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"Berlin Alexanderplatz" von Alfred Döblin. Der Großstadtroman als Aktionsort der epischen Welt und der episch realisierten Montage

Title: "Berlin Alexanderplatz" von Alfred Döblin. Der Großstadtroman als Aktionsort der epischen Welt und der episch realisierten Montage

Term Paper , 2023 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jasper Langner (Author)

Literature - General
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Berlin ist der Dreh- und Angelpunkt des wohl bedeutendsten deutschen Großstadtromans. Gemeint ist „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin, der sich in die Weltliteratur der Großstadtromane wie „Manhattan Transfer“ von Dos Passos, „Ulysses“ von James Joyce und „Tauben im Gras“ von Wolfgang Koeppen einreiht.
In dieser Hausarbeit geht es weniger um die Thematisierung von Kriegsthemen. Im Fokus steht hier vielmehr um Döblins Meisterwerk vor dem Hintergrund seiner Theorie über den ‚Bau des epischen Werks‘ und Benjamins Theorien des epischen Erzählens.

In Kapitel 1.1 wird zunächst der wichtigste Schauplatz des Romans, Berlin, als Symbolraum und Bedeutung für den deutschen Großstadtroman hervorgehoben. Des Weiteren wird die Montagetechnik in Bezug zum exemplarischen Erzählen gesetzt.
Kapitel 1.2 analysiert die Frage, inwiefern Döblin mit seinem Stil als Leitfigur einer modernen Epik verstanden werden kann.
In Kapitel 1.3 wird Döblin in Zusammenhang mit Walter Benjamin gebracht. Benjamin, als einer der bedeutendsten Literaturkritiker des 20.Jahrhunderts bekannt, schrieb in seinem Essay ‚Krisis des Romans‘ über die Eröffnung von neuen epischen Möglichkeiten durch den Alexanderplatz-Roman.
In Kapitel 2.1 wird das Bauprinzip des Romans vorgestellt. Anschließend werden in den Kapiteln 2.2 und 2.3 die Metaphern des Netzes und des Meeres als stilistische und strukturelle Prinzipien des Romans analysiert, die episch inspiriert sind und als Vorbild für Döblin dienen.
In Kapitel 3.1 wird die Großstadt als Aktionsort und Krisenerfahrung des Einzelnen demonstriert. Zuletzt wird diese Krisenerfahrung in Kapitel 3.2 als Dissoziation des Einzelnen im Ganzen beschrieben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kapitel 1

1.1 Die Großstadt und die Montage im Strom der Erzählung

1.2 Döblin als Leitfigur einer modernen Epik

1.3 Döblin und Walter Benjamin – Zur Krisis des Romans

Kapitel 2

2.1 Anlagerung statt Handlung: die erzählende Montagetechnik

2.2 Die Metapher des ‚Netzes‘ als epische Inspiration

2.3 Die Metapher des ‚Meeres‘ als epische Inspiration

Kapitel 3

3.1 Die Großstadt als Aktionsort der epischen Welt

3.2 Dissoziation des Einzelnen im Ganzen

Resümee

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ vor dem Hintergrund seiner Theorie über den ‚Bau des epischen Werks‘ und Walter Benjamins Theorien des epischen Erzählens, um die Montagetechnik und die Darstellung des Individuums in der Großstadt zu analysieren.

  • Die Großstadt Berlin als Symbolraum und Aktionsort.
  • Die Montagetechnik als konstitutives Bauprinzip des modernen Romans.
  • Die literarische Verarbeitung von Identitätskrisen und Dissoziation.
  • Metaphorische Vergleiche des Romans mit einem ‚Netz‘ und einem ‚Meer‘.
  • Das Verhältnis von Döblins epischem Stil zu Walter Benjamins Romankritik.

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Metapher des Netzes als epische Inspiration

„Kein Spannungsbogen, kein Anfang und kein Ende fixieren die Elemente an logische Erzählsta tionen – statt des Musters der narrativen Entwicklungslinie gehorchen die montieren Elemente einem eigentümlichen Strukturmuster, das man am besten mit dem eines Netzes vergleichen kann, eines (…) unendlichen Netze, an dessen Knoten entlang sie sich beliebig verschieben können“ 52

