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Friedensschlüsse im Hundertjährigen Krieg

Brétigny 1360 und Troyes 1420

Titel: Friedensschlüsse im Hundertjährigen Krieg

Hausarbeit , 1996 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Thorven Lucht (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Obwohl dem Historiker im allgemeinen die "ständige Gegenwart des Krieges in der Welt des Spätmittelalters" auffällt, so bleibt doch der so genannte "Hundertjährige Krieg" zwischen England und Frankreich in seiner Art und vor allem wegen der Dauer der Konflikte einzigartig. Er war der "größte zwischenstaatliche Konflikt der Epoche" und zog zu unterschiedlichen Zeitpunkten verschiedenste Akteure wie Päpste oder deutsche Kaiser in seine diplomatischen und militärischen Verwicklungen hinein.
Traditionell versteht man unter dem "Hundertjährigen Krieg" die Epoche zwischen 1337 und 1450, wobei sich der Krieg in mehrere Phasen unterteilen lässt, da die Kampfhandlungen wiederholt durch Friedensschlüsse und Waffenstillstände unterbrochen wurden. Es ist sehr aufschlussreich, diese Friedensverträge zu untersuchen und sie in den Gesamtzusammenhang der diplomatischen Aktivitäten jener Zeit einzuordnen. Als wohl wichtigste Abkommen bieten sich der Vertrag von Brétigny, der 1360 den ersten Abschnitt des Krieges beendete, sowie die Übereinkunft von Troyes von 1420 zur näheren Untersuchung an. Beide entstanden sie in einer Phase des Krieges, die sich durch englische Initiative auszeichnete. Sie lassen daher Schlüsse vor allem auf die englischen Kriegsziele und die Art der Kriegführung zu: "Was the war a feudal, dynastic, national, economic... struggle or was it a stable or fluctua-ting combination of some or all of these elements?"
Die vorliegende Arbeit schenkt daher dem Charakter der Vertragswerke besondere Beachtung, vergleicht sie umfassend und geht der Frage nach, warum Troyes und Brétigny vor allem eines gemeinsam haben: Beide Abkommen führten nicht zu dauerhaftem Frieden bzw. zur Beendigung des Krieges.
Um diese Frage hinreichend beantworten zu können, ist es angebracht, die Friedensschlüsse in den zeitlichen Rahmen des Krieges einzuordnen, die Verträge jeweils einzeln zu betrachten und zu analysieren, um sie schließlich einander gegenüber zu stellen sowie diplomatische Alternativen der Protagonisten zu untersuchen. Hätte es eine Möglichkeit zum stabilen Friedensschluss gegeben und wie war das letztliche Scheitern begründet?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der zeitliche Ablauf des "Hundertjährigen Krieges"

3. Der Vertrag von Brétigny 1360

3.1 Vorgeschichte und Rahmenbedingungen

3.2 Inhalt des Vertragswerkes

4. Der Vertrag von Troyes

4.1 Vorgeschichte und Rahmenbedingungen

4.2 Inhalt des Vertragswerkes

5. Vergleich von Troyes und Brétigny

5.1 Charakter der Verträge

5.2 Konsequenzen und Langzeitwirkung der Verträge

5.3 Die Verträge als Ausdruck diplomatischer Kontinuität

5.4 Kurze Erwägung möglicher diplomatischer Alternativen

6. Resümee - Warum beide Vertragswerke scheitern mußten

7. Anhang: Karten

7.1 Frankreich nach dem Vertrag von Brétigny 1360

7.2 Frankreich nach dem Vertrag von Troyes 1420

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Friedensschlüsse von Brétigny (1360) und Troyes (1420) als Mittel der Kriegführung im Hundertjährigen Krieg. Das primäre Ziel ist es, den Charakter dieser Vertragswerke zu analysieren und die Gründe für ihr Scheitern bei der dauerhaften Beendigung des Konflikts zu ergründen, indem die diplomatischen und territorialen Ambitionen beider Mächte ins Verhältnis gesetzt werden.

  • Historische Einordnung der diplomatischen Friedensbemühungen im Hundertjährigen Krieg.
  • Analyse der spezifischen Vertragsinhalte von Brétigny und Troyes.
  • Vergleich der dynastischen und feudalen Interessenkonflikte beider Reiche.
  • Untersuchung der langfristigen diplomatischen Konsequenzen für England und Frankreich.
  • Evaluation diplomatischer Alternativen zur dauerhaften Friedenssicherung.

Auszug aus dem Buch

3.2 Inhalt des Vertragswerkes

Der Friedensschluss enthielt sowohl finanzielle als auch feudale, dynastische und territoriale Bestimmungen und Neuregelungen.

Zunächst wurde vereinbart, "dass der König von Frankreich dem König von England drei Millionen Goldtaler zu bezahlen hat." Diese Summe war für damalige Verhältnisse ein ungeheures Lösegeld. Hinzu kamen umfangreiche territoriale Gewinne Edwards. Er sollte "zu seinen Besitzungen in der Gascogne und Guyenne für sich und seine Erben auf ewige Zeiten mit denselben Hoheitsrechten, wie sie bisher der König von Frankreich... ausgeübt (hat), die Stadt... und die Grafschaft Poitiers und das ganze Land im Gebiet von Poitou" erhalten. Ebenso wurden ihm eine Reihe anderer Gebiete im Südwesten Frankreichs, die Stadt Calais und die Grafschaft Guînes übertragen. So erhielt der englische Herrscher in Frankreich wesentlich größeren Einfluss - "greater than it had been in the days of the Angevin empire."

