Die Wortbildungsmuster des Deutschen und Englischen im Vergleich


Hausarbeit, 2008
32 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sprachtypologie
2.1 Was versteht man unter Sprachtypologie?
2.2 Morphologische Sprachtypologie mit Fokus auf dem Deutschen und Englischen

3. Morphologie oder Wortbildung?

4. Wortbildungsmuster im Überblick
4.1 Derivation (derivation)
4.2 Komposition (compounding)
4.3 Konversion (conversion)
4.4 Rückbildung (back-formation)
4.5 Wortkürzungen (clippings)
4.6 Wortverschmelzungen (blends)
4.7 Akronyme (acronyms) und Abkürzungen (abbreviations)

5. Weitere Möglichkeiten der Wortschatzerweiterung
5.1 Urschöpfung (word manufacture) und Coinage
5.2 Entlehnung (borrowing)
5.3 Bedeutungsübertragung (semantic transfer)

6. Abschluss und Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis
7.1 Forschungsliteratur
7.1.1 Buchquellen
7.1.2 Internetquellen
7.2 Zitierte Belegliteratur
7.2.1 Buchquellen
7.2.2 Internetquellen

1. Einleitung

„Wortbildung(,) [] ein faszinierendes morphologisches Puzzle.“[1]

Ein Puzzle.

- Hört man das Wort Puzzle, so denkt man an ein Spiel, genauer ein „mechanisches Geduldsspiel“[2], bei dem man einzelne Teile so zusammenfügen muss, dass daraus ein Bild entsteht. Puzzles gehören zu den ältesten Spielen und sind bis heute beliebte Freizeitaktivitäten für den Alltag.

Ausgehend von diesem Puzzlebegriff, scheint der Vergleich aus dem obigen Zitat nicht nur in der Hinsicht zu stimmen, als dass man bei der Wortbildung durch das Kombinieren von Wörtern bzw. Wortteilen neue Wörter schafft, sondern auch in dem Punkt, dass man sowohl das Puzzlespiel, als auch die Wortbildung im alltäglichen Leben antrifft. Es beginnt bereits morgens beim Frühstück mit dem Aufschlagen der Zeitung, welche voll ist von Komposition, Derivation oder Abkürzungen, und endet abends mit einem Satz wie „Schatz, mach bitte die Nachttischlampe aus, ich möchte schlafen“.

Es ist vollkommen egal, über was man sich unterhält, ob über Kuchenrezepte, Computerviren, Kindertagesstätten oder den Weltfrieden. Und sollte es in einer Sprache noch kein Wort für einen dieser Begriffe geben, so kann er bei Bedarf jederzeit problemlos erfunden werden, denn die menschliche Sprache ist durch die verschiedenen Wortbildungsprozesse „fast unbegrenzt produktiv und kreativ“[3]. Wortbildung kann somit definiert werden als „ein Verfahren zur Versprachlichung von Begriffen“[4], bei dem Wörter aus „sinnhaltigem Sprachmaterial“[5] gebildet werden.

Dass Wörter gebildet werden, unterscheidet sie von einem konkurrierenden Verfahren, dem Phrasem, bei dem zur Versprachlichung von Begriffen nicht Wörter, sondern Phrasen, also Wortgruppen, gebildet werden. Da ein Phrasem einen Begriff genauso versprachlicht wie ein Wort, konkurrieren diese beiden Verfahren zum einen innersprachlich (Schwert des Damokles vs. Damoklesschwert), aber auch intersprachlich (vgl. dt. Perlmutt, engl. mother of pearl, ital. madreperla).[6]

Dass die Wörter bei der Wortbildung aus „sinnhaltigem Sprachmaterial“ gebildet werden, unterscheidet sie von der Urschöpfung (siehe Kapitel 5.1), bei der Wörter aus Lauten gebildet bzw. urgeschöpft werden, welche vorher so noch nicht sinnvoll zusammengesetzt waren.[7]

Nach dieser kurzen Definition von Wortbildung, soll die nachfolgende Arbeit nun eine vergleichende Zusammenstellung der deutschen und englischen Wortbildungsmuster zum Ziel haben. Zu Beginn steht ein kurzer Exkurs über die Sprachtypologie, welcher dann mit der Beschreibung der morphologischen Sprachtypologie zum eigentlichen Thema, dem Überblick über die einzelnen Wortbildungsmuster der beiden betrachteten Sprachen, überleiten soll.

