Oskar Schindler - war er ein Held oder doch nur ein Profiteur des Nationalsozialismus? Dieser Frage werde ich hier in meiner Facharbeit auf den Grund gehen und einige interessante Fakten über ihn veranschaulichen.
Oskar Schindler ist auf der einen Seite bekannt für die Rettung von über 1000 Juden, die er vor dem bitteren Tot bewahrte. Auf der anderen Seite ist er bekannt für seine Mitgliedschaft bei der NSDAP und seinem großzügigen Lebensstil, der geprägt war von vielen Festen, guter Unterhaltung und immer wechselnden Frauen.
Schindler wurde am 28.April 1908 in Zwittau im damaligen Österreich-Ungarn geboren. Schon als Kind wurde er von seinen Mitschülern als “Schindler-Gauner“ bezeichnet, da er sein Zeugnis gefälscht hatte und daraufhin sogar von der Schule verwiesen wurde. Seine spätere Frau Emilie Pelzl lernte er schon in jungen Jahren kennen, sie war von seinem Charme und seinem guten Aussehen komplett überwältigt. Doch nach ihrer Heirat war Schindler nicht mehr wirklich interessiert an ihr, er begann sich für andere Frauen zu interessieren und verbrachte kaum noch Zeit mit Emilie. Außerdem gab Schindler die komplette Mitgift von Emilies Vater für ein Luxusauto und andere unnötige Sachen aus, obwohl er gerade in einer finanziellen Krise steckte. Das zeigt, dass Schindler schon in jungen Jahren kein Gespür für Geld hatte und sobald er etwas Geld besaß, er es gleich zum Fenster rausschmiss. Schindler wechselte in dieser Zeit auch oft den Job und versuchte auch mit dem Besitz einer Fahrschule selbstständig zu werden, was sich aber bald in Luft auflöste.
Inhaltsverzeichnis
1. Oskar Schindlers Leben vor dem 2. Weltkrieg
2. Der Anfang des 2. Weltkrieges: Wie profitierte Schindler davon?
2.1 Die Emailwarenfabrik (D.E.F)
3. Schindlers Wandel: Wie kam es dazu?
3.1 Die Räumung des Krakauer Ghettos
3.2 Die Gräueltaten von Amon Göth
4. Welche Folgen hatten seine Wandel?
4.1 Das Emalia als Nebenlager
4.2 Verhaftungen von Oskar Schindler
4.3 Die Entstehung der berühmten „Schindlers Listen“
4.4 Die Fabrik in Brünnlitz
5. Das Ende des 2. Weltkrieges – was geschah mit Schindler?
6. Fazit zur Leitfrage
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die moralische Ambivalenz von Oskar Schindler während des Nationalsozialismus und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob er als selbstloser Held oder lediglich als kriegsprofiterender Geschäftsmann zu bewerten ist.
- Lebensweg und geschäftliche Aktivitäten vor und während des Zweiten Weltkriegs
- Analyse des moralischen Wandels durch die Konfrontation mit den NS-Gräueltaten
- Strategien zur Rettung jüdischer Arbeiter mittels der sogenannten „Schindler-Listen“
- Die Rolle wirtschaftlicher Interessen und Netzwerke bei der Rettung von Menschenleben
Auszug aus dem Buch
Die Entstehung der berühmten „Schindlers Listen“
1944 erhält Oskar Schindler den Befehl seine Emailwarenfabrik in Krakau zu räumen, weil die Rote Armee sehr schnell vorrückte und auch bald in Krakau sein würde. Das Lager Plaszow wurde noch vor der Ankunft der roten Armee von den Nationalsozialisten selbständig zerstört. Die Arbeiter in dem Lager mussten jetzt in andere Lager deportiert werden. Schindlers Außenlager war davon auch betroffen. Schindler wollte das aber unbedingt verhindern, weil er wusste, dass seine Arbeiter dann wahrscheinlich ins Konzentrationslager nach Ausschwitz kommen würden, in dem sie getötet werden. Schindler ließ also seine Kontakte spielen und verwendete Unmengen seines Vermögens, um Amon Göth und andere Verantwortliche zu bestechen. So durfte er seine Arbeiter behalten und seine Fabrik in das Tschechische Brünnlitz verlegen. Dabei entstanden auch die berühmten „Schindlers Listen“. Diese Listen enthielten alle Namen, Geburtsdaten und Berufsbezeichnungen von Schindlers Arbeitern und wurden von mehreren Lagerinsassen in Plaszow verfasst. Durch diese Listen konnten über 1000 von Schindlers Arbeitern in die neue Fabrik nach Brünnlitz gebracht werden.
Hier handelt Schindler aufjedenfall wie ein Held, er gibt fast sein gesamtes Vermögen für die Rettung seiner Arbeiter aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Oskar Schindlers Leben vor dem 2. Weltkrieg: Dieses Kapitel beleuchtet Schindlers frühe Jahre, seinen unsteten Charakter und seine ersten Aktivitäten als Agent vor Kriegsbeginn.
