Im Rahmen der fachdidaktischen Übung "Aufgaben als Schlüssel zur Kompetenz" entschied sich meine Gruppe für die Schreibhandlung "Argumentieren" als zentrales Leitmotiv im Hinblick auf unser Lernarrangement. In der folgenden Proseminararbeit werde ich mich daher intensiv mit dieser Thematik auseinandersetzen und versuchen, die Schreibhandlung der Argumentation mit dem System der Rhetorik zu verbinden. So möchte ich insbesondere im Rahmen meiner Wahlaufgabe darauf eingehen, inwieweit Schüler rhetorische Grundkenntnisse besitzen müssen, um überhaupt schriftlich argumentieren zu können. Außerdem werde ich der Frage nachgehen, ob es zu den Aufgaben des Deutschunterrichts gehört, die Schüler bereits im frühen Schulalter mit der Schreibhandlung der Argumentation vertraut zu machen und somit für spätere Argumentationsprozesse in anderen Unterrichtsgegenständen vorzubereiten.
Meine Rezension wird sich mit einem Fachartikel, mit dem Thema der Aufgabenstellung als Brücke zwischen der Lebenswelt der Schüler und dem Fachunterricht beschäftigen. Dieses Kapitel habe ich mit dem Hintergedanken ausgewählt, dass es sich auch bei der Schreibhandlung der Argumentation um ein sehr schülerlebensweltzentriertes Thema handelt, welches die Heranwachsenden ein Leben lang begleiten wird. Unser Lernarrangement behandelt dann ebenfalls das Argumentieren als Schreihandlung und fordert die Schüler unter anderem dazu auf, sowohl in mündlicher als auch schriftlicher Form Argumente und passende Gegenargumente zu formulieren.
Inhaltsverzeichnis der Proseminararbeit
Einleitung
Wahlaufgabe: Die Argumentation als Schreibhandlung
Rezension
Lernarrangement
Anhang: Übungen zu den einzelnen Kurseinheiten
A1: Aufgabe zum Leserbrief
A2: Erwartungshorizont zum Leserbrief
A3: Lesetagebuch zur Pflichtlektüre
A4: Zwischenbericht bzw. Exposé
A5: Aufgabe zur Rezension
A6: Dokumentation der Peer-Evaluation
A7: Beurteilen im Deutschunterricht
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die theoretische und praktische Auseinandersetzung mit der Schreibhandlung „Argumentieren“ im Deutschunterricht. Die Forschungsfrage untersucht dabei, inwieweit Schüler*innen rhetorische Grundkenntnisse benötigen, um schriftlich argumentieren zu können, und ob der Deutschunterricht diese Kompetenz fächerübergreifend anbahnen sollte.
- Verbindung von Rhetorik und schriftlicher Argumentation
- Bedeutung von Operatoren für kompetenzorientierte Aufgaben
- Entwicklung fächerübergreifender Argumentationsfähigkeiten
- Integration der Lebenswelt von Schüler*innen in Lernarrangements
- Konzeptualisierung von Argumentationen im schulischen Kontext
Auszug aus dem Buch
Wahlaufgabe: Die Argumentation als Schreibhandlung
Die Argumentation als Schreibhandlung ist alles andere als ein neuartiges Phänomen. Argumentieren im Allgemeinen wurde bereits vor über 2.300 Jahren schriftlich erwähnt. Damals wie heute gibt es an der Argumentation ein enormes Interesse in den verschiedensten Disziplinen (Mathematik, Philosophie, Theologie, Sprachen, ...).
Im Folgenden werden wir uns primär mit der Argumentation als Schreibhandlung im Deutschunterricht beschäftigen. Zuvor jedoch ein kurzer historischer Exkurs zur Rhetorik im Allgemeinen. Wie bereits erwähnt, sprach Aristoteles bereits vor 2.300 Jahren in seiner „Rhetorik“ von einer „überzeugenden Rede“. Grundsätzlich kann ein/e Redner*in verschiedene Aufgaben bei der Schreibhandlung der Argumentation einsetzen. Einerseits gäbe es hier Logik, Ethos und Pathos, also Einsicht, Besänftigung und Erregung. In den meisten Fällen kommt bei der Argumentation jedoch Pathos, die Erregung, zum Einsatz.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Wahl des Themas „Argumentieren“ als zentrales Leitmotiv für das Lernarrangement und stellt die theoretischen Fragestellungen zur rhetorischen Kompetenz von Schüler*innen vor.
