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60 Jahre deutsche Antibabypille

Auswirkungen der Antibabypille auf das gesellschaftliche Selbstbild junger Frauen

Title: 60 Jahre deutsche Antibabypille

Master's Thesis , 2021 , 259 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Alicia Mathes (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Im Jahr 2021 feierte die Antibabypille ihren 60. Geburtstag auf dem deutschen Markt. In dieser Zeit hat sie sich zu einem selbstverständlichen „Lifestyle-Präparat“ entwickelt und gehört für die Mehrheit der Frauen zur Normalität. Doch welche Auswirkungen hat die Möglichkeit zur Einnahme der Antibabypille auf das Selbstbild junger Frauen? Warum sind die Ansprüche an die Antibabypille so unterschiedlich? Warum sagen manche, die Pille sei praktisch und andere halten sie für einen Eingriff in die Natürlichkeit des Menschen?

Alicia Mathes diskutiert in ihrer Masterarbeit nicht nur die Antibabypille an sich, sondern vor allem die unterschiedlichen Einstellungen junger Frauen gegenüber der Pille und anderen Verhütungsmethoden. Die hohe Resonanz ihrer eigenen Umfrage mit weit über 500 ausgewerteten Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland macht deutlich, wie wichtig es ist, Gespräche über Sexualität und Verhütung zu enttabuisieren und ohne Scham zu begegnen. Mathes betont, dass es nicht die eine Verhütungsmaßnahme gibt, sondern dass es mehr Informationen und bessere Aufklärungsangebote über Sexualität und entsprechende hormonelle und nicht-hormonelle Verhütungsmethoden geben muss. Der erhobene Datensatz leistet somit einen wichtigen Beitrag für zukünftige Forschungsvorhaben. Die erworbenen Erkenntnisse sind nicht nur für junge Frauen interessant und wichtig, sondern auch für Eltern, Ärzt*innen sowie alle Interessierten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung und gesellschaftliche Relevanz

II Forschungsstand und theoretische Grundüberlegungen

2.1. Die Pille als Antrieb für gesellschaftlichen Wandel

2.2. Moderne Karriere- und Familienplanung

2.3. Selbstkonzept junger Frauen

III Befragung und Methode

3.1. Forschungsdesign

3.2. Quantitative Befragung

3.2.1. Fragebogenkonstruktion

3.2.2. Gütekriterien des verwendeten Messinstruments

3.2.3. Pre-Test

3.2.4. Feldzugang und Durchführung der Befragung

3.2.5. Datenaufbereitung

3.2.6. Stichprobenbeschreibung

3.3. Auswertungsmethode der Befragung

IV Ergebnisauswertung

V Diskussion – Auswirkungen auf das gesellschaftliche Selbstbild

VI Beantwortung der Fragestellung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Auswirkungen der Antibabypille auf das gesellschaftliche Selbstbild junger Frauen im Alter von 18 bis 29 Jahren. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, welche Auswirkungen die Möglichkeit zur Einnahme der Antibabypille auf das Selbstbild junger Frauen hat und inwiefern dies mit Karriere- und Familienplanung korreliert.

  • Historische und soziologische Entwicklung der Pille als gesellschaftliches Symbol.
  • Analyse des Einflusses der Pille auf Selbstkonzept und Identitätskonstruktion.
  • Untersuchung von Rollenverständnissen und modernen Lebensentwürfen junger Frauen.
  • Quantitative Erhebung zu Verhütungsverhalten und persönlichen Einstellungen.
  • Reflektion über Fremd- und Selbstwahrnehmung im Kontext von Sexualität und Autonomie.

Auszug aus dem Buch

Die Pille als Antrieb für gesellschaftlichen Wandel

Während der Weimarer Republik (1918 bis 1933) wurden erstmals Tabuthemen wie Sexualität, Verhütung und Abtreibung öffentlich diskutiert. Arbeitslosigkeit, Versorgungsengpässe und Demobilisierung bewirkten nach dem Ersten Weltkrieg eine zunehmende und langfristige Akzeptanz der Geburtenplanung (vgl. Köstering 1996, S. 117). Bereits seit der Jahrhundertwende entwickelte sich zumindest im Bürgertum ein Geburtenrückgang, der sich später auch in den übrigen sozialen Schichten bemerkbar machte. Gleichzeitig stieg die Anzahl illegaler Abreibungen dramatisch an und das Elend in den Arbeiter*innenfamilien verschärfte sich (vgl. ebd., S. 117f.). Die Debatte um den Geburtenrückgang in Deutschland (und allen weiteren Industrienationen) ging mit dem Gedanken der eugenischen Lehre, also der ‚Rationalisierung des Fortpflanzungsverhaltens‘, einher. Die Bevölkerungspolitik richtete sich damit nicht mehr auf den reinen Zuwachs aus, sondern auf die Qualität der Bevölkerung (vgl. ebd., S. 118).

