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Masse, Ornament, Kriegsrevue - Propaganda im Nationalsozialismus unter dem Aspekt von Massen-Repräsentationen am Beispiel des NS-Spielfilms WUNSCHKONZERT (1940).

Title: Masse, Ornament, Kriegsrevue - Propaganda im Nationalsozialismus unter dem Aspekt von Massen-Repräsentationen am Beispiel des NS-Spielfilms WUNSCHKONZERT (1940).

Term Paper (Advanced seminar) , 1999 , 34 Pages , Grade: 1

Autor:in: Tillmann Allmer (Author)

Film Science
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"Der Krieg", schreibt Erich Ludendorff, Erster Generalquartiermeister bei der Obersten Heeresleitung, am 4. Juli 1917 in einem Brief an das Kaiserliche Kriegsministerium, "hat die überragende Macht des Bildes und des Films als Aufklärungs- und Beeinflussungsmittel gezeigt. Leider haben unsere Feinde den Vorsprung auf diesem Gebiet so gründlich ausgenutzt, dass schwerer Schaden für uns entstanden ist." Die ersten Sätze in der Denkschrift des Generals, die als "Gründungsdokument" der Universum Film AG (Ufa) gilt, lassen den engen Zusammenhang zwischen moderner Kriegführung und der Technik der Kinematographie erkennen. Die Feldherren des Ersten Weltkrieges sehen im Film, der zu diesem Zeitpunkt kaum älter als zwei Jahrzehnte ist, eine "wirkungsvolle Kriegswaffe", ein geeignetes Instrument zur massenwirksamen Verbreitung ihrer Propaganda.

In den expandierenden Städten der Jahrhundertwende, den Ballungsorten industrieller Produktion, Administration und Distribution, findet das Kino nicht nur sein erstes Publikum, indem es die Vergnügungs- und Zerstreuungsquartiere um ein neues Mittel der Illusionierung bereichert. Die Objektivationen der urbanen Lebenswelt, ihre immanenten Gegensätze von Tempo und Dynamik einerseits und naturnahen Enklaven andererseits, bieten dem Film die adäquate Motivik für seine künstlerischen Möglichkeiten. Mit dem Schwirren der Räder, den Takten ihrer Arbeit und den Illuminationen ihrer Nächte revolutioniert die moderne Großstadt die Erfahrungs- und Denkkategorien von Zeit und Raum. Kein anderes Medium scheint die diffizilen Wahrnehmungsangebote von Tempo, Rhythmus und Licht authentischer vermitteln zu können, als das der `laufenden´ Bilder. Mit dem Blick auf die Stadt und ihre Massen wandelt sich die Ästhetik des apparativen Sehens.

Wie und inwieweit das Massenmedium Film unter der Ägide des Nationalsozialismus eine Funktion als Mittel der `geistigen Kriegführung zu erfüllen vermochte, ist der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit. Das Erkenntnisinteresse richtet sich dabei auf die Rolle und Repräsentation von `Massen´ in dem NS-Spielfilm WUNSCHKONZERT aus dem Jahr 1940. In einer exemplarischen Analyse einiger ausgewählter Sequenzen aus dem Film werden Verknüpfungen zwischen den Massenornamenten der "Revuen" und des Militärs gezogen und auf die Funktion hin betrachtet, welche die Massenmedien Film und Rundfunk für die NS-Propaganda zur Herstellung einer "Volksgemeinschaft", einer `gleichgeschalteten´ Masse, erfüllten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Massenkultur und Ideologie im nationalsozialistischen Spielfilm

3. WUNSCHKONZERT (1940)

3.1. Rundfunk und Krieg

3.2. “Revue” zwischen Front und Heimat.

4. Schlussbetrachtung

5. Filmdaten

6. Literatur

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion des NS-Spielfilms "WUNSCHKONZERT" (1940) als Instrument nationalsozialistischer Propaganda, wobei insbesondere die Repräsentation von Massen und die Rolle der Massenmedien Film und Rundfunk bei der Herstellung einer sogenannten "Volksgemeinschaft" analysiert werden.

  • Analyse von Massenmedien als Mittel geistiger Kriegführung im Nationalsozialismus.
  • Untersuchung des Films "WUNSCHKONZERT" als spezifische Ausdrucksform diskursiver Ideologie.
  • Reflexion der ideologischen Doppelfunktion von NS-Filmen zwischen Unterhaltung und politischer Affirmation.
  • Dechiffrierung impliziter Ideologeme durch eine exemplarische Analyse filmischer Sequenzen.
  • Betrachtung der räumlichen und medialen Inszenierung von "Heimat" und "Volksgemeinschaft".

Auszug aus dem Buch

3.2. “Revue” zwischen Front und Heimat.

