Karl-Andreas Krieter,geboren im Jahre 1890,war 27 jahre lang in der kath. Kirchengemeinde St. Bonifatius in Hbg.-Wilhelmsburg Pfarrer und Dechant. Er galt vielen Menschen seiner Zeit als liebenswerte und bedeutende Persönlichkeit.Neben seiner pastoralen Arbeit war ihm der karitative Einsatz zugunsten der Bevölkerung Wilhelmsburgs besonders wichtig. So wurde er zum Gründer des "Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand",das aus dem Gesundheitswesen Hamburgs heutzutage nicht wegzudenken ist.Sein Lebenswerk wurde durch kirchliche und staatliche Auszeichnungen anerkannt.Der 1. Teil seiner Biografie ist bereits veröffentlicht, der 2. Teil wird in Kürze erscheinen. Die Berichte von 35 Zeitzeugen beleuchten aus den verschiedensten Blickwinkeln das Leben in der Kirchengemeinde St.Bonifatius und die Ortsgeschichte des Stadtteils Wilhelmsburg.Sie sind eine unerlässliche Ergänzung des 2. Teils der Biografie des K.-A. Krieter, sind aber auch gesondert eine lehrreiche und unterhaltsame Lektüre.
Inhaltsverzeichnis der Zeitzeugen
Adamczyk, Irmtraud
Bergmann, Renate
Chowanietz, Walter
Czys, Jürgen und Werner
Diedrich, Rudi
Ernst, Joachim
Fittkau, Uwe
Greschek, Werner
Gross, Gerhard
Hölsken, Herbert
Herbert Hölsken
Herbert Hölsken
Jonek, Werner
Kinne, Bernhard
Kränkel, Christa
Kuhnigk, Monika
Lisiewicz, Albin
Matzat, Gertrud und Grytka, Johannes
Matuszczak, Ewald und Elke
Mlotek, Hilde
Müller, Marianne
Nowacki, Erna
Pachowiak, Karla
Schwalfenberg, Margret
Stryakowski, Anton
Swoboda, „Jonny“ und Martha Swoboda
Walczak, Peter
Wantoch, Waldemar von
Weichler, Manfred
Wellner, Karl-Heinz
Wesolowski, Gerhard
Wollersen, Hedwig
Zielsetzung & Themen der Dokumentation
Ziel dieser Arbeit ist es, das Leben und Wirken von Karl-Andreas Krieter, dem langjährigen Pfarrer der St. Bonifatius-Gemeinde in Hamburg-Wilhelmsburg, durch die persönlichen Erinnerungen von 35 Zeitzeugen zu dokumentieren und sein Andenken zu bewahren.
- Lebensweg und priesterliches Wirken von Karl-Andreas Krieter (1934–1961).
- Alltagsleben in der Kirchengemeinde St. Bonifatius unter dem Einfluss von Nationalsozialismus und Krieg.
- Die Rolle der katholischen Schule und sozialer Vereine in der Gemeinde.
- Aufbauleistungen nach 1945, insbesondere der Bau des Krankenhauses Groß-Sand.
- Die Bedeutung von Glauben und Gemeinschaft für die Gemeindemitglieder in schwierigen Zeiten.
Auszug aus dem Buch
Mein erster Chef
Am 1. April 1952 sitze ich im D-Zug Hannover-Hamburg und fahre nach Hamburg-Wilhelmsburg zu meiner ersten Stelle an der St. Bonifatius-Pfarrei in Wilhelmsburg. Nach Priesterweihe und Primiz beschäftigte mich vor allem ein Gedanke: Wie wird wohl dein Chef, Dechant Krieter, sein? Brieflich hatte er mich freundlich willkommen geheißen und mir mitgeteilt, ich müsse bis Harburg fahren. Dort würde ich von ihm abgeholt. Das war ausgesprochen nett und durchaus keine alltägliche Praxis zwischen Chef und Kaplan.
Ich wuchtete meinen riesigen Koffer aus dem Koffernetz und schleppte ihn in Richtung Bahnhofshalle. In diesem Koffer befand sich mein ganzer damaliger Besitz. Ehe ich mich versah, stand ein Mann in Schlosseranzug neben mir: „Ich heiße Müller, man nennt mich Franz. Geben Sie mir Ihren Koffer!“ Ich war sprachlos. Zum ersten Mal in meinem Leben wurde mir der Koffer abgenommen. Ja, und dann sah ich ihn, meinen ersten Chef, Dechant Krieter, eingehüllt in eine Wolke von Tabaksqualm, in der linken Hand eine anständige Zigarre. Blitzschnell schoss es mir erleichtert durch den Kopf. Dein Chef raucht ja! Spontan mein Urteil: Also muss er ein anständiger Mann sein, und auch als Priester Mensch geblieben sein.
