Bilbao und San Sebastian


Seminararbeit, 2007
19 Seiten

Leseprobe

Gliederung:

1. Einleitung

2. Bilbao
2.1. Geschichte
2.2. Sehenswürdigkeiten
2.2.1. Der alte Stadtkern
2.2.2. Der Stadtteil Ensanche und Umgebung
2.2.3. Das moderne Bilbao

3. San Sebastián
3.1. Geschichte
3.2. Sehenswürdigkeiten

4. Anhang
4.1. Karte von Bilbao
4.2. Karte von San Sebastían

5. Literaturverzeichnis

6. Eidesstattliche Erklärung

1. Einleitung

In dieser Arbeit sollen hauptsächlich die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten der Städte Bilbao und Donostia-San Sebastián beleuchtet werden. Es wird versucht, die wichtigsten Entwicklungsstadien, Daten und Bauwerke der Städte zu erfassen und zu erläutern.

2. Bilbao

In der Gegend um Bilbao herrscht ein maritimes Klima mit gemäßigten Temperaturen das ganze Jahr über. Der größte Teil des Regens fällt im Frühjahr und im Herbst. Die Durchschnittstemperaturen im Sommer betragen ca. 20°C und im Winter ca. 8°C. (SPAIN.INFO, BILBAO) Bilbao ist die Hauptstadt der Provinz Biskaya. Sie ist die größte Stadt des Baskenlandes und gilt als Zugpferd der sozialen und wirtschaftlichen http://de.wikipedia.org Entwicklung im Baskenland. Im Großraum Bilbao konzentriert sich mit rund einer Million Einwohnern fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung des Baskenlandes. Der Kernbereich von Bilbao umfasst rund 370.000 Einwohner. Der Name Bilbao stammt vermutlich von Bi ablo, was in baskischer Sprache so viel heißt wie „zwei Seiten“ und sich auf die Lage der Stadt an beiden Ufern des Flusses Nervíon bezieht. (GURPEGUI S.52ff, SPAIN.INFO)

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2.1. Geschichte

Pío Baroja beschreibt Bilbao als „ein Dorf, das immer dichter und interessanter wird“. Die Wurzeln von Bilbao reichen bis in die Römerzeit zurück. Damals war Bilbao eine römische Fischersiedlung, welche sich bis zum Mittelalter in eine Siedlung von Eisenschmieden, Seeleuten und Bauern wandelte, bis der Herr von Biskaya, Don Diego López de Haro, im Jahr 1300 das Stadtrecht gewährte. Obwohl die Landwirtschaft mit der Zeit verschwand, haben bestimmte Elemente aus der damalige Zeit, wie zum Beispiel das Eisen und das Meer, die Stadtgeschichte von Bilbao bis heute geprägt. Bereits in der Römerzeit wurde das Eisen der nahen Bergwerke geschätzt und ausgebeutet. Auf diese Weise wurde bereits ein Vorläufer der Eisenhüttenindustrie in das Gebiet gebracht, welche die industrielle Revolution eingeleitet hat. (GURPEGUI S.52ff, SPAIN.INFO)

Da die Ria del Nervíon bis Bilbao gut schiffbar ist, ist es nicht verwunderlich, dass im Hafen von Bilbao, welcher besser geschützt lag als jene an der Küste, ein Großteil der Waren Kastiliens zur Ausfuhr nach Europa verladen wurden. Im Jahr 1511 wurde von der Königin Johanna die Schaffung eines Handelskonsulates gewährt, wodurch zunächst Handelsbeziehungen mit Brügge und Nantes geschaffen wurden, welche sich im Laufe der Zeit bis nach England und Amerika ausgedehnt haben. Durch den Import von Kohle aus England und Export von Stahl nach England wurden die Handelsbeziehungen in der Mitte des 19. Jahrhunderts intensiviert. Im Vergleich mit dem französisch beeinflussten Donostia-San Sebastián galt Bilbao schon immer als vom britischen Stil beeinflusste Stadt. (GURPEGUI S.52ff)

