Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Wechselwirkung zwischen der Darstellung prähistorischer Geschichte in Schulbüchern während des Nationalsozialismus und der Verbreitung der rassistischen Ideologie der Nationalsozialisten. Mit dem Ziel, zu verstehen, wie historische Bildung zur Untermauerung und Verbreitung der NS-Ideologie genutzt wurde, beleuchtet diese Arbeit kritisch, inwieweit Schulmaterialien zur Geschichte genutzt wurden, um die rassistischen und politischen Ansichten des NS-Regimes zu stärken. Es wird ein tiefgreifender Einblick in die Methoden und Ziele der NS-Propaganda im Bildungsbereich gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Deckblatt
2. Inhaltsverzeichnis
3. Vorwort
4. Einleitung
5. Historische Einordnung
6. Kurze Skizzierung der nationalsozialistischen Ideologie
7. Prähistorie und Archäologie im Nationalsozialismus
8. Schule und Geschichtsunterricht im Nationalsozialismus
9. Schulische Darstellung prähistorischen Lebens in der NS-Zeit
10. Fazit
11. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Instrumentalisierung der Schule und des Geschichtsunterrichts im Nationalsozialismus, wobei der Fokus insbesondere darauf liegt, wie die Darstellung prähistorischer Geschichte genutzt wurde, um die nationalsozialistische Ideologie zu verbreiten, zu legitimieren und das rassistische Weltbild der NS-Regierung zu untermauern.
- Strukturen der nationalsozialistischen Ideologie und deren Vermittlung
- Die Rolle der Geschichtswissenschaft und Archäologie im NS-Regime
- Funktion des Geschichtsunterrichts als Instrument der politischen Indoktrination
- Darstellung germanischer Vorzeit und nordischer Identität in der Schule
- Zusammenhang zwischen Rasse, Heimatboden und nationalsozialistischer Schulbildung
Auszug aus dem Buch
Schulische Darstellung prähistorischen Lebens in der NS-Zeit
Nachdem sich aus den bisher erarbeiteten Erkenntnissen ein klares Bild darüber abzeichnet, wie ideologiebehaftet der Geschichtsunterricht und der Unterricht im Allgemeinen im Nationalsozialismus waren, soll nun die Darstellung prähistorischen Lebens im Geschichtsunterricht des Dritten Reiches unter Berücksichtigung der Frage, inwiefern diese Darstellungen ebenfalls ideologisch geprägt waren, behandelt werden.
„Die propagandistische Einflussnahme auf Kinder begann spätestens im Geschichts- und Heimatkundeunterricht der Schulen. Schon kurz nach der Machtübernahme war die Anordnung erfolgt, dass der Geschichtsunterricht von der Vorgeschichte auszugehen habe, um der bisher unterschätzten Kulturhöhe der ›Germanen‹ [Hervorhebung im Original] deutlich das neue Vorgeschichtsbild der ›germanischen Überlegenheit‹ [Hervorhebung im Original] entgegenzusetzen.“
Ziel der Darstellung prähistorischen Lebens im Geschichtsunterricht war es außerdem „fundamentale Erklärungen abzugeben: für Heldentum und Feigheit in der Geschichte, für oben und unten, für Führertum, Elite und Masse, für Erfolge und Niederlagen, Aufstiege und Abstiege der Völker und Kulturen“. „Alle Niedergänge der Geschichte werden auf Rassenmischung […] zurückgeführt. […]. Im Zirkelschluss werden alle „schöpferischen“ [Hervorhebung im Original] Leistungen in der Geschichte zum Indiz für die Tätigkeit „nordischen Blutes“ [Hervorhebung im Original] […].“
„Indogermanen, Germanen, Nordmänner sind zu besprechen; Germanenreiche, ihre Helden und ihre Führer, geschichtliche Entwicklungen, soweit sie von germanisch-nordischen Fürsten bestimmt worden sind, hat der Unterricht zu behandeln […].“ So steht im Amtsblatt des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und der Unterrichtsverwaltungen der Länder aus dem Jahr 1943, dass der Geschichtsunterricht der Klasse 6 die folgenden Themen zu behandeln hat: „Entstehung und Ausbreitung der indogermanischen Völker. […] Germanentum in urgermanischer und großgermanischer Zeit. Die Ausbreitung der Germanen über Europa. Die Bedeutung des Germanentums für die Entstehung der europäischen Völker.“
Zusammenfassung der Kapitel
5. Historische Einordnung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Zeiträume des Nationalsozialismus sowie der Ur- und Frühgeschichte, um die theoretische Basis für die Untersuchung zu schaffen.
