Die Katastrophentheorie und ihre Auswirkungen am Beispiel der Börse


Hausarbeit, 2002

23 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Börse und Börsentechniken

3. Die Katastrophentheorie am Beispiel der Börse

4. Resümee und Ausblick

Literaturverzeichnis

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

Tabelle 1: Die sieben Elementarkatastrophen

Abb. 1: Die Spitzenkatastrophe

Abb. 2: Die Spitzenkatastrophe anhand der Börse

1. Einleitung

Die Börse ist ein Phänomen, welches bis in das 12. Jahrhundert zurück datiert werden kann. Der Börsenhandel und insbesondere seine Kursbewegungen haben die Menschen immer in Erstaunen versetzt. Obgleich es ein Markt ist wie jeder andere auch, geprägt durch Angebot und Nachfrage und einem direkten Austausch von Gütern, ist der Kursverlauf ein unbestimmbares, nicht planbares Ereignis.

Die Geschichte der Börse ist einerseits durch besonders gewinnreiche Phasen andererseits auch von sogenannten „Crashs“ geprägt. Diese Kursausschläge, -stürze oder –einbrüche zeigen, dass diese nicht aufgrund von zufallsbedingten Fluktuationen auftreten, sondern vielmehr Ausdruck menschlicher Reaktionen auf ganz bestimmte Ereignisse sind.

Die Überlegungen dieser Arbeit richten sich auf Verhaltensweisen und Einstellungen von Menschen am Aktienmarkt. Anhand der Katastrophentheorie soll gezeigt werden, was passiert, wenn zwei „Börsianer“ mit unterschiedlichen Einstellungen aufeinander treffen.

2. Die Börse und Börsentechniken

Die Börse und ihr europäischer Ausdruck „Bourse“ hat ihren Ursprung im 16. Jahrhundert, als das Haus der holländischen Familie van der Beurse zum Zentrum des örtlichen Finanz- und Wertpapierhandels wurde[1]. Demnach wird der Begriff Börse wie folgt definiert:

„...Orte ständiger Zusammenkünfte von Kaufleuten, an denen Waren und Wertpapiere gleicher Beschaffenheit, nach Zahl, Maß oder Gewicht bestimmt,

(juristisch „vertretbar“ genannt) gehandelt werden.

Sie werden regelmäßig bei zeitlicher und räumlicher Konzentration

von Angebot und Nachfrage abgehalten. Die nach bestimmten Regeln sich abwickelnden Geschäfte führen zu einer Preisbildung, die der Marktlage am besten gerecht werden.“

Unter dem Begriff Wertpapier fallen jegliche Urkunden, die private Vermögensrechte verbriefen. Dies können Aktien, Pfandbriefe, Investmentzertifikate, Effekten, Rentenpapiere (festverzinsliche Wertpapiere) etc. sein. Man unterscheidet hier nach der Art des verbrieften Rechts, in den Formen von Forderungspapieren, Sachenrechtlichen Wertpapieren und Mitgliedschaftspapieren. Neben diesen klassischen Wertpapierbereichen (Aktien) gibt es auch noch Sonder- und Zwischenformen. Dazu zählen z.B. Investmentfonds, Optionsscheine, Wandelschuldverschreibungen, Genussscheine, Termingeschäfte etc.

Die Börse bietet Anlegern die Möglichkeit, Teileigentümer von Unternehmen zu werden und den Unternehmen Kapital zu veräußern. Es gibt es verschiedene Arten von Anlegern, die nach ihren Interessen unterschieden werden können, wie z.B. der Staat (Bundesanleihen, Staatsbriefe), einzelne Privatanleger, Spekulanten oder juristische Personen (Investmentgesellschaften). Jeder Anleger benötigt eine Anlagestrategie oder Taktik, um sein Vermögen sinnvoll anzulegen. In den seltensten Fällen finden wir reine Spekulationen ohne jegliche Informationsaktivitäten, denn jede Person verfolgt eigentlich das Ziel der Gewinnmaximierung. Doch gerade ein so unplanbares System wie die Börse erschwert dieses Ziel. Zukünftige Prognosen über einen längeren Zeitraum sind kaum machbar bzw. die Aussagen entsprechen nicht immer der Realität und den eingetreten Ereignissen.

