Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, einer Phase des Chaos und einer zunächst langsamen, schließlich geradezu rasanten wirtschaftlichen Entwicklung, ist Russland inzwischen endgültig wieder als Mitspieler in der internationalen Politik angekommen. Dieses neue Russland unterscheidet sich aber in Interna, Handlungsweise und Motiven so von der damaligen UdSSR, dass eine Einschätzung schwer fällt. Einige Experten sehen in dem Land zwischen Kaliningrad und Kamschatka sogar das größte Chaospotential der bestehenden und zukünftigen Weltordnung.
Folgende Titel werden in dieser Arbeit besprochen:
1.Rahr, Alexander: Russland gibt Gas. Die Rückkehr einer Weltmacht, München 2008.
2.Rippert, Sébastien: Die energeipolitischen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland 2000-2007, Forum junge Politikwissenschaft, Band 16, Bonn 2008.
3. Bugajski, Janusz: Expanding Eurasia. Russia's European Ambitions, Center for Strategic and International Studies, Washington D.C. 2008.
Die Auswahl der Bücher fand in erster Linie nach Relevanzkriterien statt. Dabei war die Vorgabe für diese Arbeit sich auf wissenschaftliche Literatur zu beschränken. Eines der zu besprechenden Werke sollte in englischer Sprache verfasst sein. Die oben genannten Titel ergaben sich nach Rücksprache mit der betreuenden Dozentin. Neben der inhaltlichen Relevanz wurde ferner ein Augenmerk auf die Aktualität der Veröffentlichungen gelegt. Um eine möglichst aktuelle Betrachtung des Problemfeldes in einem ähnlichen Zeitfenster sicherzustellen. So sind alle drei Monographien in den Jahren 2007 und 2008 erschienen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
I.1 Bücher und Auswahl
I.2 Vorgehensweise
II. Vorstellung der Titel
II.1 Alexander Rahr: Russland gibt Gas. Die Rückkehr einer Weltmacht.
II.2 Sebastien Rippert: Die energiepolitischen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland 2000-2007.
II.3 Janusz Bugajski: Expanding Eurasia. Russia's European Ambitions.
III. Vergleich der Titel
III.1 Argumentationsstränge
III.2 Politisches Grundverständnis
III.3 Russlandbild
III.4 Quellen und deren Verwendung
III.5 politische Prognosen
III.6 Werkzusammenhänge
IV. Bewertung der Titel
IV.1 Alexander Rahr: Russland gibt Gas. Die Rückkehr einer Weltmacht
IV.2 Sebastien Rippert: Die energiepolitischen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland 2000-2007
IV.3 Janusz Bugajski: Expanding Eurasia. Russia's European Ambitions
V. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, aktuelle politikwissenschaftliche Literatur zur Außenpolitik Russlands unter besonderer Berücksichtigung der Energiebeziehungen einer vergleichenden Betrachtung zu unterziehen und deren jeweilige Argumentationsmuster, politische Grundverständnisse sowie die Verwendung von Quellen kritisch zu evaluieren.
- Vergleichende Analyse von drei aktuellen Monographien zur russischen Außenpolitik
- Untersuchung der Bedeutung von Energie als politisches Machtinstrument
- Gegenüberstellung unterschiedlicher Russlandbilder (russlandfreundlich vs. russlandkritisch)
- Bewertung der wissenschaftlichen Fundierung und Quellenarbeit der ausgewählten Werke
- Einordnung der Autoren und ihrer Wirkungskontexte in das politikwissenschaftliche Feld
Auszug aus dem Buch
III. 1 Argumentationsstränge
Wie bereits in der Vorstellung der Bücher durch die sehr unterschiedlichen Publikationszusammenhänge zu erahnen, unterscheiden sich die Werke in der verwendeten Argumentation stark. Dies steht in direktem Zusammenhang mit der Aussageintention der jeweiligen Autoren.