2. Sprachtypologie

2.1 Was versteht man unter Sprachtypologie?

Zu Beginn soll geklärt werden, was genau man unter Typologie im Kontext der Linguistik versteht.

Nach Whaley versteht man unter Sprachtypologie in der allgemeinsten Bedeutung „ […] the classification of languages or components of languages based on shared formal characteristics”[8], also das Vergleichen und Einteilen von Sprachen oder Sprachbestandteilen aufgrund bestimmter Merkmale, die Sprachen entweder gemeinsam haben oder die sie voneinander unterscheidet.

Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass Typologie keine eigenständige Grammatiktheorie ist. Im Gegensatz zu funktionaler, kognitiver oder relationaler Grammatik oder zu einem der vielen anderen Systeme, die entwickelt wurden, um zu verdeutlichen wie Sprache funktioniert, hat Typologie das Ziel, sprachübergreifende (cross-linguistic) Muster und Zusammenhänge zwischen diesen Mustern zu identifizieren. Aus diesem Grund, sind Methode und Ergebnisse typologischer Forschung prinzipiell mit jeder grammatischen Theorie kompatibel.[9] Nachdem also gerade beschrieben wurde, was Typologie nicht ist, soll nun genauer erklärt werden, was man darunter versteht. In der oben genannten Definition finden sich hierzu drei maßgebliche Aussagen[10]: (a) Typologie bedient sich sprachübergreifender Vergleiche, (b) Typologie klassifiziert Sprachen oder einzelne Aspekte von Sprachen und (c) Typologie untersucht formale Eigenschaften von Sprachen.

Diese Teilaussagen werden nun im Folgenden nacheinander ausführlicher besprochen.

(a) Typologie beinhaltet sprachübergreifende Vergleiche

Letztendlich basiert jede Art von typologischer Forschung auf dem Vergleichen von Sprachen. Vergleicht man beispielsweise folgende Sätze

a. I met the man who taught you French.
b. The dog which licked Cora has become her friend.
c. I sent the story to the newspaper that your mother owns.[11] ,

so lässt sich dadurch allgemein ableiten, dass englische Relativsätze den Substantiven folgen, welche sie modifizieren. Dies ist von Bedeutung für jemanden, der über die englische Sprache forscht. Jedoch wäre dieses Ergebnis für die Typologie unvollständig, da die sprachübergreifende Perspektive fehlt.

Bei einer typologischen Herangehensweise ist vielmehr zu erwarten, ein Ergebnis der Art zu bekommen, dass das Englische typisch dafür ist, Relativsätze nach den Substantiven zu platzieren, die sie näher beschreiben, nachdem Daten über Relativsätze einer repräsentativen Auswahl weltweiter Sprachen erfasst wurden. Erst nach der Auswertung einer solchen Datenerhebung ist es überhaupt erst korrekt, das Wort „typisch“ in einer Behauptung wie „x ist typisch für Sprache y (im Vergleich zu den Sprachen p und q)“ zu gebrauchen.

Eine adäquate Auswahl an Sprachen als Forschungsgrundlage zusammenzustellen stellt hierbei eines der methodischen Hauptprobleme der Typologieforschung dar.

(b) Typologie beinhaltet entweder Klassifikation von Sprachen oder deren Bestandteilen.

Bei ersterem - der Klassifikation von Sprachen - ist das Ziel das Einteilen verschiedener Sprachen als Ganzes in bestimmte Kategorien. Dies geschieht aufgrund gemeinsamer Merkmale.

Bei der Klassifikation von Sprachbestandteilen ist der Fokus auf eine partikuläre Konstruktion der ausgewählten Sprachen gerichtet, wie z.B. reflexive Verben, Plosive oder Diskurspartikel. Dann werden in einem weiteren Schritt durch Einsatz von sprachübergreifenden Daten alle Typen dieses spezifischen Phänomens ermittelt. Ziel ist es hier, durch das Herausarbeiten des Ausmaßes an Ähnlichkeiten bzw. Abweichungen besser zu verstehen, wie ein bestimmter Aspekt von Sprache funktioniert. Außerdem besteht großes Interesse daran, herauszufinden, ob es Wechselbeziehungen zwischen den verschiedenen Mustern gibt, welche man in einer Sprache finden kann.

Unter die Klassifikation von Sprachbestandteilen fallen z.B. die Wortstellungstypologie oder die morphologische Typologie.

(c) Typologie beschäftigt sich mit Klassifikation, die auf formalen Eigenschaften einer Sprache gründet.

