„Wir sind keine Protestorganisation. Wir sind hier, um internationalen Umweltschutzgesetzen Geltung zu verleihen. Wir wedeln nicht mit Transparenten. Wir schreiten ein.“
(Paul Watson, Präsident der Sea Shepherd Conservation Society)
Sea Shepherd spaltet die Politik und Gesellschaft. Diese Organisation unterscheidet sich von anderen Umweltschutzorganisationen dadurch, dass sie ihre Gegner auf dem Meer tätlich angreift, zumindest ihre Schiffe und Waffen. Bekanntheit erlangten die selbst ernannten Hüter der Meere durch das Versenken von Fischtrawlern oder Walfangschiffen. Sea Shepherd agiert staatenübergreifend in internationalen Gewässern.
Der Fakt, dass die Mitglieder trotz offensichtlicher Angriffe auf andere Schiffe immer noch auf See agieren und nicht mit Gefängnisstrafen belegt wurden, zeigt, dass sie offensichtlich nichts Unrechtes tun. Damit stellen sich die Fragen, was die Basis für die Aktionen und Handlungen der Organisation ist, also der Legitimität, was ihr Ziel ist und wie gut dieses Ziel erfüllt wird, also die Effektivität. Dafür wird zunächst die Entstehung und Struktur dieser Organisation betrachtet, der Forschungsstand bezüglich Sea Shepherd und die Regelungen, welche als Legitimationsgrundlage genutzt werden, untersucht. Des Weiteren wird kurz auf die Ziele eingegangen und ein theoretischer Rahmen festgelegt, an dem die Effektivität nicht-staatlicher Umweltschutzorganisationen gemessen werden kann. Zum Schluss wird dann der Versuch gemacht, auch Sea Shepherd daran zu messen und dessen Rolle für den Schutz der Meereslebewesen, in diesem Fall der Wale, darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Handelt Sea Shepherd legitim und effektiv?
2.1 Entstehung und Struktur der Sea Shepherd Conservation Society
2.2 Forschungsstand
2.3 Legitimation und Legitimität von Sea Shepherd
2.4 Theoretischer Rahmen für die Effektivität nicht Staatlicher Organisationen und Festlegung der Indikatoren
2.5 Effektivität der Sea Shepherd Conservation Society
3. Fazit
3.1 Abschlussbetrachtung
3.2 Forschungsausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Legitimität und Effektivität der Sea Shepherd Conservation Society im Kontext der internationalen Umweltpolitik. Dabei wird analysiert, inwieweit die Organisation ihre Ziele im Meeresschutz erreicht und in welchem Maße ihr Handeln auf Grundlage geltender völkerrechtlicher Normen und internationaler Abkommen als legitim eingestuft werden kann.
- Strukturanalyse und Entstehung der Sea Shepherd Conservation Society
- Untersuchung der Legitimationsgrundlagen und der rechtlichen Einordnung
- Entwicklung eines theoretischen Rahmens zur Messung der Effektivität von Nichtregierungsorganisationen
- Bewertung des Einflusses auf den Schutz bedrohter Walarten
- Analyse der Rolle der Organisation im Hinblick auf das Agenda-Setting in der Politik
Auszug aus dem Buch
2.1 Entstehung und Struktur der Sea Shepherd Conservation Society
Im Jahr 1977 gründete Paul Watson, eines der Gründungsmitglieder von Greenpeace, die Earth Force Society in Vancouver/ Kanada. Er verließ Greenpeace laut eigener Darstellung, weil ihm der Handlungsspielraum zu eng war und er die Aktionen als nicht wirkungsvoll genug für den Umweltschutz ansah. Ziel der neugegründeten Earth Force Society war die Erhaltung und der Schutz von Meeressäugetieren, bevorzugt Robben und Walen. 1978 erstand die Society ihr erstes, durch Spendengelder finanziertes Schiff und taufte es auf den Namen Sea Shepherd.
