Diese Arbeit verschafft dem Leser zuerst einen Überblick in die christliche Tugendlehre, erklärt den Begriff der Sünde und geht anschließend auf Christi Kreuzestod und Auferstehung ein. Im zweiten Teil des Werkes wird die Verarbeitung dieser christlichen Motive im Film „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“ aufgezeigt.
Die Lehre von Tugenden und Lastern sind keine speziell christlichen, sondern sind allgemeine, die in der Ethik zusammengefasst werden. Damit gehört sie in den „Bereich des Verständnisses vom Handeln“. Handlungen sind dadurch charakterisiert, dass sie aktiv gewollt werden und nicht etwa zufällig geschehen. Es wurden fünf Merkmale herausgearbeitet, die den Begriff Handeln festlegen: Personen, die über ein bestimmtes Wissen verfügen, setzen Mittel für ihre Ziele ein und müssen dabei Regeln sowie Normen und Pflichten einhalten. Doch was haben Tugenden mit Handeln zu tun? Nun, sie sind die Eigenschaften von Personen, die ihr Handeln beeinflussen und bestimmte Aktionen wahrscheinlicher werden lassen. Sie beschreiben also erstrebenswerte und gute Charaktereigenschaften.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theologische Elemente und Motive als Grundsätze
2.1 Tugenden und Laster
2.2 Sünde
2.3 Erlösung
3. Verarbeitung christlicher Motive im Film „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“
3.1 Inhalt
3.2 Verführung Edmunds durch Jadis und dessen dreifacher Verrat
3.3 Aslans Opfertod und Auferstehung
3.4 Charakterisierung der Personen
3.5 Resümee
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theologischen Parallelen zwischen christlichen Grundmotiven – insbesondere den Konzepten von Sünde und Erlösung – und deren filmischer Umsetzung in "Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia". Dabei wird analysiert, wie die Entwicklung der Charaktere und die Handlung des Films als Reflexion biblischer Lehren interpretiert werden können.
- Theologische Analyse von Tugenden, Lastern und dem Sündenkonzept.
- Untersuchung des Kreuzestodes und der Auferstehung Jesu als Erlösungsmotive.
- Filmische Umsetzung der christlichen Heilsgeschichte im Fantasy-Genre.
- Psychologische und moralische Entwicklung der Hauptfiguren, insbesondere Edmund Pevensie.
- Die Rolle von Aslan als christologische Erlöserfigur.
Auszug aus dem Buch
3.2 Verführung Edmunds durch Jadis und dessen dreifacher Verrat
Noch in der Exposition des Films geschieht die folgenreiche Begegnung zwischen der Weißen Hexe und Edmund. Sie wird den weiteren Handlungsverlauf bestimmen.
Als Edmund zum ersten Mal nach Narnia gelangt, wird er beinahe von der königlichen Kutsche überfahren und vom Leibwächter erstochen. Jadis hingegen hat ihn aber gleich als machtgefährdenden „Adamssohn“33 identifiziert und ihren Diener Einhalt geboten. Als ihre Vermutung von drei weiteren Geschwistern durch Edmund bestätigt wird, beginnt sie ihn mit heißer Schokolade und Türkischen Honig zu verführen.
Sie stellt ihm außerdem in Aussicht, Prinz und folgend König von Narnia zu werden, das Edmund sehr reizt, da er sich v.a. durch seinen Bruder bevormundet fühlt und so absolute Handlungsfreiheit und nun Macht über ihn erlangen würde. Dass dieses Versprechen in Wahrheit leer ist, zeigt sich neben der Prophezeiung, die die vier Geschwistern sowieso als Könige vorsieht, auch dadurch, dass der königliche Kutscher ihn mit „Sire“34 anspricht. Dies ist eine Anrede für Könige.35. Jadis Verheißung findet sich in ähnlich ironischer Weise auch in den Lockungen der Schlange zu Eva. Anstelle der Herrscher von Narnia zu werden, verspricht sie, Gott gleich zu sein und die Macht und Freiheit zu haben, die Grenzen zwischen Gut und Böse selbst setzen zu können36. Auch hier wird der Versuchung nachgegeben, obwohl der Mensch als Gottes Ebenbild geschaffen wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der christlichen Liebe sowie des Sieges über den Tod ein und verknüpft diese mit dem Fantasy-Film von Andrew Adamson.
2. Theologische Elemente und Motive als Grundsätze: Dieses Kapitel erläutert die dogmatischen Grundlagen, insbesondere die Definition von Tugenden, Sündenbegriffe sowie die theologische Bedeutung von Jesu Tod und Auferstehung.
3. Verarbeitung christlicher Motive im Film „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“: Das Hauptkapitel analysiert die Umsetzung der zuvor theoretisch erarbeiteten christlichen Motive innerhalb der Filmhandlung und der Charakterentwicklung.
4. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die moralische Reife der Pevensie-Geschwister vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen in Narnia.
Schlüsselwörter
Narnia, Andrew Adamson, Aslan, Sünde, Erlösung, Christentum, Theologie, Edmund Pevensie, Weiße Hexe, Jadis, Auferstehung, Kreuzestod, Tugenden, Laster, christliche Motive.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, inwiefern der Fantasy-Film „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“ biblische und christliche Motive aufgreift und verarbeitet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Verständnis von Tugend und Laster, die christliche Sündenlehre, das Konzept der Erlösung durch Jesu Opfertod sowie deren filmische Entsprechungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die religiösen Symbole und Handlungsstrukturen im Film in Bezug auf ihre theologischen Vorbilder aus dem Alten und Neuen Testament zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literatur- und filmtheoretische Analyse angewandt, indem theologische Fachliteratur mit der narrativen Struktur und den Charakterentwicklungen des Films in Beziehung gesetzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Inhaltszusammenfassung des Films, der Interpretation von Edmunds Verrat als Verführungssituation und Aslans Rolle als christologische Heilsfigur.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Narnia, Christentum, Sünde, Erlösung, Aslan, Tugenden, Laster und filmische Umsetzung.
Wie lässt sich die Figur des Aslan theologisch einordnen?
Aslan wird als Inkarnation Gottes gedeutet, wobei besonders der Opfertod und die Auferstehung als Parallelen zu Jesus Christus dienen.
Was bedeutet die "Höllenfahrt Christi" im Kontext der Arbeit?
Das Motiv wird aufgegriffen, um die retrospektive Wirksamkeit des Heilswerks Christi zu erklären, wobei im Film Aslans Erweckung der versteinerten Kreaturen als symbolische Neuschöpfung betrachtet wird.
- Citation du texte
- Nikolaus Köberlein (Auteur), 2017, Christi Opfertod und Auferstehung in "Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1407919