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurde mit dem Bau von ersten Hochöfen begonnen, jedoch setzte die industrielle Entwicklung Bilbaos erst nach der letzten Belagerung im Karlistenkrieg im Jahre 1874 richtig ein. In dieser Zeit vereinigten sich die Gemeindebezirke Abando und Begoña, was sich in einer Erweiterung des Stadtkerns bemerkbar machte. Außerdem wurden bedeutende Gebäude wie das Theater Arriaga oder die Börse erstellt. Durch den Triumph des Bürgertums, welcher sich in der Gründung von Eisenhütten, Schiffsbauunternehmen, Banken und Handelsunternehmen bemerkbar machte, fand hauptsächlich am linken Ufer der Ria eine sozioökonomische Entwicklung statt, welche heute noch anhand der vielen Prunkbauten an der Vía Grande zu erahnen ist. Diese Zeit bildete den Grundstock der dominanten Bedeutung Bilbaos für die baskische Wirtschaft. (GURPEGUI S.52ff)

Obwohl sich der industrielle Niedergang auch in Bilbao bemerkbar gemacht hat und Bilbao für Jahrzehnte als hässliche, graue, schmutzige Industriestadt galt, versuchte Bilbao seine Aktivitäten zu diversifizieren. Bilbao gelang es durch viele Modernisierungsmaßnahmen, dieses Image abzuschaffen. Zu nennen wären zum Beispiel das Guggenheimmuseum und die U-Bahn, sowie viele weitere Bauten von weltberühmten Architekten. (GURPEGUI S.52ff)

Die U-Bahn Bilbaos wurde nach einer mehrjährigen Planungs- und Bauphase im Jahre 1995 eröffnet. Das Netz ist im Moment knapp 38 Kilometer lang und umfasst 36 Stationen. Bis 2011 soll das Netz auf 45 Kilometer erweitert werden. (METROBILBAO)

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Bereits im Jahre 1876 wurde in Bilbao die www.acciona-infraestructuras.es erste Straßenbahnlinie eröffnet. Aufgrund der straßenbahnfeindlichen Politik der spanischen Regierung wurde der Betrieb jedoch 1964 wieder eingestellt. Erst im Jahre 2002 wurde die knapp 4,5 Kilometer lange, neue Straßenbahnstrecke als Ergänzung zur U-Bahn-Linie eröffnet, welche seit dem über das Stadtzentrum zwei U-Bahn-Stationen sowie drei Bahnhöfe mit dem Guggenheim Museum verbindet. (EUSKOTREN)

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2.2. Sehenswürdigkeiten

Die 700-jährige Geschichte Bilbaos spiegelt sich in den Bauwerken und Konstruktionen der Stadt wider. Bilbao lässt sich im Wesentlichen in drei große Bereiche mit Sehenswürdigkeiten aus unterschiedlichen Epochen einteilen:

- den alten Stadtkern, welcher als Referenz für die Rekonstruktion der Stadtgeschichte seit ihren Anfängen gilt,
- den Stadtteil Ensanche mit Umgebung, mit eindrucksvollen Gebäuden, welche von den besten lokalen Architekten einer jeden Epoche entworfen wurden,
- und das moderne Bilbao, welches sich immer noch in einer andauernden Konstruktionsphase befindet.

2.2.1. Der alte Stadtkern

Der alte Stadtkern, welcher nach der großen Überschwemmung im Jahre 1983 zum größten Teil renoviert werden musste, liegt im nordwestlichen Teil der Stadt am rechten Ufer der Ria del Nervíon und bietet zahlreiche Attraktivitäten.

El Arenal war der frühere Stadtstrand von Bilbao und reichte bis zum heutigen Standort des Archäologischen Museums. Von El Arenal aus, das 1972 unter Denkmalschutz gestellt wurde, kann man den alten Stadtkern aus Richtung Westen erkunden. Er wird durch die Straße Calle del Arenal, dem Flussufer und durch die Gebäude des Arriaga-Theaters und der Kirche San Nicolás begrenzt. Der ursprüngliche Kern der Stadt ist seit dem 15. Jahrhundert, wo die ersten Erweiterungen der Stadt vorgenommen wurden, einer der bevorzugten Orte zur Austragung festlicher und politischer Veranstaltungen. Außerdem werden hier die Stände der Buchmesse aufgestellt, es findet ein Blumenmarkt statt und Sonntags spielt die städtische Musikkapelle. (SPAIN.INFO, GURPEGUI S.52ff)

An der Stelle einer früheren Kapelle wurde im 18. Jahrhundert von Ignacio de Ibero y Erkizia die Kirche des San Nicolás de Bari erbaut, welche heute als eine der schönsten Barockbauten von Biskaya gilt. Die Doppeltürme weisen Stilelemente des Platereskenstils auf. Im achteckigen Innenraum können Holzschnitzarbeiten von Juan Pascal de Mena bewundert werden. (SPAIN.INFO)