Wissenschaftler unterschiedlicher Fachdisziplinen haben sich mit Analysen und Ansätzen zur Erklärung von komplexen und dynamischen Modellen befasst. Es zeichnete sich jedoch ab, dass derartige Modelle nie in der Lage sein werden, Langzeitentwicklungen in irgendeiner Weise vorherzusagen. Denn nicht umsonst sind dynamische Systeme durch größte Unordnung und Nichtvorhersagbarkeit gekennzeichnet[2].

Ist das Ziel aber nur eine kurzfristige Prognose, so ist es möglich einige Techniken zur Bewertung von Aktien einzusetzen. Die zwei klassischen und zugleich gegensätzlichen Bewertungsmethoden sind die Fundamentalanalyse und die Charttechnische Analyse[3]. In Widerspruch zu diesen beiden Analysen steht die Randon Walk-Hypothese, welche besagt, dass die Aktienkurse einem Zufallspfad (Random walk) folgen und demnach keine der oben genannten Analysen einen messbaren Nutzen für den einzelnen Anleger erbringen kann. Diese Hypothese ist jedoch nur eine Form zur Erklärung von Kursprognosen. In der Praxis werden die Fundamentanalyse und die Chart-Analyse dennoch eingesetzt[4]. Beide Techniken werden zum Verständnis der Arbeit kurz erläutert.

- Fundamentalanalyse

Die Basishypothese dieser Analyse geht davon aus, dass der Kurs einer Aktie um seinen inneren Wert schwankt. Demnach ist das Ziel die Suche nach dem inneren Wert. Um diesen zu ermitteln werden Faktoren wie die Weltkonjunktur, das Land, die Branche und alle Daten des Unternehmens in Betracht gezogen. Die Methodik der Fundamentalanalyse wird auch als „Top-down“ bezeichnet[5]. Dies bedeutet, dass zunächst die bedeutenden übergeordneten Ebenen vor den einzelwirtschaftlichen Aspekten analysiert werden Daher wird die Fundamentalanalyse des öfteren unterteilt in die Globalanalyse, Branchenanalyse und Unternehmensanalyse. Letztere errechnet zur Messung der Qualität der Aktiengesellschaft meistens folgende Kennzahlen: Dividendenrendite, Gewinn, Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), Bilanzkurs und Kurs-Cash-flow (Kassenzufluß)[6]. Mit den gewonnen Ergebnissen werden die Chancen und Risiken der Aktien bewertet und Kursziele formuliert.

Diese Methode hat den Vorteil, dass wichtige Einflussgrößen, wie Leitzinsen, Inflationsrate und Devisenkurse erfasst werden. Allerdings ist der Zeitaufwand recht hoch und die Interpretationsmöglichkeiten der Ergebnisse nicht sehr gut[7]. Dies wird am Beispiel des Cash-Flows deutlich, der zwar internationale Vergleiche ermöglicht, dennoch weiterhin aber eine geschätzte Größe ist. Es scheint aber nur problematischer, da der Fundamentalanalyst langfristige Prognosen ermitteln möchte, im Vergleich zu dem Chartisten, der sich mehr für kurzfristige Entwicklungen an der Börse interessiert.

- Charttechnische Analyse

Im Gegensatz zu der Fundamentalanalyse werden hier anstatt der Wirtschaft, die einzelnen Börsenmärkte analysiert. Die Idee dieser Analyse ist die Auffindung von Aktienkursverlaufmustern unter der Annahme, dass diese sich in der Zukunft wiederholen werden[8]. Chartisten sind davon überzeugt, dass sich das Anlageverhalten in typischen Reaktionen äußert wie z.B. in Trends oder Zyklen, die damit Hinweise auf die zukünftige Entwicklung geben können. Generell ist diese Analyse auf jede Finanzanlage anwendbar, doch gerade Aktien bieten durch ihre Anlagegattungen mit stark schwankenden Kursen gute Voraussetzungen für ihre Anwendung.

Mit der Methode der technischen Analyse wird versucht, aus der graphischen Darstellung (den sogenannten Charts) des Kursverlaufes den richtigen Zeitpunkt für Verkauf und Kauf zu ermitteln, das sogenannte „Timing“.