6. Kurze Skizzierung der nationalsozialistischen Ideologie: Hier werden die wesentlichen Merkmale wie Rassenideologie, Sozialdarwinismus, das Führerprinzip und der Lebensraumbedarf dargelegt, die das ideologische Fundament des Regimes bildeten.
7. Prähistorie und Archäologie im Nationalsozialismus: Das Kapitel beleuchtet das wechselseitige Interesse zwischen NS-Politik und Geschichtswissenschaft, um archäologische Forschung für propagandistische Zwecke zu nutzen.
8. Schule und Geschichtsunterricht im Nationalsozialismus: Hier wird analysiert, wie die Schule als zentrales Instrument zur politischen Indoktrination der Jugend gedient hat.
9. Schulische Darstellung prähistorischen Lebens in der NS-Zeit: Es wird detailliert untersucht, wie prähistorische Inhalte didaktisch und ideologisch aufbereitet wurden, um das germanische Heldentum und die arische Identität zu betonen.
10. Fazit: Die abschließenden Schlussfolgerungen fassen zusammen, dass die Instrumentalisierung der Vergangenheit ein integraler Bestandteil der nationalsozialistischen Weltanschauungserziehung war.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Geschichtsunterricht, Prähistorische Archäologie, Rassenideologie, Indoktrination, Germanen, Nordische Rasse, Sozialdarwinismus, Schulbildung, NS-Propaganda, Bildungsgeschichte, Volksgemeinschaft, Ur- und Frühgeschichte, Geschichtsschreibung, Diktatur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die ideologische Beeinflussung des Geschichtsunterrichts in der Zeit des Nationalsozialismus mit einem speziellen Fokus auf der Darstellung der prähistorischen Vergangenheit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Verzahnung von nationalsozialistischer Ideologie, archäologischer Forschung und der schulischen Geschichtsvermittlung zwischen 1933 und 1945.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das NS-Regime die Darstellung der Ur- und Frühgeschichte instrumentalisierte, um rassistische Theorien zu legitimieren und die Identität der Schüler an die NS-Ideologie zu binden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine analytische Aufarbeitung von Fachliteratur, Quellen aus den Lehrplänen der NS-Zeit und grundlegenden Schriften zur nationalsozialistischen Ideologie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Zeiträume, die Skizzierung der NS-Ideologie, die Analyse der verstrickten Rolle der Archäologie und die Untersuchung der konkreten schulischen Darstellung germanischer Lebenswelten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Nationalsozialismus, Geschichtsunterricht, Rassenideologie, Indoktrination und Germanenmythos.
Wie wurde die archäologische Forschung politisch beeinflusst?
Die Archäologie passte sich dem Regime an, um förderungswürdige Forschungsgelder zu erhalten und zu einer wissenschaftlichen Stütze für die völkischen Machtansprüche der Nationalsozialisten zu werden.
Welche Rolle spielten Schulwandbilder im NS-Unterricht?
Sie dienten als ideologisch stark aufgeladene Unterrichtsmedien, um Schülern visuell zu vermitteln, wie tief das deutsche Heldentum in einer angeblichen nordischen Ahnenreihe verwurzelt sei.
- Arbeit zitieren
- Maximilian Witzke (Autor:in), 2022, Der Einfluss prähistorischer Geschichtsdarstellung auf die Ideologie des Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1430507