2. Der Anfang des 2. Weltkrieges: Wie profitierte Schindler davon?: Hier wird dargelegt, wie Schindler durch seine NSDAP-Kontakte und die Übernahme einer maroden Fabrik in Krakau seine wirtschaftliche Existenz aufbaute.
2.1 Die Emailwarenfabrik (D.E.F): Fokus auf den Betrieb der Fabrik, die Nutzung von Zwangsarbeitern und Schindlers persönliche Bereicherung durch Rüstungsaufträge.
3. Schindlers Wandel: Wie kam es dazu?: Dieses Kapitel analysiert die psychologischen und äußeren Auslöser, die zu einem Umdenken in Schindlers moralischer Haltung führten.
3.1 Die Räumung des Krakauer Ghettos: Beschreibung der Zerstörung des jüdischen Wohnbezirks und wie der unmittelbare Anblick der Gewalt auf Schindler wirkte.
3.2 Die Gräueltaten von Amon Göth: Untersuchung der brutalen Herrschaft von Amon Göth im Lager Plaszow und Schindlers Versuch, seine Arbeiter diesen Bedingungen zu entziehen.
4. Welche Folgen hatten seine Wandel?: Erörterung der konkreten Maßnahmen Schindlers, um das Leben seiner jüdischen Mitarbeiter zu schützen.
4.1 Das Emalia als Nebenlager: Schilderung der Bedingungen im speziellen Außenlager für die Arbeiter und die Beschaffung von Versorgungsgütern.
4.2 Verhaftungen von Oskar Schindler: Hintergrund zu den Konflikten Schindlers mit den NS-Behörden aufgrund seines Engagements für Juden.
4.3 Die Entstehung der berühmten „Schindlers Listen“: Darstellung des riskanten und kostspieligen Vorhabens, durch offizielle Listen über tausend Menschen vor der Deportation zu bewahren.
4.4 Die Fabrik in Brünnlitz: Beschreibung der letzten Phase des Krieges, in der Schindler sein gesamtes Kapital einsetzte, um das Überleben seiner Arbeiter zu garantieren.
5. Das Ende des 2. Weltkrieges – was geschah mit Schindler?: Überblick über Schindlers Flucht nach dem Krieg, seine gescheiterten Versuche als Geschäftsmann und seine Verbundenheit zu den geretteten Juden bis zu seinem Tod.
6. Fazit zur Leitfrage: Abschließende Reflexion über Schindlers vielschichtigen Charakter und das Spannungsfeld zwischen Eigennutz und humanitärem Handeln.
Schlüsselwörter
Oskar Schindler, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Holocaust, Zwangsarbeit, Schindlers Liste, Emailwarenfabrik, Krakau, Amon Göth, Moralischer Wandel, Humanität, Rettung, Emalia, Rüstungsproduktion, Widerstand.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Biografie von Oskar Schindler im Kontext des Zweiten Weltkriegs und beleuchtet die Ambivalenz seines Handelns zwischen Kriegsprofitgier und dem humanitären Einsatz zur Rettung jüdischer Menschenleben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Neben dem historischen Werdegang Schindlers stehen die Bedingungen in den deutschen Besatzungsgebieten, das Lagerleben, die Rolle der SS und Schindlers riskante Bemühungen zur Bestechung und Rettung im Vordergrund.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob Oskar Schindler als Held oder Profiteur einzuordnen ist, und dabei zu zeigen, wie sich seine Motivation im Zeitverlauf verändert hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse, durch die verschiedene biografische Stationen und Ereignisse in einen Kontext gesetzt werden, um Schindlers moralische Entwicklung nachzuvollziehen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von seinen Anfängen als Agent über die Gründung und den Ausbau seiner Fabrik „Emalia“ bis hin zur dramatischen Rettungsaktion kurz vor Kriegsende und der Erstellung der „Schindler-Listen“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Oskar Schindler, Nationalsozialismus, Holocaust, humanitärer Einsatz, Fabrikbetrieb unter dem NS-Regime und moralische Transformation.
Wieso hat sich Schindlers Haltung gegenüber den jüdischen Arbeitern so massiv gewandelt?
Sein Wandel war primär durch die Konfrontation mit der extremen Gewalt der SS, insbesondere bei der Räumung des Krakauer Ghettos und den Grausamkeiten durch Amon Göth im Lager Plaszow, motiviert.
Welche Rolle spielte Amon Göth für Schindlers Handeln?
Amon Göth war als Kommandant von Plaszow die Verkörperung des Terrors; Schindler musste sich psychologisch auf ihn einlassen und sein Vertrauen gewinnen, um durch geschäftliche Kooperationen überhaupt Zugriff auf seine Arbeiter zu erhalten und diese schützen zu können.
Was geschah mit Schindler nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs?
Nach Kriegsende konnte Schindler nicht mehr an seine früheren Geschäftserfolge anknüpfen, erlebte Bankrotte und lebte in der Nachkriegszeit durch die finanzielle Unterstützung der von ihm geretteten Menschen, bevor er schließlich in Jerusalem beigesetzt wurde.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2023, Oskar Schindler. Ein Held oder doch nur ein Profiteur des Nationalsozialismus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1401799