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Eine Ideologien-Analyse von Antisemitismus. Ähnlichkeiten und Einordnung in die politischen Sphären nach Mannheim

Title: Eine Ideologien-Analyse von Antisemitismus. Ähnlichkeiten und Einordnung in die politischen Sphären nach Mannheim

Term Paper (Advanced seminar) , 2020 , 40 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jule Ziegler (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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In dieser Arbeit sollen sich aus unterschiedlichen Umständen reproduzierende Formen des Antisemitismus inhaltlich dargestellt und somit Ähnlichkeiten aufgezeigt werden. Mit Hilfe von Mannheims partikularem und totalitären Ideologiebegriff soll sich um eine Analyse der Reichweite des Einflusses dieser Erzählungen auf Weltbilder bemüht werden und anschließend eine Einordnung in die verschiedenen politischen Sphären nach Mannheim vorgenommen werden. Antisemitismus ist somit nicht nur eine Ideologie, sondern trägt auch einen utopischen Moment in sich, der immer utopisch bleiben wird, ist doch die Ideologie, die ihm zugrunde liegt, so sehr falsches Bewusstsein, dass die darauf folgende Praxis nie zum gewünschten Ziel führen kann.

Um dies zu ermöglichen, sollen die Aussagen populärer, meist zeitgenössischer und aktueller Theoretiker*innen, Politiker*innen und deren Gruppen sowie Attentäter*innen, Aktivist*innen und mediale Berichterstattungen zurate gezogen werden, wenn auch der ein oder andere historische Rückblick vonnöten sein wird. Auf die NSDAP und ihre Ideologie soll in dieser Arbeit nicht explizit als solche eingegangen werden. Primär soll sich auf die historische Kontinuität des Hasses und seine heutigen Auswirkungen konzentriert werden, was aber selbstverständlich die deutsche Geschichte als historische Voraussetzung haben muss. Betrachtet werden der christliche, völkische, sekundäre und strukturelle Antisemitismus, sowie der Antizionismus. Ebenfalls sollen antisemitische Erzählungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie betrachtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Antisemitismus als Ideologie

Programm dieser Arbeit

Christlicher Antisemitismus

Ideologieform

Politische Strömung

Völkischer Antisemitismus

Ideologieform

Politische Strömungen

Sekundärer Antisemitismus

Ideologieform

Politische Strömungen

Antizionismus

Ideologieform

Politische Strömungen

Struktureller Antisemitismus

Ideologieform

Politische Strömungen

Fazit: Antisemitismus, gerade in Zeiten der Corona-Pandemie

Ideologische Fehlleitung oder Kontinuität des Hasses?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Kontinuität und die ideologischen Grundlagen verschiedener Erscheinungsformen des Antisemitismus. Ziel ist es, die Reichweite dieser Erzählungen auf Weltbilder zu analysieren und deren Einordnung in politische Sphären anhand von Mannheims Ideologiebegriff vorzunehmen, wobei ein besonderer Fokus auf der Aktualität dieser Phänomene, etwa im Kontext der Corona-Pandemie, liegt.

  • Analyse der ideologischen Kontinuität von Antisemitismus
  • Kategorisierung antisemitischer Spielarten (christlich, völkisch, sekundär, strukturell, Antizionismus)
  • Untersuchung der ideologischen Konstruktion der "Gegenrasse"
  • Bezugnahme auf die gesellschaftliche Konstitution und politische Akteure
  • Einbindung der antisemitischen Relevanz in der Corona-Pandemie

Auszug aus dem Buch

ANTISEMITISMUS ALS IDEOLOGIE

Im Anschluss an die These Adorno/Horkheimers in der Dialektik der Aufklärung, die besagt, dass Jüdinnen*Juden durch Antisemitismus nicht als unterlegene Menschen, sondern als „Gegenrasse“ (Adorno/Horkheimer 2017: 177) schlecht hin begriffen werden, soll auch in dieser Arbeit von einer Abgrenzung zwischen zwei Gruppen, welche sich als Gegenspieler begegnen, im antisemitischen Weltbild ausgegangen werden. Wie bereits in Die gesellschaftliche Konstruktion des Antisemitismus dargelegt, folgt daraus eine narzisstische Selbstaufwertung des eigenen Kollektivs zum stilisierten Guten, wohingegen die „Gegenrasse“ als natürlicher Gegenspieler, als das personifizierte Negative, wahrgenommen wird, die daraus folgende Konsequenzen sind Gewalt und die Negation, also die Vernichtung, eben dieses Gegenspielers, dem das Joch der eigenen Existenz inhärent ist.2

Die Mannheim´sche Nachsicht in Bezug auf den Begriff der Ideologie wurde bereits zu seiner Lebzeit wissenschaftlich viel kritisiert, ihm Relativismus menschenfeindlicher Ideologien vorgeworfen. Auch der Gründervater der kritischen Theorie, Max Horkheimer, sah eben dieses Problem in Mannheims Ideologie-Definition, sein Meisterschüler, Theodor W. Adorno, der einen großen Teil seiner wissenschaftlichen Arbeit der Ideologie-Kritik und der Antisemitismusforschung widmete, definierte den Ideologie-Begriff für seine Arbeit wie folgt: „objektiv notwendiges und zugleich falsches Bewusstsein“ (Adorno, 1979: 465). Das Antisemitismus als eben diese Form von Bewusstsein gesehen werden muss, wurde ebenfalls in der bereits erwähnten Arbeit du dessen Konstruktion erläutert.3

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Themas ein und verknüpft historische Analyserahmen, etwa von Karl Mannheim, mit der anhaltenden Präsenz von antisemitischen Ressentiments im Jahr 2020.