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Die Basilika Begoña wurde im 16. Jahrhundert nach einem Entwurf von Sancho Martinez de Arego ebanfalls an der Stelle einer früheren Kapelle errichtet. Mitten in der Altstadt kann man einen Aufzug nehmen, mit dem man direkt zur Basilika kommt. Die Basilika besitzt drei offene Schiffe ohne Querhaus, welche mit Kreuzrippengewölben aus dem 17. Jahrhundert abgeschlossen sind. Der Triumphbogen des Hauptportals ist im manerischen Stil gestaltet. (SPAIN.INFO)

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Der Plaza Nueva ist ein weitläufiger Platz mit Bogenreihen, welcher Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Über den von 64 dorischen Säulen gestützen Bögen befinden sich drei Etagen mit Wohnungen. Im Hauptgebäude, in dem früher die Regionalregierung untergebracht war, befindet sich heute die Akademie der Baskischen Sprache. Auf dem Plaza Nueva selbst findet jeden Sonntag ein Markt statt, auf dem Blumen, Haustiere, Münzen und andere Sammelgegenstände angeboten werden. (SPAIN.INFO, GURPEGUI S.52ff)

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Das Archäologische, Völkerkundliche und Historische Baskische Museum bietet die Möglichkeit, die gesamte Geschichte des baskischen Volkes zu erleben. Seit 1920 ist es im ehemaligen Jesuitenkolleg San Andrés untergebracht und befindet sich direkt neben der Kirche Santos Juanes aus dem 17. Jahrhundert. Hier finden sich zahlreiche archäologische Funde aus Biskaya und machen so die Volksgeschichte nachvollziehbar. In den verschiedenen Abteilungen wird die Vorgeschichte Biskayas seit der Jungsteinzeit dokumentiert. Im Kreuzgang mit Rundbögen ist das Idol Mikeldi zu sehen - eine vorchristliche Stiergestalt, die von den Basken angebetet wurde. (SPAIN.INFO, GURPEGUI S.52ff)

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Die Kirche San Antón, welche auf dem Gelände des früheren Alcazar (befestigtes Schloss) der Herren von Biskaya steht, ist ebenso wie die gleichnamige Brücke südlich der Kirche, Bestandteil des Stadtwappens und Wahrzeichen der Stadt. Sie befindet sich am Ende der alten Stadtmauer, welche die Stadt bis zum Ende des 14. Jahrhunderts umgab. Die Kirche San Antón ist auf felsigem Gelände erbaut und besitzt einen annähern quadratischen Grundriss. Das eindrucksvolle Gebäude weist einen einheitlichen gotischen Stil auf, da es ohne Unterbrechung erbaut wurde. (SPAIN.INFO)

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Das ehemalige, aus dem 16. Jahrhundert stammende Dominikanerinnenkloster am östlichen Rand des alten Stadtkerns ist heute als einziges von den damals zahlreichen Klöstern dieser Art noch erhalten. Heute beherbergt es die Gemeinde La Encarnación und das Diözesanmuseum für Sakralkunst Eleiz Museoa. Im Museum für Sakralkunst werden Kunstwerke, Goldschmiedearbeiten und Priestergewänder der vergangenen 8 Jahrhunderte ausgestellt. Die Klosterkirche ist im Renaissancestil erbaut und im Innenhof des Klosters lassen sich zahlreiche Grabnischen mit Familienwappen erkennen. (SPAIN.INFO, GURPEGUI S.52ff)

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Die Markthalle am Ribera Markt ist einer der wichtigsten Anziehungspunkte des kulturellen Lebens der Stadt und damit mehr als nur eine Handelsstätte. Das Innere des Bauwerks ähnelt einer Fabrik und ist zur besseren Belüftung völlig offen und weiträumig entworfen. Etwa ein Viertel der 11.552 m² Innenfläche ist dem Handel vorbehalten. Auf der zweiten Etage finden unter einer großen Kuppel zahlreiche kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen statt. (SPAIN.INFO)

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Details

Titel
Bilbao und San Sebastian
Hochschule
Universität Augsburg  (Humangeographie Geoinformatik)
Veranstaltung
Große Exkursion Nordspanien
Autor
Jahr
2007
Seiten
19
Katalognummer
V139571
ISBN (eBook)
9783640494446
ISBN (Buch)
9783640494514
Dateigröße
2838 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stadtentwicklung, Sehenswürdigkeiten, Stadterneuerung, Bilbao, San Sebastian, Guggenheim Museum
Arbeit zitieren
Christian Fischer (Autor), 2007, Bilbao und San Sebastian, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139571

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