Der Spielfilm WUNSCHKONZERT aus dem Produktionsjahr 1940 kalkuliert schon im Titel auf den Profit, den die Popularität der gleichnamigen Rundfunkserie verspricht. Mit psychologischer Raffinesse inszeniert Regisseur und Co-Autor Eduart von Borsody die Radiosendung gleichermassen als “Mittler des Gemeinschaftsgefühls” wie als privaten Glücksstifter. Die Liebesgeschichte zwischen dem Fliegerleutnant Herbert Koch (Carl Raddatz) und seiner opferwilligen Lebenskameradin Inge Wagner (Ilse Werner) bildet Ausgangs- und Angelpunkt der Handlung. Nach einer kurzen Romanze am Rande der olympischen Spiele von 1936 in Berlin, wo ich die beiden Hauptfiguren während ihres Urlaubs kennenlernen und schon tags darauf ihre Verlobung planen, wird Koch zur “Legion Condor” nach Spanien abberufen. Bei Nacht und Nebel muss der Leutnant von der Geliebten Abschied nehmen. Gehorsam hält er sich an die ihm auferlegte Schweigepflicht über die “geheime Kommandosache”, die auch den Briefkontakt zur Heimat verbietet. Drei Jahre wartet Inge vergeblich auf ein Lebenszeichen ihres Fliegers, bis ihre Treue endlich belohnt wird: Das “Wunschkonzert” sendet ihr einen musikalischen Gruss des Vermissten in die heimatliche Stube; der freundliche Radiomann (Heinz Goedecke) verhilft mit der Feldpostnummer zu Wiedersehen und `happy ending´.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Bedeutung des Films als Propagandainstrument ein und definiert das Erkenntnisinteresse bezüglich der Darstellung von Massenornamenten.

2. Massenkultur und Ideologie im nationalsozialistischen Spielfilm: Hier werden theoretische Grundlagen zur Ideologie in NS-Filmen diskutiert, wobei die Verknüpfung von traditionellen Werten und moderner Massenkultur im Zentrum steht.

3. WUNSCHKONZERT (1940): Das Hauptkapitel analysiert den konkreten Film, seine Erzählstruktur und die Rolle der Medientechnik.

3.1. Rundfunk und Krieg: Dieses Unterkapitel beleuchtet die Rolle des Rundfunks als zentrales Instrument der psychologischen Kriegsführung und der "Gleichschaltung".

3.2. “Revue” zwischen Front und Heimat.: Der Fokus liegt auf der Verknüpfung der Rundfunksendung mit der fiktiven Liebesgeschichte und der ästhetischen Inszenierung von Masse und Identität.

4. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die mediale Transzendierung des Raumes zur Beschwörung einer imaginären "Volksgemeinschaft".

5. Filmdaten: Zusammenstellung der technischen und administrativen Eckdaten des analysierten Spielfilms.

6. Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

WUNSCHKONZERT, Nationalsozialismus, NS-Propaganda, Rundfunk, Massenkultur, Ideologiekritik, Volksgemeinschaft, Massenornament, Kulturindustrie, Kriegsführung, Spielfilm, Identitätsstiftung, Medienanalyse, Filmwissenschaft, Heimat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den NS-Spielfilm "WUNSCHKONZERT" (1940) als ein zentrales Propagandamedium des Nationalsozialismus, das unterhaltungsorientierte Inhalte nutzte, um ideologische Ziele der "Volksgemeinschaft" zu transportieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Rolle von Massenmedien (Film und Rundfunk) als Instrumente der Kriegführung, die ästhetische Inszenierung von "Massenornamenten" sowie die ideologische Verknüpfung von privater Lebenswelt und totalitärem Herrschaftssystem.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Doppelfunktion des nationalsozialistischen Unterhaltungsfilms zu ergründen, der einerseits Identifikationsbedürfnisse der Zuschauer bediente und andererseits als wirksames Mittel zur ideologischen Gleichschaltung diente.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine exemplarische filmanalytische Untersuchung ausgewählter Sequenzen durchgeführt, die durch eine ideologiekritische Perspektive (unter Einbezug von Autoren wie Adorno, Horkheimer und Kracauer) ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der Analyse der Rundfunkpolitik im Nationalsozialismus sowie einer detaillierten Untersuchung des Films "WUNSCHKONZERT", insbesondere hinsichtlich seiner Erzählstruktur und seiner Rolle als "Mittler des Gemeinschaftsgefühls".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie NS-Propaganda, Massenkultur, Kulturindustrie, "Volksgemeinschaft" und die ästhetische Kategorie des Massenornaments geprägt.

Inwiefern spielt das Konzept der "unsichtbaren Propaganda" eine Rolle?

Das Werk zeigt auf, wie Joseph Goebbels bewusst eine Form der Propaganda favorisierte, die nicht explizit plakativ auftrat, sondern "unsichtbar" durch Unterhaltung, Handlung und filmische Abläufe auf die Zuschauer einwirkte, um so eine höhere Effektivität zu erzielen.

Welche Bedeutung kommt der Reichshauptstadt Berlin im Film zu?

Berlin wird als mediale Schaltzentrale und Dreh- und Angelpunkt der Handlung inszeniert, wobei der Film die Stadt zunehmend auf Innenräume reduziert, um das imaginäre Gemeinschaftsgefühl über reale Distanzen hinweg zu transzendieren.

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Details

Title
Masse, Ornament, Kriegsrevue - Propaganda im Nationalsozialismus unter dem Aspekt von Massen-Repräsentationen am Beispiel des NS-Spielfilms WUNSCHKONZERT (1940).
College
Free University of Berlin  (Institut für Publizistik)
Course
Hauptseminar: Modelle des Zeitalters: Audiovisionen der `Masse´
Grade
1
Author
Tillmann Allmer (Author)
Publication Year
1999
Pages
34
Catalog Number
V1420
ISBN (eBook)
9783638108829
ISBN (Book)
9783638637244
Language
German
Tags
Film Filmgeschichte Nationalsozialismus NS Propaganda Wunschkonzert Masse Ornament Krieg Revue NS-Propaganda NS-Spielfilm
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tillmann Allmer (Author), 1999, Masse, Ornament, Kriegsrevue - Propaganda im Nationalsozialismus unter dem Aspekt von Massen-Repräsentationen am Beispiel des NS-Spielfilms WUNSCHKONZERT (1940)., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1420
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