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Mediengesellschaft und politische Führung

Wie hat sich der Umgang mit den Medien in der Amtszeit von Helmut Kohl und Gerhard Schröder als Instrument der politischen Führung verändert?

Titel: Mediengesellschaft und politische Führung

Hausarbeit , 2006 , 36 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: David Huth (Autor:in)

Politik - Politisches System Deutschlands
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die deutschen Medien haben sich in den letzten Jahrzehnten immer weiter
ausgedehnt. In der Bundesrepublik Deutschland existiert heute eine
diversifizierte Medienlandschaft, die eine vielfältige Palette verschiedenster
Zeitungen, Magazine, Radiosender und Fernsehprogramme hervorgebracht hat.
In den Medienprodukten spiegeln sich die unterschiedlichen politischen
Strömungen wider. Bürger, Medien und Politik stehen im trilateralen
Verhältnis. Die Medien sind zur Schnittstelle zwischen Bürger und Politik
geworden. Von beiden Seiten bestimmt die politische Realität einen
Informationsstrom, der von den Medien transformiert und weiter vermittelt
wird. Die Stellung der Medien im politischen System ist für einen öffentlichen
Führungsstil entscheidend. Die Frage nach der Veränderung der öffentlichen
politischen Führung kann nur mit der Entwicklung der Medien erklärt werden.
Der gestiegene Einfluss der Medien auf die politischen Entscheidungsprozesse
wird oft in Verbindung mit der Regierungszeit von Gerhard Schröder gesehen.
Der öffentliche Führungsstil des Medienkanzlers hat den Eindruck geprägt,
dass die Entwicklung zur Mediengesellschaft sich, ausgehend vom Wahlkampf
1998 und in der anschließenden Regierungszeit, vollzogen hat. Diese
Kausalität ist nur bedingt richtig. Die Folgen der realen Mediengesellschaft
bestimmen heute aber trotzdem das politische Tagesgeschäft auf eine Weise,
wie es in der Vergangenheit nicht der Fall war.
Die Kanzlerschaft von Helmut Kohl prägte noch ein stiller, korporatistischer
Führungsstil. Sein Regierungshandeln orientierte sich keineswegs an der
Dynamik der Medien, sondern gab sein eigenes Tempo im
Entscheidungsprozess vor. Entscheidungen wurden abgewogen und sich der
Gunst der aktuellen Machtkonstellationen versichert. Ohne den Vorlauf dieser
Abstimmungsprozesse durch Kohls informelles medienfernes Netzwerk,
arbeitete die Regierung für sich. Die Medien blieben außen vor, bis die
Entscheidung herbeigeführt war. Der Entscheidungspolitik gab Helmut Kohl
den Vorzug gegenüber der Darstellungspolitik. Während Kohls Regierungszeit
bestand noch nicht die Notwendigkeit, sich über Darstellungspolitik
zusätzliche Legitimation zu verschaffen. Politisches Handeln konnte im
geschlossenen administrativen und parlamentarischen System stattfinden. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Mediengesellschaft

2.1 Definition einer allgemeinen Mediengesellschaft

2.2 Definition einer spezifischen Mediengesellschaft

2.2.1 Mediokratie-Modell

2.2.2 Darstellungs- und Entscheidungspolitik

3. Von der Kanzlerdemokratie zum Medienkanzler

3.1 Der Familienkanzler

3.2 Bundestagswahlkampf 1998

3.2.1 Kandidatennominierung im Fokus der Medien

3.2.2 Moderne Partei, moderne Kampagne

3.3 Der Medienkanzler

3.4 Veränderungen durch das System Schröder

3.5 Führungspolitische Notwendigkeit von Politikvermittlung

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der politischen Führungskultur in der Bundesrepublik Deutschland, indem sie die Kanzlerschaften von Helmut Kohl und Gerhard Schröder vergleichend analysiert. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie sich die Nutzung der Medien als Instrument der politischen Führung im Übergang zur Mediengesellschaft verändert hat und inwieweit moderne Politikvermittlung heute eine notwendige Bedingung für politischen Erfolg darstellt.

  • Vergleich der Führungsstile von Helmut Kohl (Familienkanzler) und Gerhard Schröder (Medienkanzler).
  • Analyse des Einflusses der Mediengesellschaft auf politische Entscheidungsprozesse.
  • Untersuchung der Veränderung von Darstellungspolitik gegenüber klassischer Entscheidungspolitik.
  • Bewertung der Rolle des Bundestagswahlkampfs 1998 als Wendepunkt zur Mediendemokratie.
  • Diskussion der Wechselwirkung zwischen politischem Handeln und medialer Inszenierung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Familienkanzler

Dieser Abschnitt widmet sich dem Führungsstil von Helmut Kohl. Inhaltliche Aspekte seiner 16-jährigen Kanzlerschaft finden nur Eingang, sofern sie den persönlichen Stil des Kanzlers exemplarisch illustrieren. Primär steht die Machtübernahme von Kohl im Fokus, weil sich bereits hier sein stringenter Regierungsstil zeigte, der während der gesamten Kanzlerschaft sein führungspolitisches Markenzeichen war.

