Benjamin Lee Whorf: Sprache, Denken, Wirklichkeit

Die Verhältnisse zwischen der Sprache, dem Denken und der Wirklichkeit


Hausarbeit, 2009

13 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Inhaltsangabe des Werkes Sprache, Denken, Wirklichkeit von Whorf
2.2. Whorfs Grundthesen
2.3. Argumentation Whorfs

3. Kritik an der linguistischen Relativität

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Zu Beginn dieser Hausarbeit möchte ich Whorfs Werk Sprache, Denken, Wirklichkeit näher vorzustellen. Nachdem ich das Werk in seinen Grundzügen erfasse, möchte ich auf seine Grundthesen, u. a. dass der Vorgang des Denkens sprachabhängig ist, eingehen und seine Argumentation, welche zu dieser Auffassung führt, darstellen. Ziel dieser Hausarbeit ist es, anschaulich und verständlich die Gedanken Whorfs zu skizzieren.

Im Folgenden möchte ich weitere Sprachphilosophen hinzuziehen, deren Kritikpunkte an Whorfs Theorie nicht unbeachtet bleiben sollen. Außerdem werden so weitere Hypothesen vorgestellt, die sich z.T. nicht zwangsläufig widersprechen müssen. Zum Schluss möchte ich noch ein kurzes Fazit ziehen.

2. Hauptteil

2.1. Inhaltsangabe des Werkes Sprache, Denken, Wirklichkeit von Whorf

Benjamin Lee Whorf (1897-1941) war hauptberuflich als Chemie-Ingenieur in der Brandverhütungsbranche tätig, sodass er sich bloß nebensächlich mit der Linguistik beschäftigte. Ein wichtiger Mentor Whorfs war Edward Sapir (1884-1939), dessen Einfluss sich auch in Whorfs Arbeiten zeigt. Whorfs bedeutendste Forschungsergebnisse lieferten die Untersuchungen des Hopi. Sein Tätigkeitsbereich wird in die Metalinguistik und in die Sprachphilosophie eingeordnet.[1]

Metalinguistik bezeichnet in diesem Zusammenhang, dass der Gegenstand der Untersuchung „die Beziehungen zwischen einer Sprache und dem Sprechen und sonstigen Verhalten derjenigen Menschen, die die betreffende Sprache als ihre Muttersprache sprechen“[2] ist. Wie schon der Titel Sprache, Denken, Wirklichkeit anzeigt, geht es in Whorfs Untersuchungen um die Verhältnisse untereinander, die im weiteren Verlauf der Hausarbeit herausgearbeitet werden.

An dieser Stelle möchte ich Ludwig Wittgenstein (1889-1951) einbeziehen, denn er wendet im Tractatus logico-philosophicus im siebten Abschnitt ein, dass man über Dinge schweigen soll, wenn man darüber nicht sprechen kann.[3] Damit ist das Problem der Metalinguistik gemeint, da die Sprache einerseits der Gegenstand der Untersuchung ist und andererseits das Hilfsmittel zur Analyse.

Whorfs Untersuchung beginnt im ersten Kapitel mit der Feststellung, dass in der Regel der Spracherwerb als erstes in den Kinderjahren anfängt. Wodurch er weiter beim Denkvorgang ansetzt, den er mit der herkömmlichen Ansicht der natürlichen Logik darstellt.[4] Seine konträre Auffassung wird deutlich, jedoch noch nicht ganz offengelegt. Mit Beispielen veranschaulicht Whorf, wie „[e]ine Regel nur aufgrund ihrer Ausnahme erkennbar und formulierbar“[5] ist. Im nächsten Schritt äußert Whorf Kritik an den Ansichten der natürlichen Logik und stellt seine These auf, dass die Gedanken von der Grammatik geformt werden.[6] Im Anschluss stellt er das linguistische Relativitätsprinzip[7] dar. Daraufhin werden einige Unterschiede in verschiedenen Sprachen aufgezeigt.

