Das Marktmodell von Rodney Stark - Ein Schlüssel zum Verstehen der Religionsökonomie


Seminararbeit, 2008

14 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Theorie der rationalen Entscheidung - ein Schlüssel zum Verstehen der Religionsökonomie

3 Übertragen der Rational Choice Theorie auf Religion, in Bezug auf die Institution der Kirche
3.1 Angebot am Beispiel der evangelischen Kirche - „Marketing eines Glaubens“ - Gutes?
3.2 Exklusive und nicht exklusive Religionen

4 Nachfrage
4.1 Das meist gesuchte Produkt des menschlichen Verhaltens- Belohnung
4.2 Religiöses Kapital

5 Allgemeine Überlegenheit der christlichen Theologie in „Rise of Christianity“
5.1 Die christliche Gegenkultur in der Zeit des Chaos
5.2 Kritik - Verbreitung der christlichen Glaube nur dank der sozialen Faktoren?

7 Schlussfolgerung

8 Summary

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Religionsökonomie ist in den letzten zwanzig Jahren zu einem wichtigsten Bereich in den Religionswissenschaften geworden. Dank der Arbeiten von Religionssoziologen, unter anderen, Rodney Stark und Lawrence R. Iannaconne hat sie auch eine wichtige Stelle in der Religionssoziologie eingenommen. Sie gehört heute zu den meist zitierten Religionstheorien auf dem Feld der Sozialwissenschaften. Obwohl die Idee der rationalen Entscheidung in der Religion sich am Anfang mit Empörung unter den Wissenschaftlern getroffen hat, hat sie nach zirka einer Dekade der Forschung über das religiöse Verhaltens zur wissenschaftlichen Anerkennung der ökonomischen Motiven bei Religionswahl beigetragen .Religion wurde nicht mehr nur als großes gesellschaftliches Phänomen betrachtet, sondern als wichtiges Orientierungs- und Handlungssystem eines Individuums.

Rodney Stark-Klassiker der amerikanischen Religionssoziologe, zurzeit Professor für Soziologie an der Universität Baylor ( Texas), President of the Society for the Scientific Study of Religion, hat 27 Bücher und zirka 140 Artikeln veröffentlicht, der größte Teil von seinen Arbeiten handeln über Religion. Im Studium "A Theory of religion" bringt er ( zusammen mit einem Kulturanthropologen Williams Sims Bainbridge) die Theorie der rationalen Entscheidung in die Religionssoziologie ein. Man entscheidet sich für eine Religion, weil man positive Ergebnisse daraus erwartet( zum Beispiel ewiges Leben nach dem Tod). Die Theorie ist nicht nur ein Versuch des Verstehens des religiösen Verhaltens eines Menschen. Sie bestreitet die Aussage der Säkularisierungsthese, wonach mit fortschreitender Modernisierung Religion und Religiosität an Bedeutung verliert (Finke/Stark 1996: 249). Ihr Augenmerk wird dagegen auf die Angebotsseite der Religionen, auf die Religionsgemeinschaften und Kirchen. Ob es zur Säkularisierung in der Gesellschaft komme oder nicht, hänge von der Beschaffenheit des Marktes der Religionen ab. In der religiösen Ökonomie funktionieren „die Firmen“, also Konfessionen, Gemeinschaften entweder auf dem freien Markt oder in Umstanden des Monopols und der allgemeinen staatlichen Regulierung des religiösen Marktes. Das Vorhandensein einer Vielzahl von Religionsgemeinschaften innerhalb einer Gesellschaft zwinge die religiösen Anbieter, ihre Ware möglichst attraktiv zu gestalten und führe damit zu einem Aufblühen der Religiosität insgesamt. Die leeren Kirchen In der Schweiz, wo der Lutheranismus die staatliche Religion ist, stehen im Gegensatz zu den vollen Kirchen in den USA, wo der Staat von aller Festlegung jeglicher Konfession zurückgetreten hat. Die Theorie der rationalen Entscheidung muss man also auch in Kategorien von Polemik zwischen zwei wichtigen Modellen der heutigen Religiosität betrachtet werden.