Es gibt verschiedene Arten an Beziehungen zwischen Sprachen, die nennenswert sind. Man kann Sprachen z.B. aufgrund ihrer genetischen Beziehungen in verschiedene Klassen einteilen. Wäre dies das Anliegen der Sprachtypologie, würde man alle Sprachen zusammenfassen, welche denselben Ursprung haben und käme so zu verschiedenen „Sprachfamilien“, wie z.B. Indo-Europäisch, Afro-Asiatisch usw.

Ein weiterer Gesichtspunkt wäre die Gruppierung von Sprachen nach ihrer geographischen Lokalisation. Man könnte dann von australischen oder indischen Sprachen usw. reden. Außerdem wäre es möglich, Sprachen nach demographischen Gesichtspunkten zu klassifizieren, z.B. Sprachen mit mehr als 100 Millionen Sprechern usw.

Natürlich sind all diese Klassifikationsmethoden auf ihre Art und Weise nützlich um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen, jedoch sind sie nicht von der Art Methode, welcher sich die Typologie bedient. Typologen klassifizieren Sprachen aufgrund von Formen, aus denen sie bestehen, wie z.B. Morphemen, Syntax oder Gesprächsstrukturen. Die obigen Differenzierungen bedeuten allerdings nicht, dass all die anderen Arten der Klassifikation nicht mit der typologischen Klassifikation verwandt sind. Whaley merkt z.B. an, dass es offensichtlich sei, dass zwischen der typologischen und der genetischen Klassifikation eine starke Verbindung bestünde[12]. Um dies zu verdeutlichen, schreibt sie:

„It is no surprise that Spanish […] and French […] both have articles that reveal gender or that they both have subject agreement marked on verbs because we know that both languages have inherited these traits from Latin […]. The typological similarity of the two languages is a function of their genetic association.”[13]

Folglich - wenngleich auch die typologische Klassifikation eine andere ist als die genetische, geographische und demographische - kann die typologische Charakterisierung von Sprachen stark durch diese anderen Faktoren beeinflusst sein.

2.2 Morphologische Sprachtypologie mit Fokus auf dem Deutschen und Englischen

Von den verschiedenen Ansätzen, welche es innerhalb der Sprachtypologie gibt, soll nun die morphologische Typologie eingehender betrachtet werden, um damit eine Grundlage für den Vergleich der deutschen und englischen Wortbildung zu schaffen.

Aufgrund ihrer morphologischen Eigenschaften können Sprachen in verschiedene Sprachtypen eingeteilt werden. Dieser Ansatz geht auf die klassische morphologische Typologie des 19. Jahrhunderts zurück.[14]

Man unterscheidet zwischen synthetisch-flektierenden, synthetisch-agglutierenden und analytischen bzw. isolierenden Sprachen, wobei die meisten Sprachen den synthetischen Typen zugeordnet werden können.[15] Bei einer synthetisch-flektierenden Sprache werden die Partikel, welche die grammatischen Informationen beinhalten und die Relationen im Satz erklären, also die Flexionsmorpheme, direkt an das Wort angehängt. Ein Morphem trägt dabei mehrere Informationen gleichzeitig in sich. Hieraus ergibt sich eine variable Wortstellung, da die Beziehungen der Konstituenten im Satz eindeutig sind. Dies trifft auf Sprachen mit einem noch weitgehend intakten Kasussystem zu, wie z.B. Latein oder aber auch das Deutsche.

In der Gruppe der synthetischen Sprachen existieren außerdem die Sprachen, die agglutinierend vorgehen. Auch in den synthetisch-agglutinierenden Sprachen werden die Morpheme an den Wortstamm angehängt. Ein Morphem trägt dabei allerdings stets genau eine Information in sich, z. B. den Numerus Singular. Steht das Wort im Genitiv Singular, so muss der entsprechende Kasus zusätzlich durch ein weiteres Morphem gekennzeichnet werden, welches ebenfalls an das Wort angehängt werden muss. Durch diese Vorgehensweise kann das Wort eindeutig segmentiert werden, da eine 1:1-Beziehung zwischen Form und Bedeutung vorliegt.[16] Das Wort in seiner bestehenden Form hat also definitiv nur eine Bedeutung. Türkisch, Finnisch oder dravidische Sprachen wie z.B. Telugu[17] sind typische Beispiele für agglutinierende Sprachen.

Zur Veranschaulichung soll das Wort pustakamu (dt. Buch) aus dem Telugu dienen:

1) pustakamu (Nominativ Singular) 3) pustakamulu (Nominativ Plural)
2) pustakamukai (Dativ Singular) 4) pustakamulakai (Dativ Plural)

In Beispiel 2) erkennt man, dass der Dativ durch Anhängen des Suffixes -kai an den Nominativ Singular entsteht. Beispiel 3) zeigt, dass durch das Suffix -lu der Plural gebildet wird. In Beispiel 4) zeigt sich schließlich, dass durch Anhängen beider Suffixe nacheinander der Dativ Plural gebildet wird.

Eine solche eindeutige Segmentierbarkeit wie im obigen Beispiel ist bei den flektierenden Sprachen hingegen nicht der Fall, da in einem Flexionsmorphem mehrere Informationen enthalten sind.[18] In einer analytischen bzw. isolierenden Sprache hingegen besteht fast jedes Wort nur aus einem Morphem, dem Wurzel- bzw. Basismorphem.[19] Ein Wort wie z.B. Pferde würde hierbei durch zwei Wörter ausgedrückt werden, eines mit der Bedeutung Pferd, das andere mit der Bedeutung Plural. Ein Wort wie spielte würde durch den Infinitiv spielen und einem Wort für die grammatische Information Vergangenheit ausgedrückt werden.

Ein sehr geeignetes Beispiel für radikal analytische Sprachen sind das Chinesische oder das Vietnamesische, die übermäßig isolierend arbeiten und weder Deklination noch Konjugation nutzen (völliger Flexionsverlust), dafür aber auf Funktionswörter, eine bestimmte Satzstellung oder Intonation zurückgreifen. Dies führt dazu, dass keine Wortformen existieren und Wörter häufig aus nur einem Morphem bestehen. Analytische Sprachen sind somit also sehr flexionsarme Sprache. Sie basieren auf der Verwendung von freien grammatischen Morphemen, wie z.B. Präpositionen, und auf bestimmten Wortstellungsregeln, wie beispielsweise das Englische mit seiner Wortstellung Subjekt - Prädikat - Objekt. Diese Wortstellung hat sich gefestigt, da das Englische sich immer weiter in Richtung einer analytischen/ isolierenden Sprache bewegt und das Kasussystem erodiert ist. Die Flexionsmorpheme fehlen also weitestgehend und die semantischen Beziehungen würden nicht klar werden ohne eine feste Wortstellung. Sie allein ist es, die Aufschluss über Subjekt und Objekt gibt.[20] Dies verdeutlicht auch dieses Beispiel:

1) The woman ate the salad. - Die Frau aß den Salat.
2) *The salad ate the woman. - Den Salat aß die Frau.

Da man im Englischen rein formal nicht erkennen kann, dass es sich bei the salad in Beispiel 2) um ein Akkusativobjekt handelt, kann ein solcher Satz im Englisch lediglich mit der Wortstellung Subjekt - Prädikat - Objekt geäußert werden. Da sich die Nominativ- und Akkusativformen im Deutschen formal unterscheiden, kann derselbe Satz hier sowohl durch die Wortstellung Subjekt - Prädikat - Objekt, als auch durch Objekt - Prädikat - Subjekt ausgedrückt werden.

Geht man zudem davon aus, dass ein Substantiv im Genitiv eine Wortform und im Dativ eine zweite Wortform darstellt, so ist das Deutsche reich an Wortformen, das Englische hingegen verarmt. Deutlich wird dies an folgendem Beispiel:

1) das Buch - dem Buch
2) the book - the book

Ein wichtiger Aspekt, der allerdings nicht außer Acht gelassen werden sollte, ist derjenige, dass Sprachen nicht immer genau einer Gruppe zugeordnet werden können. Die Übergänge zwischen den Sprachtypen sind fließend und es sind nicht immer alle Eigenschaften vorhanden.[21] Das Englische z.B. nutzt sowohl Elemente des synthetischen, als auch des analytischen/ isolierenden Typs. Past Tense beispielsweise wird durch Anhängen des Suffixes -ed gebildet, was einer synthetischen Bildung entspricht. Elemente des isolierenden Typs hingegen finden sich in der Bildung des will-futures. In dem Satz „I will go.“ zeigt „will“ dass es sich um die Zukunftsform des Verbs „go“ handelt.

