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Ist die Überwachung von Arbeitnehmern im Homeoffice zulässig? Arten der Arbeitnehmerüberwachung und Rechtsgrundlagen

Title: Ist die Überwachung von Arbeitnehmern im Homeoffice zulässig? Arten der Arbeitnehmerüberwachung und Rechtsgrundlagen

Bachelor Thesis , 2021 , 63 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Michelle Hasse (Author)

Law - Civil / Private / Industrial / Labour
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Der aktuellen Ausnahmesituation geschuldet, wird die Überwachung von Mitarbeitern am Arbeitsplatz immer präsenter. Durch den überraschenden Ausbruch der Corona-Pandemie Anfang des Jahres 2020 und dem damit einhergehenden enormen Gesundheitsrisiko sollten persönliche Kontakte sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld weitestgehend minimiert werden, sodass sich ein neues, zunächst verpflichtendes Arbeitsmodell etabliert hat. Von nun an üben ein Großteil der deutschen Arbeitnehmer, soweit möglich, verstärkt ihre Arbeitsaufgaben ausschließlich oder teilweise in ihren privaten Räumlichkeiten im sogenannten Homeoffice aus.

Dort sind die Mitarbeiter auf sich allein gestellt und können lediglich über Kommunikations- und Informationstechnologien, wie vom Arbeitgeber gestellten Laptops und Handys, mit Kollegen und Geschäftspartnern kommunizieren. Dementsprechend haben die Arbeitnehmer, ob gewollt oder nicht, ein großes Maß an freier individueller Gestaltung ihrer Arbeitszeit, was grundsätzlich Vertrauen voraussetzt. Ein gelegentlicher Kontrollbesuch des Vorgesetzten ist in dem neuen Arbeitsmodell nicht mehr möglich, sodass der Arbeitgeber bei Interesse und Notwendigkeit einer Arbeitnehmerkontrolle auf andere Möglichkeiten ausweichen muss. Der Arbeitgeber hat bei Mitarbeitern im Homeoffice ohne zuvor installierte technische Vorkehrungen zur Kontrolle weder die Möglichkeit, die Einhaltung der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit zu kontrollieren, noch die vertragsgerechte Erfüllung der festgeschriebenen Arbeitsleistung. Im privaten Umfeld der Angestellten lauern eine Vielzahl an Ablenkungen, die ein ungestörtes, effizientes Arbeiten schwierig gestalten. Dort bringt ein auf Vertrauen gestütztes Arbeitsklima nicht viel.

Um die Einhaltung aller Regelungen aus dem Arbeitsvertrag auch im Homeoffice sicherzustellen, eignet sich hauptsächlich die technische Verhaltens- und Leistungsüberwachung der Arbeitnehmer. Fraglich ist, welche Möglichkeiten heutzutage zur Kontrolle der Mitarbeiter während der Arbeitszeit existieren, ebenfalls im Homeoffice anzuwenden sind und inwieweit eine solche Überwachung der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz zulässig ist. Zudem ist die Frage zu beantworten, ob das neu eingeführte Arbeitsmodell die bestehenden Zulässigkeitsgrenzen abändert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

