In welchem Zusammenhang steht die Globalisierung zu neuartigen, hybriden Bedrohungen? Wie sollte sich die Bundesrepublik Deutschlands in Fragen zu hybriden Bedrohungen positionieren? Sind offensive militärische Cyberoperationen aus deutscher Perspektive in naher Zukunft ein adäquates Mittel zur Landes- und Bündnisverteidigung?
Ein kurzes Resümee soll diese Arbeit beenden, die obige Fragestellung erneut aufgreifen und in diesem Zuge eine kurze Zusammenfassung der Erkenntnisse geben. Ebenso wird ein Ausblick auf eine mögliche Weiterentwicklung der Fragestellung gegeben.
Die folgende Schlagzeile aus einem Artikel der Tagesschau von Juli 2020 soll stellvertretend für ein Füllhorn von Nachrichten stehen, welche in der medialen Berichterstattung kursieren: „Hacker haben in der EU erhebliche finanzielle Schäden angerichtet. Oft werden Russland und China als Drahtzieher vermutet. Jetzt hat die EU erstmals Sanktionen verhängt“ (Beckmann 2020). Man kommt kaum umher sich weitere Vorfälle ins Gedächtnis zu rufen: Von dem Abhören zahlreicher Bundestagsabgeordneter, über die Destabilisierung der Ukraine im Zuge der Krimannexion, bis hin zur Manipulation des iranischen Atomprogrammes. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Globalisierung und ihre sicherheitspolitischen Auswirkungen
3 Hybride Bedrohungen
3.1 Definition und weitere Ausführungen
3.2 Umgang mit hybriden Bedrohungen
4 Cyber- und Informationsraum
4.1 Herausforderungen für die deutsche Sicherheitspolitik
4.2 Positionierung Deutschlands im Cyber-War
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sicherheitspolitischen Auswirkungen der Globalisierung, insbesondere im Kontext von hybriden Bedrohungen sowie des Cyber- und Informationsraums, um daraus Handlungsempfehlungen für die Bundesrepublik Deutschland abzuleiten.
- Analyse sicherheitspolitischer Folgen der Globalisierung und Multipolarität
- Definition und Identifikation hybrider Bedrohungsphänomene
- Untersuchung der Verwundbarkeit kritischer Infrastrukturen im digitalen Raum
- Diskussion aktiver versus passiver militärischer Cyberstrategien
Auszug aus dem Buch
3.2 Umgang mit hybriden Bedrohungen
Anton Dengg und Michael N. Schurian stellen heraus, dass hybride Bedrohungen nicht isoliert betrachtet werden sollten: „Es gibt nicht die hybride Bedrohung, da diese aus divergierenden Variationen alternierender Kombinationen besteht und somit wechselweise Effekte und Stoßrichtungen erzeugt“ (Dengg/ Schurian 2015: 75). Daraus folgern sie, dass auch Lösungsansätze, Schutz- und Abwehrmechanismen vielfältig entwickelt werden sollten. Die wesentliche Leistung und Herausforderung eines Staates bestünde demnach darin, die Komplexität einer hybriden Bedrohungslage zu erkennen und in der gesamten Bandbreite Gegenmaßnahmen zu treffen (vgl. Dengg/ Schurian 2015: 75).
Die ersten Gegenmaßnahmen können bereits präventiv vor etwaigen und akuten Bedrohungslagen ergriffen werden. Beispielsweise durch die Regulierung von Fake-News und Desinformationskampagnen in sozialen Medien. „Der Ruf nach der Regulierung von Plattformen hat in den letzten Jahren zwar stark zugenommen, aber der Nationalstaat stößt dabei an seine Grenzen […]“ (Friedrich-Ebert-Stiftung 2018: 2). Nach einem Bericht der Friedrich-Ebert-Stiftung gilt es, neue Wege möglicher Regulierungen zu finden. Diese befinden sich jedoch im oft zitierten und sensiblen Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit der Gesellschaft (vgl. Friedrich-Ebert-Stiftung 2018: 1-2).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Themenfeld der hybriden Bedrohungen ein und formuliert die Forschungsfragen hinsichtlich der sicherheitspolitischen Positionierung Deutschlands.
2 Globalisierung und ihre sicherheitspolitischen Auswirkungen: Das Kapitel beleuchtet den strukturellen Wandel nach dem Kalten Krieg und identifiziert Globalisierung als treibenden Faktor für moderne Bedrohungsszenarien.
3 Hybride Bedrohungen: Hier werden der Begriff der hybriden Bedrohungen definiert und Strategien zur Reduzierung der staatlichen Verwundbarkeit durch Resilienz diskutiert.
4 Cyber- und Informationsraum: Dieses Kapitel analysiert den Cyberraum als Medium für hybride Angriffe und bewertet die Herausforderungen für die nationale Sicherheit sowie militärische Verteidigungsoptionen.
5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst ihre Ergebnisse zusammen und reflektiert die sicherheitspolitischen Schlussfolgerungen für die Bundesrepublik Deutschland.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Hybride Bedrohungen, Cyber-War, Informationsraum, Sicherheitspolitik, Bundeswehr, Resilienz, Kritische Infrastruktur, Landesverteidigung, Bündnisverteidigung, Digitalisierung, Machtprojektion, Strategie, Krisenfrüherkennung, Völkerrecht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den modernen sicherheitspolitischen Herausforderungen für die Bundesrepublik Deutschland durch Globalisierung, hybride Bedrohungsszenarien sowie den Cyber- und Informationsraum.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der sicherheitspolitischen Dynamik der Globalisierung, der Definition hybrider Kriegführung, der Resilienz gegenüber Cyberangriffen und der militärischen Strategie Deutschlands.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Globalisierung und hybriden Bedrohungen zu klären und zu bewerten, wie sich Deutschland sicherheitspolitisch positionieren sollte, insbesondere hinsichtlich militärischer Cyberoperationen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse von sicherheitspolitischen Fachpublikationen, Strategiepapieren wie dem Weissbuch des BMVg sowie ausgewählten Studien zur nationalen Sicherheitsstrategie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse globalisierungsbedingter Strukturveränderungen, die Defintion hybrider Methoden, den Schutz kritischer Basisinfrastrukturen und die Debatte über offensive militärische Cyberoperationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wesentlichen Begriffe sind hybride Bedrohung, Resilienz, Cyber-War, deutsche Sicherheitspolitik und kritische Infrastruktur.
Wie definiert der Autor das Konzept der Resilienz im Kontext der Sicherheit?
Resilienz wird als die Fähigkeit einer Gesellschaft beschrieben, Gefahren wirksam zu bewältigen, sich anzupassen und lebensnotwendige Basisfunktionen trotz auftretender Störungen aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen.
Welche Position nimmt die Arbeit zu offensiven militärischen Cyberoperationen ein?
Basierend auf den Analysen von Matthias Schulze schlussfolgert die Arbeit, dass Deutschland aufgrund operativer Risiken und außenpolitischer Destabilisierungspotenziale auf die Planung und Entwicklung strategischer offensiver Cyberoperationen verzichten sollte.
- Arbeit zitieren
- Michael Wagner (Autor:in), 2021, Globalisierung und die fünfte Dimension, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1391979