Allgemein kann man sagen, dass die historische Entwicklung in den europäischen Sprachen „von synthetischen zu analytische(re)n Sprachen“[22] ging, wobei das Französische im Vergleich zum Lateinischen oder die modernen germanischen Sprachen im Vergleich zu den germanischen Sprachen von vor 1000 Jahren zu nennen wären.

Das Deutsche hat auch an Flexionsreichtum verloren und ist dadurch analytischer geworden als früher, ist aber zweifellos noch immer eine synthetisch-flektierende Sprache.

Das Englische hat dagegen seinen Flexionsbestand wesentlich stärker abgebaut und damit einen „radikalen typologischen Wandel“[23] durchlaufen, sodass es jetzt im Vergleich mit dem Altenglischen eine stark analytische Sprache ist, ja, laut Kortmann sogar „eine weitgehend isolierende Sprache, in der die einzelnen Lexeme kaum noch verschiedene Wortformen aufweisen […]“[24].

So können Substantive im Englischen nur in zwei Formen auftreten, entweder ohne Kasusmarkierung oder in der Possessivform, Pronomen in diesen beiden Formen und zusätzlich mit dem Objektkasus (z.B. he - his - him, who - whose - whom). Bei den Relativ- und Interrogativpronomen wird die Form mit dem Objektkasus (1) zumindest im informellen Englisch jedoch zunehmend seltener und stattdessen wird auf die Verwendung der unmarkierten Form (2) oder der Nullform (3) zurückgegriffen[25], wie in folgenden Beispielsätzen:

1) The woman whom I met yesterday is a famous author.
2) The woman who I met yesterday is a famous author.
3) The woman I met yesterday is a famous author.

Artikel und Adjektive sind überhaupt nicht kasusmarkiert. Es gibt in der englischen Nominalphrase also keine Kongruenz, d.h. „keine formale Übereinstimmung zwischen dem nominalen Kopf und den ihn modifizierenden Konstituenten“[26]. Ebenso wenig gibt es im Englischen Rektion, also denjenigen Fall, wo z.B. eine Präposition oder ein Verb eine bestimmte Kasusmarkierung bezüglich des folgenden nominalen Arguments verlangt.[27]

Beides sind aber typische Merkmale für die deutsche Sprache, wo es neben flexivischen Genusmarkierungen noch eine Unterscheidung zwischen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ bei Substantiven, Pronomen, Artikeln und Adjektiven gibt.

[...]


[1] Eichinger, Ludwig M.: Deutsche Wortbildung. Eine Einführung. Gunter Narr Verlag, Tübingen 2000, S.5.

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Puzzle (vom 14.08.08).

[3] Donalies, Elke: Basiswissen deutsche Wortbildung. A. Francke Verlag. Tübingen 2007, S.3.

[4] ebd.

[5] ebd.

[6] vgl. ebd., S.3f.

[7] vgl. ebd., S.4f.

[8] Whaley, Lindsay J.: Introduction to typology. The unity and diversity of language. SAGE Publications, Thousand Oaks u.a. 1997, S. 7.

[9] vgl. ebd.

[10] vgl. ebd., S.7ff.

[11] Beispielsätze entnommen aus ebd., S.8.

[12] vgl. ebd, S.12.

[13] ebd.

[14] vgl. Comrie, Bernard: Language universals and linguistic typology. Syntax and morphology. Basil Blackwell Publisher Limited, Oxford 1981, S.39.

[15] vgl. Kortmann, Bernd: Linguistik: Essentials. Anglistik – Amerikanistik. System-Gebrauch. Cornelsen Verlag, Berlin 1999, S.85.

[16] vgl. Comrie, S.40.

[17] Telugu ist eine indische Sprache, welche zu den süd-zentral-dravidischen Sprachen zählt und im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh gesprochen wird.

[18] vgl. Comrie, S.41.

[19] vgl. ebd., S.40.

[20] vgl. Kortmann, S.85.

[21] vgl. ebd., S.86.

[22] vgl. ebd.

[23] ebd.

[24] ebd.

[25] vgl. ebd., S.127.

[26] ebd.

[27] vgl. ebd.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Die Wortbildungsmuster des Deutschen und Englischen im Vergleich
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Veranstaltung
Hauptseminar: Wortbildung des Deutschen
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
32
Katalognummer
V141556
ISBN (eBook)
9783640513680
ISBN (Buch)
9783640512119
Dateigröße
689 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wortbildung, Linguistik, Deutsch, Englisch
Arbeit zitieren
Nadine Heinkel (Autor), 2008, Die Wortbildungsmuster des Deutschen und Englischen im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141556

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