Antisemitismus als Ideologie: Dieses Kapitel definiert Antisemitismus durch die theoretische Linse der kritischen Theorie als Form eines „objektiv notwendigen und zugleich falschen Bewusstseins“ und beschreibt die Funktion der Täter-Opfer-Projektion.

Programm dieser Arbeit: Es werden die methodische Vorgehensweise und die verschiedenen zu untersuchenden Formen des Antisemitismus innerhalb der Arbeit dargelegt.

Christlicher Antisemitismus: Der Text analysiert die religiösen Ursprünge der Judenfeindschaft und die Rolle Martin Luthers bei der ideologischen Untermauerung antijudaistischer Narrative.

Völkischer Antisemitismus: Dieses Kapitel beleuchtet die ethnische Determinierung des Antisemitismus im 19. Jahrhundert und dessen Rolle bei der Konstruktion einer „Gegenrasse“ zur Sicherung des eigenen Kollektivs.

Sekundärer Antisemitismus: Hier wird die Täter-Opfer-Umkehr nach 1945 thematisiert, bei der die Shoah als Belastung für das deutsche Selbstbild empfunden und den Opfern zur Last gelegt wird.

Antizionismus: Das Kapitel untersucht, wie Kritik am Staat Israel genutzt wird, um antisemitische Inhalte unter dem Deckmantel der legitimen politischen Äußerung zu transportieren.

Struktureller Antisemitismus: Es wird analysiert, wie sich antisemitische Chiffren in verkürzter Kapitalismus- und Systemkritik, etwa durch die Personifizierung von Finanzkapital, manifestieren.

Fazit: Antisemitismus, gerade in Zeiten der Corona-Pandemie: Das Fazit fasst die aktuelle Relevanz des Themas zusammen und beschreibt, wie Krisenzeiten die Rückkehr tradierter antisemitischer Verschwörungserzählungen begünstigen.

Ideologische Fehlleitung oder Kontinuität des Hasses?: Dieses Kapitel reflektiert die Attentate der jüngsten Vergangenheit unter der Prämisse, dass diese nicht als isolierte Ereignisse, sondern als Konsequenz einer tief verwurzelten Ideologie zu verstehen sind.

Schlüsselwörter

Antisemitismus, Ideologie, Jüdinnen*Juden, Rassismus, Gegenrasse, Kapitalismuskritik, Shoah, Verschwörungserzählungen, Antizionismus, Kontinuität, Kollektiv, Projektion, Diskurs, Aufklärung, Moderne

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen und historischen Grundlagen verschiedener antisemitischer Ideologien und wie diese bis heute in der Gesellschaft fortbestehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Formen des christlichen, völkischen, sekundären und strukturellen Antisemitismus sowie Antizionismus und deren Manifestation in aktuellen gesellschaftlichen Krisen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die ideologische Reichweite antisemitischer Erzählungen auf Weltbilder aufzuzeigen und die Kontinuität des Hasses gegenüber Jüdinnen*Juden über verschiedene historische Epochen hinweg zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt den Ideologiebegriff nach Karl Mannheim sowie theoretische Ansätze aus der kritischen Theorie, um antisemitische Weltbilder in ihre politischen Sphären einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die fünf gewählten Antisemitismusformen, strukturiert diese jeweils nach Ideologieform und politischer Strömung und bezieht sich auf aktuelle Beispiele wie das Attentat in Halle oder Entwicklungen während der Corona-Pandemie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Antisemitismus, Ideologie, Gegenrasse, Kontinuität, Kapitalismuskritik und Projektion.

Wie unterscheidet sich der sekundäre Antisemitismus vom völkischen Antisemitismus?

Während der völkische Antisemitismus die angebliche rassische Minderwertigkeit betont, konzentriert sich der sekundäre Antisemitismus auf die Abwehr von Schuldgefühlen bezüglich der Shoah durch eine Täter-Opfer-Umkehr.

Welche Rolle spielt die Corona-Pandemie für die aktuelle Ausbreitung antisemitischer Narrative?

Die Pandemie fungiert laut der Arbeit als auslösender Faktor für Unsicherheiten, die durch einfache Verschwörungsideologien und die Rückkehr alter antisemitischer Stereotype sowie Sündenbock-Mechanismen "gelöst" werden sollen.

Wie wird das Phänomen des strukturellen Antisemitismus definiert?

Er wird als "Antisemitismus ohne Juden" beschrieben, bei dem abstrakte Kapitalismus- und Systemkritik genutzt wird, um soziale Übel durch Anleihen bei judenfeindlichen Chiffren auf eine vermeintliche Elite zu projizieren.

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Details

Title
Eine Ideologien-Analyse von Antisemitismus. Ähnlichkeiten und Einordnung in die politischen Sphären nach Mannheim
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Soziologie)
Course
Ideologie und Utopie
Grade
1,0
Author
Jule Ziegler (Author)
Publication Year
2020
Pages
40
Catalog Number
V1399989
ISBN (PDF)
9783346993106
ISBN (Book)
9783346993113
Language
German
Tags
eine ideologien-analyse antisemitismus ähnlichkeiten einordnung sphären mannheim
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jule Ziegler (Author), 2020, Eine Ideologien-Analyse von Antisemitismus. Ähnlichkeiten und Einordnung in die politischen Sphären nach Mannheim, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1399989
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