Inhaltliche Motive und marktwirtschaftliche Aspekte eines Blockbusters am Beispiel von "Batman Begins"


Hausarbeit, 2009
14 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhaltliche Motive
2.1 Elemente des Blockbusters
2.2 Dramaturgie

3. Produktion und Verwertung
3.1 Produktionsbedingungen
3.2 Verwertungsprozess
3.2.1 Werbung und Marketing
3.2.2 Verwertungskette

4. Fazit

Literaturverzeichnis
Verfasserschriften
Zeitschriftenaufsätze

1. Einleitung

Blockbuster locken schon seit vielen Jahrzehnten die Menschen ins Kino. 1977 schaffte es Star Wars, eine neue Ära der Blockbuster zu etablieren. Die Werbemaßnahmen wurden gigantisch und die Einspielergebnisse schossen dadurch auch in die Höhe. Es kam zum Bau neuer Multiplex-Kinos um dieser Entwicklung stand zu halten (vgl. Robert Blanchet, 2003, S. 7-8). Die Ökonomie der großen Filme wurde durch diese ganze Entwicklung in den Vordergrund gestellt. „Film wurde als Ware angesehen, deren Produktion und Distribution auf den Massenbedarf ausgerichtet und lediglich wirtschaftlichen Erfordernissen unterworfen war.“ (Dirk Schweitzer, 1996, S. 12)

Doch inwiefern solch eine Behauptung stimmt, kläre ich auf den folgenden Seiten. Bedeutet wirtschaftlich erfolgreich auch immer ein Sinken des künstlerischen Anspruchs und der Dramaturgie?

Hierzu nehme ich den Film Batman Begins als Beispiel und gehe dabei näher auf die Elemente eines Blockbusters und seine dramaturgische Plot-Struktur[1] ein. Man sollte denken, dass Blockbuster alle einem gleichen Schema folgen, um die Zuschauermassen anzuziehen. „Ferner sind selbst klassische Unterhaltungsfilme aus Hollywood oft nicht so eindeutig, wie sie zunächst scheinen...“ (Nils Borstnar, Eckhardt Pabst, Hans Jürgen Wulff, 2008, S.22) Denn Erfolg wird meistens nicht durch die Wiederholung eines bestimmten Schemas antizipiert, sondern die Originalität bestimmter Blockbuster steht im Vordergrund und lockt die Menschen ins Kino. Batman Begins ist nicht nur in diesem Punkt ein gutes Beispiel.

„Um Geld einzuspielen, muss ein Film im Kino und später in anderen Medien laufen.“ (Robert Blanchet, 2003, S. 96) Batman Begins durchlief, wie jeder andere Blockbuster auch, eine lange Verwertungskette. Im zweiten Teil dieser Arbeit werde ich mich somit mit den marktwirtschaftlichen Aspekten von Blockbustern beschäftigen. Große Hollywood-Filme werden immer teurer und wirtschaftliche Einflüsse werden von allen Seiten ausgeübt.[2] Hier kläre ich zum Schluss inwieweit bei einem solchen Einfluss eine künstlerische Freiheit noch möglich ist. Lassen sich die wirtschaftlichen Aspekte und die künstlerisch dramaturgischen Freiheiten des Filmemachens bei der Herstellung eines Blockbusters vereinen? Batman Begins bildet auch hier ein einzigartiges Beispiel, da durch den Comic-Hintergrund des Films eine Zuschauererwartung schon vorher gegeben ist. Hier ist es umso schwieriger „... zum einen um mit hohen Produktionskosten eine in den Augen des Massenpublikums bessere Qualität herzustellen und damit die Chancen von Publikumserfolgen, insbesondere im Kino, zu erhöhen.“ (Dirk Schweitzer, 1996, S. 159)

2. Inhaltliche Motive

2.1 Elemente des Blockbusters

Jeder Blockbuster bringt eine originelle Idee auf die Leinwand. In Jurassic Park werden zum Beispiel das erste Mal Real-Animationen von Dinosauriern gezeigt, während Independence Day die Gefahr vor einem Angriff der Aliens bildgewaltig veranschaulicht. Es muss also immer ein einzigartiges oder zeitlich verbundenes Thema geben, um die Kinos zu füllen.[3] Batman Begins will dabei eine Geschichte zeigen, die vorher noch niemand verfilmt hat – die Vergangenheit von Bruce Wayne alias Batman. Deshalb „...erfährt der Batman-Fan nun, wie aus dem Millionärssohn Bruce Wayne (Christian Bale) der Rächer der Rechtlosen wurde.“ (Hauke Friedrichs, 2005)

Die Geschichte der Entstehung der Batman-Saga hält sich zwar nicht an ein typisches Blockbuster-Schema, doch ähnelt der Aufbau den typischen Hollywood-Filmen. Das Element einer einfachen und universell verständlichen Geschichte bildet hiermit den Grundstein der Erzählung (vgl. Robert Blanchet, 2003, S. 7). In Batman Begins wird diese Geschichte rund um die Ausbildung und Entwicklung von Bruce Wayne zu Batman dargestellt. Die Story ist global verständlich und durch bestimmtes Hintergrundwissen zu Batman jedem zugänglich. „Der klassische Hollywoodfilm wird jedoch in erster Linie die Motive und Eigenschaften seiner Figuren zum treibenden Moment seiner Handlungsketten machen.“ (Robert Blanchet, 2003, S. 23) Batman Begins zeigt das sehr deutlich, denn als Bruce Wayne seine Motive ändert und einsieht das Rache nicht der richtige Weg ist, er dagegen für Gerechtigkeit kämpfen will, ändern sich auch die Handlungsketten im Film. Ein Ziel und ein erster Gegner finden sich im Film schnell beim Mafiaboss.