Charts können auf verschiedener Art wiedergegeben werden, von Balkencharts bis hin zu Point&Figure Charts. Die Aussage bleibt dieselbe, sie dokumentieren grafisch den Verlauf der Kurse. Verschiedene Techniken haben sich über die Jahre etabliert, angefangen von der Trendumkehrformation der Dow Theorie, zur Advanced-Decline-Linie, über Unterstützungs- und Widerstandslinien, der Elliot-Wellen-Theorie und den bekannten gleitenden Durchschnittslinien und Trendkanälen und -linien. Besonders beliebt sind Formationen sogenannte Kursbilder, die einen Kausalzusammenhang zwischen der erkannten Formation und der daraus folgende Kursentwicklung unterstellen. Die bekanntesten sind die Kopf-Schulter-, W- und Untertassenformation[9].

Das Problem dieser Techniken liegt in deren Ungenauigkeit eine Prognose abzugeben. Kein Modell hat es bis jetzt geschafft als allgemein tauglich anerkannt zu werden. Oft ähneln sich zwar die Prognosen der Fundamentalisten oder Chartisten untereinander, doch liegen sie weit entfernt von dem tatsächlichen Ergebnis[10]. Was verursacht nun eigentliche die Unmöglichkeit einer Voraussagbarkeit der Kursverläufe? Sind diese abhängig von ökonomischen Größen oder eher von menschlichen Verhalten? Die Börsencrashs von 1987 und 1929, sowie Finanzkrisen im 16. und 17. Jahrhundert zeigten, dass die Börse einerseits irrational handelt andererseits, dass menschliches Handeln mitunter ein Auslöser für Chaos ist[11]. Die Frage bleibt bestehen, welcher der Größen eine größere Bedeutung gewidmet werden sollte.

Es muss nicht unbedingt nur eine Analyse angewendet werden, vielmehr lohnt es sich die positiven Eigenschaften beider zu Nutzen zu machen. So rät Worel, Analyst der Bayrischen Landesbank, die Ergebnisse beider Methoden zu verknüpfen: die Fundamentalanalyse hilft bei der Auswahl der interessantesten Aktien und die Charttechnik sucht den richtigen Zeitpunkt für Kauf und Verkauf[12].

Tatsache ist jedoch, dass die Börse immer voraus ist und eine Notwendigkeit für Informationen besteht. Es ist schwer begreiflich wie ein solches Phänomen arbeitet und sich entwickelt, wie, wann und warum plötzlich ein crash entsteht. Um das Verhalten an der Börse ein wenig transparenter werden zu lassen, wird anhand der Katastrophentheorie gezeigt, was passiert und passieren kann, wenn Fundamentalisten und Chartisten aufeinander treffen, welches an sich ein täglicher Prozess an der Börse ist.

[...]


[1] Vgl. Harter, W./Franke, J./Hogrefe, J./Seger, R. 1988, S.36

[2] Vgl. Tvede, L. 1991, S.19

[3] Vgl. Steiner, M./Bruhns, C. 1996, S.186

[4] Vgl. Jamroz, M./Schmitz, A. 2002, S.32

[5] Vgl. Steiner, M./Bruhns, C. 1996, S.188

[6] Vgl. Herrling, E./Krapf, W. 1990, S.135

[7] Vgl. Kaiser, R. 2002

[8] Vgl. Steiner, M./Bruhns, CC. 1996, S.203

[9] Vgl. Steiner, M./Bruhns, CC. 1996, S.229

[10] Vgl. Tvede, L. 1991, S.14

[11] Vgl. Aschinger, G. 1995, S.49ff

[12] Vgl. Kaiser, R. 1998, S.IX

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Die Katastrophentheorie und ihre Auswirkungen am Beispiel der Börse
Hochschule
Universität Kassel  (FB Wirtschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Wertpapiermanagement
Note
1,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
23
Katalognummer
V14295
ISBN (eBook)
9783638197397
Dateigröße
533 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Katastrophentheorie, Auswirkungen, Beispiel, Börse, Wertpapiermanagement
Arbeit zitieren
Sarah Kniel (Autor), 2002, Die Katastrophentheorie und ihre Auswirkungen am Beispiel der Börse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14295

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