2 Die Theorie der rationalen Entscheidung - ein Schlüssel zum Verstehen der Religionsökonomie

Das Handlungssystem bei religiöser Ökonomie basiert auf dem Ansatz der Theorie der rationalen Entscheidung, auch als Supply Side ( angebotsorientierte ) Theorie bekannt. Der Ausgangpunkt vom religiösen Markt ist menschliche Bedürfnis des glücklichen Sinn erfüllten Lebens, der Erkenntnis und Sicherheit. Menschen wollten immer Wissen erwerben, ob Leben nach dem Tod gibt und was der Sinn des Lebens wäre. Religion versucht von Ewigkeit die Fragen beantworten. In Zeiten der Sinnsuche entsteht notwendigerweise ein Markt für Anbieter, die den Menschen ‚das Glück auf Erden“ versprechen . Die Kirche befindet sich demnach im Wettbewerb mit vielen unterschiedlichen Sinnfindungs- und Sinngebungsanbietern. Außerdem begründen die religiösen wie und warum verschiedene Bedürfnisse erfüllt bzw. Belohnungen erhalten werden konnten und welche Kosten dabei getragen werden mussten (Stark/Bainbridge 1987: 216). Die Ansatze der Rational Choice Theory nehmen ihren Ursprung in den Prämissen über das menschliche Verhalten, den zufolge: „ human beings act rationally, weighing the costs and benefits of actions, and making choices with the intention of maximizing the benefits of their actions (Britain: 156). Man kann auch zugeben, die basiert auf der soziologischen Austauschtheorie, wo alle menschliche Interaktionen als Form des Austauschs gesehen werden können(Stark/Bainbridge 1987: 215). Wenn die Menschen von ihren Kontakten zu anderen Lebewesen nicht zufrieden sind, kommen sie in übernatürlichen Austausch mit Götter. „Thus the gods make demands on people in return for rewards, either immediate or eventual“ (Stark, Bainbridge 1987: 218). Jedoch werden die Menschen dabei in den übernatürlichen Austausch kommen nur dann, wenn sie nicht billigere oder mehr effiziente Alternative für die Erfüllung von ihren Begehren finden ( Stark, Bainbridge 1987: 218).

3 Übertragen der Rational Choice Theorie auf Religion, in Bezug auf die Institution der Kirche

Die Sprache Starks, die er sich bei der Erklärung seiner Religionstheorie bedient, lässt sich aus der Makro Ökonomie ableiten. Religiöse Gemeinschaften beziehen sich nachdem auf „die Firmen“.

„Religiöse Ökonomie besteht aus allen religiösen Aktivitäten, die der Gesellschaft Stelle haben: dem Markt von gegenwärtigen und potentiellen Kunden, einem Komplett von ein oder mehr Institutionen, die die Kunden anziehen oder behalten wollen und durch die Institution angebotene religiöse Kultur “ (Stark 1997: 16-17).

Bekanntlich will die Ökonomie aufzeigen, unter welchen Bedingungen Menschen wirtschaftliches Gluck (Vorteile) erlangen. Auch die Kirche will in der Umsetzung des Evangeliums Gluck für den Menschen stiften-allerding seelisches Gluck. Man konnte es lapidar zusammenfassen, dass die Kirche in ihrem Austausch mit den Menschen eine ‚Distributionsschiene“ für das Wort Gottes ist. (vgl. Selmayr 2000: Vorwort)

Was gehört zu den Aufgaben „der Firme‘? Unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten ist eine Kirche zunächst eine Organisation, die Informationen und Dienstleistungen anbietet, die sie im Auftrag Gottes den Menschen kommunizieren und an ihnen erbringen will. (vgl. Selmayr 2000: 23).

So wie in der kommerziellen Ökonomie kann man auch in der religiösen Ökonomie Elementen von Angebot und Nachfrage unterschieden werden

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Das Marktmodell von Rodney Stark - Ein Schlüssel zum Verstehen der Religionsökonomie
Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Note
2,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V140447
ISBN (eBook)
9783640484430
ISBN (Buch)
9783640484263
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Marktmodell, Religionsökonomie, Rodney Stark-, exklusive Religionen, Religionssoziologen, Die Theorie der rationalen Entscheidung, Religionssoziologie, Nachfrage, Religiöses Kapital, Marketing
Arbeit zitieren
Katarzyna Majewska (Autor:in), 2008, Das Marktmodell von Rodney Stark - Ein Schlüssel zum Verstehen der Religionsökonomie , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140447

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Das Marktmodell von Rodney Stark - Ein Schlüssel zum Verstehen der Religionsökonomie



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden