Die Entstehung der Deckungsbeitragsrechnung in Deutschland reicht viel weiter zurück als in den USA. Trotzdem bildeten sich bei uns erst viel später Kostenrechnungssysteme die der amerikanischen einstufigen Deckungsbeitragsrechnung, dem direct costing, gleichen. Die Grundlage setzte 1889 E. Schmalenbach. In den 30er Jahren fand sie dann erstmals Anwendung in den USA und fand um 1950 durch H. G. Plaut wieder zurück in die Praxis deutscher Betriebe. Die wirtschaftliche Entwicklung der achtziger und neunziger Jahre hat Deutschland den Durchbruch der Deckungsbeitragsrechnung bei den Großunternehmungen gebracht. Mehr als zwei Drittel der Umsatzmilliardäre nutzen die Verfahren der Teilkostenrechnung. Bei mittleren und kleineren Unternehmungen dagegen ist die traditionelle Vollkostenrechnung auch heute noch weit verbreitet. Es ist zu erwarten, dass auch hier die Deckungsbeitragsrechnung zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Daher ist das Ziel der vorliegenden Arbeit, genau dieses Rechnungssystem im Folgenden näher vorzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise
2 Grundlagen der Deckungsbeitragsrechnung
2.1 Begriffserklärung Deckungsbeitrag
2.2 Aufgaben und Zielsetzung
2.4 Von der einstufigen zur mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung
2.5 Bedeutung der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung in verschiedenen Problemansätzen
3 Darstellung der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung
3.1 Kalkulation im Rahmen der Kostenträgerstückrechnung
3.1.1 Retrograde Kalkulation
3.2.1 Progressive Kalkulation
3.2 Kalkulation im Rahmen der Kostenträgerzeitrechnung
3.2.1 Retrograde Kalkulation
3.2.2 Progressive Kalkulation
3.3 Anwendung der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung
3.3.1 Voraussetzungen
3.3.2 Rahmenbedingungen
3.3.3 Beispiel einer mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung im Mehrproduktunternehmen
3.4 Kritische Würdigung
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung als erweitertes Instrument der Teilkostenrechnung vorzustellen und ihre Bedeutung für die langfristige Programmoptimierung in Industrieunternehmen aufzuzeigen.
- Grundlagen und Aufgaben der Deckungsbeitragsrechnung
- Methodik der Fixkostendifferenzierung
- Kalkulationsverfahren in der Stück- und Zeitrechnung
- Anwendungsbereiche in Engpasssituationen und bei Investitionsentscheidungen
Auszug aus dem Buch
3.3.3 Beispiel einer mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung im Mehrproduktunternehmen
Um die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung zu veranschaulichen, wird wie folgt die XY-AG dargestellt. Der Produktionsplan der vorgestellten Unternehmung besteht aus drei Produkten. Im Folgenden ist eine Übersicht der Kostenstrukturen der XY-AG zu sehen:
In dieser mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung wird deutlich, dass das Erzeugnis C zwar einen positiven DB I leistet, jedoch durch die hohen Erzeugnisfixkosten i. H. v. 85.000,00 Euro, die ihm direkt zugeordnet werden können, einen negativen DB II ausweist und somit negativ zum Betriebsergebnis beiträgt. Diese Erzeugnisfixkosten könnten bspw. Kosten für eine Maschine sein, auf der ausschließlich das Produkt C produziert wird. Die Empfehlung wäre, dass Produkt C aus dem Produktionsprogramm zu entfernen um somit das Betriebsergebnis positiv zu beeinflussen und einen Betriebserfolg herbeizuführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, Zielsetzung sowie des Aufbaus der Arbeit zur Einführung in die Thematik der Deckungsbeitragsrechnung.
2 Grundlagen der Deckungsbeitragsrechnung: Erläuterung zentraler Begriffe, Aufgaben der Teilkostenrechnung und die systematische Differenzierung von Fixkosten.
3 Darstellung der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung: Detaillierte Beschreibung der Kalkulationsmethoden (retrograd/progressiv) für Stück- und Zeitrechnung sowie praktische Anwendungsbeispiele.
4 Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Vorteile und Nachteile der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung als universelles Steuerungsinstrument.
Schlüsselwörter
Deckungsbeitragsrechnung, Teilkostenrechnung, Fixkostendifferenzierung, Kostenträgerstückrechnung, Kostenträgerzeitrechnung, retrograde Kalkulation, progressive Kalkulation, Programmoptimierung, Engpasssituation, Betriebsergebnis, Erzeugnisfixkosten, Preisuntergrenzen, Kostenmanagement, Controlling, Mehrproduktunternehmen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Konzept der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung und deren Nutzen als Instrument der betriebswirtschaftlichen Kostenrechnung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die systematische Unterteilung von Fixkosten, verschiedene Kalkulationsmethoden sowie die Anwendung der Rechnung zur Erfolgssteuerung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Rechnungssystem der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung im Detail vorzustellen und seine Vorteile für die Unternehmenssteuerung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine systematische Darstellungs- und Analysethode verwendet, die durch theoretische Herleitungen und ein praktisches Rechenbeispiel (XY-AG) untermauert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Kalkulation in der Stück- und Zeitrechnung, methodische Voraussetzungen sowie spezifische Anwendungsbeispiele für Engpasssituationen erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Charakteristische Begriffe sind Deckungsbeitragsrechnung, Fixkostendifferenzierung, Kalkulationsverfahren und Betriebsergebnis.
Warum wird im Beispiel das Erzeugnis C kritisch betrachtet?
Obwohl Erzeugnis C einen positiven Deckungsbeitrag I liefert, führt es aufgrund hoher, direkt zugeordneter Erzeugnisfixkosten zu einem negativen Ergebnis auf der zweiten Stufe.
Was zeigt das Beispiel der Engpasssituation?
Das Beispiel verdeutlicht, dass bei Kapazitätsengpässen nicht der absolute Deckungsbeitrag, sondern der relative Deckungsbeitrag pro Zeiteinheit für den optimalen Produktionsplan entscheidend ist.
- Quote paper
- Georg Dyck (Author), 2009, Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140070