Wahlaufgabe: Die Argumentation als Schreibhandlung: Dieses Kapitel verknüpft historische Grundlagen der Rhetorik mit dem modernen Deutschunterricht und analysiert die Rolle von Operatoren sowie die notwendige theoretische Vorbildung beim Schreiben.
Rezension: Die Rezension analysiert fachdidaktische Literatur zur Gestaltung von Aufgaben als Brücke zwischen Lebenswelt und Unterricht am Beispiel der Naturwissenschaften.
Lernarrangement: Hier wird eine konkrete Stundenplanung zum Thema „Bargeld abschaffen?“ mit der Methode der „Textwanderung“ präsentiert, inklusive einer methodischen und didaktischen Analyse.
Anhang: Übungen zu den einzelnen Kurseinheiten: Der Anhang enthält diverse Materialien, Erwartungshorizonte und Reflexionsdokumente für die praktische unterrichtliche Umsetzung.
Schlüsselwörter
Argumentation, Schreibhandlung, Rhetorik, Deutschunterricht, Operatoren, Argumentationskompetenz, Lernarrangement, Textwanderung, Schreibdidaktik, Reflexion, Lebensweltbezug, Kompetenzorientierung, Urteilsfähigkeit, Erörterung, Mediendidaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Schreibhandlung „Argumentieren“ und untersucht, wie dieses Thema didaktisch aufbereitet werden kann, um Schüler*innen zu befähigen, schlüssige und überzeugende Texte zu verfassen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Verbindung von rhetorischem Grundwissen mit dem aktuellen Schreibunterricht, die Rolle standardisierter Operatoren sowie die Gestaltung von Lernaufgaben, die eine Brücke zur Lebenswelt der Lernenden schlagen.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit exploriert, welche rhetorischen Voraussetzungen für das schriftliche Argumentieren notwendig sind und ob der Deutschunterricht die Verantwortung für die Anbahnung fächerübergreifender Argumentationskompetenzen tragen sollte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung der Rhetorik und Aufgabenentwicklung sowie eine praxisorientierte Planung eines Lernarrangements zur Anwendung dieser Erkenntnisse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Neben theoretischen Exkursen zur Rhetorik nach Aristoteles werden Aufgabenformate analysiert, die Schüler*innen zur Reflexion und zur Anwendung strukturierter Argumentationsstrategien anregen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Argumentation, Rhetorik, Operatoren, Kompetenzorientierung und Schreibhandlung.
Wie funktioniert das Lernarrangement „Textwanderung“?
Bei der Textwanderung formulieren Schüler*innen in Einzelarbeit Argumente zu einem Thema, die anschließend von Mitschüler*innen in verschiedenen Phasen gelesen, mit Gegenargumenten versehen und anhand spezifischer Kriterien analysiert werden.
Warum ist die Wahl der „Operatoren“ so bedeutsam?
Operatoren dienen als strukturierende Lenkungsinstrumente; sie definieren für die Schüler*innen präzise, welche kognitive Leistung gefordert ist, etwa zwischen reiner Reproduktion und komplexer Reflexion zu unterscheiden.
Welche Rolle spielt der Bezug zur Lebenswelt?
Der Lebensweltbezug, etwa durch aktuelle Themen wie die Abschaffung des Bargelds, erhöht die Motivation und ermöglicht es den Lernenden, theoretische Konzepte der Rhetorik direkt auf ihre eigene Realität anzuwenden.
Wie soll die Peer-Evaluation erfolgen?
Schüler*innen geben einander wertschätzendes und hilfreiches Feedback zu den verfassten Texten, um diese auf Basis der Rückmeldungen anschließend gezielt zu überarbeiten.
- Quote paper
- D. Thalhamer (Author), 2020, Argumentation als Schreibhandlung. Rhetorische Grundkenntnisse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1415234