I. Gang der Bearbeitung

II. Zielsetzung

B. Corona

I. Corona-Arbeitsschutzverordnung

1. Homeoffice

a) Entwicklung

b) Vor- und Nachteile

C. Grundlagen

I. Arbeitsverhältnis

1. Arbeitnehmerbegriff

2. Arbeitgeberbegriff

II. Compliance

1. Arbeitnehmerüberwachung

a) Beweggründe

D. Arten der Arbeitnehmerüberwachung

I. nicht-technische Überwachung

II. technische Überwachung

1. Videoüberwachung

2. Überwachung der Internetnutzung

3. Telekommunikationsüberwachung

4. Überwachung durch Zutritts- und Zeiterfassungssysteme

III. Anwendbarkeit

E. Rechtsgrundlagen

I. Grundrechte

1. Grundrechte der Arbeitnehmer

a) Schutz der Menschenwürde nach Art. 1 Abs. 1 GG

b) Persönlichkeitsrecht nach Art. 2 Abs. 1 GG

c) Gleichheitsgebot nach Art. 3 GG

d) Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis nach Art. 10 GG

2. Grundrechte des Arbeitgebers

a) Berufsfreiheit nach Art. 12 GG

b) Recht auf Eigentum nach Art. 14 GG

II. Datenschutz

III. Verhältnismäßigkeitsgrundsatz

IV. Zulässigkeit der einzelnen Überwachungsarten

1. Videoüberwachung

2. Überwachung der Internetnutzung

3. Telekommunikationsüberwachung

4. Überwachung durch Zutritts- und Zeiterfassungssysteme

V. Mitbestimmung des Betriebsrats

F. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die Vielfalt technischer Überwachungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz zu geben, die grundrechtlichen Interessen abzuwägen und die rechtlichen Zulässigkeitsgrenzen, insbesondere unter Berücksichtigung des Homeoffice-Modells, zu definieren.

  • Rechtliche Grundlagen der Arbeitnehmerüberwachung
  • Technische Kontrollmethoden im beruflichen Alltag
  • Abwägung zwischen Arbeitgeberinteressen und Persönlichkeitsrechten
  • Einfluss der Corona-Pandemie und des Homeoffice auf die Überwachungspraxis
  • Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats bei Kontrollmaßnahmen

Auszug aus dem Buch

1. Homeoffice

Sowohl die Wirtschaft, als auch die Arbeitswelt befindet sich gegenwärtig aufgrund der Digitalisierung in einem Wandel. Dieser wird als „Arbeit 4.0“ bezeichnet und beschreibt die Umwandlung der analogen in die digitale Form. Im Zuge dessen wurden aufgrund der einhergehenden neuen technologischen Entwicklungen im IT- und Telekommunikationsbereich Arbeitsformen sowie Arbeitsbedingungen neugestaltet.

Bereits in den letzten Jahren wurde der Berufsalltag allmählich immer abhängiger von der Nutzung neuer Informations- und Kommunikationsmedien (IuK), wozu u. a. Laptops, Smartphones und Tablets gehören. Das Arbeiten ohne elektronische Geräte und Anwendungen wurde in den meisten Branchen undenkbar. Die Ortsunabhängigkeit der Telekommunikation ermöglicht den Arbeitnehmern der meisten Berufe theoretisch das Arbeiten auch außerhalb der Büroräume und schaffte somit eine durchaus attraktive Alternative zum klassischen Arbeitsmodell, welches die physische Anwesenheit der Beschäftigten im Unternehmen fordert. Daher existierte bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland 2020 das Arbeitsmodell vom mobilen Arbeiten, jedoch abgewandelt unter der Bezeichnung „Telearbeit“. Ende 2016 wurde dieser Begriff gesetzlich in dem neu gefassten § 2 Abs. 7 ArbStättV als ein vom Arbeitgeber fest eingerichteter Arbeitsplatz im Privatbereich des Arbeitnehmers definiert, wobei eine wöchentliche Arbeitszeit und Dauer der Einrichtung festgelegt wird.

Für den durch die Corona-Krise etablierten Begriff „Homeoffice“ existiert bisher keine gesetzliche Definition, jedoch wird damit das gelegentliche oder ständige Arbeiten in den privaten Räumlichkeiten des Arbeitnehmers und somit außerhalb der Arbeitsräume des Arbeitgebers bezeichnet. Der Corona-Pandemie geschuldet, gewann das bereits zuvor eingeführte neue Arbeitsmodell zunehmend an Attraktivität, was eine verstärkte Nutzung in der Zukunft begründen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung erläutert den Hintergrund der Arbeit vor dem Kontext der Digitalisierung und der Corona-Pandemie und definiert das Ziel und den Gang der Untersuchung.

B. Corona: Das Kapitel behandelt die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeitswelt, insbesondere die Implementierung der Corona-Arbeitsschutzverordnung und die Etablierung des Homeoffice.

