Aufgrund des hierarchischen Aufbaus externer semantischer Relationen wie der Hyponymie und der Meronymie ist es allgemein möglich, von den untergeordneten Begriffen auf den Oberbegriff zu schließen. Daher ist es interessant zu untersuchen, inwiefern diese Phänomene in Wörterbüchern in Erscheinung treten.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Betrachtungen der Hyponymie/Hyperonymie und der Meronymie/Holonymie in der Lexikografie. Aus diesem Grunde wird auf die Darstellung der genannten Modelle in einsprachigen, allgemeinen Definitionswörterbüchern eingegangen, um die Verknüpfungen der Begriffe untereinander mittels Beispielen explizit aufzuzeigen. Anhand von zweisprachigen Sprachlexika wird dargelegt, wie von Hyperonymen in der Ausgangssprache auf Hyponyme in der Zielsprache verwiesen wird. Weiterhin wird das Verhältnis von Meronymen zu ihren Holonymen dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen und Abgrenzungen
3 Der Bedeutungswandel
4 Darstellung der Phänomene in der Lexikografie
4.1 Einsprachige Wörterbücher
4.2 Zweisprachige Wörterbücher
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die lexikografische Darstellung von Hyponymie, Hyperonymie und Meronymie. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese semantischen Relationen in einsprachigen und zweisprachigen Wörterbüchern abgebildet werden und welche Rolle sie für das Verständnis von Wortfeldern und das Erlernen von Fremdsprachen spielen.
- Grundlagen der paradigmatischen Strukturen (Hyponymie, Hyperonymie, Meronymie)
- Methoden der Definition und Bedeutungserweiterung bzw. -verengung
- Analyse der Darstellung in einsprachigen italienischen Definitionswörterbüchern
- Untersuchung der Abbildung dieser Phänomene in zweisprachigen Sprachlexika
- Vergleich der Transparenz hierarchischer Wortstrukturen für Lernende
Auszug aus dem Buch
2 Definitionen und Abgrenzungen
Die Felder der Hyponymie, Hyperonymie und Meronymie gehören zu den paradigmatischen Strukturen des Wortschatzes mit dem Schwerpunkt der Synchronie. Sie analysieren die „Beziehungen zwischen den Wörtern, bzw. zwischen den signifiés (den Inhaltsseiten) der sprachlichen Zeichen“1 und beziehen sich auf das Verhältnis von Über- oder Unterordnung.
Der Terminus der Hyponymie, welche vorher als „Inklusion“ bzw. als „einseitige Implikation“ bezeichnet worden war2, wurde erst in jüngerer Zeit geprägt, und zwar in Anlehnung an die Termini „Synonymie“ und „Antonymie“.3 Bsp.: „Die ’Bedeutung’ von purpurrot gilt als ’inkludiert’ (’enthalten’) in der ’Bedeutung’ von rot.“4
Die Hyponymie (ital. iponimia) bezeichnet die Beziehung von Unterbegriffen zu ihrem Oberbegriff. Bsp.: Rosa, giglio, garofano, tulipano, dalia etc. sind Hyponyme (iponimi) von fiore. Untereinander sind sie Ko-Hyponyme, die das Hyperonym (iperonimo) an sich (hier: fiore) bereits implizieren. In Texten ist es daher wahrscheinlich, dass das Hyponym als Hyperonym wieder aufgenommen wird. Umgekehrt tritt die Erscheinung hingegen eher seltener auf. Nach Berruto gelten ‚echte Hyponyme’ als solche, „[se] due parole sono in rapporto di iponimia in modo tale che non esista alcuna parola che sia sovraordinato dell’una e iponimo dell’altra[…].”5 Als Beispiel nennt er hier die Beziehung zwischen arancia und agrume.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, wie hierarchische semantische Relationen wie Hyponymie und Meronymie in lexikografischen Werken dargestellt werden.
2 Definitionen und Abgrenzungen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Hyponymie, Hyperonymie und Meronymie sowie deren Bedeutung im synchronen Sprachsystem.
3 Der Bedeutungswandel: Der Abschnitt behandelt, wie diachronische Prozesse wie Spezialisierung und Generalisierung die Extension und Intension von Begriffen verändern und so neue Relationen schaffen.
4 Darstellung der Phänomene in der Lexikografie: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse, wie verschiedene Wörterbuchtypen (einsprachig vs. zweisprachig) die genannten semantischen Hierarchien für Nutzer aufbereiten.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die lexikografische Nutzung semantischer Prinzipien den Lernprozess unterstützt, auch wenn die Umsetzung je nach Wörterbuchtyp variiert.
Schlüsselwörter
Hyponymie, Hyperonymie, Meronymie, Lexikografie, Semantik, Bedeutungswandel, Wortfeld, Definition, Sprachlexikon, Synonymie, Antonymie, Sprachvergleich, Extension, Intension, Taxonomie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie semantische Relationen wie Hyponymie, Hyperonymie und Meronymie in Wörterbüchern definiert und für Lernende aufbereitet werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die lexikalische Semantik, die Wortfeldforschung und die praktische Umsetzung dieser theoretischen Modelle in einsprachigen und zweisprachigen Wörterbüchern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit Wörterbücher durch die explizite Darstellung hierarchischer semantischer Strukturen den Spracherwerb und das Verständnis komplexer Wortbedeutungen unterstützen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine analytische Methode, indem sie Begriffe theoretisch definiert und anschließend anhand konkreter Beispiele aus Standardwörterbüchern wie dem "Lo Zingarelli" oder Langenscheidt-Ausgaben überprüft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine Untersuchung des diachronen Bedeutungswandels und eine praktische Analyse der lexikografischen Darstellungsmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Hyponymie, Hyperonymie, Meronymie, semantische Extension, Intension und lexikografische Definitionspraxis.
Warum spielt der Begriff der "Transitivität" eine wichtige Rolle bei Hyponymen?
Die Transitivität erlaubt es, hierarchische Strukturen wie Baumdiagramme aufzubauen, da sie verdeutlicht, dass ein Hyponym eines Hyponyms auch ein Hyponym des ursprünglichen Oberbegriffs ist.
Welcher Unterschied besteht laut der Arbeit zwischen einer Maschine und einem Fahrzeug in Bezug auf Meronymie?
Die Arbeit betont (nach Ježek), dass ein Hyponym einen Typ von etwas darstellt (ein Auto ist ein Fahrzeug), während ein Meronym einen Teil von etwas beschreibt (ein Rad ist ein Teil eines Fahrzeugs).
Wie unterscheidet sich die Darstellung in einsprachigen von zweisprachigen Wörterbüchern?
Einsprachige Wörterbücher bieten häufiger eine tiefergehende Definition und Strukturierung der Taxonomien, während zweisprachige Wörterbücher sich primär auf die Übersetzung konzentrieren und die hierarchischen Relationen seltener explizit definieren.
- Arbeit zitieren
- Simone Mihm (Autor:in), 2009, Die Darstellung von Hyponymie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141196