Damit wurde auch das Motiv des Helds im Film aufgebaut. Er folgt nun den Traditionen und Zielen eines Superhelds, was auch zum Element einer bestimmten Art von Blockbuster gehört. „In Amerika wird in Sachen Motivtradition offenbar häufig auf den Anthropologen Campbell verwiesen und seine Theorie vom mythologischen Helden, dem „Helden mit tausenden von Gesichtern“, der immer dieselben Prüfungen zu bestehen hat.“ (Thomas Kuchenbuch, 2005, S. 261) Der Zuschauer kennt das Ziel des Helden im Film und kann sich damit teilweise identifizieren. Das große Endziel von Batman ist die Stadt von Gotham City vor der Zerstörung zu retten. Doch bei diesem Kampf wirkt der Titelheld nicht stereotyp. „Batman ist kein Übermensch mit Superman-Kräften. Er zeigt auch Schwächen und Zweifel.“ (Hauke Friedrichs, 2005)

Bruce Wayne ist am Anfang von Batman Begins hin- und hergerissen zwischen Rache und Gerechtigkeit. Durch die Rückblicke in die Jugendzeit und den Mord an seinen Eltern wird eine Motivation des Charakters deutlich. „Indem die handlungsbestimmenden Aktionen und Reaktionen der Figuren auf scheinbar logische Charakterzüge und Motive zurückzuführen sind, werden sie psychologisch motiviert.“ (Robert Blanchet, 2003, S. 23) Es zeigt eine gewisse künstlerische Motivation, dem Held, trotz eines großen Erfolgsdrucks, solche Eigenschaften zuzuschreiben.

Die Zielmotivation ist eines der Standbeine eines Blockbusters, doch auch die romantische Geschichte spielt oft eine große Rolle bei der Zuschauerbewertung. Der Charakter Rachel Dawes wird aber in Batman Begins nur nebenbei eingeführt und auf eine große Liebesgeschichte wird hier verzichtet. Jedoch fehlt der romantische Teil nicht ganz, weil das die Zuschauer wohl zu sehr irritieren würde und der Erfolg in Frage gestellt wäre. Das Happy End besteht im Blockbuster eben immer in der Erreichung des „abenteuerlichen Ziels“ als auch der Romanze (vgl. Robert Blanchet, 2003, S. 26).

Neben den inhaltlichen Elementen, die ein Blockbuster aufweist, kommt es auch meistens zum Einsatz der neusten technischen Innovationen „... in erster Linie in Form des Spektakulären und der selbstgefälligen Präsentation der technischen Möglichkeiten der Filmindustrie...“ (Robert Blanchet, 2003, S. 30). In Jurassic Park war es, wie bereits genannt, einer der Gründe für dessen Kinoerfolg. Bei Batman Begins spielt der Einsatz von Animationen dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Sie wirken nicht mehr als Attraktionsgrund, sondern dienen dem Zweck der realistischeren Gestaltung. Als Beispiel „...überzeugen... die Computeranimationen, etwa wenn tausende Fledermäuse dem bedrängten Batman zur Hilfe eilen.“ (Hauke Friedrichs, 2005)

[...]


[1] „Das englische Wort Plot (verwandt mit „Komplott“ und gleichbedeutend mit „Intrige“, ein Begriff, den z.B. Umberto Eco öfters gebraucht) meint den dramatischen Handlungskern und damit gleichzeitig die Wirkformel eines Stücks.“ (Thomas Kuchenbuch, 2005, S. 160)

[2] „Je teurer die Filme werden, desto mehr versuchen sich die Produzenten, Finanziers und Versicherungen gegen Verluste abzusichern.“ (Helmut Sorge, 2001)

[3] “Beyond a shared ability to anticipate and deliver cross-cultural cognitions, a blockbuster must offer something unique or timely to achieve mass popularity.” (Robert Baird, 1998, S. 90)

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Inhaltliche Motive und marktwirtschaftliche Aspekte eines Blockbusters am Beispiel von "Batman Begins"
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Grundlagen der Filmästhetik
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V141402
ISBN (eBook)
9783640493388
ISBN (Buch)
9783640493111
Dateigröße
394 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eventfilme, Eventmovies, Big Budget, Megablockbuster, Batman Dark Knight, Einnahmen, Box Office, Kinokasse, Kino, Film, Blockbuster, Inhaltsanalyse Kino, Filminhalt, Filmmotive, Kinowirtschaft, Einnahmequellen, Filmwirtschaft, Hollywood, Kinofilme, Batman, Filmindustrie, Kinoindustrie, Unterhaltungsindustrie
Arbeit zitieren
Andy Kujath (Autor), 2009, Inhaltliche Motive und marktwirtschaftliche Aspekte eines Blockbusters am Beispiel von "Batman Begins", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141402

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