Zusammenfassung der Kapitel
Adamczyk, Irmtraud: Frau Adamczyk schildert ihre Anstellung als Lehrerin an der Bonifatiusschule und die väterliche, wenn auch streng traditionalistische Art von Dechant Krieter.
Bergmann, Renate: Ein Bericht über die enge familiäre Einbindung in das Gemeindeleben, die Rolle des Elisabethvereins und die strenge, aber gütige Wahrnehmung des Dechanten.
Chowanietz, Walter und Gertrud: Das Ehepaar erinnert sich an die Erstkommunion in Kriegszeiten, den Religionsunterricht und die Aufbauarbeit der Gemeinde, besonders das „Steineklopfen“.
Czys, Jürgen und Werner: Die Brüder berichten über die Not nach der Ausbombung und das Leben in der Ruine des Gemeindehauses, das Dechant Krieter als Wohnraum zur Verfügung stellte.
Diedrich, Rudi: Ein Rückblick auf das Geburtshaus des Pfarrers in Hilkerode und dessen frühe Kontakte zur Gemeinde in der Heimat.
Ernst, Joachim: Ein Pfarrer im Ruhestand reflektiert kritisch über den Religionsunterricht durch Krieter, würdigt aber dessen enorme Aufbauleistung und Bescheidenheit.
Fittkau, Uwe: Ein Bericht aus Sicht eines Polizeirevierleiters, der Krieter als väterliche Figur und pragmatischen Macher in schwierigen Zeiten beschreibt.
Schlüsselwörter
Karl-Andreas Krieter, St. Bonifatius-Gemeinde, Wilhelmsburg, Zeitzeugen, Zweiter Weltkrieg, Nationalsozialismus, Priester, Krankenhaus Groß-Sand, Elisabethverein, Kolpingfamilie, Religionsunterricht, Seelsorge, Wiederaufbau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es geht um die Biografie und das Wirken des Dechanten Karl-Andreas Krieter in der Gemeinde St. Bonifatius in Hamburg-Wilhelmsburg zwischen 1934 und 1963, dargestellt durch Berichte von 35 Zeitzeugen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die kirchliche Seelsorge, das Gemeindeleben unter dem Nationalsozialismus, die Kriegs- und Nachkriegszeit sowie den Wiederaufbau sozialer Strukturen und medizinischer Einrichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Befragungen?
Das Ziel ist es, ein authentisches und vielschichtiges Bild des Pfarrers Krieter zu zeichnen, der als väterliche, gütige und pragmatische Persönlichkeit beschrieben wird.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor wählte die Methode der qualitativen Zeitzeugenbefragung, um persönliche Erinnerungen, Eindrücke und Anekdoten aus verschiedenen Blickwinkeln zu erfassen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil besteht aus transkribierten Interviews, in denen ehemalige Gemeindemitglieder, Lehrer, Schüler und Mitarbeiter über ihre persönlichen Erfahrungen mit Pfarrer Krieter berichten.
Welche Eigenschaften charakterisieren Krieter laut der Zeugen?
Er wird vor allem als gütig, bescheiden, hilfsbereit, väterlich, humorvoll und außerordentlich zielstrebig in Aufbaufragen beschrieben.
Wie stand Krieter zur NS-Ideologie?
Die Zeitzeugen beschreiben ihn als jemanden, der sich vordergründig an die Vorschriften hielt, um den „Betrieb“ der Kirche nicht zu gefährden, dabei jedoch im Stillen den Menschen half und die Unabhängigkeit der Gemeinde zu bewahren versuchte.
Welche Bedeutung hatte das Krankenhaus Groß-Sand?
Es entstand als Unfallkrankenhaus, initiiert von Krieter, und gilt als eines seiner wichtigsten sozialen Projekte, das mit großem persönlichem Einsatz und Spendensammlungen in der Industrie realisiert wurde.
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- Ulrich Krieter (Author), 2009, Die St. Bonifatius-Gemeinde in Hamburg-Wilhelmsburg zur Zeit des Pfarrers Krieter. 35 Zeitzeugen berichten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141241