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Koalitionsbildung und Regierungsstabilität

Die Suche nach der stabilen Regierung im parlamentarischen Mehrparteiensystem

Title: Koalitionsbildung und Regierungsstabilität

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Helen-Marie Hecker (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Nach der Wahl zum 17. hessischen Landtag im Januar 2008 stand das ganze Bundesland vor dem Problem: „Wer wird Hessen regieren?“ Ampel, Schwampel oder doch Jamaika-Koalition? Keine ideale Lösung für eine hessische Landtagsregierung schien passend zu sein. Dies wirft die Frage auf, warum es überhaupt so schwierig ist eine Regierung zu bilden, wenn mehrere Parteien im Parlament vertreten sind und welches Geheimnis hinter der Koalitionsbildung in parlamentarischen Mehrparteiensystemen steckt?
Die Suche nach einer stabilen Koalitionsregierung beschäftigte in der Vergangenheit nicht nur das deutsche Bundesland Hessen sondern auch viele andere Nationalstaaten weltweit. So wird in Staaten mit Verhältniswahl in der Regel die Bildung eines Mehrparteiensystems, durch die proportionale Abbildung der heterogenen Interessen der Wählerschaft, hervorgerufen. Dadurch ist üblicherweise die Bildung von Regierungskoalitionen erforderlich, weil meistens keine Partei alleine die parlamentarische Mehrheit erlangt und so nicht den direkten demokratischen Auftrag zur Bestellung der Regierung erhält. Da jedoch alle politischen Akteure bestrebt sind eine Regierung zu finden, die sowohl möglichst lange und wie auch gegenüber exekutiven Aufgaben effektiv im Amt besteht, ist die Suche nach einer passenden wie auch stabilen Koalition oft mit vielen Schwierigkeiten und strategischen Überlegungen verbunden.
Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über die möglichen Koalitionskonstellationen zwischen den Parteien geben, erklären warum diese notwendig sind, wie sie entstehen und welche politischen Motivationen sich hinter den Zusammenschluss der Parteien verbergen. Dabei ist die Intention dieser Arbeit, zu untersuchen, welche Ursachen es für das Ende der Parteiallianzen gibt und warum bestimmte Koalitionsmodelle stabiler sind als andere. Abschließend soll dann, alle Prämissen zusammenfassend, dargelegt werden, ob Koalitionen im Zuge der Verhältniswahl genauso bzw. annähernd so stabil sein können, wie Einparteienregierungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Koalitionsbildung in parlamentarischen Mehrparteiensystemen

1.1. Motivationen für die Koalitionsbildung

1.1.1. „Office-Seeking“-Ansatz

1.1.2. „Policy-Seeking“-Ansatz

1.2. Koalitionsmodelle

1.2.1. „Minimal Winning cabinets“

1.2.2. „Oversized cabinets”

1.2.3. “Minority cabinets”

2. Abhängigkeiten der Regierungsstabilität unter Koalitionen

2.1. Strukturelle Eigenschaften der Kabinette

2.1.1. Einfluss des Parteiensystems

2.1.2. Ideologische Diversität

2.4. Kritische Ereignisse

Fazit

Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Mechanismen der Koalitionsbildung in parlamentarischen Mehrparteiensystemen und analysiert die Faktoren, die zur Stabilität oder Instabilität von Regierungskoalitionen führen, wobei der Fokus besonders auf den theoretischen Modellen und deren Anwendung auf reale politische Kontexte liegt.

  • Theoretische Ansätze der Koalitionsbildung (Office- vs. Policy-Seeking)
  • Differenzierung verschiedener Koalitionsmodelle (Minimal Winning, Oversized, Minority)
  • Einfluss von Parteiensystemstrukturen auf die Regierungsstabilität
  • Rolle ideologischer Diversität innerhalb von Parteienallianzen
  • Analyse der Stabilitätsdeterminanten bei Koalitionsregierungen

Auszug aus dem Buch

1.2.1. „Minimal Winning cabinets“

Ein „Minimal Winning“ Kabinett enthält nur die Parteien, die notwendig sind, um die Mehrheit im Parlament zu erreichen. (Lijphart, 1999: 92) Die theoretische Grundlage für die Bildung eines solchen Kabinetts bildet die „Theory of political Coalitions“ von Riker (1967). Seine Theorie weist Elemente der Rational-Choice-Theorie auf und bedient sich vor allem spieltheoretischer Probleme und ihrer Lösungen. Rikers Annahmen über die „Minimal Winning coalition“ kennzeichnen den Beginn der politikwissenschaftlichen Koalitionsforschung und stehen eng im Zusammenhang mit dem „Office-Seeking“-Ansatz.