Diesen Namen nutzte man auch, als man die Organisation 1981 im US-Bundesstaat Oregon amtlich eintragen ließ. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die, ausschließlich durch Spenden finanzierte, non-profit Organisation bereits einen weitreichenden Ruf erarbeitet, indem man die spanischen Walfangschiffe Sierra, Isba I und II versenkte. Bis heute hat Sea Shepherd nach eigenen Angaben zehn Walfangschiffe versenkt und zahlreiche Angriffe auf Wale durch Aktionen gegen andere Schiffe verhindert. Die Mitglieder fühlen sich den Meereslebewesen verpflichtet, was auch in der Satzung der Organisation zur Geltung kommt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Walfangs ein und stellt die Sea Shepherd Conservation Society als eine Akteurin vor, die durch radikale Methoden versucht, den Schutz der Meeresfauna durchzusetzen.
2. Handelt Sea Shepherd legitim und effektiv?: Dieses Kapitel analysiert die Entstehung der Organisation, den Forschungsstand sowie die rechtlichen und theoretischen Grundlagen zur Bewertung ihrer Legitimität und Effektivität.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Organisation als legitim im Sinne des Interessenschutzes, weist jedoch auf Defizite bei der aktiven politischen Kooperation hin.
Schlüsselwörter
Sea Shepherd, Walfang, Umweltschutz, Legitimität, Effektivität, Internationale Umweltpolitik, NGO, Meeresschutz, Paul Watson, Agenda-Setting, Seerecht, Tierschutz, Artenschutz, Nichtregierungsorganisation, IWC.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer wissenschaftlichen Untersuchung der Sea Shepherd Conservation Society hinsichtlich ihrer Legitimität und Effektivität als internationale Umweltschutzorganisation.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Struktur der Organisation, der rechtlichen Basis ihres Handelns, der Analyse ihrer Erfolgsaussichten beim Meeresschutz und ihrem Einfluss auf das politische Agenda-Setting.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu ergründen, ob die Aktionen der Society völkerrechtlich legitimiert sind und wie messbar effektiv ihre Maßnahmen gegen den kommerziellen Walfang sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Einordnung von Nichtregierungsorganisationen, um Kriterien und Indikatoren zur Messung von deren Effektivität festzulegen, an denen Sea Shepherd anschließend gemessen wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Entstehung und Organisation von Sea Shepherd, der Analyse internationaler Seerechtsgrundlagen sowie der operativen Umsetzung der Schutzziele gegen Walfangflotten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Sea Shepherd, Walfang, Legitimität, Effektivität und internationales Seerecht.
Inwiefern beeinflusst die Art der Finanzierung die Unabhängigkeit der Organisation?
Die Arbeit stellt fest, dass die ausschließliche Finanzierung durch Spenden der Organisation eine hohe Unabhängigkeit verleiht, da sie nicht an staatliche Vorgaben oder Interessen von Geldgebern gebunden ist.
Welche Rolle spielt Paul Watson für die Organisation?
Als Gründer und Präsident prägt er die Philosophie der Organisation und ist die zentrale Figur hinter der Ausrichtung, bei der die Society als exekutive Kraft auf den Meeren agiert.
Warum wird die Tätigkeit von Sea Shepherd oft kontrovers diskutiert?
Die Kontroverse entsteht aus der Diskrepanz zwischen dem Ziel des Artenschutzes und den Methoden der Organisation, wie dem Blockieren oder Versenken von Schiffen, die von betroffenen Staaten als Piraterie eingestuft werden.
Kommt die Arbeit zu einem abschließenden Urteil über den Erfolg der Organisation?
Die Arbeit schließt, dass Sea Shepherd zwar sehr medienwirksam ist und Aufmerksamkeit generiert, aber keine direkte politische Mitwirkung zeigt und in der konkreten Verhinderung von Walfängen nur begrenzte Erfolge erzielt.
- Quote paper
- Tom Treffert (Author), 2009, Legitimität und Effektivität der Sea Shepherd Conservation Society, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141114