C. Grundlagen: Hier werden die arbeitsrechtlichen Basisbegriffe wie Arbeitsverhältnis, Compliance und der grundlegende Arbeitnehmerbegriff dargelegt.

D. Arten der Arbeitnehmerüberwachung: Dieses Kapitel klassifiziert verschiedene nicht-technische und technische Überwachungsmethoden, wie Videoüberwachung und Internetkontrolle.

E. Rechtsgrundlagen: Der Abschnitt analysiert die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen, Grundrechte der Vertragsparteien sowie die datenschutzrechtlichen Zulässigkeitsvoraussetzungen und die Rolle des Betriebsrats.

F. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Vereinbarkeit von Vertrauenskultur und Kontrollbedarf im modernen Arbeitskontext.

Schlüsselwörter

Arbeitnehmerüberwachung, Homeoffice, Datenschutz, Grundgesetz, Persönlichkeitsrecht, Compliance, Arbeitsrecht, Videoüberwachung, Telekommunikationsüberwachung, Verhältnismäßigkeit, Leistungsüberwachung, Mitbestimmung, Betriebsprüfung, Arbeitsvertrag, Arbeit 4.0.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Anliegen dieser Bachelorarbeit?

Die Arbeit untersucht die Zulässigkeitsgrenzen der Überwachung von Arbeitnehmern durch ihre Arbeitgeber, insbesondere vor dem Hintergrund der durch die Corona-Pandemie forcierten Arbeit im Homeoffice.

Welche Themenfelder stehen im Vordergrund?

Zentrale Themen sind die technischen Möglichkeiten der Überwachung, die entsprechenden Rechtsgrundlagen im Grundgesetz und BDSG sowie der Schutz der Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten.

Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, einen Überblick über die Überwachungsmöglichkeiten zu geben und zu klären, unter welchen rechtlichen Bedingungen diese im Arbeitsverhältnis, speziell im Homeoffice, zulässig sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse, gestützt auf Fachliteratur, aktuelle Rechtsprechung (BAG, BVerfG, EuGH) und einschlägige Gesetze zur Beantwortung der Problemstellungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung technischer Überwachungsarten und die detaillierte Untersuchung der rechtlichen Grenzen anhand der Grundrechte.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Datenschutz, Compliance, Verhältnismäßigkeit, Persönlichkeitsrecht und moderne Arbeitsmodelle wie das Homeoffice geprägt.

Geht die Arbeit auf die Rolle des Betriebsrats ein?

Ja, ein eigenes Unterkapitel beleuchtet das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG bei der Einführung technischer Überwachungseinrichtungen.

Welche Besonderheit ergibt sich durch das Homeoffice bei der Überwachung?

Die Autorin hebt hervor, dass die Überwachung im Homeoffice aufgrund der geringeren Auswahl an technischen Mitteln schwieriger ist als im Betrieb, aber gleichzeitig ein starkes Bedürfnis nach Kontrolle durch das Fehlen der direkten Präsenz entsteht.

Wie bewertet die Arbeit die "verdeckte Videoüberwachung"?

Die Autorin stuft die verdeckte Videoüberwachung als stärkste Überwachungsform ein, die als letztes Mittel nur unter strengen Voraussetzungen bei Verdacht auf schwerwiegende Straftaten rechtlich vertretbar sein kann.

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Details

Title
Ist die Überwachung von Arbeitnehmern im Homeoffice zulässig? Arten der Arbeitnehmerüberwachung und Rechtsgrundlagen
Grade
1,7
Author
Michelle Hasse (Author)
Publication Year
2021
Pages
63
Catalog Number
V1392288
ISBN (PDF)
9783346936110
ISBN (Book)
9783346936127
Language
German
Tags
Arbeitnehmerüberwachung Homeoffice Arbeitsrecht Arbeitgeber Arbeitnehmer Corona Gleitzeit Digitalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michelle Hasse (Author), 2021, Ist die Überwachung von Arbeitnehmern im Homeoffice zulässig? Arten der Arbeitnehmerüberwachung und Rechtsgrundlagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1392288
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