„Minimal Winning“ Koalitionen sind demnach solche, die durch den Zusammenschluss von Parteien über eine Mehrheit verfügen („winning“) und jedes Mitglied der Koalition notwendig ist, um diese Mehrheit zu erhalten und die Regierungsgewalt zu gewinnen. („minimal“). D.h., der Wegfall eines Koalitionsmitglieds aus dem Parteienzusammenschluss würde den Verlust der Mehrheit bedeuten und damit auch meist den Verlust der Regierungsgewalt. (Müller, 2004: 269) Das zentrale Kriterium für die Bildung einer Koalition ist nach dieser These somit die Anzahl der zur Mehrheitsbildung benötigten Parteien, die nur so hoch seien soll, dass eine regierungsfähige Mehrheit durch den Zusammenschluss der Parteien entsteht.

Das Modell entfaltet aber erst in Verbindung mit der „Office-Seeking“ Hypothese seine volle Wirkung: „The basic assumption of minimal winning coalition theory is (…): political parties are interested in maximizing their power.” (Lijphart, 1999: 92) In parlamentarischen Systemen bedeutet Macht folglich, die Teilnahme an der Regierung und ein Posten im Kabinett. So ist es zwar Ziel einer jeden Partei, als Koalitionspartner zur Verfügung zu stehen, um die Chancen auf die begehrten Kabinettsposten zu erhöhen, dennoch will sich auch jede Partei einen maximalen Anteil an Posten sichern und somit nur so wenig andere Parteien wie möglich als Partner zur Seite stehen haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Koalitionsbildung in parlamentarischen Mehrparteiensystemen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen und die verschiedenen Modelle der Regierungsbildung, wobei die Motive der Parteien zwischen Machterhalt und inhaltlicher Gestaltung abgewogen werden.

2. Abhängigkeiten der Regierungsstabilität unter Koalitionen: Hier werden die Faktoren untersucht, die den Bestand einer Koalition beeinflussen, insbesondere die strukturellen Eigenschaften des Parteiensystems sowie ideologische Distanzen zwischen den Regierungspartnern.

Schlüsselwörter

Koalitionsbildung, Regierungsstabilität, Minimal Winning Cabinet, Parlamentssystem, Verhältniswahl, Office-Seeking, Policy-Seeking, Parteiensystem, Minderheitsregierung, Oversized Cabinet, politische Elite, ideologische Distanz, Koalitionsforschung, Mehrparteiensystem, Regierungsbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie in parlamentarischen Mehrparteiensystemen Regierungskoalitionen gebildet werden und welche Faktoren deren Stabilität maßgeblich beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Erklärungsmodelle zur Koalitionsbildung, der Parteienwettbewerb, die Regierungsstabilität und die Auswirkungen der Verhältniswahl.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Ursachen für das Ende von Parteiallianzen zu untersuchen und zu erörtern, unter welchen Bedingungen Koalitionen eine ähnliche Stabilität wie Einparteien-Regierungen erreichen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf politikwissenschaftliche Theorien wie die Rational-Choice-Theorie, spieltheoretische Ansätze und empirische Vergleichsstudien zur Regierungsdauer.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Koalitionsmodelle (Minimal Winning, Oversized, Minority) und die Untersuchung der Bestimmungsfaktoren für die Stabilität dieser Regierungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Koalitionsbildung, Regierungsstabilität, Minimal Winning Cabinet, Office-Seeking und Policy-Seeking.

Wie unterscheidet sich eine „Minimal Winning“ von einer „Oversized“ Koalition?

Eine „Minimal Winning“ Koalition enthält nur die zur Mehrheitsbildung notwendigen Parteien, während eine „Oversized“ Koalition mehr Parteien umfasst, als für eine Mehrheit zwingend erforderlich sind.

Warum sind Minderheitsregierungen trotz ihrer theoretischen Instabilität in der Praxis verbreitet?

Sie bilden sich häufig, wenn eine zentrale Partei eine „Core“-Position im ideologischen Spektrum einnimmt und die Opposition in inhaltlichen Fragen so zerstritten ist, dass sie keine alternative Mehrheitskoalition bilden kann.

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Details

Title
Koalitionsbildung und Regierungsstabilität
Subtitle
Die Suche nach der stabilen Regierung im parlamentarischen Mehrparteiensystem
College
University of Bamberg
Course
Hauptseminar Wahlsysteme und Regierungen
Grade
1,7
Author
Helen-Marie Hecker (Author)
Publication Year
2008
Pages
27
Catalog Number
V140212
ISBN (eBook)
9783640472901
ISBN (Book)
9783640472512
Language
German
Tags
parlamentarische Demokratie Koalitionsbildung Regierungsstabilität Mehrheitswahlrecht Verhältniswahlrecht Politik Politikwissenschaft Mehrparteiensystem Parlamentarismus parlamentarisches Mehrparteiensystem Minderheitsregierung Minderheitskabinette minority cabinets
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Helen-Marie Hecker (Author), 2008, Koalitionsbildung und Regierungsstabilität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140212
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