Rahr nutzt, vermutlich um die Leser interessiert in Materie zu ziehen, zunächst eine Schlaglichttechnik. Dabei knüpft er an – in Deutschland – stereotypische Klischees an. Er berichtet beispielsweise von persönlichen Erlebnissen, wie dem Verwiesenwerden aus einem Juwelier in Berlin wegen superreicher russischer Kundschaft. Aus diesen fast schon anekdotenhaften Einzelheiten stellt er Zusammenhänge zur großen Politik her. Zunächst konnotiert er Russland negativ und baut dies im Kapitel „Defektes Russland“ zu einer regelrechten „Anklageschrift“ aus.
Im zweiten Teil des Buches liefert Rahr eine ausgefeilte und gut nachvollziehbare Innenansicht der Machtstrukturen des modernen Russland im Zeitalter Putin. Hierbei geht er insbesondere auf den Präsidentschaftswechsel zwischen Putin und Medwedew ein, den er in allen Phasen durchdringt. Nach der Kenntnisreichen Analyse zeigt Rahr die Möglichkeiten einer Partnerschaft mit Russland auf, wobei er in sowohl historische Bezüge herstellt, als auch die Möglichkeiten für neue Wege im Verhältnis zu Russland sieht.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Darstellung des Forschungsinteresses an Russlands Außenpolitik und Begründung der Auswahl der drei zu analysierenden Monographien.
II. Vorstellung der Titel: Kurzvorstellung der Inhalte, Autoren und Veröffentlichungskontexte der gewählten Bücher.
III. Vergleich der Titel: Systematische Gegenüberstellung der Werke anhand von Kriterien wie Argumentation, politischem Grundverständnis, Russlandbild, Quellenarbeit und Prognosen.
IV. Bewertung der Titel: Detaillierte kritische Einzelbetrachtung und Bewertung der Stärken und Schwächen der drei ausgewählten Monographien.
V. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der behandelten Literatur und Empfehlungen für den Einstieg in den Themenkomplex.
Schlüsselwörter
Russland, Außenpolitik, Energiebeziehungen, Erdgas, Machtpolitik, Geopolitik, Europäische Union, Neorealismus, Energiepartnerschaft, Alexander Rahr, Sebastien Rippert, Janusz Bugajski, Russlandbild, Versorgungssicherheit, Internationale Beziehungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen literaturwissenschaftlichen Vergleich dreier Monographien, die sich mit der Außenpolitik Russlands und deren Fokus auf Energiebeziehungen beschäftigen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Rolle Russlands als Weltmacht, die Nutzung von Energieträgern als politisches Druckmittel und die Auswirkungen russischer Außenpolitik auf Europa.
Was ist das primäre Ziel der Analyse?
Das Ziel ist es, die Unterschiede in den Argumentationslinien, der wissenschaftlichen Arbeitsweise und der politischen Bewertung durch die jeweiligen Autoren herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine vergleichende Literaturanalyse durchgeführt, bei der die Werke anhand von sechs definierten Kriterien strukturiert gegenübergestellt und bewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Werke, einen Kriterienvergleich der Argumentationsstränge, Russlandbilder und Prognosen sowie eine tiefgehende Bewertung jedes einzelnen Titels.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Geopolitik, Neorealismus, Energiesicherheit, EU-Russland-Beziehungen und die spezifischen Autoren Rahr, Rippert und Bugajski.
Wie unterscheidet sich die methodische Vorgehensweise der Autoren?
Rahr nutzt eine populärwissenschaftliche und persönlich geprägte Herangehensweise, Rippert arbeitet mit einer klassischen wissenschaftlichen Methodik und Quellenauswertung, während Bugajski einen neorealistischen Ansatz mit starkem Fokus auf Sicherheitsaspekte verfolgt.
Warum wird Bugajskis Werk als russlandkritisch eingestuft?
Bugajski sieht Russland explizit als imperialistischen Akteur, der Energie gezielt einsetzt, um westliche Institutionen zu schwächen und sein Einflussgebiet auszuweiten.
- Arbeit zitieren
- Patrick von Krienke (Autor:in), 2009, Der Bär und das Gas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141902