Im folgenden zweiten Kapitel geht es zunächst um die Fortschritte der Wissenschaft und ihren Zusammenhang mit der Sprache.[8] Da verschiedene Sprachen unterschiedliche Ordnungen von der Welt aufweisen, so heißt es weiter, wird die unterschiedliche Ordnung von der Vielzahl ihrer verschiedenen Sprecher ausgedrückt, womit das linguistische Relativitätsprinzip wieder aufgegriffen wird.[9] Die Vorstellung von Sprache wird in diesem Zusammenhang nicht wesentlich als Kommunikationsmittel aufgefasst, sondern als unbewusstes „Hintergrund[]phänomen[]“[10], welches das subjektive Denken determiniert. Anschließend werden einige Beispiele zur Untermauerung seiner Aussagen aufgeführt.

Am Anfang des dritten Kapitels wird anhand von zwei englischen Sätzen, die scheinbar nichts miteinander gemeinsam haben, im Vergleich zu anderen Sprachen, die im Gegensatz zum Englischen doch enorme Gemeinsamkeiten bei den Übersetzungen der beiden Sätze aufweisen, gezeigt, dass die Grammatik bestimmt, wie die Natur analysiert wird.[11] Im weiteren Verlauf des Kapitels werden diese Grundgedanken weiter ausgeführt.

Das vierte Kapitel ist um einiges umfassender; zunächst verdeutlicht Whorf, dass Fachsprachen schon semantisch festgelegte Begriffe haben, sodass sie sich auf andere Fachsprachen nicht übertragen lassen.[12] Durch diese Widerstände ist die Wissenschaft als solche als Ganzes gehemmt, denn es kommt nicht zur Loslösung gewisser Konventionen in den einzelnen Wissenschaften, wodurch diese nicht gemeinsam einen fundamentalen Fortschritt machen können.[13] Deswegen ist es Whorfs Ansicht, dass die Anhänger der Wissenschaft des indoeuropäischen Raumes erst einmal ihre Sprache, ebenso ihr Denkverhalten, wie auch den generellen Denkvorgang durchleuchten müssen, um von diesem neuen Standpunkt aus, die verschiedenen Sphären, die möglich sind, bewusst wahrzunehmen und eben nicht in ihrer vorgeschrieben Sprachkultur eingeschränkt zu bleiben.[14] Im Anschluss daran verdeutlich Whorf metaphorisch, wie die Welt aufgebaut sein soll.[15] Er stellt eine Parallele zwischen dem Mantra Yoga und der Physik her, um zu veranschaulichen, wie die Fachkenntnis eines Menschen auf einem Gebiet ihn befähigt, demjenigen mehr zu offenbaren. Auf den Sprachgebrauch übertragen bedeutet dies, dass ein Trugbild über die Sprache entsteht, da die Sprache jedem frei zugänglich ist.[16] Weiter misst Whorf der Bildung eine entscheidende Aufgabe zu, die als Bedürfnis den sprachlichen Ausdruck beeinflusst, da sie nach Wissen strebt. Die Betrachtungsweise und damit verbunden der Ausdruck eines gebildeteren Menschen sind sehr viel komplexer als desjenigen, der die Sprache bloß zur Verständigung nutzt.[17]

[...]


[1] Whorf: Sprache, Denken, Wirklichkeit, S.148f.

[2] Ebd., S.140M.

[3] Wittgenstein: Tractatus logico-philosophicus, (7).

[4] Whorf: Sprache, Denken, Wirklichkeit, S.7f.

[5] Ebd., S.8.

[6] Ebd., S.10ff.

[7] Ebd., S.12f.

[8] Ebd., S.19u.

[9] Ebd., S.20.

[10] Ebd., S.10f.

[11] Ebd., S.34.

[12] Ebd., S.46.

[13] Ebd., S.47o.

[14] Ebd., S.47f.

[15] Ebd., S.48f.

[16] Ebd., S.51.

[17] Ebd., S.51f.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Benjamin Lee Whorf: Sprache, Denken, Wirklichkeit
Untertitel
Die Verhältnisse zwischen der Sprache, dem Denken und der Wirklichkeit
Hochschule
Universität Paderborn  (Fakultät für Kulturwissenschaften, Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Klassiker der Sprachtheorie
Note
2,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V140106
ISBN (eBook)
9783640473434
ISBN (Buch)
9783640473311
Dateigröße
431 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Benjamin, Whorf, Sprache, Denken, Wirklichkeit, Verhältnisse, Sprache, Denken, Wirklichkeit
Arbeit zitieren
Duygu Oecaldi (Autor), 2009, Benjamin Lee Whorf: Sprache, Denken, Wirklichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140106

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