Familienkanzler als Synonym für Helmut Kohl dient inhaltlich dem Vergleich mit dem Medienkanzler Gerhard Schröder. Die Bezeichnung zieht eine Parallele zwischen den individuellen Präferenzen des Führungsstils beider Bundeskanzler, die bei beiden die jeweilige Machtressource darstellten. Sein politischer Werdegang stützte sich von vornherein auf familiäre und personalisierte Hierarchiestrukturen (Korte 2004: 197). Freundschaften, die gewollte Abhängigkeiten schufen, pflegte der Familienkanzler, um einen ständigen Kreis enger Berater und Mitarbeiter zur Seite zu haben. Seine Vertrauten positionierte er an den Schaltstellen der Macht. Das Netzwerk aus wechselseitigen freundschaftlichen Beziehungen war Helmut Kohls politische Familie. Seine Mitarbeiter mussten loyal, solidarisch und vertrauenswürdig sein. Öffentliches Tradieren über die gesonderte informelle Stellung in der Hierarchie oder ein Missbrauch des geschenkten Vertrauens folgte der Ausschluss aus seiner politischen Familie. Unabhängigkeit gegenüber der eigenen Partei und der Administration sowie einen Informationsvorsprung verschaffte er sich durch diese unorthodoxe Praktik. Wichtige Strömungen aus allen politischen Lagern band er dabei in seine Entscheidungsprozesse mit ein (Korte 2004: 198). Die Regierung steuerte er über einen wöchentlich tagenden Koalitionsausschuss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung der Medien für die politische Führung und legt das Untersuchungsziel sowie das theoretische Vorgehen dar.

2. Die Mediengesellschaft: Dieses Kapitel definiert die Begriffe allgemeine und spezifische Mediengesellschaft, erörtert das Mediokratie-Modell sowie die Konzepte der Entscheidungs- und Darstellungspolitik.

3. Von der Kanzlerdemokratie zum Medienkanzler: Der Hauptteil analysiert im Vergleich die Regierungsstile von Helmut Kohl und Gerhard Schröder, beleuchtet den Wandel im Bundestagswahlkampf 1998 und diskutiert die systemischen Veränderungen durch das Modell Schröder sowie die Notwendigkeit von Politikvermittlung.

4. Schlussbemerkung: Die abschließende Betrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Auswirkungen des Wandels zur Mediendemokratie auf die Handlungsfähigkeit politischer Führung.

Schlüsselwörter

Mediengesellschaft, Politische Führung, Helmut Kohl, Gerhard Schröder, Medienkanzler, Politikvermittlung, Darstellungspolitik, Entscheidungspolitik, Mediendemokratie, Wahlkampf 1998, Medialisierung, Politainment, Politische Kommunikation, Machtressource, Systemwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Wandel der politischen Führungskultur in Deutschland, fokussiert auf den Übergang von der Ära Kohl zur Ära Schröder vor dem Hintergrund einer zunehmenden Medialisierung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Mediengesellschaft, der veränderten Inszenierung von Politikern, der Rolle der Medien im Wahlkampf und dem Wandel politischer Führungsstile.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum sich der Umgang mit Medien als Instrument der politischen Führung unter Helmut Kohl und Gerhard Schröder verändert hat und welche Auswirkungen dies auf die heutige Politik hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Analyse der Führungsstile sowie eine theoretische Einordnung in Modelle der Mediengesellschaft und politischen Kommunikation vorgenommen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Ära Kohl als „Familienkanzler“, den Bruch durch den Wahlkampf 1998 und die Ära Schröder als „Medienkanzler“ sowie die daraus resultierenden strukturellen Anpassungen im politischen System.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Mediengesellschaft, Politikvermittlung, Darstellungspolitik, Medienkanzler, politische Kommunikation und Systemwandel.

Inwiefern unterscheidet sich der Führungsstil von Helmut Kohl von dem Gerhard Schröders?

Kohl wird als „Familienkanzler“ charakterisiert, der auf informelle Netzwerke und korporatistische Entscheidungsstrukturen setzte, während Schröder als „Medienkanzler“ stärker auf mediale Inszenierung, Professionalisierung und Personalisierung vertraute.

Warum wird der Bundestagswahlkampf 1998 als besonderer Wendepunkt hervorgehoben?

Der Wahlkampf 1998 markiert laut Arbeit den sichtbaren Bruch zwischen der klassischen Parteiendemokratie und der medienfokussierten Mediendemokratie, bei der die strategische Nutzung von Medien zur zentralen Machtressource wurde.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mediengesellschaft und politische Führung
Untertitel
Wie hat sich der Umgang mit den Medien in der Amtszeit von Helmut Kohl und Gerhard Schröder als Instrument der politischen Führung verändert?
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Hauptseminar Politische Führung
Note
1.0
Autor
David Huth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
36
Katalognummer
V141991
ISBN (eBook)
9783640496242
ISBN (Buch)
9783640496419
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politikwissenschaft Medien Gerhard Schröder Helmut Kohl Politische Führung Führungsstil Mediengesellschaft Bundeskanzler Darstellungspolitik Entscheidungspolitik Wahlkampf Politische Entscheidungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
David Huth (Autor:in), 2006, Mediengesellschaft und politische Führung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141991
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Leseprobe aus  36  Seiten
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