "Early Migrants", "Student Migrants" und "Professional Migrants" definiert, basierend auf dem Alter bei der Einwanderung nach Deutschland.

Welche Rolle spielt die soziale Herkunft bei der Berufung auf eine Professur?

Die Arbeit zeigt, dass der Zugang zu Professuren ein hochgradig sozial selektiver Prozess ist, bei dem akademischer Hintergrund und ökonomisches Kapital der Eltern eine signifikante Rolle spielen.

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Details

Title
Migration. Ungleichheiten im deutschen Hochschulsystem, Benachteiligungen von ProfessorInnen mit Migrationshintergrund
College
University of Hagen
Grade
1,7
Author
Rita Favata (Author)
Publication Year
2022
Pages
27
Catalog Number
V1391599
ISBN (PDF)
9783346933706
ISBN (Book)
9783346933713
Language
German
Tags
Migration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rita Favata (Author), 2022, Migration. Ungleichheiten im deutschen Hochschulsystem, Benachteiligungen von ProfessorInnen mit Migrationshintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1391599
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