Von größter Bedeutung war jedoch die Regelung, dass der König von Frankreich auf die Souveränität über die betroffenen Gebiete, also auf seine Rolle als Lehnsherr, verzichten sollte. Im Gegenzug wollte Edward seine Ansprüche auf den französischen Thron aufgeben. Kurioserweise wurden diese Regelungen vom eigentlichen Friedensvertrag abgetrennt und in einem zusätzlichen Dokument festgehalten, das jedoch nie unterschrieben wurde. Diese Abtrennung der feudalen und dynastischen Abmachungen machte die Dauer und das Funktionieren des so genannten "great peace" von Brétigny-Calais von vorneherein zweifelhaft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet den Hundertjährigen Krieg historisch und stellt die Forschungsfrage nach den diplomatischen Hintergründen der gescheiterten Friedensschlüsse von Brétigny und Troyes.

2. Der zeitliche Ablauf des "Hundertjährigen Krieges": Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Ursachen des Konflikts, insbesondere die dynastischen Streitigkeiten und die englischen Besitzungen in Frankreich.

3. Der Vertrag von Brétigny 1360: Hier werden die Entstehung, die Rahmenbedingungen und der konkrete Inhalt des Vertrages von Brétigny als erster großer Friedensversuch analysiert.

4. Der Vertrag von Troyes: Das Kapitel behandelt den Vertrag von 1420, der den Höhepunkt der englischen Macht darstellte, und untersucht seinen dynastischen Charakter vor dem Hintergrund des französischen Bürgerkriegs.

5. Vergleich von Troyes und Brétigny: Ein vergleichender Blick auf die unterschiedlichen diplomatischen Ansätze, die langfristigen Folgen und die Kontinuität der Friedensbemühungen.

6. Resümee - Warum beide Vertragswerke scheitern mußten: Das Resümee fasst zusammen, dass die Unvereinbarkeit dynastischer und feudaler Ansprüche einer dauerhaften Lösung im Wege stand.

7. Anhang: Karten: Der Anhang enthält grafische Darstellungen der territorialen Veränderungen nach den jeweiligen Friedensschlüssen.

Schlüsselwörter

Hundertjähriger Krieg, Vertrag von Brétigny, Vertrag von Troyes, England, Frankreich, Diplomatie, Friedensschlüsse, Souveränität, Feudalismus, Dynastie, territorialer Zuwachs, englisch-burgundisches Bündnis, Schwarzer Prinz, Karl VI, Henry V.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die diplomatischen Bemühungen zwischen England und Frankreich während des Hundertjährigen Krieges, speziell den gescheiterten Frieden von Brétigny und den Vertrag von Troyes.

Welche zentralen Themenfelder deckt der Text ab?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Friedensverträgen, der Rolle dynastischer Ansprüche, dem Einfluss des französischen Bürgerkriegs sowie der Entwicklung englisch-französischer Territorialverhältnisse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu erklären, warum diese zentralen Abkommen ihr Ziel – einen dauerhaften Frieden – verfehlten und welche systemischen Schwächen den Vertragswerken zugrunde lagen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, um die Verträge in ihren zeitgenössischen politischen Kontext einzuordnen und die Auswirkungen der diplomatischen Entscheidungen zu evaluieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Verträge von 1360 und 1420 sowie einen systematischen Vergleich, der deren Charakter und die diplomatische Kontinuität beleuchtet.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Hundertjähriger Krieg, Souveränität, dynastische Rivalität, Vertrag von Brétigny, Vertrag von Troyes und diplomatische Strategie.

Warum war der Vertrag von Brétigny langfristig nicht erfolgreich?

Laut Autor scheiterte der Vertrag vor allem an der Abtrennung dynastischer Abmachungen vom Haupttext und der Unfähigkeit, die Souveränitätsfragen dauerhaft zu klären.

Welche Rolle spielte der französische Bürgerkrieg für den Vertrag von Troyes?

Der Bürgerkrieg zwischen den Häusern Burgund und Orléans ermöglichte erst das Bündnis mit England, schränkte jedoch die Gültigkeit des Vertrages von Troyes ein, da er nur von einer der Parteien anerkannt wurde.

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Details

Titel
Friedensschlüsse im Hundertjährigen Krieg
Untertitel
Brétigny 1360 und Troyes 1420
Hochschule
Universität Bielefeld
Veranstaltung
Krieg und Frieden im Mittelalter
Note
1,3
Autor
Thorven Lucht (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1996
Seiten
17
Katalognummer
V141445
ISBN (eBook)
9783640517947
ISBN (Buch)
9783640517664
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hundertjähriger Krieg Mittelalter Spätmittelalter England Frankreich Diplomatiegeschichte Militärgeschichte Kriegführung im Mittelalter Waffentechnik Friedensschlüsse Bretegny Troyes
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thorven Lucht (Autor:in), 1996, Friedensschlüsse im Hundertjährigen Krieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141445
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Leseprobe aus  17  Seiten
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