In der vorliegenden Arbeit werden die Böden sowie die Geomorphologie der Borealen Zone untersucht. Voraus geht dieser Darstellung eine Einordnung der Zone in das Ökozonensystem nach Schultz. Abschließend wird zudem das Phänomen der Moore aufgegriffen.
Inhaltsverzeichnis
1 Die Boreale Zone
2 Geomorphologie der Borealen Zone
2.1 Definition und Abgrenzung des Begriffes
2.2 Das Relief der Borealen Zone
2.3 Frostdynamische Formen
2.3.1 Frostwechselformen
2.3.2 Abschmelz- und Thermokarstformen
2.4 Das Gewässernetz der Borealen Zone
3 Die Böden der Borealen Zone
3.1 Bodenbildende Faktoren
3.2 Regionale Verteilung der Böden und deren bodenbildende Prozesse
3.2.1 Der zonale Bodentyp – Podsol
3.2.2 Weitere interzonale Bodentypen am Regionalbeispiel Skandinaviens
4 Die Borealen Moore
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die geomorphologischen Prozesse und die bodenkundlichen Charakteristika der borealen Nadelwaldzone. Ziel ist es, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Klima, Relief, Wasserhaushalt und Bodenbildung in dieser Ökozone aufzuzeigen und dabei den Stellenwert der Borealen Moore als integratives Element dieser Landschaftszone zu verdeutlichen.
- Klimatische und geomorphologische Kennzeichen der borealen Zone
- Prozesse der Permafrost- und Frostdynamik
- Analyse bodenbildender Faktoren und spezifischer Bodentypen
- Untersuchung der regionalen Bodenverteilung am Beispiel Skandinaviens
- Die hydrologische und ökologische Bedeutung der borealen Moore
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Der zonale Bodentyp – Podsol
„Die zumindest über einen langen Zeitraum des Jahres vorherrschende Kälte und Nässe“ (SCHULTZ 2002b:191) sowie „die aus der Streu der Nadelwälder in reichem Maße zur Verfügung stehenden organischen Säuren tragen dazu bei, daß sich mit dem Podsol der typische zonale Boden entwickelt“ (MÜLLER-HOHENSTEIN Jahr:173). Podsol entwickelt sich folglich auf einer sauren Basis – die pH-Werte des Bodens liegen unter 5,5 (EBD.) im Oberboden sogar nur zwischen 3 und 4,5 (ZECH & HINTERMAIER-ERHARD 2002:22). Für die Entwicklung des Bodens ist zudem ein unverfestigtes, kalk- und silikatarmes Ausgangsmaterial (Sande) notwendig (EBD.) Des Weiteren kennzeichnet seine Eigenschaften eine hohe Wasserdurchlässigkeit sowie eine „schlechte Durchwurzelbarkeit“ aufgrund der Ausbildung von Ortstein (EBD.). Die Kationenaustauschkapazität (KAK) ist im Allgemeinen niedrig, da die biologische Aktivität gering und die Auswachsungsrate hoch ist (KLOHN & WINDHORST 2002:18).
Die Bodenbildung – Podsolierung – erfolgt dadurch, dass sich im Rohhumus gelöste saure Huminsäuren mitsamt dem Sickerwasser in tiefere Schichten verlagern. Auch Aluminium- und Eisenoxide (Sesquioxide) werden gelöst und in tieferen Schichten wieder ausgefällt (SCHULTZ 2002b:191). Dadurch entsteht die für den Podsol typische Horizontfolge OAhEBhsC (ZECH & HINTERMAIER-ERHARD 2002:22), die in Abb.5. zu betrachten ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Die Boreale Zone: Einführung in den Begriff der Ökozonen und Darstellung der allgemeinen klimatischen sowie vegetativen Merkmale des borealen Raumes.
2 Geomorphologie der Borealen Zone: Analyse der landschaftlichen Großformen unter besonderer Berücksichtigung periglazialer Prozesse, Permafrostdynamik und der hydrologischen Situation.
3 Die Böden der Borealen Zone: Untersuchung der bodenbildenden Faktoren und detaillierte Vorstellung der wichtigsten Bodentypen wie Podsol, Gleysole und Histosole inklusive deren regionaler Ausprägung.
4 Die Borealen Moore: Analyse der Entstehung von Mooren als Folge des Abflussregimes und Beschreibung unterschiedlicher Moortypen innerhalb der borealen Zone.
5 Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse zu den Wechselwirkungen zwischen Geofaktoren und der Bedeutung des Kreislaufsystems in der borealen Ökozone.
Schlüsselwörter
Boreale Zone, Geomorphologie, Bodenbildung, Podsol, Permafrost, Frostdynamik, Moore, Skandinavien, Humus, Hydrologie, Ökozonen, Bodenkunde, Klima, Taiga, Stoffhaushalt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der physischen Geographie der borealen Nadelwaldzone, wobei der Fokus auf den geomorphologischen Prozessen und der Bodenausprägung liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Klimatologie, die Geomorphologie, die Bodenkunde sowie die hydrologischen Bedingungen und die Moorbildung in den borealen Regionen.
Was ist das primäre Ziel der Seminararbeit?
Das Ziel ist es, das komplexe Wirkungsgefüge zwischen Klima, Boden, Relief und Vegetation sowie den anthropogenen Einfluss auf die boreale Zone wissenschaftlich darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine analytische geographische Betrachtungsweise und stützt sich auf eine umfassende Auswertung aktueller Fachliteratur und klimatischer Modelle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Geomorphologie (Relief, Frostdynamik, Gewässer), Bodenkunde (Bodenbildende Faktoren, Bodentypen) und eine vertiefende Analyse der Borealen Moore.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Boreale Zone, Podsolierung, Permafrost, Frostdynamik und Stoffhaushalt.
Warum ist der Podsol als zonaler Bodentyp so prägend für diese Region?
Er entwickelt sich aufgrund der vorherrschenden Kälte, Nässe und der sauren Streu der Nadelwälder, was zu spezifischen Auswaschungsprozessen und einer charakteristischen Horizontfolge führt.
Welche Rolle spielt das Wasserregime für die Bildung von Mooren?
Da Flüsse aufgrund von Permafrost und gefrorenen Unterläufen im Frühjahr das Schmelzwasser nicht aufnehmen können, kommt es zu großflächigen Versumpfungen, die die Grundlage für die Moorbildung bilden.
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- Jana Kirchhübel (Author), 2007, Geomorphologie und Böden der Borealen Zone, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141040