Ärzt*innen interpretierten den Geburtenrückgang als einen Trend zum sogenannten ‚Zweikinder-System‘. Die Reformbewegung erreichte zur damaligen Zeit Teilerfolge in der Legalisierung von Verhütung und Abtreibung (vgl. Keldenich 2002, S. 43), sodass der Trend des ‚Zweikinder-Systems‘ mit der Ausbreitung fortschrittlicher medizinischer Kenntnisse über die Verhütung mit Pessaren, Intrauterinstiften und Scheidenspülungen begründet wurde.

Hingegen interpretierte die Bevölkerungspolitik den sich entwickelnden Geburtenrückgang als ‚Volks- und Rassentod‘ (vgl. Keldenich 2002, S. 37). Die deutsche Arbeitskraft, die Kriegsfähigkeit und die vorherrschenden Moralvorstellungen galten als gefährdet. Außerdem sprach man von ‚Entsittlichung des ehelichen Zusammenlebens‘, vom ‚Niedergang des Volkscharakters‘, von ‚sittlicher wie völkischer Gefährdung des Deutschtums‘ und von ‚Staatsersetzung‘, (vgl. Bergmann 1992, S. 26). Spätestens mit der Machtergreifung der Nationalsozialist*innen des Deutschen Reichs und der Rassenpolitik Hitlers fand die ‚Rationalisierung der Fortpflanzung‘ ihren Höhepunkt. Die NS-Politik zielte darauf ab, die Fortpflanzung der ‚rassisch minderwertigen‘ Bevölkerung zu verhindern, während sie jene der ‚rassisch vollwertigen‘ förderten (vgl. Keldenich 2002, S. 39).

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung und gesellschaftliche Relevanz: Einführung in die Thematik der 60 Jahre Antibabypille und deren Bedeutung für das Selbstbild junger Frauen.

II Forschungsstand und theoretische Grundüberlegungen: Diskussion der historischen Entwicklung und theoretischer Konzepte zur Identitätskonstruktion.

III Befragung und Methode: Detaillierte Beschreibung des Forschungsdesigns und der methodischen Vorgehensweise der quantitativen Befragung.

IV Ergebnisauswertung: Darstellung und Analyse der aus der Befragung gewonnenen Daten zu Verhütungsverhalten.

V Diskussion – Auswirkungen auf das gesellschaftliche Selbstbild: Interpretation der Ergebnisse im Hinblick auf das gesellschaftliche Selbstbild und die Reaktionen der Befragten.

VI Beantwortung der Fragestellung und Fazit: Synthese der Erkenntnisse und kritische Reflexion der Forschungsfrage.

Schlüsselwörter

Antibabypille, Selbstbild, junge Frauen, Sexualität, Geburtenkontrolle, Identitätskonstruktion, Geschlechterrollen, Moderne, Familienplanung, Verhütung, Soziologie, Autonomie, Empfängnisverhütung, Erwerbsorientierung, Quantitative Sozialforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht 60 Jahre deutsche Antibabypille und deren Einfluss auf das gesellschaftliche Selbstbild junger Frauen unter soziologischen Gesichtspunkten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Pille, die Entwicklung von Geschlechterrollen, modernes Selbstkonzept sowie die Vereinbarkeit von Karriere und Familienplanung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Kernfrage lautet: „Welche Auswirkungen hat die Möglichkeit zur Einnahme der Antibabypille auf das Selbstbild junger Frauen?“

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quantitative Befragung, die durch eine Auswertung nach der Methode von Philipp Mayring (Qualitative Inhaltsanalyse) ergänzt wurde.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem Forschungsstand, führt das Forschungsdesign inklusive Fragebogenkonstruktion aus und präsentiert im Anschluss die Ergebnisauswertung und Diskussion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Antibabypille, Selbstbild, Sexualität, Autonomie, Geschlechterrollen und Geburtenkontrolle.

Warum liegt der Fokus auf der Altersgruppe 18 bis 29 Jahre?

Dies ist die Altersgruppe mit der höchsten Anwenderquote der Pille, wodurch sich hier die stärksten Manifestationen des aktuellen Verhütungsverhaltens und der damit verbundenen Einstellungen zeigen.

Welche spezifische Rolle spielt der Partner in der Wahrnehmung der Verhütung?

Die Befragung zeigt, dass trotz des Wunsches nach Gleichberechtigung oft eine einseitige Erwartungshaltung gegenüber der Frau als primär Verantwortliche für die Verhütung besteht.

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Details

Title
60 Jahre deutsche Antibabypille
Subtitle
Auswirkungen der Antibabypille auf das gesellschaftliche Selbstbild junger Frauen
College
University of Marburg
Grade
1,3
Author
Alicia Mathes (Author)
Publication Year
2021
Pages
259
Catalog Number
V1402320
ISBN (PDF)
9783346964748
ISBN (Book)
9783346964755
Language
German
Tags
Verhütungsmittelkonsum Selbstbild Geburtenkontrolle Sexualität Antibabypille Frauenbewegung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alicia Mathes (Author), 2021, 60 Jahre deutsche Antibabypille, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1402320
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