Die narrative Entwicklungslinie der Geschichte von Franz Biberkopf wird stetig durchbrochen und verhält sich konträr zu der Fläche der Montage 53. Es ergibt sich dadurch weniger ein linearer, kausaler und zeitraffender Handlungsstrang als vielmehr ein laut Döblin „dynamisches Netz“, welches wie ein „Bodenplan“54 des Romans ausgelegt wird. Markant ist, dass Döblin diese Netzmetaphorik benutzt, um den Roman erneut in den epischen Raum zu entrücken. „In diesen Schlauch strömt die Phantasie und füllt ihn aus“55. In „der Bau des epischen Werks“ bezieht er sich auf die Phantasie als ein episches Leitmotiv:

„Der Unterschied zwischen dem Epiker und dem Dramatiker besteht darin, dass der Dramatiker vor den Sinnesorganen der Augen und der Ohren ablaufen lässt, der Epiker aber als Darstellungsort die Phantasie aufsucht.“56

Die Phantasie ist ungeordnet, naszierend, taucht also im Moment der Entstehung auf und verschwindet ebenso schnell wieder. Jähner spricht auch von einem Fehlen der Substanz aufgrund des dezentralen Charakters des Netzes; die Perspektive ist nicht mehr an eine bestimmte Perspektive einer Person gebunden, sondern steht losgelöst im luftleeren Raum57. Warum aber passt gerade diese Dezentralität so gut in Döblins Großstadtroman? Die Vielschichtigkeit und die Masse der Ereignisse in der modernen Großstadtumwelt entkommen mit dieser Struktur einer Banalisierung und Simplifizierung 58. Weg von einer Subjektzentrierung hin zum Strom der Dinge.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Großstadtliteratur und die theoretische Verankerung von Döblin und Benjamin.

Kapitel 1: Analyse von Berlin als Symbolraum und die Betrachtung von Döblin als Leitfigur sowie sein Bezug zu Benjamin.

Kapitel 2: Vorstellung der Montagetechnik und der zentralen Metaphern des Netzes und des Meeres.

Kapitel 3: Untersuchung der Großstadt als Aktionsort und der daraus resultierenden Dissoziation des Individuums.

Fazit: Zusammenfassende Betrachtung zur Bedeutung der Montagetechnik für das Verständnis des modernen Epos.

Schlüsselwörter

Berlin Alexanderplatz, Alfred Döblin, Walter Benjamin, Montagetechnik, Großstadtroman, Moderne Epik, Identitätskrise, Franz Biberkopf, Narratologie, Literaturtheorie, Dissoziation, Netzmetapher, Meeresmetapher.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ und untersucht, wie durch innovative erzählerische Mittel wie die Montage die Moderne abgebildet wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Struktur des Romans, die Rolle des Protagonisten Biberkopf und das Verhältnis zwischen Individuum und Großstadt.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Döblin durch ein „episches Bauprinzip“ konventionelle Romanstrukturen durchbricht und stattdessen eine neue Form des Erzählens etabliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auswertung von Primärtexten und begleitender Fachliteratur (z.B. von Stühler, Jähner und Benjamin) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Schauplatz und Montagetechnik, die Analyse der zentralen Metaphorik und die psychologische Darstellung der Romanfiguren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Montagetechnik, Großstadt, Identitätskrise, episches Erzählen und Subjekt-Destruktion.

Welche Rolle spielt Walter Benjamin für das Verständnis des Romans?

Benjamin dient als theoretisches Korrektiv, da er in seinem Essay „Krisis des Romans“ die neuen epischen Möglichkeiten lobte, die Döblin mit seinem Montagestil erschloss.

Warum verwendet Döblin die Metaphern des Netzes und des Meeres?

Diese Metaphern dienen dazu, die Ziellosigkeit, die Weite und die unüberschaubare Struktur der modernen Großstadt in eine epische Form zu übersetzen, die sich nicht an lineare Kausalität hält.

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Details

Title
"Berlin Alexanderplatz" von Alfred Döblin. Der Großstadtroman als Aktionsort der epischen Welt und der episch realisierten Montage
College
University of Cologne
Grade
2,0
Author
Jasper Langner (Author)
Publication Year
2023
Pages
17
Catalog Number
V1416878
ISBN (PDF)
9783346968852
ISBN (Book)
9783346968869
Language
German
Tags
Berlin Alexanderplatz Döblin Alfred Döblin Walter Benjamin Epik Montage Montageroman
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jasper Langner (Author), 2023, "Berlin Alexanderplatz" von Alfred Döblin. Der Großstadtroman als Aktionsort der epischen Welt und der episch realisierten Montage, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1416878
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